• Presseschau vom 07.12.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe unserer Presseschau. Wir beginnen mit einem Artikel zu Krümmel, danach u.a. ein Blick nach Süddeutschland mit Bezug zu Reststrommengen aus Brunsbüttel und Krümmel. Hinzu kommt eine Pannenmeldung aus einem tschechischen Kernkraftwerk, ein Artikel über Polens Beschluss, in die Kernkraft einzusteigen. Das ZDF beschäftigte sich mit der Bewegung „Nuclear Pride“  und die Süddeutsche Zeitung mit der „Renaissance der Kernkraft“.

    Das letzte Kapitel der nuklearen Brennstoffe im Kernkraftwerk Krümmel ist angebrochen. Am vergangenen Dienstag hat laut eines Berichts der Lübecker Nachrichten ein Spezialzug den letzten leeren Castorbehälter ins Kraftwerk gebracht. In ihn sollen die letzten 154 noch im Abklingbecken des Reaktors lagernden Brennstäbe verladen werden. Die Beladung wird derweil vorbereitet. Einen Termin gebe es aber noch nicht. Wenn sie erfolgt ist, ist die Anlage frei von bestrahltem Kernbrennstoff. Die letzten bestrahlten Brennelemente sind bereits im Oktober 2017 in das Standortzwischenlager gebracht worden. Dort lagern in 41 Castoren bereits mehr als 2000 Brennelemente. Ursprünglich war geplant, die Brennstofffreiheit erst bis Ende 2019 herzustellen:

    LÜBECKER NACHRICHTEN

    Die Stilllegung und Abbau des Kernkraftwerks Krümmel kommen laut Branchendienst IWR weiter voran: Im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens findet am 11. Dezember 2018 im Sachsenwald Forum Reinbek ein atomrechtlicher Erörterungstermin statt. Dies teilte das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) mit. Der Termin bezieht sich auf die Genehmigungsverfahren zu Stilllegung und Abbau des Kernkraftwerks Krümmel sowie zu Errichtung und Betrieb eines Lagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle und Reststoffe. Nähere Informationen zu dem Erörterungstermin enthält ein Leitfaden, der auf der Homepage des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) einzusehen ist und im Rahmen des Erörterungstermins verteilt wird:

    IWR

    Im Kernkraftwerk Brokdorf wurde bei der Abfertigung eines mit abgebrannten Brennelementen beladenen CASTOR-Behälters eine falsche Dichtung in einen der Verschlussdeckel eingesetzt. Der Fehler wurde bei nachfolgenden Montageschritten erkannt, teilte das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein mit. Die fehlerhaft verwendete Dichtung sei demontiert worden, die Dichtflächen inspiziert und eine ordnungsgemäße Dichtung eingesetzt. Die anschließende Dichtheitskontrolle ergab keine Beanstandungen. Die Abfertigung des CASTOR-Behälters konnte abgeschlossen werden. Eine Gefährdung von Personen bestand zu keinem Zeitpunkt, so die Landesregierung. IWR hat die Meldung:

    IWR

    Der Betreiber des Kernkraftwerks Isar 2 (KKI 2), die PreussenElektra GmbH, wehrt sich laut eines Berichts der Passauer Neuen Presse gegen die Behauptung, bei der Übertragung von Reststrommengen auf das KKI handele es sich um eine unbemerkt betriebene Laufzeitverlängerung. In einer Pressemitteilung heißt es als Reaktion auf eine anberaumte Pressekonferenz des Landshuter Bündnisses für Atomausstieg (BüfA): „Die Berechtigung zum Leistungsbetrieb von Kernkraftwerken in Deutschland erlischt entweder bei Erreichen einer im Atomgesetz festgelegten erzeugten Strommenge oder spätestens zu einem definierten Termin.“ Das im Atomgesetz festgelegte Abschaltdatum für KKI2 bleibe der 31. Dezember 2022. In der Sitzung des Ausschusses für Arbeit und Wirtschaft des Stadtrates München war am 25. September beschlossen worden, die nicht genutzte Produktionskapazität aus den KKW Krümmel, Brunsbüttel und Mülheim-Kärlich in Rheinland-Pfalz zu erwerben und im Kraftwerk Isar 2 produzieren zu lassen:

    PASSAUER NEUE PRESSE

    In Neckarwestheim hat der Erörterungstermin im Verfahren zur Stilllegung und zum Abbau des Kernkraftwerks Neckarwestheim Block II (GKN II) begonnen. Wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet, behandelt das baden-württembergische Umweltministerium als Genehmigungsbehörde dabei mehr als 800 Einwendungen und Bedenken von mehr als 700 Bürgern gegen die Stilllegungs- und Abbaupläne der EnBW. Sinn und Zweck des Erörterungstermins sei es, den Einwendern Gelegenheit zu geben, ihre Kritik am geplanten Rückbau mit der Atomaufsicht und der Antragstellerin, der EnBW Kernkraft GmbH (EnKK), zu diskutieren, sagte der Leiter der baden-württembergischen Atomaufsicht und Genehmigungsbehörde, Gerrit Niehaus, zu Beginn der Veranstaltung. „Die Einwendungen können uns helfen, die Pläne zur Stilllegung und zum Rückbau von GKN II besser zu beurteilen und, wenn nötig, Nachbesserungen zu fordern“:

    RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Mehr als sieben Jahre nach der Abschaltung des Kernkraftwerks Isar 1 bei Landshut, das als Folge der Reaktorkatastrophe von Fukushima mit Beschluss der Bundesregierung vom 30. Juni 2011 seine Berechtigung zum Leistungsbetrieb verlor, befanden sich zum Stichtag 13. November 2018 noch immer 1031 hoch radioaktive abgebrannte Brennelemente im Abklingbecken. Üblich sei eine Lagerzeit von fünf Jahren. Dies gehe laut Augsburger Allgemeine aus einer Antwort der Bundesregierung vom 26. November auf eine Kleine Anfrage der baden-württembergischen Grünen hervor. Das bayerische Umweltministerium reagiert laut des Berichts harsch auf die Vorwürfe: Es sei „unredlich, mit den Ängsten der Bevölkerung zu spielen“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Das Brennelementlagerbecken im Kernkraftwerk Isar 1 sei noch nicht vollständig entleert, weil die Genehmigung für die Nutzung der notwendigen Transport- und Lagerbehälter durch das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) erst im August 2017 erteilt worden sei. Seit der Erteilung dieser Genehmigung würden die Brennelemente kontinuierlich aus dem Lagerbecken entladen und in das vorgesehene Standortzwischenlager gebracht:

    AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Nach einem Bericht bei n-tv ist es m tschechischen Kernkraftwerk Dukovany zu einer Panne gekommen. Der Reaktorblock 1 sei am Sonntag außerplanmäßig abgeschaltet worden, sagte ein Sprecher des Betreibers CEZ nach Angaben der tschechischen Nachrichtenagentur CTK. Das mehr als 30 Jahre alte KKW mit seinen vier Reaktorblöcken liegt rund 100 Kilometer nördlich von Wien und 200 Kilometer östlich von Passau. Radioaktive Stoffe traten offenbar nicht aus. Der am Standort Dukovany verwendete sowjetische Reaktortyp WWER 440/213 kam unter anderem auch im fünften Block des früheren Atomkraftwerks Greifswald zum Einsatz. Die dortigen Anlagen wurden bereits 1990 abgeschaltet, 1995 begann der Rückbau:

    N-TV

    Die polnische Regierung arbeite laut des Branchendiesnt energate messenger an einer neuen Energiestrategie. Demnach plane das Land, in die Kernenergie einzusteigen und bis 2033 seinen ersten Reaktor zu errichten, berichtet der Dienst unter Berufung auf die „Märkische Oderzeitung“. Als Standorte kommen offenbar die Standorte Zarnowiec und Kopalino nordwestlich von Danzig infrage. Die polnische Stromversorgung beruht bislang zu 80 Prozent auf Kohlekraftwerken. Der Klimaschutz ist für Polen, Gastgeberland der aktuellen Klimakonferenz, eine besondere Herausforderung. Ziel der neuen Energiestrategie sei es, den Anteil der dominanten Kohle am Strommix durch Erneuerbare und Kernenergie bis 2030 auf 60 Prozent zu senken. (Bezahlinhalt)

    ENERGATE MESSENGER

    Jahrzehntelang demonstrierten Umweltaktivisten gegen Atomstrom. Nun propagieren einige für die Rückkehr zur Kernenergie und berufen sich dafür auf Berechnungen des Weltklimarats. Das ZDF schildert in einem Feature die Hintergründe, die Akteure der neuen Bewegung „Nuclear Pride“ und Ihre Argumentation. Zwar seien Wind- und Sonnenenergie erneuerbare Energieformen, doch CO2 emittieren sie trotzdem, beispielsweise bei der Herstellung der Anlagen. Auch Biomasse sei zwar erneuerbar, produziere aber viel CO2. Kernenergie hingegen stoße im Betrieb überhaupt kein CO2 aus und im gesamten Lebenszyklus nur sehr wenig, zitiert der Beitrag einen Aktivisten der Bewegung. Etwa ein Dutzend Umwelt- und Pro-Atomkraft-Gruppen in ganz Europa unterstützen „Nuclear Pride“ mittlerweile, darunter Ökogruppen aus der Schweiz, Finnland, den Niederlanden und Deutschland:

    ZDF

    Auch die Süddeutsche Zeitung diskutiert eine „Renaissance der Kernkraft“ vor dem Hintergrund des Klimawandels in ihrem Wissensteil. Diese Renaissance sollen aber nicht die alten Meiler bringen, sondern neue Reaktoren, die zur sogenannten vierten Generation zählen. Angeblich seien diese Kraftwerke genau das, was die herkömmlichen nicht mehr seien oder nie waren: sauber, wirtschaftlich effizient und sicher, so das Blatt. Ein neuartiger Flüssigsalzreaktor nutze beispielsweise etwa statt fester Brennstäbe flüssigen nuklearen Sprit, also Uran in Salzform:

    SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

  • Presseschau vom 23.11.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diese Woche haben wir gleich mehrere Beiträge mit Bezug zu den Kernkraftwerken in Brunsbüttel und Krümmel, dazu ein Artikel zur Zukunft von Vattenfall in Hamburg, Beurteilungen zum Status des ICSID-Verfahrens, zwei Veröffentlichungen zu Rückbauprojekten und wagen einen Blick nach Weißrussland.

    Mit dem Rückbau des KKW Brunsbüttel beschäftigen sich die Cuxhavener Nachrichten. Anlass ist ein aktuelles Antragsverfahren. So habe die Betreibergesellschaft die Erteilung einer gehobenen wasserrechtlichen Erlaubnis für die Einleitung von erwärmtem Kühl- und Abwasser in die Elbe beantragt. Es solle eine Leitung gebaut werden, über die das Wasser aus dem Meiler in den Fluss gelangt. Bedenken äußert der Umweltverband BUND. Er fordert eine sorgfältigere – und teurere – Filterung der Abwässer:

    CNV MEDIEN

    Menschen, die rund um die drei schleswig-holsteinischen Kernkraftwerke in Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel wohnen, erhalten von den Kraftwerksbetreibern aktuell Ratgeber zum Verhalten bei einem Atomunfall. Eine solche Information sei laut Strahlenschutzverordnung verpflichtend, teilt das Kieler Innenministerium auf Anfragen dem Hamburger Abendblatt mit. Erarbeitet worden sei der Ratgeber in enger Abstimmung mit den Katastrophenschutzbehörden. Er enthält Telefonnummern der Behörde und beantwortet Fragen, wie die nach Sammelstellen oder die Anwendung von Jodtabletten. Der Ratgeber ist hier auf der Website im Bereich „Downloads“  verfügbar.

    Abendblatt

    Ein klares Bekenntnis zum Standort Hamburg gibt Gunnar Groebler, Vorstandsmitglied für erneuerbare Energien des Versorgers Vattenfall, im Interview mit der WELT. Durch den erzwungenen Verkauf seines Fernwärmenetzes an die Stadt Hamburg gingen Vattenfall zwar rund 100 Millionen Euro Gewinn im Jahr verloren. Vor allem bei der Energiewende wolle der Konzern in Norddeutschland nun aber durchstarten. Schwerpunkt dabei seien erneuerbare Energien und die Wasserstoffwirtschaft. Innerhalb einer Generation wolle man „fossilfrei“ Energie produzieren:

    WELT

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier CDU) ist gegen Vattenfall als großen ausländischen Investor in Deutschland aktiv geworden und begegnet dafür massiver Kritik deutscher Wirtschaftsverbände. Wie rp online berichtet, habe Altmaier im Streit zwischen dem schwedischen Konzern gegen die Bundesregierung um eine milliardenschwere Schadenersatz-Zahlung die Befähigung der Schiedsrichter beim internationalen Schiedsgericht der Weltbankgruppe (ICSID) infrage gestellt. Damit konnte Altmaier vorläufig verhindern, dass der Energieversorger vom Bund Schadenersatz in Höhe von 4,4 Milliarden Euro durchsetzen kann. Der Vattenfall-Konzern hatte 2012 vor dem Schiedsgericht geklagt, weil seine Investitionen in die deutschen Atomkraftwerke in Brunsbüttel und Krümmel nach dem unvorhersehbaren Atomausstieg obsolet geworden waren:

    RP ONLINE

    Auch das Manager-Magazin beschäftigt sich mit dem Vorgang und zitiert eine Sprecherin des Energieversorgers. „Vattenfall äußert sich grundsätzlich nicht zum laufenden Schiedsverfahren“, sagte diese demnach, fügte aber hinzu: „Nicht nur wir selbst, sondern auch sonstige Beteiligte haben (…) aber das Schiedsgericht seit Beginn des Verfahrens als überaus sorgfältig, unparteiisch und professionell wahrgenommen“.

    MANAGER MAGAZIN

    Kernkraftgegner von beiden Seiten der Weser haben ihre Klage gegen die Rückbaugenehmigung für das Kernkraftwerk Unterweser (KKU) erweitert. Grundlage dafür seien 21 weitere Akten, die das Umweltministerium in Hannover auf Anforderung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg herausgegeben hat. Insgesamt erweiterten die Initiativen die Klageschrift von 138 auf 175 Seiten. Ein zentrales Thema der zusätzlichen Klagegründe sei der Klimawandel. Dadurch könnten Hochwassersituationen ausgelöst werden, die aktuell in der Rückbauplanung nicht ausreichend berücksichtigt seien:

    NWZ ONLINE

    Als das Kernkraftwerk Lingen (KWL) am 1. Oktober 1968 seinen Betrieb aufnahm, war es eines der ersten kommerziell genutzten Atomkraftwerke in Deutschland. Am 5. Januar 1977 wurde es nach einem Schaden im Dampfumformersystem stillgelegt. Nach Jahren des sicheren Einschlusses befindet es sich derzeit im Rückbau. Dieser soll 2025 endgültig abgeschlossen sein. Jetzt gibt es Überlegungen, die Reaktorkuppeln des Werks als Industriedenkmal vom Abriss auszunehmen und so eine dauerhafte Erinnerung an die friedliche Nutzung der Kernkraft zu bewahren. Die NOZ hat die Geschichte:

    NOZ

    Nur wenige Kilometer vor der Grenze zu Litauen und damit zur EU soll 2019 das erste weißrussische Kernkraftwerk in Betrieb gehen. Der baltische Nachbarstaat kämpfe dagegen, da das Werk nur 40km von der Hauptstadt Vilnius entfernt ist. Schon bald soll das Milliardenprojekt des autoritär regierten Landes den Betrieb aufnehmen: der erste Meiler 2019 mit 1200 Megawatt Leistung, der zweite im Jahr darauf. Es wird das erste nukleare Kraftwerk in der Ex-Sowjetrepublik sein. Die Lingener Tagespost dokumentiert die Diskussion dazu:

    NOZ

     

  • Presseschau vom 09.11.2018

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt wieder ganz klar auf dem Thema Rückbau, dazu eine Meldung aus Brunsbüttel, ein Blick in die Schweiz und auf die organisatorischen Anforderungen von Rückbauprojekten aus Sicht einer Unternehmensberatung.

    Eine der weitreichendsten Entscheidungen in der Geschichte der Kernenergie Schleswig-Holsteins wird derzeit im Energieministerium vorangetrieben. Das Ressort will noch in diesem Jahr die atomrechtliche Genehmigung zur Stilllegung und zum Abbau des Kernkraftwerks Brunsbüttel erteilen, wenn alle Prüfungen rechtzeitig beendet werden können. Der Reaktor an der Elbemündung soll als erster der drei KKW im Norden abgerissen werden. Die SHZ berichtet:

    SHZ

    Im Kernkraftwerk Brunsbüttel sind Leckagen an zwei Rohren in einem Betriebskühlkreis festgestellt worden. Das teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) in Kiel mit. Die Rohre seien inspiziert worden, nachdem es in dem Kühlkreis zu einem Füllstandsabfall gekommen war. Der betroffene Kühler wurde außer Betrieb genommen. Die Leckage hatte laut des Berichts im Branchendienst IWR keine Auswirkungen auf die Verfügbarkeit des Betriebskühlkreises und der zu versorgenden Kühlstellen, da auf einen parallel geschalteten Kühler umgeschaltet werden konnte. Wie die SHZ ergänzte, wurde der Vorgang der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde als Meldepflichtiges Ereignis der Kategorie „N“ (Normalmeldung) angezeigt. Das Ereignis liegt unterhalb der sieben Stufen der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kraftwerken („INES 0“):

    IWR

    SHZ (Bezahlinhalt)

    Das Bundesamt für Strahlenschutz misst mit Hubschraubern die vom Standort Lubmin ausgehende radioaktive Strahlung. Mit hochsensibler Messtechnik ausgestattete Helikopter der Bundespolizei überflogen dabei in 100-Meter-Bahnen das Areal mit dem stillgelegten Kernkraftwerk und dem Zwischenlager Nord in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung, um die Fläche radiologisch zu kartieren. Die Daten seien Grundlage, um im Falle eines Unfalls Anomalien und kritische Bereiche ausfindig machen zu können, zitiert die SVZ einen Verantwortlichen. Die Messergebnisse aus Lubmin sollen laut BfS zunächst dem Innenministerium und dem Entsorgungswerk für Nuklearanlagen (EWN) als Betreiber des AKW und des ZLN vorgelegt und in rund vier Wochen auf der Internetseite des BfS veröffentlicht werden. Die Daten werden auch mit den am Boden registrierten Messwerten auf Plausibilität geprüft werden:

    SVZ

    Block II des Atomkraftwerks Neckarwestheim ist nach Angaben der EnBW bereit, wieder ans Netz zu gehen. Dort waren laut eines Beitrags des SWR erhebliche Schäden an den Dampferzeugern festgestellt worden. Die Heizleitungen in Block II im Kernkraftwerk Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) hatten zum Teil mehr als 90 Prozent ihrer Wandstärke verloren. Um das Problem zu beheben, wurde die Revision, also die jährliche Generaluntersuchung von Block II, bis Mitte November verlängert:

    SWR

    Ein Beitrag der LKZ beschäftigt sich anlässlich einer Informationsveranstaltung mit der Problematik der geplanten Standortzwischenlager in Neckarwestheim und Gemmrigheim. Bei einem Fachgespräch zur Kernenergie an diesen Standorten ab 2019 hat Betreiber EnBW über die jüngsten Probleme mit Heizrohren sowie das derzeitige Rückbau-Konzept informiert. Zudem stellte sich die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) als Betreiber des Standortzwischenlagers vor. Deren Konzept einer Betriebszeit der Zwischenlager von geplanten 40 Jahren stieß auf Widerspruch. „Für uns wird das definitiv ein Endlager“, sagte Gemmrigheims Bürgermeister Dr. Jörg Frauhammer dem Beitrag zufolge:

    LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG

    Das grenznahe Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt ist nach einer rund siebenwöchigen Revisionszeit wieder mit dem Stromnetz verbunden worden. Wie aus einer Mitteilung des KKW hervorgehe, wurden während der vergangenen Wochen 80 frische Brennelemente in den Reaktorkern geladen, der insgesamt 648 Elemente enthält. Daneben gehörten unterschiedliche Instandhaltungsarbeiten und umfassende Prüfungen an Systemen, Komponenten und Armaturen zum Revisionsprogramm. Mehr als 1000 externe Fachkräfte unterstützten während der Jahreshauptrevision die 500 Mitarbeiter des Kernkraftwerks, so die Badische Zeitung in Ihrem Bericht:

    BADISCHE ZEITUNG

    Mit der Organisation des Rückbaus kerntechnischer Anlagen beschäftigt sich ein Beitrag des energate messenger.  Die Unternehmensberatung Deloitte habe in einer Studie diesen Markt untersucht und insbesondere Managementaufgaben analysiert. Im Interview mit einem der Deloitte-Berater fordert dieser für die Organisation von Rückbauprojekten ein agiles Management. Die bisherigen Rückbauprojekte hätten verdeutlicht, dass die Kraftwerksbetreiber sich bei Eintritt in die Rückbauphase mit stark veränderten Herausforderungen konfrontiert sehen. Während die Organisation in der Betriebsphase auf stabile Regelprozesse ausgelegt sei, bedürfe es im Rückbau einer organisatorischen Neuausrichtung zu einer agilen Projektorganisation. Außerdem sei entscheidend, einen engen und proaktiven Austausch mit Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden zu pflegen:

    ENERGATE MESSENGER

     

  • Presseschau vom 26.10.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal liegt ein Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem KKW Krümmel. Ein lesenswerter Beitrag schildert die Arbeit der Atomaufsicht in Schleswig-Holstein bei der Beurteilung der Einwendungen gegen den Krümmel-Rückbau. Außerdem finden sich Beiträge zu den KKWs Obrigheim und Fessenheim. Abgerundet wird das Angebot mit Berichten zu Demonstrationen: Einmal gegen den Bau des Atommüll-Endlagers Schacht Konrad, zum anderen pro Kernkraft im Rahmen des „Nuclear Pride Fest“ in München.

    Sollte es in einem der vielen Gebäude auf dem Gelände des Kernkraftwerkes Krümmel am Elbufer zu einem Brand kommen, ist die Unterstützung der Feuerwehrleute aus Geesthacht und Grünhof-Tesperhude durch die Krümmeler Werkfeuerwehr unerlässlich. Das zeigte sich bei einer Übung auf dem Gelände des KKW, über die LN Online berichtet. „Die Ortskenntnisse der Werkfeuerwehr sind für die öffentlichen Feuerwehrleute wichtig. Deshalb werden wir versuchen, die Werkfeuerwehr so lange wie möglich aufrecht zu erhalten“, zitiert das Blatt Gerhard Ruider von der Kieler Atomaufsicht am Rande der Übung. Freiwillige Feuerwehrleute und Werkfeuerwehrleute bildeten während der Übung gemeinsame Trupps im Atemschutzeinsatz, etwa bei der Personenrettung im weitläufigen Castorlager und in einer Etage eines Nebengebäudes. 70 Einsatzkräfte mit einem Dutzend Fahrzeugen waren an der Übung beteiligt. Auch die Bereitschaft des DRK Geesthacht war in die Übung eingebunden:

    LN ONLINE

    Das für den 16.10. geplante dritte Info-Forum zum Rückbau des KKW Krümmel in Scharnebeck musste kurzfristig abgesagt werden. Ein Ersatztermin ist für 2019 geplant. Ursprünglich waren Vorträge zum Thema „Anlagen- und Entsorgungssicherheit“ vorgesehen. Es seien laut Focus aber kurzfristig Referenten der zuständigen Behörden ausgefallen. Daher haben die Organisatoren, die Landkreise Lüneburg und Harburg beschlossen, das Informationsforum zu verschieben. Die Veranstaltung mit dem Themenschwerpunkt soll zu einem späteren Zeitpunkt, voraussichtlich im 1. Quartal 2019, mit entsprechenden Expertinnen und Experten nachgeholt werden:

    FOCUS ONLINE

    Mit der Arbeit der Abteilung Strahlenschutz und Reaktorsicherheit im schleswig-holsteinischen Umweltministerium beschäftigt sich ein ausführlicher Beitrag von LN online. Dort beschäftige man sich aktuell mit den Einwendungen gegen den Rückbau des KKW Krümmel. Es seien 88 einzelne Einwendungsschreiben von Bürgern und Verbänden bei der Atomaufsicht eingegangen, unterschrieben von insgesamt 400 Personen. Die längste habe elf Seiten, die kürzeste zwei Seiten. Der Leiter der Abteilung, Dr. Dr. Jan Backmann, schildert die Arbeit seiner Kollegen bei der Bearbeitung dieser Einreichungen in Vorbereitung auf den kommenden Erörterungstermin, an dem auch der Vorhabenträger Vattenfall mit auf dem Podium säße. Ziel dieser Erörterung sei es, so Backmann, „die Befriedigung und eine Lösung“ zu den geäußerten Bedenken zu finden. Wie lange das Verfahren nach dem Erörterungstermin bis zur Rückbaugenehmigung noch dauern wird, stehe noch nicht fest. Bei Brunsbüttel seien es dreieinhalb Jahre gewesen. „Aber Vattenfall hat aus dem Verfahren natürlich gelernt und kann jetzt auf entsprechende Erfahrungen zurückgreifen“, wird Backmann zitiert:

    LN ONLINE

    Ein nächster Schritt zum Rückbau des KKW Obrigheim ist erfolgt. Dort kamen die Verantwortlichen des Konzerns Energie Baden-Württemberg (EnBW), des Umweltministeriums Baden-Württemberg, der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises (AWN) sowie die jeweiligen Gutachterorganisationen TÜV Süd und Öko-Institut zusammen. Beim Termin in Obrigheim wurde die Kontrolle der Abfallcharge zur Freigabe für die Deponierung vorgenommen, also die Freimessung der rund neun Tonnen Beton zur Anlieferung auf die Buchener Deponie Sansenhecken geprüft und kontrolliert. Dabei wurde der Bauschutt als unbedenklich freigegeben. Fragen zum Transport auf die vorgesehene Deponie seien aber noch offen, meldet die RNZ:

    RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Die staatliche französische Atomaufsicht (ASN) bereitet sich auf das Abschalten des umstrittenen Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim vor. Der Kraftwerkbetreiber Électricité de France (EDF) habe mitgeteilt, dass der erste Reaktor bis September 2020 und der zweite bis August 2022 heruntergefahren werden soll, teilte ASN laut eines Berichts der ZEIT mit. Wie die Atomaufsicht mitteilte, sollen die Brennelemente des Atomkraftwerks zunächst einige Jahre in Fessenheim zwischengelagert und dann zur Wiederaufbereitungsanlage nach La Hague gebracht werden. Das AtomkraftwerkFessenheim liegt unweit der deutschen Grenze. Es ist das älteste aktive AKW in Frankreich und gilt Kritikerinnen und Kritikern seit Jahrzehnten als Sicherheitsrisiko:

    ZEIT ONLINE

    Rund 1.000 Kernkraftgegner haben mit einem „Anti-Atom-Treck“ gegen die aktuelle Atommüll-Politik demonstriert. Ein Konvoi aus 30 Traktoren, 200 Fahrrädern sowie Autos und Motorrädern war am Vormittag am Sitz des Bundesamtes für Strahlenschutz in Salzgitter gestartet und führte über 30 Kilometer zum Verwaltungsgebäude der Bundesgesellschaft für Endlagerung in Peine. In Vechelde stießen mehrere Dutzend Radler aus Braunschweig zu dem Treck. Bei der Abschlusskundgebung zählte die Polizei rund 350 Teilnehmer – laut den Beamten sei alles friedlich verlaufen. Wie der NDR berichtet, richtete sich die von Bürgerinitiativen, Vereinen, Parteien und Gewerkschaften organisierte Demo vor allem gegen den Bau des Atommüll-Endlagers Schacht Konrad in Salzgitter. Gleichzeitig forderten die Demonstranten eine zügige Räumung des Atommülllagers Asse (Landkreis Wolfenbüttel). Das ehemalige Eisenerzbergwerk Konrad wird derzeit zum Bundesendlager für schwach und mittelradioaktiven Atommüll ausgebaut:

    NDR

    Bisher wehrten sich Demonstranten ausschließlich gegen weiteren Atomstrom. Doch jetzt fordern Klimaaktivisten in München genau das Gegenteil: Die Rückkehr zur Kernenergie Sie berufen sich dabei auf Berechnungen des Weltklimarats. Wie die Welt berichtet, ist auf dem Münchner Marienplatz eine Versammlung von mehreren hundert Menschen zum „Nuclear Pride Fest“ geplant worden. Ihr Ziel: die Rückkehr zur Kernenergie. Organisiert werde die Veranstaltung in der Münchner Innenstadt vom US-Amerikaner Michael Shellenberger, Präsident des Instituts Environmental Progress und Gastautor der in den größten US-Zeitschriften. Mit seinem Fest in Deutschland will der Aktivist nun „auf die Tatsache hinweisen, dass, wann immer ein Atomkraftwerk geschlossen wird, es meistens durch fossile Energie ersetzt wird, weil Wind und Sonne so unzuverlässig sind“:

    WeLT

    Die Süddeutsche Zeitung liefert die Nachberichterstattung zum „Nuclear Pride Fest“:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

  • Presseschau vom 12.10.2018

    Wir begrüßen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal mit lesenswerten Beiträgen zu Krümmel, allgemeinen Rückbauthemen, Entwicklungen in Frankreich und ein Update zum Ausbau des Energiestandorts Brunsbüttel durch das geplante LNG-Terminal.

    Ratsherr Sven Minge und Marcus Worm, Sprecher der Kreis-Grünen, haben sich zum Rückbau des Kernkraftwerk Krümmel und zu einem möglichen Laufwasserkraftwerk ausgetauscht. Erst kürzlich habe laut der Lauenburger Online-Zeitung die Stadt Geesthacht eine Stellungnahme zum geplanten Rückbau des Atomkraftwerkes im Fachausschuss einvernehmlich abgestimmt, zuletzt gab es allerdings parteiübergreifend Zweifel an einer möglichen neuen Baustraße zwischen Krümmel und Wiershop. Die Deponie in der Gemeinde Wiershop sei derzeit der Favorit als Empfänger für den gesamten Bauschutt des Kernkraftwerkes, der im Rahmen des Rückbaus anfällt. Das abschließende Rückbau-Konzept sei bisher offen:

    LOZ.NEWS

    Am Beispiel des KKW Unterweser hängt der Tagesspiegel seinen umfangreichen Beitrag zum Rückbau der Kernkraftwerke in Deutschland auf. Der Beitrag lässt am Rückbau Beteiligte, Kernkraftgegner und Politiker ausführlich zu Wort kommen und beschäftigt sich auch mit der nun anstehenden Inbetriebnahme der Zwischenlager an den rückzubauenden Standorten:

    DER TAGESSPIEGEL

    Sichtbare Fortschritte beim Rückbau des KKW Unterweser macht NWZ Online unter Berufung auf am Rückbau beteiligte Mitarbeiter aus. Nach der am 5. Februar erteilten ersten Stilllegungs- und Rückbaugenehmigung hätten am 19. Februar die Arbeiten begonnen. Ein Schwerpunkt für die Maßnahmen in diesem und im kommenden Jahr bilden die Demontagearbeiten im Ringraum des Kontrollbereiches, um Platz für die Pufferlagerung und den späteren Aufbau des Reststoffbehandlungszentrums zu schaffen, berichtete der Kraftwerkleiter. Zudem sollen dann vorbereitende Arbeiten für die Demontage und Zerlegung der Reaktorkerneinbauten stattfinden. Derzeit seien im KKU neben dem eigenen, rund 180-köpfigen Personal mehr als 180 Mitarbeiter von Fremdfirmen tätig. Diese Zahl werde in den nächsten zweieinhalb Jahren auf 250 anwachsen und in den folgenden zehn Jahren Bestand haben. Für den KKU-Rückbau seien 12 bis 14 Jahre veranschlagt:

    NWZ ONLINE

    Die französische Regierung denkt darüber nach, die Stilllegung des Altmeilers Fessenheim von der Inbetriebnahme des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Flamanville zu entkoppeln. Durch ständige Verzögerungen wegen Problemen beim Bau wird auch die Stilllegung des nahe der deutschen Grenze gelegenen Kernkraftwerks Fessenheim immer weiter aufgeschoben – trotz zahlreicher Forderungen, auch aus Deutschland, dieses älteste französische Kernkraftwerk abzuschalten. Bisher habe der Betreiber EDF, an dem der französische Staat 80 % der Anteile hält, die Stilllegung Fessenheims daran gekoppelt, dass der EPR in Betrieb genommen wird. Nun hat der zuständige neue französische Umweltminister Francois de Rugy angekündigt, Fessenheim werde bis spätestens 2022 vom Netz gehen. Energie und Mangement berichtet:

    ENERGIE & MANAGEMENT

    Trotz des baldigen Ausstiegs aus der Kernenergie steigen die Investitionen des Bundes in atomare Kraftwerke immer weiter an. Dabei hatte die Koalition eine Beendigung der Beteiligung, insbesondere in ausländische AKWs, versprochen. 120 Millionen Euro machen die Beteiligungen staatlicher Pensionsfonds an ausländischen Atomkraftwerken laut eines Berichts von Energiezukunft inzwischen aus, mit steigender Tendenz:

    ENERGIEZUKUNFT.EU

    Am Energiestandort Brunsbüttel könnte Deutschlands erstes Terminal für Flüssigerdgas LNG (Liquified Natural Gas) entstehen. Jetzt stellten die Investoren des Projekts den aktuellen Stand ihrer Pläne der Brunsbüttler Ratsversammlung vor. Deutschland hat derzeit noch kein Terminal, an dem die riesigen Tanker anlegen können. Neben Brunsbüttel bemühen sich auch Wilhelmshaven und Stade in Niedersachsen darum, das Terminal zu bekommen. 2022 könnte das Terminal fertiggestellt werden. Der NDR berichtet:

    NDR

  • Presseschau vom 28.09.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch befassen sich nahezu alle Veröffentlichungen mit dem Rückbau – drei Beiträge zu Biblis, die unterschiedliche Facetten beleuchten. Abgerundet werden die Beiträge mit einem Bericht aus München, wo die Stadtwerke ihr Engagement im KKW Isar 2 um zweieinhalb Jahre verlängern, und zum Schluss noch eine faszinierende Veröffentlichung aus dem Bereich Physik.

    Seit einem Jahr läuft im abgeschalteten Kernkraftwerk in Biblis der Rückbau. Beim inzwischen 71. Kraftwerksgespräch mit geladenen Gästen berichtete der Kraftwerksleiter Horst Kemmeter nun über den Fortschritt der umfangreichen Arbeiten innerhalb des Geländes. Gerade seien die letzten Brennelemente aus Block B entfernt und per Castor aus dem Reaktorgebäude verbracht worden. Der Mannheimer Morgen zitiert den Kraftwerksleiter zur voraussichtlichen dauer des Rückbaus: 15 Jahre seien für den Rückbau des Werks realistisch (Bezahlinhalt):

    MANNHEIMER MORGEN

    Auch die Lampertheimer Zeitung berichtet von der mit ca. 100 Personen gut besuchten Informationsveranstaltung in Biblis.
    Im Zwischenlager stünden inzwischen 101 Castoren. In der Halle sei Platz für 135. Das Ausschleusen von insgesamt 52 Behältern in den vergangenen drei Jahren nannte der Kraftwerksdirektor eine Erfolgsgeschichte. Jeder Castor wiege 130 Tonnen. Dass das Ausräumen des Blocks B ohne Arbeitsunfall und störungsfrei verlaufen ist, sei „ein Verdienst der Mitarbeiter“:

    LAMPERTHEIMER ZEITUNG

    Auch Echo Online beschäftigt sich mit Biblis und richtet den Augenmerk seines Beitrags auf das dort nun entstehende Zwischenlager. Sämtliche Zwischenlager der deutschen Atomkraftwerke wurden mittlerweile verstaatlicht. Im Gegenzug haben die Kraftwerksbetreiber 24,1 Milliarden Euro, die sie an Rückstellungen gebildet hatten, in einen Fonds eingezahlt. So kann das Zwischenlager in Biblis, in dem die 101 Castoren stehen, vom 1. Januar an von der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung mbH (BGZ) betrieben werden. Das weitere Zwischenlager, das im Bau ist, soll zum 1. Januar 2020 der BGZ übertragen werden. Die Belegschaft am Standort Biblis wurde zum 1. Juli neu organisiert. Mittlerweile arbeiten 300 Menschen auf dem Kraftwerksgelände. Als das Atomkraftwerk noch Strom produzierte, waren es bis zu 1000:

    ECHO ONLINE

    Aufgrund ihrer Dimensionen zähle die Demontage der beiden 23 Meter hohen Dampferzeuger zu den bedeutenden Rückbauschritten am ehemaligen Kernkraftwerk (KKW) Mülheim-Kärlich. Die Dampferzeuger gehörten zum Primärkreislauf und damit zu den am höchsten radioaktiv belasteten Anlagenteilen. Wie die Rhein-Zeitung unter Berufung auf einen Sprecherin von RWE jetzt berichtet, steht die Demontage nun unmittelbar bevor (Bezahlinhalt):

    RHEIN ZEITUNG

    Der seit kurzem weithin sichtbare Abriss des Kühlturms beim Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich nahe Koblenz könnte sich nach einem Bericht des Focus noch länger hinziehen. Trotz mehrerer Verzögerungen beim spiralförmigen Rückbau der Turmmauer mit einem Spezialgerät von oben hatte der Betreiber RWE bislang stets betont, bis Ende 2018 damit fertig sein zu wollen. Nun zitiert Focus eine Sprecherin: „Nach der aufwendigen Entfernung des oberen Umfassungsrings mit einem zusätzlichen Gerät sind wir immer noch bei der ersten Runde. Aber das wird sich mit immer mehr Erfahrung einschwingen.“ Allerdings könnten Herbstwinde den Zeitplan weiter verzögern, hier ständen Sicherheitsaspekte im Vordergrund. Die Sprecherin erinnerte daran, dass das Spezialgerät, ein umgebauter Bagger, ein Prototyp für eine neuartige Abbruchmethode sei, bei der wiederholt etwas verbessert werde. Bei einem ganz neuen Verfahren seie dies „learning by doing.“:

    FOCUS ONLINE

    Die Rhein-Neckar-Zeitung beschäftigt sich anlässlich des Rückbaus des seit 2005 stillgelegten KKW Obrigheim auch mit dessen Geschichte und erinnert in einem ausführlichen Beitrag an dessen Inbetriebnahme vor 50 Jahren. Danach habe das Werk für 36 Betriebsjahre die Gemeinde und die Region geprägt, so das Blatt:

    RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Ab sofort werden die Pläne zum Rückbau des KKW Phillipsburg öffentlich erörtert. Vorab seien laut des lokalen Senders Baden-TV rund 1.000 Einwendungen zu den Plänen beim Umweltministerium des Landes eingegangen. Ein Teil dieser Einwendungen werde nun mündlich besprochen. Fragen zu möglichen Wechselwirkungen mit weiteren Vorhaben am Standort, zur Strahlenschutzüberwachung des Gebiets rund um das AKW und zur Finanzierung des Abbaus seien nur einige Beispiele für die Einwendungen von Bürgern und Verbänden. Laut den Bestimmungen der atomrechtlichen Verfahrensverordnung müssen die Einwendungen mündlich besprochen werden. Die Einwendungen würden im Anschluss an die Besprechung bewertet und die Ergebnisse dieser Bewertung gegebenenfalls in das Genehmigungsverfahren einfließen.  Die EnBW als Betreiber des Kraftwerks wird den Block 2 Ende 2019 stilllegen:

    BADEN TV

    Die Stadtwerke München (SWM) dürfen sich Produktionsrechte für Strom aus Kernkraft kaufen, mit denen sie das Kernkraftwerk Isar 2 zweieinhalb Jahre länger betreiben können als bisher erlaubt. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung. Hintergrund seien primär wirtschaftliche Gründe: Der Mehrheitseigner Eon, dem über eine Tochter drei Viertel des Kernkraftwerks gehören, würde für sich die Rechte in jedem Fall erwerben. Den SWM, die das restliche Viertel besitzen, blieben zwei Optionen: Die Betriebskosten weiterzahlen, wozu sie vertraglich verpflichtet wären, und die Gewinne beim Energiekonzern belassen, oder aber weiter als Gesellschafter am Ertrag partizipieren:

    SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Möglichst genau zu wissen, welche Radio­nuklide in welcher Menge in Anlagen­teilen vorhanden sind, ist für viele Aspekte der Still­legung und des Rückbaus besonders wichtig – etwa für die Planung des Strahlen­schutzes oder die Wahl geeigneter Methoden für die Dekon­tamination von Kompo­nenten. Das Portal Pro Physik berichtet dazu von einer aktuell untersuchten neuen Messmethode: Forscher der Gesell­schaft für Anlagen- und Reaktor­sicherheit (GRS) hätten es sich zum Ziel gesetzt, das radio­aktive Inventar von akti­viertem Beton mit einer der genauesten Methode zu untersuchen, die derzeit zur Bestimmung kleinster Stoff­mengen zur Verfügung stehe. In einem Forschungs­projekt nutzen die Fachleute dazu gemeinsam mit Wissen­schaftlern der Abteilung Nuklear­chemie und des Instituts für Kernphysik der Univer­sität zu Köln die Beschleuniger-Massen­spektrometrie – kurz AMS, accelerator mass spectro­metry. Dabei werde die Substanz einer Messprobe zunächst in einen Ionen­strahl umgewandelt. Aus diesem Strahl werden dann in einem ersten Massen­spektrometer die Ionen abgetrennt, die dieselbe Masse aufweisen wie das gesuchte Radionuklid. Bei den danach verbleibenden Ionen könne es sich aber sowohl um einzelne Atome als auch um ionisierte Moleküle mit derselben Masse handeln. Der Beschleu­niger sorge dann dafür, dass alle Molekül­verbindungen zerstört werden, so dass nur noch ein Strahl aus einzelnen ionisierten Atomen übrig bleibe. Dieser Strahl wird dann in einem zweiten Massen­spektrometer erneut anhand der Masse gefiltert, so dass am Ende nur die gesuchten Nuklide in einem Detektor gezählt werden. Mit der AMS ließe sich ein einzelnes Radionuklid in einer Menge von bis zu zehn Billiarden anderen, nicht radio­aktiven Nukliden aufspüren, so der informative Beitrag:

    PRO-PHYSIK.DE

  • Presseschau vom 14.09.2018

    Herzlich willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal mit Berichten über den Baubeginn in Brunsbüttel, dazu ein Hinweis auf eine Krümmel-Veranstaltung und ein Beitrag zu einem neuen Messverfahren für Radioaktivität. Abgerundet wurde die Auswahl mit einigen international orientierten Beiträgen und zum Abschluss zum Rückbau von Windanlagen.

    Auf dem Gelände des KKW Brunsbüttel haben die Bauarbeiten für ein weiteres Zwischenlager begonnen. Alte Bauteile aus dem Rückbau des KKW, die schwach- und mittelradioaktiv strahlen, sollen künftig in diesem neuen Zwischenlager eingelagert werden. Das Zwischenlager am KKW Brunsbüttel solle in zwei Jahren in Betrieb genommen werden, so der NDR in seinem Bericht. Beim Bau müsse das Prinzip Sicherheit vor Schnelligkeit an erster Stelle stehen, zitiert der Sender den Leiter der Atomaufsicht im Umweltministerium Dr. Dr. Jan Leonhard Backmann. Außerdem müsse die Öffentlichkeit über den gesamten Rückbau-Prozess informiert werden: „Wir halten Bürgerbeteiligung für sehr wichtig.“ So hätten bisher Besichtigungen stattgefunden, außerdem sei die Freimesseinrichtung in der Anlage demonstriert worden. In dem neuen Lager in Brunsbüttel solle der Müll voraussichtlich bis 2027 gelagert werden. Dann sei voraussichtlich das bundesweite Endlager im niedersächsischen Schacht Konrad bei Salzgitter fertig:

    NDR

    Der NDR berichtet auch in einem Fernsehbeitrag zum Bau des neuen Zwischenlagers und lässt den Leiter des Werks im Interview zu Wort kommen. Beispielhafte Bilder vom Rückbau des KKW Unterweser erläutern die nun auch in Brunsbüttel anstehenden Arbeiten:

    NDR

    Auf eine Diskussionsveranstaltung zu möglichen Problemen und Risiken beim Rückbau des KKW Krümmel weist die Bergedorfer Zeitung hin. Vertreter zweier Initiativen haben zu der offenen Veranstaltung am 18. September geladen:

    BERGEDORFER ZEITUNG

    Von einer neuen Messmethode für radioaktive Abfälle berichtet das Wissensmagazin Scinexx. Dieses neue Messverfahren könnte demnach künftig das Aufspüren von Radionukliden in Bauteilen von stillgelegten Atomkraftwerken erleichtern, da aktuell die Kontamination von Beton oder Graphit nur schwer direkt und präzise messbar sei. Die sogenannte Beschleuniger-Massenspektronomie (AMS) solle dies nun verbessern. Erste Tests sprächen dafür, dass diese Methode die Art und Menge der radioaktiven Isotope im KKW-Bauschutt genauer und zuverlässiger bestimmen kann als bisher:

    SCINEXX

    Besorgt blickt der Münchener Merkur über die tschechische Grenze. im umstrittenen tschechischen Kernkraftwerk Temelin sei es bei Reinigungsarbeiten zu einem Zwischenfall gekommen.Statt in einem Sammelbehälter hätten Arbeiter am vorigen Freitag schwach radioaktives Wasser in ein Kanalnetz geleitet, teilte ein KKW-Sprecher mit. Die Flüssigkeit in einem Volumen von 12 Kubikmetern sei in einem Auffangbecken der internen Kläranlage gelandet. Umweltschützer kritisieren das KKW in Temelin, das rund 60 Kilometer von der Grenze zu Bayern entfernt liegt, seit Jahren als störanfällig und gefährlich. Besonders stört sie die Kombination aus US-amerikanischer Leit- und russischer Reaktortechnik:

    MERKUR.DE

    Der Schweitzer RF berichtet aus der Perspektive des Nachbarlandes: Es dauere aktuell überall auf der Welt länger und koste mehr als ursprünglich gedacht, Kernkraftwerke zurückzubauen. Zu diesem Schluss komme ein neuester Statusbericht zur globalen Kernkraftindustrie. Technische, vor allem aber auch finanzielle Probleme könnten Rückbauprojekte verzögern. Die Schweiz, die im kommenden Jahr mit Mühlberg das erste Kernkraftwerk stilllegt, sei aber grundsätzlich gut vorbereitet:

    SRF

    Zum selben „World Nuclear Industry Status Report“ berichtet die deutsche Welle. Weltweit gehe die Nachfrage nach Kernkraft demnach grundsätzlich zurück; es seien im letzten Jahr nur wenige neue Reaktoren in Betrieb genommen worden. Weiterer Befürworter der Kernkraft sei primär China, aber auch einige Länder, bei denen vor allem die militärische Nutzung der Kernkraft im Vordergrund der Planungen stehe:

    DEUTSCHE WELLE

    2015 bis 2017 sind laut eines Berichts des Branchendienstes Solarify nach Angaben der Bundesregierung Windenergieanlagen mit insgesamt 937 Megawatt zurück gebaut worden.Die Gründe dafür seien nicht bekannt, heiße es in der Antwort der Regierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion. Auch Zahlen über Havarien von Windenergieanlagen lägen nicht vor, die Bundesregierung verweist dazu auf die Zuständigkeit der Länder bezüglich der Überwachung solcher Anlagen. Bisherige Untersuchungen gingen davon aus, dass eine Windenergieanlage zu bis zu 90 Prozent recycelt werden könne. Derzeit untersuche das Umweltbundesamt den Angaben zufolge, ob sich diese Quote dank neuer Verfahren und Anpassungen im Produktionsprozess erhöht habe. Ergebnisse sollen bis Mitte 2019 vorliegen:

    SOLARIFY

     

  • Presseschau vom 31.08.2018

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau: Diese Woche ein relevanter Themenmix mit einigen lokalen Beiträgen – und mit Neuem zu den schwimmenden russischen Meilern.

    Ein weiterer Schritt  auf dem Weg zum Rückbau des Kernkraftwerkes Brunsbüttel ist gemacht: Im September beginnt der Bau des Lagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (Lasma). Boyens Medien berichten (Bezahlinhalt):

    BOYENS MEDIEN

    Einst war das Kernkraftwerk Krümmel Geesthachts größter Steuerzahler. Heute stelle der Rückbau für die Stadt aber eine Herausforderung dar: Denn der Antrag für den Rückbau des Kraftwerks laufe zwar, zu Umgang und Verbleib des radioaktiven Mülls, der in und am Gebäude lagert, seien aber noch viele Fragen offen. Selbst wenn der Bund sein Ziel erreicht und bis 2050 ein Endlager in Betrieb nähme, was Experten für illusorisch halten, müssen in Krümmel vier Jahre überbrückt werden. Das dortige Zwischenlager sei nur bis 2046 genehmigt. „Es gibt darum für uns Geesthachter viele Gründe, in der Diskussion möglichst großen Einfluss zu nehmen. Für mich ist ganz klar: Es darf in Krümmel kein Endlager geben“, betont Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) in einem Beitrag der Bergedorfer Zeitung (Bezahlinhalt):

    BERGEDORFER ZEITUNG

    Beim geplanten Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel müssen die Anwohner in den angrenzenden Kommunen „keine radioaktive Belastung befürchten“. Das erklärte Kernkraftwerks-Leiter Torsten Fricke gegenüber der Kreiszeitung Wochenblatt. Anlass war ein Infoabend über das Rückbau-Vorhaben, zu dem die Landkreise Harburg und Lüneburg nach Marschacht eingeladen hatten. 
    Das Kraftwerk wurde 2011 stillgelegt, der Betreiber Vattenfall hat beim Land Schleswig-Holstein den Rückbau beantragt. „Die natürliche Strahlung, der wir täglich ausgesetzt sind, ist deutlich höher als die Strahlung der Stoffe, die das Kernkraftwerk verlassen“, so Torsten Fricke in dem Beitrag. Die Dauer des Rückbaus hänge auch von eventuellen juristischen Einsprüchen ab. „Zurzeit läuft das öffentliche Beteiligungsverfahren zum Abbau des Kraftwerks. Ob es Einwände oder Klagen geben wird, können wir noch nicht sagen“, erläuterte Fricke ein. Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist Voraussetzung für eine Genehmigung durch das schleswig-holsteinische Landesministerium:

    KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    In einem Meinungsbeitrag beschäftigen sich die Kieler Nachrichten mit den Rückbauvorhaben in Schleswig-Holstein. Der Autor kritisiert dabei die GRÜNEN im Land, die nach seiner Auffassung von der ersten Stunde an alle amtlichen Strahlungs-Grenzwerte bezweifelt und damit genau die Skepsis geschürt hätten, die Anwohner von Deponien heute „auf die Barrikaden“ treiben würden. Das Fazit des Beitrags: Der Ausstieg aus der Atomkraft sei zwar alternativlos, werde aber deutlich langwieriger, komplizierter und wohl auch teurer als der Einstieg in die Kernkraft:

    KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Der Energieversorger Vattenfall, u.a. Betreiber der stillgelegten Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel, wirbt aktuell mit einer Kampagne für den Abschied von der Nutzung fossiler Energien. Das Inforadio des Senders Berlin Brandenburg widmet sich dem Thema mit einem Schwerpunkt auf den Standort Berlin und erläutert die Planungen und Herausforderungen:

    INFORADIO

    Das Kernkraftwerk Mühleberg ist laut eines Berichts des Portals Finanztrends für die Jahresrevision vom Netz genommen worden. Es sei die letzte Jahresrevision im 46-jährigen Kernkraftwerk, bevor dieses Ende 2019 abgestellt werde. Wie die Betreiberin BKW mitteilte, werde das Kernkraftwerk nach der Jahresrevision einen fünfzehnmonatigen Betriebszyklus aufnehmen. Definitiv vom Netz genommen wird das AKW Mühleberg am 20. Dezember 2019:

    FINANZTRENDS.INFO

    Aus Mülheim-Kärlich und Grundremmingen berichtet die Augsburger Allgemeine. Bei beiden werken seien die Kühltürme für die Region prägende Bauwerke, die vielen Anwohnern als Markierung gedient hätten und nun verschwinden. Jetzt würde der Abriss auch mit einer gewissen Wehmut betrachtet. Der Artikel schildert zudem ausführlich Status und nächste Schritte der Rückbauprozesse:

    AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Mit den Schwierigkeiten der Energiewende beschäftigt sich die Süddeutsche Zeitung. Um einen hohen Anteil von Erneuerbaren Energien im Strommix zu erreichen, müssten demnach insbesondere die Netze entsprechend gerüstet sein. Doch der Netzausbau stocke. Damit geriete auch der Ausbau der Erneuerbaren in Gefahr. Vorhandene Netze könnten jedoch schon jetzt mehr Strom transportieren. Dazu sei es etwa nötig, die Temperatur der Leitungen besser zu kontrollieren:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Mit schwimmenden Mini-Kernkraftwerken beschäftigt sich der Branchendienst Heise.
    Seit Jahrzehnten trieben kleine Kernreaktoren in Flugzeugträgern, Eisbrechern und U-Booten durch die Weltmeere. Die gleiche Technologie lege nun die Basis für schwimmende Kernkraftwerke, die entlegene Regionen mit Strom versorgen sollen. Vorreiter dieser Nuklear-Renaissance im kleinen Maßstab sei die russische Atomenergie-Agentur Rosatom. Sie weihte jetzt ihren Prototyp „Akademik Lomonossow“ im Hafen von Murmansk ein. Auf dem 144 Meter langen und 30 Meter breiten Ponton ohne eigenen Antrieb finden zwei Reaktoren mit jeweils 35 Megawatt elektrischer Leistung Platz. Das reiche rechnerisch aus, um eine Stadt mit 200.000 Einwohnern mit Strom zu versorgen. Zusätzlich wird die thermische Leistung der beiden Reaktoren auf etwa 150 Megawatt taxiert:

    HEISE ONLINE

     

  • Presseschau vom 17.08.2018

    Mit „hohen Erwartungen“, so die Landeszeitung Lüneburg, seien rund 50 Bürger zum zweiten Informationsforum zum Rückbau des Kernkraftwerkes Krümmel gekommen. Experten des Kraftwerkes, eines Öko-Institutes und der Gesellschaft für Zwischenlagerung beziehungsweise des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit referierten über die Abfälle beim Rückbau und deren Entsorgung. Die Ausführungen der Referenten seien dabei nicht von allen Teilnehmern vollständig verstanden worden, berichtet das Blatt. Das erforderliche physikalische Fachwissen habe einigen Teilnehmern gefehlt. Die Themen Zwischen- und Endlagerung seien jedoch von allen Teilnehmern verstanden und gut aufgenommen worden:

    Wegen der anhaltenden Hitze haben einzelne Kernkraftwerke in Deutschland ihre Leistung heruntergefahren. Beim Kernkraftwerk Philippsburg in Baden-Württemberg wurde die Leistung um bis zu 10 Prozent verringert, wie der Versorger EnBW mitteilte. Dadurch solle der Anstieg der Wassertemperatur im Rhein durch das eingeleitete Kühlwasser begrenzt werden.
    In Norddeutschland produzieren die Kernkraftwerke Grohnde und Brokdorf nach Angaben des Betreibers PreussenElektra wegen der leicht erhöhten Gewässertemperaturen etwas weniger als üblich. Dies habe in Grohnde zu einer um 80 bis 120 Megawatt geringeren Stromproduktion geführt, in Brokdorf sei die Einschränkung geringer gewesen. Die Reduzierung der Stromproduktion wegen der etwas höheren Gewässertemperaturen sei ein ganz normaler Effekt, erläutern die Kieler Nachrichten:

    Eine Ausnahme bei hitzebedingten Drosselungen habe laut des Branchendienstes B4 Schwaben das KKW Grundremmingen gemacht. Nach Angaben des Betreibers habe die Hitze keine Auswirkungen auf den Betrieb des Kernkraftwerks Gundremmingen gehabt. Das Blatt zitiert ein Sprecherin: „Wir befinden uns in Gundremmingen in der glücklichen geographischen Lage, dass wir unser Wasser aus dem Oberlauf der Donau beziehen können – ein sehr wasserreicher Flussabschnitt. Hinzu kommen die Zuflüsse aus der Iller mit kühlem Gebirgswasser. Bei Hitze geht der Wirkungsgrad aller Kraftwerke grundsätzlich etwas zurück, was aber keine technischen Auswirkungen hat. Dieser etwas schlechtere Wirkungsgrad bezieht sich lediglich auf die Strommenge, die produziert werden kann. Die Verluste liegen hier aber auch im geringen Bereich. Nachts steigt der Wirkungsgrad automatisch wieder an.“ Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen seien nicht erforderlich gewesen:

    Die Energiewende hat enorme Folgen für das Stromnetz, das an seine Kapazitätsgrenze zu kommen droht. Denn der Windstrom muss von den Küsten in die großen Industriezentren im Süden und Südwesten transportiert werden. Dafür sind Tausende Kilometer neuer Stromleitungen nötig. Nach aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur seien von erforderlichen 7.700 Kilometern beim Netzausbau im Zuge der Energiewende derzeit 1.750 Kilometer genehmigt und nur 950 realisiert. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wolle den Ausbau der Stromnetze in Deutschland nun deutlich beschleunigen und damit eine „sichere und bezahlbare Energiewende“ gewährleisten. Dafür stellte Altmaier einen Plan vor, der einerseits die bestehenden Netze verbessern und andererseits das Ausbautempo erhöhen soll. Die ZEIT berichtet, dass es gegen diese Pläne aber auch zahlreiche Widerstände gäbe:

    Als „katastrophal in Verzug“ beschreibt das Handelsblatt den Status des Netzausbaus. Der nun vorgelegte „Aktionsplan Stromnetz“ sei allerdings nicht wirklich neu, so das Blatt. Auch das für dieses Jahr geplante Netzausbaubeschleunigungsgesetz spiegele lediglich eine bereits gelebte Praxis wider:

    Der scheidende Umweltminister Schleswig-Holsteins Dr. Robert Habeck nimmt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk ausführlich Stellung zum Netzausbau. Dieser sei unbedingt notwendig, aber auch erklärungsbedürftig. Man könne nicht schönreden, so Habeck, dass der Bau von Stromnetzen ein großer Eingriff in die Natur sei. Aber diese Leistung müsse man erbringen, wenn man ein hochenergetisches und hochindustrielles Land sein wolle:

    Zwei Jahre nach ihrer Gründung steht die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) vor einem personellen Neuanfang. Die Gründungsgeschäftsführerin, die CDU-Politikerin Ursula Heinen-Esser, sei bereits im Mai als Umweltministerin nach Nordrhein-Westfalen gewechselt, so die taz in ihrem Beitrag. Nun verlasse auch ihr früherer Stellvertreter Ewold Seeba, der das bundeseigene Unternehmen zuletzt kommissarisch geleitet hatte, die Bundesgesellschaft. Er leite künftig die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung; diese Aufgabe hat bisher Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth mit erledigt. Der neue BGE-Chef Stefan Studt habe mit Endlagern aber bisher wenig zu tun gehabt. Das sei lediglich ein „Versorgungsposten“, vermutet das Blatt unter Bezug auf diverse Kritiker:

    In Salzgitter-Bleckenstedt entsteht rund 1000 Meter unter der Erdoberfläche derzeit für etwa 4,2 Milliarden Euro ein Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle wie etwa Handschuhe und Kleidung oder auch Anlagen, die keiner unmittelbaren radioaktiven Strahlung ausgesetzt waren. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat sich ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten gemacht, die Fertigstellung ist für das Jahr 2027 geplant. Der Minister ist für das Bundesprojekt zwar nicht zuständig, erklärte aber im Anschluss die volle Unterstützung seitens des Landes Niedersachsen. Das Konzept sei durchdacht, und er sei davon überzeugt, dass die Sicherheit hier an erster Stelle stehe – sowohl jetzt beim Bau des Endlagers als auch später bei der Einlagerung des radioaktiv belasteten Materials. Die NWZ hat den Bericht:

  • Presseschau vom 06.08.2018

    Wir begrüßen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal mit verschiedenen Beiträgen zur Energiewende und Spannendes zum Netzausbau sowie Blicke nach Frankreich, Südafrika und Russland.

    Das Stormaner Tageblatt informiert in einem kurzen Bericht, dass die Unterlagen zum Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel nun in Geesthacht, Kiel und online einsehbar sind. Neben den Rückbauunterlagen könne man sich nun auch über den geplanten Neubau eines Lagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle informieren. Ende des Jahres sei ein Erörterungstermin geplant:

    SHZ.DE

    Fortschritt bei der Endlager-Problematik: die Entscheidung über einen Deponiestandort für die freigemessenen Abfälle aus dem geplanten Abriss der Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein steht für die zweite Hälfte des nächsten Jahres an, wie Energieminister Robert Habeck (GRÜNE) in Kiel bekannt gab. Nachdem der von ihm angestoßene Dialogprozess mit Gemeinden im Norden gescheitert sei, würden nun sieben Sachverständige die in Frage kommenden Deponien prüfen. Die Welt berichtet:

    WELT

    Der Rekord-Sommer 2018 hat enorme Auswirkungen auf die Energiebranche. Der deutsche Stromverbrauch sei durch Klimageräte und andere Kühlgeräte wie Gefriertruhen fast so hoch wie im Winter, weiß die Saarbrücker Zeitung. Zugleich mache die Hitze vielen Versorgern zu schaffen – Photovoltaik-Anlagen hätten einen geringeren Wirkungsgrad, dem Windstrom fehle der Wind, Kernkraftwerke hätten Probleme mit Kühlwasser aus Gewässern:

    SAARBRÜCKER ZEITUNG

    Diskussion Energiewende: das Physikportal pro-physik.de berichtet von einem neuen Rechnersystem, das die Simulation der Lastflüsse im Stromnetz beschleunige. Zusammen mit Übertragungsnetzbetreiber Tennet haben Experten des Jülich Supercomputing Centre JSC ein Computersystem entwickelt, das dazu beitragen solle, unser Stromnetz an die Anforderungen durch die Energiewende anzupassen. Tennet setze umfangreiche Simulationswerkzeuge ein, um den Bau und die Dimensionierung neuer Stromleitungen zu planen. Durch das neue System bliebe mehr Zeit, Berechnungsergebnisse weiter zu analysieren und weitere Erkenntnisse zu erhalten, so Stefan Schuh von Tennet:

    PRO-PHYSIK.DE

    Das Portal energiezukunft.eu beleuchtet den geplanten Netzausbau aus einem anderen Blickwinkel: ein Teil des Ausbaus könne vermieden werden, indem zukünftig ein stärkerer Fokus auf den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien gelegt werde. Hierfür sei aber ein starker Zubau von Wind- und Solar-Anlagen nahe den Städten nötig. Zurzeit sei aber keine sachgerechte Netzplanung möglich, da weder der Kohleausstieg noch ein fester Ausbauplan für die Erneuerbaren Energien vorläge. Experten des Öko-Instituts e.V. schlagen daher mögliche nächste Schritte vor:

    ENERGIEZUKUNFT.EU

    Das umstrittene Kernkraftwerk Fessenheim nahe der deutschen Grenze könne laut Süddeutsche Zeitung länger am Netz bleiben als geplant. Grund hierfür sei die Verzögerung der Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks in Flamanville am Ärmelkanal. Aus Baden-Württemberg sei Kritik zu hören:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Südafrika wolle nun doch keine weiteren russischen Kernkraftwerke mehr kaufen, so Präsident Cyril Ramaphosa. Sein Vorgänger Jacob Zuma hatte eine strategische Partnerschaft mit Russlands staatlichem Atomunternehmen Rosatom angebahnt – momentan könne man sich den Ausbau aber nicht leisten und müsse sich um dringendere Bedürfnisse der Bevölkerung kümmern:

    FOCUS MONEY ONLINE

    Zum Schluss ein erneuter Blick nach Russland: vor einigen Wochen wurde hier das erste schwimmende Kernkraftwerk der Welt im Hafen von St. Petersburg eingeweiht. Aufgrund von Bürgerprotesten seien die zwei Reaktoren aber vorerst nicht in Betrieb genommen worden – nun habe das Schiff den Weg von St. Petersburg nach Murmansk zurückgelegt und werde mit Brennstoff beladen. Ingenieur.de berichtet:

    INGENIEUR.DE

     

  • Presseschau vom 20.07.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal haben sich verschiedenste Medien mit Rückbauthemen wie zum Beispiel dem Bau einer Lagerhalle für schwachradioaktives Material am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld oder dem Start des öffentlichen Beteiligungsverfahrens für den geplanten Rückbau des KKK beschäftigt, dazu Kritisches vom Deutschlandfunk und eine weitere Perspektive für den Standort Brunsbüttel.

     

    Für den geplanten Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel in Geesthacht startet das Energieministerium in Kiel nun das öffentliche Beteiligungsverfahren. Ende des Jahres sei dann ein Erörterungstermin geplant, berichten die Kieler Nachrichten. Dabei wird auch das Vorhaben von Betreiber Vattenfall öffentlich bekannt gegeben, ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle zu errichten und zu betreiben. „Der Strahlenschutz steht auch bei der Stilllegung und dem Abbau eines Kernkraftwerks immer im Vordergrund“, zitiert das Blatt den Minister Dr. Robert Habeck (Grüne). Ende des Jahres sei dann ein Erörterungstermin geplant. „Durch solche Meilensteine bringen wir den Atomausstieg für jedermann sichtbar auf die Zielgerade“, so Habeck:

    KIELER NACHRICHTEN

    Auch der NDR berichtet, u.a. mit einem Radio-Beitrag, der online abrufbar ist. Dort finden auch Gegner des zu errichtenden Standortzwischenlagers zu Wort:

    NDR

    Zu einem Gespräch mit Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) kamen Vertreter der Bürgerinitiative (BI) „DepoNIE Käseburg“ und des Arbeitskreises Wesermarsch in Varel zusammen. Themen waren laut eines Berichts der NWZ u.a. die Klage gegen die Rückbaugenehmigung des KKW Unterweser und die Freimessungsregelung und das 10-Mikrosievert-Konzept. Der Minister begegnete den geäußerten Bedenken, dass verspieltes Vertrauen der Privatwirtschaft zu berechtigter Skepsis der Bevölkerung führe. Er halte es für unabdingbar, dieses durch größtmögliche Transparenz wieder zu gewinnen:

    NWZ ONLINE

    Vom ersten Spatenstich am Atomkraftwerk Grafenrheinfeld berichtet Radio Gong. Dort werde eine neue, spezielle Lagerhalle gebaut, um schwachradioaktives Material, das beim Rückbau des AKW entsteht, zeitlich begrenzt zu lagern. Die Planungen gehen von rund 3.500 Tonnen Material aus. Die Lagerhalle wird benötigt, weil es bundesweit nach wie vor kein Endlager für radioaktive Abfälle gibt. Deswegen ist auch noch völlig unklar, wie lange das radioaktive Material in dem Lager in Grafenrheinfeld bleiben wird:

    RADIO GONG

    Schon vor mehr als einem Jahr, im Februar 2017, hat der Rückbau an Block I des Gemeinschaftskernkraftwerks Neckar (GKN) in Neckarwestheim­ (Kreis Heilbronn) begonnen. Nun informiert die EnBW als Betreiberin erstmals über den Ablauf. In Kürze findet im Kernkraftwerk Philippsburg (Kreis Karlsruhe) dazu auch ein Infotag statt. Für Neckarwestheim hatte mit dem Startschuss für den Abbau nach 41 Jahren GKN das Ende des Kernenergiezeitalters begonnen. Einen Überblick zum aktuellen Stand bietet die Stuttgarter Zeitung:

    STUTTGARTER ZEITUNG

    Kritisch berichtet der Deutschlandfunk zum Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland. Während man hier aus der Kernkraft aussteige, würden in Afrika neue Uranquellen erschlossen und andernorts Kernkraftwerke weiter betrieben oder neu geplant. Der ausführliche Beitrag dokumentiert Interviews zum Thema mit Betreibern und Betroffenen im In- und Ausland:

    DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

    Neue Perspektive für den Energiestandort Brunsbüttel: Das Unternehmen Wind to Gas Energy hat im Covestro-Industriepark Brunsbüttel mit dem Bau einer Elektrolyse-Anlage zur Herstellung von Wasserstoff begonnen. Sie soll im Rahmen eines Forschungsprojekts mit Windenenergie betrieben werden und im Sommer in Betrieb gehen. Das Dithmarscher Start-up investiert dafür am Standort einen Betrag im einstelligen mittleren Millionen-Bereich:

    CHEMIETECHNIK

  • Presseschau vom 06.07.2018

    Für den 2011 beschlossenen Atomausstieg erhalten die Energiekonzerne RWE und Vattenfall eine millionenschwere Entschädigung. Der Bundestag verabschiedete eine entsprechende Gesetzesänderung und setzte damit ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts um. Die Karlsruher Richter hatten im Dezember 2016 entschieden, dass die Stromkonzerne für bereits getätigte Investitionen und für verfallene Strom-Produktionsrechte entschädigt werden müssen. Unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima hatte die damalige schwarz-gelbe Koalition beschlossen, zum Jahr 2022 aus der Atomenergie auszusteigen. Diese Entscheidung führte zur Stilllegung von acht Kernkraftwerken, für die anderen neun Kraftwerke wurde ein stufenweiser Abschaltplan vereinbart. Die Höhe der jetzt beschlossenen Entschädigung könne allerdings erst im Jahr 2023 ermittelt werden, so der SPIEGEL in seinem Bericht, da erst dann die tatsächlich nicht produzierte Strommenge und die damit entgangenen Gewinne konkret feststehen. Die Bundesregierung rechne laut Gesetzentwurf mit einem Betrag „im oberen dreistelligen Millionenbereich“:

    >> SPIEGEL

    Bündnis 90/Die Grünen, FDP und die Unabhängige Wählergemeinschaft Wesermarsch (UW) hinterfragen weiterhin kritisch die geplante Deponierung von anfallendem Bauschutt in Käseburg beim Rückbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU). Mit dem Rückbau werde eine neue Strahlenquelle geschaffen, sagte ein Sprecher der UW der NWZ. Die Annahme von radioaktiv belasteten Abfällen jedweder Art und Herkunft zur Lagerung auf der Deponie in Käseburg sei demnach auszuschließen. Die Deponie sei als Lagerstätte nicht geeignet:

    >> NWZ


    Im Bibliser Rathaus hat Kraftwerksbetreiber RWE eine neue Ausstellung zum Thema Abbau des Kernkraftwerks eröffnet. 2015 gab es die erste Ausstellung zum Thema im Bürgerzentrum. Von Anfang an sei das Unternehmen mit allen Fragen offen umgegangen, betonten Vertreter des Werks. Der Mannheimer Morgen dokumentiert:

    >> Mannheimer Morgen

    Seit 1989 liefert Block II des Kernkraftwerks Neckarwestheim – kurz GKN – Strom, mehr als elf Milliarden Kilowattstunden waren es im Jahr 2016. Das entspricht etwa der Hälfte des privaten Stromverbrauchs in Baden-Württemberg. GKN II wird Ende 2022 abgeschaltet, so wie Block I bereits im Frühjahr 2011. Inzwischen liegen dem Umweltministerium in Stuttgart die erforderlichen Unterlagen vor für das Genehmigungsverfahren zum Rückbau vor. Neben dem Antrag selbst seien das eine Kurzbeschreibung des Rückbaus, ein Sicherheitsbericht sowie die Umweltverträglichkeitsuntersuchung, die sich mit den möglichen Auswirkungen der einzelnen Schritte auf den Menschen sowie auf Tiere, Pflanzen, Boden, Luft und Wasser befasst. Die Ludwigsburger Kreiszeitung schildert die nächsten Schritte zur Genehmigung:


    >> LKZ

    Ein großer Teil der ungefähr 28.000 deutschen Windräder ist schon Ende der neunziger Jahre entstanden. Und aktuell sieht es so aus, als müsse ein Teil der Anlagen in naher Zukunft rückgebaut werden. Mit dem Auslaufen des Förderanspruchs nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz müsse laut Energieportal 24 nun nämlich entschieden werden, ob die alten Anlagen in ihrer Form weiter betrieben werden oder aber ob sie stillgelegt, zurückgebaut oder erneuert werden. Das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) schätze in einer Studie, dass bundesweit rund vier Gigawatt Anlagenleistung davon betroffen sind. In Zukunft fielen dann jährlich ungefähr 2,4 Gigawatt aus der EEG-Förderung. 

    >> Energieportal 24

    Nach einer Analyse von Ökonomen hat die deutsche Energiepolitik vier Jahre lang „keinen messbaren Fortschritt erzielt“. Auch die Kohlekommission operiere an entscheidenden Problemen vorbei, so die WELT in einem kritischen Bericht. Nach einer Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Köln) habe sich der Fortschritt der deutschen Energiewende in den vergangenen vier Jahren zum Teil deutlich verlangsamt. Demnach weiche der Stand der meisten Kennzahlen, die erreicht werden sollen, immer weiter von den Zielen ab, die sich die Regierung selbst gesteckt hatte. Zwar habe die Bundesregierung in der vergangenen Legislaturperiode Ausschreibungen für erneuerbare Energien eingeführt und damit „wichtige Wettbewerbselemente bei der Förderung erneuerbarer Energien geschaffen.“ heiße es laut WELT in der IW-Zwischenbilanz 2014–2017. „Im Gegenteil hat sich der Rückstand zu den eigenen Zielvorstellungen auf dem Weg der Energiewende weiter erhöht.“
     

     
    Die Realisierung des LNG-Terminals in Brunsbüttel geht in die nächste Phase. Im Auftrag des Projektierers hat das ein Ingenieursbüro mit den Vorbereitungen für den Genehmigungsprozess begonnen. Ziel sei es, diesen Ende 2018 zu starten, sagte ein Sprecherin von German LNG Terminal GmbH zu energate. Außerdem habe die Gesellschaft einen Antrag auf staatliche Förderung eingereicht. Das Ergebnis einer „Open Season“, die die Projektgesellschaft Anfang des Jahres durchführte, bestätige großes Marktinteresse am geplanten Import- und Small-Scale-Terminal. Das Projekt ist ein wesentlicher Faktor für die Zukunft des Energiestandorts Brunsbüttel. Der Branchendienst energate-messenger berichtet:

    >> Energate Messenger
  • Presseschau vom 22.06.2018

    Grünen-Chef und noch bis September schleswig-holsteinischer Umweltminister Dr. Robert Habeck will laut WELT die baldige Schließung norddeutscher AKW erzwingen. Sie würden „die Netze verstopfen“ und das zu Ungunsten von Solar- und Windstrom. Hätte er Erfolg, so das Blatt, drohten aus Sicht der Betreiber Versorgungsrisiken und den Verbrauchern höhere Preise. Auf Antrag Schleswig-Holsteins beschloss der Bundesrat, dass die norddeutschen Atomkraftwerke Brokdorf und Emsland keine Produktionsrechte anderer deutscher Meiler mehr übernehmen dürfen. Damit müssten beide Kernkraftwerke bereits Mitte 2020 und damit gut anderthalb Jahre vor ihrem gesetzlich festgelegten Abschalttermin vom Netz:

    • WELT

    Einen „kuriosen Fehler“ meldet das Hamburger Abendblatt aus dem KKW Brokdorf. Demnach wurden in zwei Kapiteln des gültigen Betriebshandbuchs fehlende Textpassagen festgestellt. Ergänzungen hätten zu Seitenumbrüchen geführt, wobei die betroffenen Passagen nicht auf die jeweiligen Folgeseiten übernommen wurden. Es sei dabei nicht um Handlungsanweisungen gegangen, sondern um Erläuterungen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. In einem Fall sei es um 1,5 Seiten gegangen, in dem anderen um gut drei Zeilen. Beide Kapitel seien Teil der Sicherheitsspezifikationen:

    • Abendblatt

    Eine erste große Informationsveranstaltung zur geplanten Aufnahme von Castoren aus dem britischen Sellafield im Zwischenlager am Kernkraftwerk Brokdorf hat laut eines Berichts der SHZ nicht nur zufriedene Zuhörer hinterlassen. Während die Brokdorfer Bürgermeisterin Elke Göttsche die Informationserwartungen der Gemeinde „voll erfüllt“ nannte, sieht der energiepolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Bernd Voß, einen „Rückfall in die 70er Jahre“. Daran habe ihn jedenfalls „der Informationsstil des Betreibers erinnert“. Der Politiker moniert insbesondere, dass die Frage der anschließenden Transportfähigkeit in ein Endlager offen geblieben sei:

    • SHZ

    Aus Stade berichtet der Weserkurier über den Rückbau des dortigen Kernkraftwerks. Bei einem Ortstermin informierte sich das Blatt über die Details des Rückbaus und zeigt sich beeindruckt: der betriebene Aufwand sei „kaum zu fassen“ und erläuternde Zahlen eindrucksvoll.

    • Weser-Kurier

    Ob sogenannter freigemessener Bauschutt aus dem Kernkraftwerk Unterweser (KKU) auf der Deponie Käseburg in Brake eingelagert wird, ist weiter unklar. Der Kreistag des Landkreises Wesermarsch hat die Entscheidung darüber mit einer Mehrheit von 30 zu 10 Stimmen vertagt. Er sprach sich dafür aus, das Ergebnis der Einzelfallprüfung durch das niedersächsische Umweltministerium abzuwarten. Mit dieser Prüfung werde geklärt, ob die Deponie geeignet sei, die wenig verstrahlten Materialien aufzunehmen oder nicht. Das Ergebnis soll Ende diesen Jahres vorliegen. Nord 24 hat den Bericht:

    Nord24

    Das Kernkraftwerk Emsland (KKE) ist nach Abschluss der jährlichen Anlagenrevision mit Brennelementwechsel wieder am Netz. Das teilte das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz mit. Insgesamt wurden während der gut zweiwöchigen Revision unter anderem ca. 870 wiederkehrende Prüfungen durchgeführt. Sicherheitstechnisch relevante Abweichungen seien dabei nicht aufgetreten. Während des Stillstands wurden 40 der insgesamt 193 Brennelemente gegen neue ausgetauscht und bereits eingesetzte Brennelemente inspiziert. Hierbei wurden keine Auffälligkeiten festgestellt:

    NOZ

    Betreiber und Behörden haben mit einer Übung rund um das Kernkraftwerk Fessenheim die Reaktion auf einen nuklearen Notfall geprobt. 140 Mitarbeiter des französischen Kernkraftwerks an der Grenze zu Baden-Württemberg testeten dabei das Warnsystem und setzten einen internen Notfallplan um, wie der Stromkonzern EDF laut Stuttgarter Nachrichten auf Twitter mitteilte. Auf deutscher Seite beteiligte sich das Regierungspräsidium Freiburg an der Übung, dabei stand der grenzüberschreitende Austausch von Informationen im Vordergrund:

    • Stuttgarter Nachrichten

    Mehr als 50 Mrd. Dollar zahlten Staaten und Steuerzahler laut dem Umweltportal Klimareporter seit 1991 an Öl-, Kohle- und Atomkonzerne, weil die Unternehmen sich durch Gesetze eingeschränkt sahen. Möglich sei dies durch zum Teil geheime Schiedsgerichte und die Energiecharta geworden. Öl-, Gas- und Kohlekonzerne hätten insgesamt bereits 114 Mal geklagt, etwa wegen des deutschen Atomausstiegs, Verboten neuer Ölbohrungen, Steuern auf fossile Brennstoffe und Umweltschutzmaßnahmen. Die Mehrheit der klagenden Investoren kämen aus westlichen Ländern wie Deutschland, den Niederlanden oder Großbritannien. In 61 Prozent der entschiedenen Fälle habe das Urteil den klagenden Investor begünstigt:

    • Klimareporter

  • Presseschau vom 08.06.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal mit einem Potpourri an verschiedensten Rückbauthemen, ein Beitrag zu Brokdorf und einige Berichte über juristische Auseinandersetzungen zu Rückbau und Zwischenlagern.

    (Bezahlinhalt) Im abgeschalteten Kernkraftwerk Brunsbüttel haben sich zwei technische Pannen ereignet. Beide wurden der untersten Meldestufe zugeordnet, wie die Atomaufsicht in Kiel und Betreiber Vattenfall mitteilten. Zum einen wurde eine Leckage an einer Rohrleitung festgestellt, die zu einer Umsauganlage gehört. Mit dieser würden Pulverharze, die als radioaktive Abfälle entsorgt werden müssen, aus nicht mehr geeigneten Fässern in endlagergerechte Container umgesaugt. Etwas Pulverharz sei in den Kontrollbereich ausgetreten, hieß es. Warn- oder Grenzwerte seien nicht erreicht worden. Menschen seien nicht gefährdet gewesen.
    Der zweite Vorfall betraf Brandschutzsysteme im Pumpenhaus. Dort wurden Schäden an Dübelverbindungen festgestellt. Das Hamburger Abendblatt fasst zusammen:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Um offene Fragen der Menschen zum Rückbau des KKW Krümmel und dessen rechtlichen Rahmenbedingungen in der Region zu klären, boten die Landkreise Lüneburg und Harburg ein erstes Informationsforum an. Rund 90 Gäste fanden sich im Forum des Schulzentrums Scharnebeck ein, darunter auch Lokalpolitiker und Landtagsabgeordnete. Sie wurden über das im Sommer stattfindende öffentliche Beteiligungsverfahren, das einer Genehmigung durch das Landesministerium vorausgeht, und die Hintergründe des Rückbaus informiert. FOCUS Regional fasst die Einzelheiten zusammen:

    FOCUS ONLINE

    Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck fordert wegen der stetig steigenden Ökostromproduktion eine frühere Abschaltung von Kernkraftwerken. Für das schleswig-holsteinische KKW Brokdorf habe die Bundesnetzagentur bescheinigt, dass das Kraftwerk nicht mehr systemrelevant sei, sagte Habeck in der SHZ. „Die erneuerbaren Energien und der Leitungsausbau können es ersetzen. Brokdorf früher abzuschalten, wäre nur konsequent“, sagte der noch aktuelle Energiewendeminister in Schleswig-Holstein dem Blatt. Zwar würde es wohl zu Entschädigungen kommen. Im Gegenzug würden aber weniger Schadenersatzzahlungen für Windräder anfallen, die die Betreiber erhalten, wenn ihre Anlagen wegen zu hohen Stromaufkommens zwangsweise abgeschaltet werden:

    SHZ.DE

    Die Rückbaugenehmigung für das stillgelegte Atomkraftwerk Unterweser nahe Bremerhaven sei nach Auffassung von Umweltschützern fehlerhaft, meldet der Branchendienst Heise. Das niedersächsische Umweltministerium hätte die Genehmigung wegen kontaminierten Bauschutts nicht erteilen dürfen, argumentiere die Bürgerinitiative Arbeitskreis Wesermarsch. Streitpunkt sei der künftig anfallende, leicht kontaminierte Bauschutt. Dieser Abfall sei „freigemessen“, da er den Grenzwert von 10 Mikrosievert Strahlung unterschreite und deshalb nicht mehr überwacht werden müsse. Anwohner fürchten aber um ihre Gesundheit. Der Arbeitskreis legte diese Woche eine 138 Seite dicke Begründung vor, nachdem er im März gegen die Rückbaugenehmigung geklagt hatte:

    HEISE ONLINE

    Die lange geplanten Abrissarbeiten am Kühlturm des ehemaligen Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich beginnen. Wie der Branchendienst Heise berichtet, frisst jetzt eine Spezialmaschine nach und nach die Betonhülle des in der Region weithin sichtbaren Turmes ab. Zuvor sei dies bereits getestet worden. Damit werden erstmals die 2004 angelaufenen Rückbauarbeiten von außen sichtbar. Insgesamt sollen bei dem Rückbau des Kühlturms rund 18.000 Tonnen Bauschutt anfallen und im Straßenbau oder bei der Produktion von Betonfertigteilen wiederverwertet werden. Geplant ist, den Kühlturm bis Ende des Jahres vollständig abzutragen. Der Rückbau des gesamten AKW dauert voraussichtlich bis in die zweite Hälfte der 2020er Jahre an.

    HEISE ONLINE

    Seit drei Jahren ist das KKW Grafenrheinfeld außer Betrieb. Der Rückbau des Meilers erfolgt seitdem von innen nach außen. Der Betreiber Preußen Elektra informierte nun über den Stand der Arbeiten, der BR bietet dazu auf seiner Internetseite einen Videobericht:

    BR

    Das Landratsamt Schweinfurt hat im Rahmen des Rückbaus des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld die Baugenehmigung für die so genannte Bereitstellungshalle für radioaktive Abfälle und Reststoffe (kurz BeHa) erteilt. Dort werden Abfälle mit schwacher oder mittlerer Radioaktivität bis zur Bereitstellung eines Endlagers zwischengelagert. Die Lokalzeitung In und um Schweinfurt hat den Bericht:

    IN UND UM SCHWEINFURT

    Eine weitere Meldung aus Grafenrheinfeld bringt der Radiosender Gong: Der Bund Naturschutz in Bayern habe demnach Klage beim Verwaltungsgerichtshof gegen die Rückbaupläne eingereicht. Sie richte sich gegen die Genehmigung für den Rückbau des KKW. Grundsätzlich sei der BN klar dafür, dass das AKW zurückgebaut wird. Er kritisiere aber die Art und Weise, wie Betreiber PreussenElektra den Rückbau plant, auch wenn Grenzwerte eingehalten werden. Der BN fordert eine geringere radioaktive Belastung. Außerdem sei die Frage der Lagerung zum Teil noch unklar:

    RADIOGONG

    Das stillgelegte Kernkraftwerk Biblis wird seit einem Jahr abgebaut. Aus dem Atomgesetz entlassen wird es aber wohl erst 2032. Die Kraftwerks-Silhouette werde dann noch genauso aussehen wie heute, erörtert der Branchendienst Heise, da der Rückbau wie üblich von innen nach außen erfolge:

    HEISE ONLINE

    Laut Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel (Die Linke) wurde die Lagerung von hochradioaktivem Atommüll des Kernkraftwerks Obrigheim ohne atomrechtliche Genehmigung und ohne zeitliche Beschränkung im Rahmen des aufsichtlichen Verfahrens akzeptiert. Zuständige Behörde ist die Atomaufsicht im Umweltministerium Baden-Württemberg. Das lokale Blatt NOK Zeit zitiert dazu in seinem Bericht einen Vertreter des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU): „Wenn in Brunsbüttel ein offiziell genehmigtes Zwischenlager seine Genehmigung verliert, weil nicht nachgewiesen ist, dass es gegen Flugzeugabsturz gesichert ist, dann ist es skandalös, dass in Baden-Württemberg hochradioaktiver Atommüll ohne Genehmigung in einem ungeeigneten Gebäude des Atomkraftwerks gelagert wird.“

    NOKZEIT

    Der französische Energiekonzern EDF bereite sich darauf vor, das umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim nahe der deutschen Grenze länger als bisher geplant laufen zu lassen. Grund sei eine möglicherweise um mehrere Monate verzögerte Inbetriebnahme des neuen Druckwasserreaktors vom Typ EPR in Flamanville am Ärmelkanal, wie die Stuttgarter Nachrichten schreiben. Das könnte bedeuten, dass Fessenheim mit seinen beiden Reaktoren bis zum Sommer 2019 am Netz bleibe:

    STUTTGARTER NACHRICHTEN

     

  • Presseschau vom 25.05.2018

    Wir begrüßen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe unserer Presseschau. Diesmal ein bunter Strauß an Themen: Entschädigung für Atomausstieg, Aktuelles zu Brunsbüttel und Krümmel, weitere Berichte zu norddeutschen KKW und Problemen mit der Bauschuttentsorgung, ein Blick nach Bayern und nach Sachsen und Neuigkeiten zum ICSID-Verfahren.

    Die Energiekonzerne RWE und Vattenfall werden für den 2011 beschlossenen Atomausstieg entschädigt. Das Bundeskabinett beschloss einen Gesetzentwurf, der den beiden Stromkonzernen rund eine Milliarde Euro bringen könnte. Es verabschiedete den Entwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze zur Änderung des Atomgesetzes. Damit, so tagesschau.de, setzte der Bund ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts um. Die Richter hatten RWE und Vattenfall 2016 wegen des beschleunigten Atomausstiegs eine „angemessene“ Entschädigung für sinnlos gewordene Investitionen und verfallene Strom-Produktionsrechte zugesprochen:

    TAGESSCHAU.DE

    Ab 2031 sollen lediglich zwei Lagerhallen auf der ansonsten begrünten Fläche an das Kernkraftwerk Brunsbüttel (KKB) erinnern. So lauten einem Bericht der shz zufolge die Pläne des Betreibers Vattenfall, der bereits 2012 bei der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde den Antrag auf Stilllegung und Rückbau für die Anlage gestellt hat. Mit einer Genehmigung des Rückbaus werde für September gerechnet, inzwischen laufen bereits Vorbereitungen:

    SHZ / NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

    Im Kernkraftwerk Krümmel kam es zu Komplikationen mit einem Notstromdiesel. Eines der Stromaggregate stand vorübergehend nicht zur Verfügung, teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde vom Energiewendeministerium in Kiel mit. Ursache für den kurzzeitigen Ausfall war ein Defekt in einer Baugruppe der Drehzahlüberwachung. Die defekte Baugruppe konnte gegen einen Reserveteil ausgewechselt werden. Danach stand der Notstromdiesel nach am selben Tag wieder zur Verfügung:

    SHZ.DE

    Aus Stade berichtet die Kreiszeitung. Anlässlich der Bestellung eines neuen technischen Leiters für den Rückbau des KKW Stade schildert das Blatt den nun anstehenden technischen Prozess und die Zeitplanung für den Abbruch:

    KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Weil die gesetzlich geforderten Abfallmengen auf der Deponie Käseburg bei weitem nicht erreicht werden, muss eine Einzelfallprüfung über eine mögliche Deponierung von freigemessenem Abfall aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) entscheiden. Ein Sprecher des zuständigen Entsorgungsunternehmens betonte unter Verweis auf die Rechtslage, dass freigemessene Abfälle dem Kreislaufwirtschaftsgesetz unterliegen und grundsätzlich auf der Deponie des Entsorgungsträgers (hier der Landkreis Wesermarsch) entsorgt werden müssten – wenn diese geeignet ist. Die NWZ online berichtet:

    NWZ ONLINE

    Umfassend berichtet die SWP über den Status und die weiteren Schritte beim Rückbau des KKW Grundremmingen. Der Betrag schildert das Verfahren mit ausführlichen Grafiken und Bildmaterial:

    HEIDENHEIMER ZEITUNG

    Das Kernkraftwerk Isar 2 in der Nähe von Landshut könnte schon früher vom Netz gehen als geplant. Nach jetzigem Stand wären die Reststrommengen im Frühjahr 2020 aufgebraucht. Deshalb versuchte der Betreiberkonzern PreussenElektra, von anderen, vorzeitig stillgelegten Kraftwerken Strommengen zu bekommen, was rechtlich möglich sei, meldet der BR. Dieser Prozess laufe derzeit. Man sei aber optimistisch, Isar 2 bis Ende 2022 am Netz lassen zu können. Das Kernkraftwerk habe im vergangenen Jahr rund 12 Prozent des bayerischen Stroms erzeugt:

    BR

    Diskussionen um Bauschutt aus rückgebauten Kernkraftwerken gibt es in Sachsen. Die Leipziger Zeitung berichtet über die Pläne, auch weiterhin sächsische Deponien mit KKW-Resten zu füllen, insbesondere auf Basis älterer Verträge mit dem Kernkraftwerk Stade. Schon zuvor war bekannt geworden, dass insgesamt Genehmigungen zur Ablagerung von 15.000 Tonnen Bauschutt aus Abrissen von Kernkraftwerken auf Deponien in Sachsen bis zum Jahr 2017 vorlagen. Nun drohe zusätzlich die Lieferung von tritiumhaltigen Betonblöcken mit einem Gesamtgewicht von 5.000 Tonnen aus dem Rückbau des Mehrzweckforschungsreaktors MFZR Karlsruhe auf die Deponie Cröbern im Landkreis Leipzig:

    LEIPZIGER INTERNET ZEITUNG

    Auch die SZ online beschäftigt sich mit dem Thema und beleuchtet die politischen Hintergründe. Der grüne Landtagsabgeordnete Zschoke wirft dem Freistaat vor, sich mit dieser Vorgehensweise nicht an eine Vereinbarung der Umweltminister der Länder zu halten. Die hätten sich 2014 darauf geeinigt, dass der Bauschutt ehemaliger Atomkraftwerke grundsätzlich in den Ländern der jeweiligen Kraftwerkstandorte erfolgen soll. Trotzdem habe es später weitere, bereits genehmigte Transporte in den Freistaat gegeben. Das sächsische Umweltministerium wies die Vorwürfe zurück. Der Freistaat habe keine rechtliche Möglichkeit, Lieferungen von aus Sicht des Strahlenschutzes unbedenklichem Bauschutt auf Deponien in Sachsen zu unterbinden:

    SZ ONLINE

    (Bezahlinhalt) Der Energiekonzern Vattenfall drohe mit seiner Klage wegen der Stilllegung der Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel zu scheitern, meldet der Branchendienst Energate Messenger unter Berufung auf einen Beitrag des Magazins DER SPIEGEL. So vertrete die EU-Kommission die Meinung, dass die Schadenersatzklage vor dem Washingtoner Schiedsgericht für Investitionsstreitigkeiten (ICSID) unzulässig sei. Das Verfahren vor dem ICSID läuft bereits seit einigen Jahren. Das schwedische Unternehmen fordert Schadenersatz in Höhe von 4,7 Mrd. Euro (plus Zinsen) von der Bundesrepublik Deutschland. Vattenfall beruft sich dabei auf die Energiecharta. Dem Bericht zufolge habe die EU-Kommission als unbeteiligte Partei auf Anfrage des ICSID Stellung zu dem Verfahren genommen. Darin teilt die Kommission die Auffassung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Dieser hatte im März entschieden, dass die Beilegung von Streitigkeiten zwischen EU-Staaten durch Urteile von internationalen Schiedsgerichten unzulässig sei:

    ENERGATE MESSENGER

  • Presseschau vom 09.05.2018

    Wir begrüßen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch befassen sich die Veröffentlichungen diesmal mit diversen Zwischenlagern, dem Kernkraftwerk Brokdorf oder der Entschädigung für den Ausstieg aus der Kernenergie. Auch über die Informationsveranstaltung „Energiewende konkret“ im KKK wird berichtet, als Abschluss ein Artikel über ein bemerkenswertes maritimes Thema.

    Die vom Bund gegründete neue „Gesellschaft für Zwischenlagerung GmbH“ (BGZ) übernimmt zum 1. Januar 2019 die Zuständigkeit für das Standortzwischenlager (SZL) am Kernkraftwerk Krümmel. Auch die geplante zusätzliche Atommülllagerstätte am Elbufer, das „Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am Zwischenlager“ (LasmAaZ) soll unter die Zuständigkeit der BGZ fallen. Das berichtete laut eines Beitrags der LZ online Kraftwerksleiter Torsten Fricke im Rahmen der Dialogveranstaltung „Perspektive Krümmel“ zum Rückbau des ehemals leistungsstärksten Siedewasserreaktors der Welt:

    LZ ONLINE

    Auch die Bergedorfer Zeitung widmet der Informationsveranstaltung „Energiewende konkret“ einen Beitrag und erläutert den Status. Das Krümmeler Standortzwischenlager werde bereits baulich so hergerichtet, dass es künftig autark von den Sicherheitseinrichtungen des Kernkraftwerkes betrieben werden könne. Bis 2046 habe das Zwischenlager, in dem aktuell 41 Castorbehälter mit abgebrannten Brennelementen stehen, eine Betriebsgenehmigung. „Was über 2046 hinaus geht, wird der neue Eigentümer klären müssen“, wird Kraftwerksleiter Fricke zitiert. Nach Einschätzung von Experten könnte ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll erst 2080 seinen Betrieb aufnehmen. Der Bund gehe von 2050 aus:

    BERGEDORFER ZEITUNG

    Auf Einladung der SPD-Abgeordneten Dr. Nina Scheer fand in Geesthacht eine öffentliche Veranstaltung zum Thema „Was passiert mit dem Atommüll?“ statt. Bei der knapp dreistündigen Veranstaltung mit circa 80 Gästen seien sowohl rechtliche Veränderungen, wie sie beispielsweise mit der Novelle des Standortauswahlgesetzes vorgenommen wurden, als auch Voraussetzungen und Kriterien der Standortsuche für ein Endlager diskutiert worden. LOZ-News berichtet:

    LOZ.NEWS

    Das Kernkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) ist wieder angefahren worden. Das bestätigte ein Sprecher des Betreibers Preussen Elektra dem NDR. Die schleswig-holsteinische Atomaufsicht hatte dazu nach der Jahresrevision die Erlaubnis erteilt. In den vergangenen Wochen wurde unter anderem der Reaktordruckbehälter überprüft. Auch haben Techniker mehr als 900 andere Abläufe der Kraftwerkstechnik gewartet. Bei der Revision im Februar 2017 waren überraschend rostige Brennelemente festgestellt worden. Fast ein halbes Jahr war das Kernkraftwerk damals deshalb vom Netz:

    NDR

    Weil die gesetzlich geforderten Abfallmengen auf der Deponie Käseburg bei weitem nicht erreicht werden, muss eine Einzelfallprüfung über eine mögliche Deponierung von freigemessenem Abfall aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) entscheiden. Das berichtet NWZ online. Vorgesehen ist im einschlägigen Gesetz, dass freigemessener Abfall mit einer Reststrahlung von maximal 10 Mikrosievert nur auf geeigneten Deponien gelagert werden darf, wenn auf diesen mindestens 10 000 Tonnen anderer Abfall im Jahr entsorgt wird, um eine Durchmischung zu erzielen. Diese Menge werde in Brake bei weitem nicht erreicht: In Käseburg werden derzeit maximal 300 Tonnen/Jahr entsorgt. Allerdings könne eine Einzelfallprüfung ergeben, dass die Deponie dennoch geeignet ist. Dazu werde nun ein Gutachter befragt:

    NWZ ONLINE

    Auch im Kraftwerk Biblis wird ein Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gebaut, berichtet ECHO online und beschreibt den Umfang der geplanten Anlage:  Fast könne man darin einen Fußballplatz unterbringen, nur sei das Bauwerk nicht so breit wie ein gewöhnliches Spielfeld. Dort werden künftig 648 Container und 744 Fässer mit radioaktivem Abfall stehen. Obwohl das Kraftwerk Biblis stillgelegt ist und der Rückbau gerade begonnen hat, entsteht dort ein neues, gigantisches Zwischenlager mit dem Namen LAW II. Hier werden ab dem nächsten Jahr schwach- und mittelradioaktive Abfälle gelagert. Wie lange sie dort stehen werden, ist aktuell noch nicht bekannt:

    ECHO ONLINE

    Beim Rückbau des stillgelegten Kernkraftwerks Lubmin/Greifswald sollte eine neue Technik erprobt werden, mit der Teile der Anlage zerlegt werden. Dabei kam es zu einer Verpuffung. Wie die Aufsichtsbehörde, das Innenministerium, laut eines Berichts der Ostsee-Zeitung mitteilte, kam es zu der Verpuffung, als an einem Gegenstand eine neue Zerlegetechnik erprobt werden sollte. Der Versuch fand unter Wasser an nicht radioaktivem Material in Block 4 statt, heißt es dort. Anwesend war auch ein Mitarbeiter des Ministeriums. Personen seien nicht verletzt worden, auch habe es keine Sachschäden gegeben. Die Ursache sei noch unklar:

    OSTSEE-ZEITUNG

    Anderthalb Jahre ist es her, dass das Bundesverfassungsgericht den Stromkonzernen, die Kernkraftwerke betreiben, eine teilweise Entschädigung wegen des abrupten Beschlusses zum Atomausstieg im Jahre 2011 gewährt hat. Das Bundesumweltministerium hat dazu nun einen Vorschlag vorgelegt, wie das Urteil umgesetzt werden kann. Im Kern läuft es auf eine Entschädigung der beiden Konzerne RWE und Vattenfall ab dem Jahre 2023 hinaus. In dem Referentenentwurf gehe das Ministeriums davon laut FAZ.net davon aus, dass die Belastung des Bundes damit „insgesamt einen niedrigen einstelligen Milliardenbereich nicht überschreiten, wahrscheinlich jedoch im oberen dreistelligen Millionenbereich liegen werden.“:

    FAZ

    Russland hat ein schwimmendes Kernkraftwerk gebaut. Nach Angaben der Betreiber kostest es nur 300 Millionen Euro und liefert Strom für 200.000 Menschen. Das Schiff soll von einem Hafen zum anderen fahren, und dort an das lokale Stromnetz angeschlossen werden. Die Welt berichtet in ihrem Wissenschaftsteil:

    WELT

    Spiegel.de berichtet vom Auslaufen des Schiffes, das nun nach Murmansk geschleppt und dort mit Brennelementen ausgestattet werden soll. Später, so der Plan, werde das schwimmende Kraftwerk dann am anderen Ende des russischen Territoriums in Dienst genommen werden. Ab 2019 könnte die „Akademik Lomonosov“ vor der Küste Tschukotka eine Hafenstadt und Ölbohrinseln mit Energie versorgen. Bewähre sich das Prinzip, könnte eine Serienfertigung folgen:

    SPIEGEL

  • Presseschau vom 27.04.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. In den letzten zwei Wochen befassten sich die Medien intensiv mit dem Status der Rückbauprojekte deutscher Kernkraftwerke und aktuellen Entwicklungen in den noch aktiven Werken. Abgerundet wird die Auswahl in dieser Woche mit einem Feature über eine Mitarbeiterin des KKW Brokdorf, die neben ihrem Job als Ingenieurin im Werk eine Farm in Tansania betreibt.

    Im Kernkraftwerk Krümmel ist ein Notstromtransformator vorübergehend ausgefallen. Ursache für den Ausfall sei laut Herzogtum Direkt ein defektes Auslösegerät in der Temperaturüberwachung des Transformators gewesen. Dies teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) demnach in Kiel mit. Nach dem Auswechseln des defekten Bauteils gegen ein Reserveteil stand der Notstrom-Transformator noch am selben Tag wieder zur Verfügung. Die erforderliche Mindestreserve für die Notstromversorgung (zwei Notstromdiesel) sri zu jedem Zeitpunkt sichergestellt, da fünf weitere Notstromdiesel verfügbar waren. Die Atomaufsichtsbehörde hat eine Untersuchung der festgestellten Mängel eingeleitet. Mit der Begutachtung wurden Sachverständige des TÜV NORD aus Hamburg beauftragt. Die Betreibergesellschaft hat der Reaktorsicherheitsbehörde die Feststellungen rechtzeitig als Meldepflichtiges Ereignis der Kategorie N („Normal“) gemeldet:

    HERZOGTUM DIREKT

    Der Bau des Zwischenlagers Luna am Kernkraftwerk Unterweser (KKU) wird möglicherweise noch im April, spätestens aber Anfang Mai beginnen. Dieses Lager nimmt schwach- und mittelradioaktive Stoffe aus dem Rückbau der Anlage auf, der schon begonnen hat. Der Rückbau selbst hat schon im Februar begonnen, wenige Tage nach dem das niedersächsische Umweltministerium die Genehmigung erteilt hatte. Zunächst gehe es darum, Platz zu schaffen für Pufferlager und das neue Reststoffbehandlungszentrum, das von 2019 bis 2021 gebaut werden soll und in dem das Material aus dem Kontrollbereich für die Deponierung vorbereitet wird. NWZ online hat die Geschichte:

    NWZ ONLINE

    Der letzte laufende Reaktor des Kernkraftwerks Gundremmingen wurde für die Jahresrevision mit Brennelementwechsel vom Netz genommen. Dabei wird auch dem Hinweis auf einen Defekt nachgegangen. Bis voraussichtlich Mitte Mai werden laut B4B Schwaben neben routinemäßiger Wartungsarbeiten an Anlagenkomponenten und Sicherheitssystemen mehr als 400 wiederkehrende Prüfungen durchgeführt. Während der Revision kommen etwa 1.000 zusätzliche Fachkräfte von Partnerfirmen an den Standort. Sachverständige des TÜV überwachen den Revisionsablauf im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums:

    B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

    Nach der Genehmigung des Rückbaus des KKW Grafenrheinfeld informiert Nordbayern.de über den Ablauf und die Dauer des jetzt anstehenden Abrisses der Anlage. Der Rückbau erfolge von innen nach außen, die dominierenden Gebäude inklusive der 143 Meter hohen Kühltürme würden erst ab dem Jahr 2033 abgetragen:

    NORDBAYERN.DE

    Die RNZ befasst sich mit dem Rückbau des KKW Obrigheim. Alle 342 abgebrannten und hochgradig radioaktiven Brennelemente aus Betriebszeiten (bis Mai 2005 war das Kraftwerk am Netz) seien aus der Anlage verschwunden. Fünf von Protesten begleitete Castortransporte über den Neckar waren dafür nötig. Im Zwischenlager in Neckarwestheim werden sie für die nächsten 40 Jahre oder solange, bis ein geeignetes gesamtdeutsches Endlager gefunden ist, geparkt:

    RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Rund 300 Atomkraftgegner beteiligten sich an einer friedvollen Demonstration, die zum sechsten Mal in dieser Form rund um den Atommeiler in Brokdorf stattfand. Die Teilnehmer forderten laut SHZ die sofortige und endgültige Stilllegung der Anlage. Auch wenn sich nach der derzeit stattfindenden Revision im AKW Brokdorf die Korrosionen wieder im Normalbereich bewegen würden, wäre die Gefahr aufgrund fehlender Erkenntnisse über die Ursachen weiterhin gegeben.

    SHZ

    Gut ein Jahr vor der geplanten Räumung des Abfalllagers Gorleben hat eine Inspektion ergeben, dass von den 1309 Fässern mit radioaktivem Müll 26 angerostet oder anderweitig beschädigt waren. Dies gehe laut Weser-Kurier aus einer Antwort des niedersächsischen Umweltministeriums auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Miriam Staudte (Grüne) hervor. Die Fässer enthielten nicht nur Abfälle aus Atomkraftwerken, sondern beispielsweise auch schwach radioaktives Material aus Forschung und Industrie. Sie waren 1999 für eine Frist von 20 Jahren in Gorleben eingelagert worden und müssen laut Vertrag bis Juni 2019 entfernt werden:

    WESER KURIER

    Einer Mitarbeiterin des Kernkraftwerks Brokdorf widmet die SHZ ein Feature. Die Elektroingenieurin arbeite sechs Monate im Jahr im Prozessmanagement des Werkes, den Rest der Zeit betreibe sie eine Kaffeefarm in Tansania:

    SHZ

  • Presseschau vom 13.04.2018

    Wir begrüßen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Sehr viele Veröffentlichung beschäftigen sich mit Rückbauthemen aus Norddeutschland und Bayern aber auch ein Blick nach Frankreich ist vertreten, dazu ein interessanter Beitrag zum Transport radioaktiver Materialien.

     

    Die Tage des Kernkraftwerks Unterweser im Landkreis Wesermarsch sind gezählt. Kraftwerksbetreiber PreussenElektra hat mit dem Abbau des im Jahr 2011 abgeschalteten Reaktors begonnen. Die Dimensionen des Rückbaus sind umfassend: Nach Berechnungen von PreussenElektra müssen insgesamt 675.000 Tonnen Abbruchmaterial entsorgt werden – davon rund 482.000 Tonnen Beton, Kabel und Stahl aus dem konventionellen Teil. Die Gesamtmasse des nuklearen Kontrollbereichs mit dem Reaktorgebäude und dem Hilfsanlagengebäude beträgt 193.000 Tonnen. Der NDR widmet dem Thema ein umfangreiches Online-Feature und einen ebenfalls online verfügbaren TV-Beitrag:

    NDR

    Das Kernkraftwerk Isar 1 wird seit einem Jahr zurückgebaut. Kernkraftgegner kritisieren die Bauarbeiten. Das Bundesumweltministerium dagegen ist zufrieden mit dem Verlauf des Rückbaus, der im Plan liege und bislang unproblematisch verlaufe. Der BR berichtet:

    BR

    Um radioaktive Abfälle zu deponieren, plant PreussenElektra auf dem Grundstück des Kraftwerks Esenshamm ein Zwischenlager. Der Rückbau beginnt inzwischen im Inneren der Anlage. Der Rest wird 2032 abgerissen. Eine effektive Nachnutzung des Geländes an der Weser gilt frühestens ab 2035 als realistisch. Die Diskussion darüber beginnt im Mai. Denkbar wäre eine Nutzung der Werkstätten und Nebengebäude etwa durch Handwerksbetriebe. Das Maschinenhaus mit der Turbine, die den Generator zur Stromerzeugung angetrieben hat, hat einen Bahnanschluss und könnte für größere gewerbliche Nutzer interessant sein. Würden sämtliche Gebäude abgerissen, müssten weitere 482.000 Tonnen Beton, Kabel und Stahl entsorgt werden. Der Weser Kurier fasst den Stand der Diskussion zusammen:

    WESER KURIER

    Der Rückbau des Kernkraftwerks im unterfränkischen Grafenrheinfeld kann beginnen. Bayerns Umweltminister Marcel Huber (CSU) teilte dies in München mit. Nach dem Kernkraftwerk Isar 1 handelt es sich bei der Genehmigung für Grafenrheinfeld erst um die zweite in Bayern, so der Nachrichtendienst Nordbayern. Unterdessen ließe die Genehmigung zum Abbau von Block B des Kraftwerks Grundremmingen (Landkreis Günzburg) weiter auf sich warten. Die Antragsunterlagen seien noch immer in der Überprüfung durch Behörden und Gutachter, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums dem Portal zufolge:

    NORDBAYERN

    Rund 30 Vertreter der Kommunalpolitik der Gemeinde Biblis und interessierte Bürger hat der dortige Bürgermeister Felix Kusicka zum elften „Informationsforum Rückbau Biblis“ im großen Saal des Bürgerzentrums geladen. Zudem waren zahlreiche Politiker des hessischen Landtags, des Kreises Bergstraße, Mitarbeiter der zuständigen Ministerien des Landes und Vertreter gesellschaftlicher Verbände und Naturschutzgruppen vor Ort. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zwei Referate zum aktuellen Themenschwerpunkt: „Parameter der einzelnen Schritte der Freigabeverfahren beim Rückbau“. Die Veranstaltung, über die der Mannheimer Morgen berichtet, sei Teil der Kommunikationsmaßnahmen, die den gesamten Rückbau begleiten:

    MANNHEIMER MORGEN

    Wegen einer turnusgemäßen Revision steht die Anlage in Grundremmingen vorübergehend komplett still. Das Kernkraftwerk Grundremmingen hat im vergangenen Jahr 19,6 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. In den kommenden Wochen wird das Kraftwerk hingegen zum Strom-Importeur. Nachdem der Reaktor von Block B am 31. Dezember 2017 endgültig abgeschaltet wurde, steht nun die jährliche Revision von Block C an. Auch wenn das Kraftwerk von Mitte des Monats bis voraussichtlich Mitte Mai nichts produziert, werde dort Strom benötigt, nicht zuletzt für die Kühlung der Brennstäbe in den Abklingbecken. Die SWP beleuchtet diesen Aspekt der Wartung und Überprüfung von nicht im Betrieb stehenden Kernkraftwerken:

    SWP

    Im Kernkraftwerk Grohnde (KWG) musste einer der vier Notstromdiesel gegen ein Reserveaggregat ausgetauscht werden. Im Rahmen einer Routineprüfung wurden dort zwei Befunde festgestellt, wie die Betreiberin dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz als zuständiger atomrechtlichen Aufsichts- und Genehmigungsbehörde mitteilte. Die Meldungen gemäß Atomrechtlicher Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSVM) wurden fristgerecht vorgelegt. Die Ereignisse seien in die Kategorie N (Normal) und in INES 0 eingestuft und hätten keine Auswirkungen auf den Betrieb der Anlage. Für die Notstromversorgung der Anlage sind zwei der vier Notstromdiesel erforderlich. IWR hat den Bericht:

    IWR

    Über die Ostsee finde ein reger Handel mit Nuklearmaterial zwischen dem europäischen Festland sowie Skandinavien und Russland statt. Eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei zeige, dass seit 2011 mindestens 400 nukleare Güter wie frische Brennstäbe oder Uran in den Häfen Hamburg oder Rostock umgeschlagen worden seien. Etwa 300 Transporte wurden über Autofähren abgewickelt – häufig reguläre Passagierfähren Richtung Skandinavien. Mindestens 100 weitere wurden auf Eisenbahnfähren verschifft. Nur dreimal habe es laut Unterlagen des BFE einen Transport aus einem schleswig-holsteinischen Kernkraftwerk ins Ausland gegeben: Im Februar wurden defekte Brennstäbe aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel ohne Zwischenfälle in die Forschungsanlage Studsvik in Nyköping (Schweden) gebracht. Die SHZ widmet dem Thema einen ausführlichen Beitrag (Bezahlinhalt):

    SHZ

    Frankreichs ältestes Kernkraftwerk ist seit Anfang der Woche wieder in Betrieb, allerdings nur für eine begrenzte Zeit. Die Regierung in Paris hat versprochen, die Anlage endgültig stillzulegen. In Flamanville am Ärmelkanal baut Betreiber EDF zurzeit eine neue Generation Kernreaktoren. Aufgrund technischer Probleme ist die Inbetriebnahme von Block Drei dieses europäischen Druckwasserreaktors allerdings immer wieder aufgeschoben worden. Nur wenn Flamanville ans Netz geht, muss ein anderer französischer Atomreaktor irgendwo anders abgeschaltet werden. Ansonsten werde zu viel Atomstrom in Frankreich produziert, denn die jährlich erzeugte Atomstrom-Menge ist gesetzlich gedeckelt. Der Deutschlandfunk schaut nach Frankreich:

    DEUTSCHLANDFUNK

     

  • Presseschau vom 03.04.2018

    Wir begrüßen Sie recht herzlich zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Die Veröffentlichungen bilden diesmal einen Mix aus Rückbauthemen und zwei interessanten Beiträgen zu Staus und Rezeption der Energiewende in Deutschland.

    Im Kernkraftwerk Krümmel haben bei einer wiederkehrenden Prüfung sechs Brandschutzklappen im Schaltanlagengebäude nicht geschlossen, so Herzogtum direkt. Ursächlich sei eine defekte Diode in einer Steuerstelle im Bereich der Warte des Kernkraftwerks. Das teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) in Kiel mit. Im Falle eines tatsächlichen Brandes wäre das Schließen der Klappen thermisch – über ein Schmelzlot – ausgelöst worden. Ein Schmelzlot ist als weitere Absicherung in jeder Brandschutzklappe eingebaut. Die Reaktorsicherheitsbehörde habe eine Untersuchung des Ereignisses eingeleitet. Es werde insbesondere geprüft, ob es sich bei dem Diodenversagen um einen systematischen Effekt oder um einen Einzelfehler handelt. Die Vattenfall-Betreibergesellschaft habe das Ereignis der Meldekategorie N (Normalmeldung) zugeordnet und der Atomaufsichtsbehörde fristgerecht gemeldet. Die Behörde hat zur Bewertung des Ereignisses Sachverständige hinzugezogen:

    HERZOGTUM DIREKT

    Als „Placebo“ bezeichnen Umweltverbände laut Mainpost den Abriss der Kühltürme am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld. Dies sei keine Stilllegung, da im Zwischenlager noch auf unbestimmte Zeit strahlendes Material verbliebe, für das ohne ein Endlager ausreichende Sicherung erforderlich sei (Bezahlinhalt):

    MAINPOST

    Das Kernkraftwerk Grohnde ist am Donnerstag nach drei Wochen Reparaturpause wieder ans Stromnetz angeschlossen worden. Der Reaktorkern habe 56 neue Brennelemente erhalten, teilte der Betreiber Preussen Elektra über die Lingener Tagespost mit. Insgesamt hat das Kraftwerk 193 Brennelemente. Das AKW Grohnde war seit dem 24. Februar zur jährlichen Revision mit routinemäßigen Instandhaltungsarbeiten abgeschaltet.

    LINGENER TAGESPOST

    Rund 500 Tonnen Metall verlassen das Kernkraftwerk Philippsburg (KKP). Bereits im Sommer war die gewichtigste Einzelkomponente – der Generator – aus dem Maschinenhaus von Block 1 ausgebaut worden. Der aus drei Teilen bestehende Generator wurde nun mittels eines 15-achsigen Spezialfahrzeugs zur werkseigenen Schiffanlegestelle transportiert und dort auf ein Schiff gehievt. Schwerster Part sei das so genannte Ständermittelteil mit gut 305 Tonnen, neun Metern Länge und einem Durchmesser von vier Metern, so die Rheinpfalz:

    DIE RHEINPFALZ

    Mit einem schnelleren Rückbau als geplant rechnet der Bayerische Rundfunk im KKW Grafenrheinfeld. 143 Meter hoch sind die beiden Kühltürme des stillgelegten Kernkraftwerks. Ihr Abriss war ursprünglich zum Ende des Kraftwerk-Rückbaus 2035 geplant. Nun könnten die Türme früher fallen, wie ein Beitrag in der Mainpost vermutet. Der vollständige Rückbau der Kraftwerksanlage sollte eigentlich bis 2035 abgeschlossen sein und wird schätzungsweise eine Milliarde Euro kosten. Wenn es nach dem Betreiber geht, werden ab Mitte Mai 2018 weitere abgebrannte Brennelemente in das Zwischenlager vor Ort überführt. Dort befänden sich aktuell bereits 21 Castoren. Insgesamt bietet das Zwischenlager Platz für 88 Castoren:

    BR

    Ein schlechtes Zeugnis stellt eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey der Umsetzung der deutschen Energiewende aus. Wie die WELT berichtet, läge Deutschland im Vergleich aller 116 untersuchten Länder lediglich auf Platz 16. Allein in Europa hätten 11 Länder ein besseres Energiesystem. Wenn Deutschland hier abgeschlagen auf Platz zwölf komme, liege das vor allem an der schlechten Bewertung in der Kategorie „Struktur des Energiesystems“: Hier belegt Deutschland Platz 110 von 114. „Das liegt vor allem an Deutschlands Abhängigkeit vom Kohlestrom: Dessen Anteil beträgt immer noch 42 Prozent – auch weil er seit der Entscheidung zum Kernenergieausstieg einen hohen Beitrag zur Grundlastversorgung leistet“, heißt es in der WEF-McKinsey-Studie: „In der Kategorie ‚Umwelt- und Klimaschutz‘ kommt Deutschland weltweit nur auf Platz 61 – hauptsächlich wegen seines hohen CO2-Ausstoßes.“

    WELT

    Mit dem ambivalenten Verhältnis vieler Bürger zur Energiewende beschäftigt sich die Süddeutsche Zeitung. Viele Menschen befürworten demnach die Energiewende, lehnen aber die zwangsläufig damit verbundenen Veränderungen im Landschaftsbild vehement ab. Das Verständnis von Landschaft sei dabei hierzulande stark durch die Romantik geprägt, das Ideal seien vorindustrielle Bilder. Doch die Transformation des Energiesystems stelle Gewohnheiten und Lebensweisen infrage, verlange Anpassungsfähigkeit und fordere Mitarbeit:

    SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 16.03.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Während die Nachrichtenlage in Deutschland in den vergangenen zwei Wochen eher zurückhaltend war, gab es zahlreiche Berichte zu Vorgängen in Kernkraftwerken außerhalb Deutschlands.

    Ein historischer Zusammenschluss im Energiemarkt beherrscht die Schlagzeilen: Eon wird die RWE-Tochter Innogy übernehmen. RWE bekommt die erneuerbaren Energien von Innogy – und sogar die, die Eon bislang selbst betrieben hat, – während Eon sich auf die Sparten Netz und Vertrieb konzentrieren soll. Der Eon-Konzern wird damit zu einem der größten Energieversorger Europas und beliefert rund 50 Millionen Kunden in Europa. Der RWE-Konzern, der nach der Abspaltung von Innogy nur noch Kern-, Kohle- und Gaskraftwerke betrieben hat, wird wieder selbst grünen Strom produzieren. Das Handelsblatt fasst die wesentlichen Punkte zum Mega-Deal zusammen:

    HANDELSBLATT

    Von einem „Milliardengrab“ spricht die SHZ in Zusammenhang mit dem stillgelegten Kernkraftwerk Krümmel und sieht die Verantwortlichkeit für zu hohe Kosten beim Ausstieg und Rückbau des Werks vor allem bei der früheren schwarz-gelben Regierung Schleswig-Holsteins unter dem damaligen Ministerpräsidenten Carstensen (Bezahlinhalt):

    SHZ

    Das Portal InFranken.de schildert am Beispiel des KKW Grundremmingen, das zum Jahreswechsel vom Netz genommen wurde, die praktischen Schritte zum Rückbau eines Kernkraftwerks:

    INFRANKEN.DE

    Die Stadt Hanau wird gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt, wonach dem Unternehmen NCS die beantragte Baugenehmigung zur Errichtung eines Zwischenlagers für radioaktive Abfälle zu erteilen ist, Berufung einlegen. Wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Montag erklärte, habe der Magistrat einen entsprechenden Beschluss gefasst.

    PRESSE SERVICE

    Die Fertigstellung des Schachts Konrad wird mit einer Verspätung erwartet – das Abendblatt berichtet (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

     

    Während die Nachrichtenlage in Deutschland in den vergangenen zwei Wochen eher zurückhaltend war, gab es zahlreiche Berichte zu Vorgängen in Kernkraftwerken außerhalb Deutschlands:

    Aus dem französischen Cattenom meldet der Trierische Volksfreund, dass das dortige, grenznahe Werk nun doch anders als geplant und erwartet länger am Netz bleiben werde. Solange man alle zehn Jahre von der französischen Atomaufsicht die Genehmigung für den Weiterbetrieb bekomme, werde die Anlage weiter Strom produzieren, sagte der Direktor des 1986 in Betrieb genommenen Kraftwerks Thierry Rosso bei einer Pressekonferenz. Das Kraftwerk werde modernisiert und sicherer gemacht. Allein im vergangenen Jahr seien über 90 Millionen Euro investiert worden:

    VOLKSFREUND

    Cattenom hat seit Jahren durch Störungen auf sich aufmerksam gemacht. Der SWR dokumentiert die letzten Jahre des französischen Werks:

    SWR

    2015 waren an einem der ältesten Atomkraftwerke der Welt fast 1.000 potenzielle Schwachstellen entdeckt worden. Nach eingehender Prüfung darf das schweizerische Beznau 1 wieder ans Netz, wie die ZEIT berichtet. Das Betreiberunternehmen habe detailliert nachgewiesen, dass die 2015 entdeckten Materialschäden im Stahl des Reaktordruckbehälters die Sicherheit nicht negativ beeinflussten, teilte die Nuklearaufsichtsbehörde Ensi mit. Der Betreiber Axpo wolle die Anlage nun nach eigenen Angaben wieder hochfahren. Ende März solle wieder Strom produziert werden. Angestrebt werde eine Laufzeit bis etwa 2030:

    ZEIT ONLINE

    Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) bestätigt diese Auffassung durch eine Erklärung auf seiner Website:

    ENSI 

    Der französische Atomkonzern Areva hat mit der Zahlung von 450 Millionen Euro einen seit Jahren währenden Streit mit SIEMENS um ein Kernkraftwerk in Finnland beigelegt. Mit der Vereinbarung würden alle laufenden Rechtsverfahren zurückgezogen, teilten die Unternehmen mit. TVO und Areva-Siemens hatten von sich gegenseitig Milliardensummen wegen Verzögerungen und Preissteigerungen beim Reaktor Olkiluoto 3 im Süden Finnlands gefordert. Für Siemens war das unrentable Projekt der letzte Bau aus der Zusammenarbeit mit dem französischen Areva-Konzern, der bei dem Konsortium in Finnland die Federführung hatte. Der deutsche Konzern habe sich mittlerweile aus dem Kernenergie-Geschäft zurückgezogen. Die NZZ hat die Details:

    NZZ

    Das größte Kernkraftwerk der Welt soll laut Die Presse in Indien entstehen. Frankreich und Indien hätten den Bau des Kernkraftwerks mit sechs Reaktoren in der indischen Stadt Jaitapur in die Wege geleitet. Ein entsprechendes Rahmenabkommen sei mit der indischen Atombehörde NPCIL unterzeichnet worden, teilte der staatliche französische Energiekonzern EDF mit. Einmal fertiggestellt wäre das AKW mit rund zehn Gigawatt demnach das leistungsstärkste der Welt:

    DIE PRESSE

     

  • Presseschau vom 02.03.2018

    Wir begrüßen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Der Fokus der Veröffentlichungen lag klar auf norddeutschen Kernkraftwerken, zum Beispiel wird berichtet von der in Brunsbüttel erreichten Brennstofffreiheit oder über den Vorbildcharakter des Abbaus der Reaktoren im Helmholtz-Forschungszentrum Geesthacht/Krümmel – doch auch ein Beitrag zum Washingtoner Schiedsverfahren ist dabei.

    13 defekte Brennstäbe aus dem Reaktorbetrieb des abgeschalteten Kernkraftwerks Brunsbüttel sind jetzt in einem Forschungsinstitut in Schweden eingetroffen. Das teilte das Energieministerium in Kiel laut Hamburger Abendblatt mit. Der Betreiber Vattenfall wolle die Brennstäbe in einer kerntechnischen Forschungsanlage in Studsvik südlich von Stockholm untersuchen lassen. Sie wurden in den vergangenen drei Wochen mit drei LKW-Transporten über Dänemark sicher nach Schweden gebracht. Von der Untersuchung erwarte man wertvolle Erkenntnisse für die Anforderungen an die Zwischenlagerung von Defektstäben. Diese Erkenntnisse könnten dann auch anderen Betreibergesellschaften zugutekommen (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch der NDR berichtet über den erfolgreichen Transport: Dieser hatte eine deutlich geringere Dimension als der von Castor-Behältern. In diesen würden bis zu 52 Brennelemente transportiert, die zusammen mehr als 5.000 Brennstäbe enthalten können. Deshalb sind Castor-Behälter wesentlich dickwandiger als der Behälter für den Transport der 13 defekten Brennstäbe nach Schweden. Nach der Untersuchung bleiben die radioaktiven Abfälle in Schweden, die kerntechnische Forschungseinrichtung übernehme auch die Verantwortung für die Entsorgung. Man rechne nun damit, dass die Untersuchungsergebnisse in voraussichtlich vier Jahren vorliegen werden:

    NDR

    Vor zwei Jahren begann der Betreiber Vattenfall mit der Bergung von 632 zum Teil stark verrosteten Fässern mit schwach- und mittelradioaktivem Müll aus den sechs unterirdischen Kavernen des abgeschalteten Kernkraftwerks Brunsbüttel. Jetzt sei ein Ende der Arbeiten in Sicht, berichtet die SHZ. „Es ist damit zu rechnen, dass die Bergung der Fässer bis Mitte des Jahres abgeschlossen werden kann“, zitiert das Blatt eine Sprecherin des Umweltministeriums in Kiel. Damit befinde sich Vattenfall im Zeitplan:

    SHZ

    Der Abbau der Reaktoren im Helmholtz-Forschungszentrum Geesthacht/Krümmel wird laut Märkischer Zeitung Vorbild für ein ähnliches Projekt des Helmholtz-Zentrums am Berliner Wannsee.  Wie in Krümmel soll auch dort ein Forschungsreaktor zurückgebaut werden. In Krümmel war einer der beiden Reaktoren bereits 1993 ausgeschaltet worden, der zweite stellte 2010 den Betrieb ein. In beiden Fällen soll Material aus dem Rückbau in Zwischenlagern gelagert werden:

    MÄRKISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG 

    In naher Zukunft wird ein Schiedsgericht in Washington darüber entscheiden, ob es der Klage des staatlichen schwedischen Energiekonzerns Vattenfall stattgeben und die Bundesrepublik Deutschland wegen grober Verfahrensfehler beim Atomausstieg zur Zahlung von Schadenersatz verpflichten wird. Der Streitwert beträgt laut Süddeutscher Zeitung 4,4 Milliarden Euro. Der Bericht des Blattes beschäftigt sich mit der Sondersituation  der KKW Brunsbüttel und insbesondere Krümmel, die zum Zeitpunkt des Ausstiegs aus der Kernenergie 2011 noch über große gesicherte Reststrommengen verfügten, für deren Ausfall Vattenfall Kompensation fordert. Der Beitrag betont, dass es sich bei dem Verfahren keinesfalls um ein „dubioses“ Vorgehen, sondern einen eigens auf Betreiben von Regierungen und ausländischen Firmen bei der Weltbank angesiedelten Schlichtungs- und Entscheidungsprozess handele:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Bereits mit Urteil vom 6. Dezember 2016 hatte das deutsche Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass die Bundesregierung mit der 13. Novelle des Atomausstiegsgesetzes Eigentumsrechte der Betreiber von Kernkraftwerken in Deutschland verletzt hatte. Insbesondere der schwedische Vattenfall-Konzern müsse entschädigt werden, da das Unternehmen nach dem Atomausstiegsgesetz der Bundesregierung nicht mehr die Möglichkeit hatte, die zuvor zugeteilten Produktionskontingente in den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel zu nutzen. Das Bundesverfassungsgericht setzte der Bundesregierung damals eine Frist bis zum 30. Juni 2018, um eine Ausgleichsregelung zu schaffen. Die WELT fasst den Stand und das Verhältnis zum Schiedsverfahren in Washington zusammen. Dessen Urteil sei „anzuerkennen und umzusetzen“, so das Blatt:

    •  WELT

    Von einem geplanten Arbeitskampf In den Kernkraftwerken Unterweser und Stade berichtet der NDR. Dort solle die Arbeit niedergelegt werden, das habe die IG Bergbau/Chemie/Energie (IG BCE) angekündigt. Der Streikaufruf gelte auch für das Kernkraftwerk in Grohnde. Die IG BCE fordere für die rund 10.000 Beschäftigten in den Unternehmen der Tarifgemeinschaft Energie eine Gehaltserhöhung sowie eine Sonderleistung für ihre Mitglieder:

    NDR

    Das Kernkraftwerk Grohnde an der Weser gehe am Samstag für drei Wochen zur jährlichen Revision mit routinemäßigen Instandhaltungsarbeiten vom Netz, so das Hamburger Abendbaltt. Während des Stillstands sollen 56 der insgesamt 193 Brennelemente gegen neue ausgetauscht werden, teilte das niedersächsische Umweltministerium mit. Die Brennelemente und weitere Kernbauteile in der Anlage im Landkreis Hameln-Pyrmont würden regelmäßig untersucht. Außerdem seien zahlreiche Prüfungen an sicherheitstechnisch wichtigen Rohrleitungen und Komponenten geplant (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Aus Biblis meldet die Frankfurter Neue Presse einen Störfall der meldepflichtigen, untersten Stufe „0“. Im abgeschalteten Block B des Kernkraftwerks Biblis seien Risse an Laufrädern des Reaktorrundlaufkrans festgestellt worden. Die Laufräder gehörten aber nicht zu den sicherheitstechnisch relevanten Bauteilen des Krans, teilt der Betreiber RWE dazu laut FNP mit. „Eine Gefährdung des Personals, der Umgebung oder der Anlage war damit nicht verbunden.” Der Rundlaufkran diene dazu, innerhalb des Reaktorgebäudes schwere Lasten zu bewegen. „Die Tragfähigkeit und der sichere Betrieb des Krans waren jederzeit gewährleistet.”

    FRANKFURTER NEUE PRESSE

    Über den Fall eines Lufthansa-Fluges, dessen Pilot bei der Eingabe eines Codes Fehler gemacht und dadurch zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen ausgelöste hatte, berichteten viele Medien. Die HAZ schildert, das dadurch auch ein sog. „Renegade-Fall“ ausgelöst wurde, der zur Räumung von drei Kernkraftwerken in Niedersachsen führte. Bei einem „Renegade-Fall“ handelt es sich um Situationen, in denen möglicherweise ein Luftfahrzeug aus terroristischen oder anderen Motiven als Waffe verwendet werden könnte. In solchen Fällen erhalten alle deutschen Kernkraftwerke einen Voralarm. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen wurden in Lingen 150 Mitarbeiter und in Grohnde 300 Angestellte aufgefordert, das Gelände zu verlassen. Auch das stillgelegte Kraftwerk Unterweser war betroffen, wie das niedersächsische Umweltministerium mitteilte. Die Meldekette hätte schnell und reibungslos funktioniert:

    HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

    Beim jüngsten Energieforum der Egeb Wirtschaftsförderung in Brunsbüttel entwarf Catrin Jung-Draschil, beim Versorger Vattenfall für die Entwicklung der Offshore-Märkte verantwortlich, ein Szenario von sehr großen, miteinander vernetzten Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee. Wie Boyens Medien dokumentieren, beschäftigte sich die Veranstaltung mit etwa 50 Gästen im Besucherzentrum des Kernkraftwerks Brunsbüttel mit der Nutzung erneuerbarer Energien an Land und Offshore. „Eine goldene Lösung für alle Energieprobleme, auch bei den Erneuerbaren Energien“, gäbe es allerdings nicht, zitiert das Blatt die Vattenfall-Managerin:

    BOYENS-MEDIEN

  • Presseschau vom 16.02.2018

    Wir begrüßen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal umfasst die Auswahl ein Gros an norddeutschen Themen, doch auch der Koalitionsvertrag wird thematisiert.

    Das KKW Brunsbüttel, das 30 Jahre lang Strom produzierte, soll als erstes der drei Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein zurückgebaut werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Meiler frei von Brennelementen ist. Dafür wolle der Betreiber Vattenfall laut NDR nun sorgen. 13 defekte Brennstäbe aus dem Reaktorbetrieb sollen bis zum Sommer von Brunsbüttel in eine Forschungsanlage im schwedischen Studsvik südlich von Stockholm gebracht werden. Dort sollen die sogenannten Defektstäbe zunächst untersucht und dann vernichtet werden. Wie das Energieministerium in Kiel als Atomaufsicht mitteilte, lägen jetzt alle erforderlichen Genehmigungen für den Transport der Brennstäbe vor, befristet bis Ende August:

    NDR

    Bei Kontrollen im KKW Brunsbüttel ist ein Leck an einer Abwasserleitung für radioaktive Chemikalien festgestellt worden. Eine Gefährdung für Menschen habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, teilte das für Atomaufsicht zuständige Energieministerium laut Hamburger Abendblatt mit. Die beschädigte Leitung sei instandgesezt worden (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Vom letzten Auszubildenden im Kernkraftwerk Brokdorf berichtet der NDR in einem ausführlichen Feature, zu dem auch der entsprechende TV-Beitrag gehört. Der Artikel schildert die Ausbildung und Zukunftsperspektiven eines Auszubildenden zum Elektroniker in Automatisierungstechnik, der im Frühjahr 2019 abschliessen werde. Danach böten sich für den jungen Mann auch nach der für das Jahr 2021 geplanten Stilllegung des Werks gute Perspektiven. Der Rückbau des KKW erfordere qualifizierte Fachkräfte:

    NDR

    Ebenfalls aus Brokdorf melden die Kieler Nachrichten einen geringfügigen Störfall: Experten hätten bei einer Inspektion im Abgassystem an einem Kompressor eine gebrochene Passfeder festgestellt. Wie das Energieministerium in Kiel mitteilte, gehöre der Defekt zur untersten Meldekategorie N und sei behoben worden:

    KIELER NACHRICHTEN

    Noch in diesem Monat will Kraftwerksbetreiber PreussenElektra mit dem Abbau des im Jahr 2011 abgeschalteten KKW Unterweser beginnen. Die dafür noch ausstehende Genehmigung sei von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) erteilt worden, teilte die E.on-Konzerntochter mit. Der NDR berichtet und gewährt dabei mit einer Bilderserie auch Einblicke in das 1978 in Betrieb gegangene Werk:

    NDR

    Der Genehmigungsbescheid wurde vom Land Niedersachsen veröffentlicht und kann hier eingesehen werden:

    NIEDERSACHSEN.DE

    Der unter dem Vorbehalt der Zustimmung der SPD-Mitgliedschaft stehende Koalitionsvertrag enthält auch umfangreiche Passagen zu Klima und Energie. Der Branchendienst IWR hat diese Passagen und die Abweichungen vom Ergebnis der vorangegangenen Sondierungsgespräche zusammengefasst:

    IWR

  • Presseschau vom 02.02.2018

    Auch diesen Freitag begrüßen wir Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal befassen sich viele Veröffentlichungen mit dem Thema Rückbau, dazu kommt ein „Extra“ zu Dr. Habeck.

    13 defekte Brennstäbe aus dem Reaktorbetrieb sollen bis zum Sommer vom Kernkraftwerk Brunsbüttel in eine Forschungsanlage im schwedischen Studsvik südlich von Stockholm gebracht werden. Dort sollen die sogenannten Defektstäbe zunächst untersucht und dann vernichtet werden. Man gehe davon aus, das dies binnen von 4 Jahren erfolge. Wie das Energieministerium in Kiel als Atomaufsicht mitteilte, lägen jetzt alle erforderlichen Genehmigungen für den Transport der Brennstäbe vor, allerdings befristet bis Ende August. Über die Art und den Zeitpunkt des Transports sei noch nichts bekannt, der Umfang sei aber grundsätzlich weniger aufwändig als ein regulärer Castor-Transport, so der NDR in seinem ausführlichen Bericht:

    NDR

    Auch die Kieler Nachrichten berichten dazu. Es gehe um 13 einzelne Brennstäbe, die im Laufe der Betriebszeit seit den Siebzigerjahren wegen Schäden aus dem zugehörigen Brennelement entnommen wurden. Es handele sich dabei um unterschiedliche Fabrikate mit unterschiedlichen Arten von Defekten. Bis auf die 13 Defektstäbe befinde sich im Kraftwerk kein Kernbrennstoff mehr:

    KIELER NACHRICHTEN

    Der Meiler in Lubmin sollte die DDR autark von Stromimporten machen. Der Rückbau dauert inzwischen länger als der Betrieb. Im stillgelegten Werk sei der Rückbau jetzt in eine neue Phase getreten. In der seit mehr als 20 Jahre laufenden Demontage werden die ersten zwei von acht Reaktorblöcken teilabgerissen. Mit Sägen ausgestattete Kräne bearbeiten dabei die monolithischen und landschaftsprägenden Betonhüllen der Blöcke 7 und 8. Diese Blöcke des Kernkraftwerks waren seit 1979 errichtet, aber nie komplett ausgestattet worden und gingen auch nie in Betrieb, wie die Sprecherin des bundeseigenen Eigentümers EWN in einem Beitrag des Nordkurier sagte:

    NORDKURIER

    Mit der Sicherheit des Zwischenlagers am stillgelegten KKW Grafenrheinfeld beschäftigt sich der Bayerische Rundfunk. Eine aktuelle Studie beschäftige sich mit Fragen zur Sicherheit an Kernkraftwerken und Zwischenlagern und komme zu dem Schluss, dass diese nur unzureichend gegen potenzielle Terroranschläge geschützt seien. Dies zum Beispiel, wenn sie mit panzerbrechenden Waffen beschossen werden oder ein Flugzeug gezielt dort zum Absturz gebracht werde. Die Genehmigung für das Zwischenlager am KKW Grafenrheinfeld gelte unabhängig davon bis 2046:

    BR

    Der Rückbau des Kernkraftwerks Neckarwestheim im Kreis Heilbronn liegt nach Angaben des Betreibers EnBW voll im Zeitplan. Wie der SWR meldet, hätten im Februar 2017 die ersten Abbauarbeiten an Block I begonnen. Im so genannten Reaktordruckbehälter, dem Herzstück der Anlage, wurden bereits erste Bauteile zerlegt und abgebaut. Die Arbeiten würden dabei stetig überwacht. In diesem Jahr plane der Energieversorger, die restlichen Brennelemente aus Block I in Block II zu transportieren, so dass Block I „brennelementfrei“ werde. In Block II werden die Brennelemente in Castor-Behälter verpackt. Das dient zur Vorbereitung auf den Transport in das Zwischenlager:

    SWR

    Am Beispiel eines Auszubildenden im KKW Grundremmingen schildert die SWP die Chancen und Herausforderungen, die auch noch für geraume Zeit im Rückbau von Kernkraftwerken liegen. Der junge Mitarbeiter des Werks, der Aufhänger für den Beitrag ist, macht eine Lehre zum Industriemechaniker und sieht seine beruflichen Chancen während des Rückbaus des Werks sehr positiv:

    SWP

    Die Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen hat Schleswig-Holsteins Umweltminister Dr. Robert Habeck, der auch der zuständigen Aufsichtsbehörde für den KKW-Rückbau vorsteht,  zu einem der beiden Parteivorsitzenden gewählt. Zusammen mit Annalena Baerbock bildet er nun die Doppelspitze der Grünen-Bundespartei. Die Wahl Habecks hatten die Delegierten durch ihre Entscheidung möglich gemacht, ihre Satzung so zu ändern, dass Habeck für eine Übergangszeit von acht Monaten gleichzeitig Minister und Parteivorsitzender sein darf. Bisher galt bei den Grünen die strikte Trennung von Amt und Mandat. Für Schleswig-Holstein beutete dies, dass in 8 Monaten ein Wechsel an der Spitze des Ministeriums erfolgen muss, so der NDR:

    NDR

    Die für die Aufsicht über den Rückbau der KKW Brunsbüttel und Krümmel relevante Nachfolgediskussion hat indes begonnen. Die WELT schildert die entsprechenden Diskussionen bei den schleswig-holsteinischen GRÜNEN und nennt erste Namen:

    WELT

    Als Abschluss ein Beitrag des Hamburger Abendblatts zum Thema Netzrückkauf (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

     

     

  • Presseschau vom 19.01.2018

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Medien befassten sich unter anderem mit dem Rückbau in Biblis, dem startenden Bürgerdialog in Harburg zum Abbau des Kernkraftwerks Krümmel und mit der Situation der Mitarbeiter der vom Rückbau betroffenen Werke, die faktisch ihre eigenen Arbeitsplätze abbauen. Auch ist ein informativer Artikel dabei, der einen Rundgang durch das Kernkraftwerk Isar 1 unternimmt und untersucht, warum der Rückbau so viele Kosten mit sich bringe.

     

    In den Startlöchern steht jetzt der Bürgerdialog zum Abbau des Kernkraftwerks Krümmel auch im Landkreis Harburg. Dies teilte laut der Kreiszeitung Wochenblatt die Gruppe Grüne/Linke im Kreistag mit. Deren Antrag auf Fördermittel zur Durchführung eines solchen Dialogs war im vergangenen Jahr vom Kreistag zugestimmt worden. In den kommenden Wochen fände die Auftaktveranstaltung statt, zu der der Landkreis Lüneburg eingeladen hat und die einer ersten Sondierung der möglichen Themen dienen soll. Die Kreise Lüneburg und Harburg hatten sich in dieser Sache zusammengeschlossen, da es sich um eine beide Regionen übergreifende Thematik handele:

    KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Ein Arbeitskampf drohe laut Bergedorfer Zeitung in den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel. Die dort beschäftigten 240 Wachleute sorgen mit Patrouillen, Beobachtungen der Sicherheitsmonitore und weiteren Maßnahmen für den Schutz der Werke u.a. vor Terroranschlägen. Jetzt drohe eine Tarifauseinandersetzung. Hintergrund ist der bevorstehende Rückbau und die Diskussion um einen Sozialtarifvertrag. Weil nach dem Kraftwerksabriss weniger Sicherheitsleute benötigt werden, setzen sich die Gewerkschafter schon seit sechs Jahren für eine solche Regelung ein. Sie sollte zunächst auf Bundes-, später auf Landesebene und nun in den Kraftwerksstandorten gefunden werden (Bezahlinhalt):

    BERGEDORFER ZEITUNG

    Fortschritt in Biblis: Der dortige Rückbau schreite zügig voran, berichtet Echo Online. Ein besonderes Thema dort sei der Stromverbrauch, der zur Versorgung des abgeschalteten Kraftwerks und der Rückbaumaßnahmen anfalle. Da man selber keinen Strom mehr produziere, müsse dieser teuer und zu Marktpreisen eingekauft werden. Insofern achte man besonders auf den Verbrauch, der jährlich in einem Umfang anfalle, der dem Verbrauch einer mittelgroßen Stadt entspräche:

    ECHO ONLINE

    Einen Zwischenfall meldet die NWZ online aus dem KKW Emsland. An Entwässerungsventilen seien beschädigte Teilen entdeckt worden, so das Umweltministerium in Hannover. Der Schaden sei laut der Zeitung schnell behoben werden, eine Gefahr habe nicht bestanden. Das AKW Emsland ging 1988 ans Stromnetz, Mehrheitsbetreiber ist der Energiekonzern RWE. Das Kraftwerk darf noch bis 2022 Strom produzieren:

    NWZ ONLINE

    Das Handelsblatt schildert am Beispiel des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld ausführlich die Sicht der vom Rückbau der Werke betroffenen Mitarbeiter, die faktisch ihre eigenen Arbeitsplätze abbauen. Dies sei nicht nur ein logistischer und finanzieller Kraftakt, sondern für die Betroffenen auch ein emotionaler Aspekt (Bezahlinhalt):

    HANDELSBLATT

    Die Mittelbayerische unternimmt einen Rundgang durch das stillgelegte Kernkraftwerk Isar 1 und vermittelt, warum der Rückbau eines KKW immense Kosten aufwirft. Der ausführliche und sehr informative Beitrag bietet auch ein Video zum Rückbau des Werkes und eine Chronologie des Atomgesetzes:

    MITTELBAYRISCHE

    Mit einem aktualisierten Artikel informiert die Stimme Heilbronn über die Planungen zum Rückbau des KKW Neckarwestheim und dessen Reaktoren GKN I und GKN II. Auch dort formiere sich Widerstand gegen die Lagerung des freigemessenen Bauschutts:

    STIMME.DE

    Bedeutender Fortschritt bei der Planung eines Terminals für Flüssigerdgas (LNG) in Brunsbüttel: Der holländische Gasunie LNG Holding sei laut SHZ derzeit dabei, gemeinsam mit dem Hamburger Mineralöl-Logistiker Oiltanking sowie der auf Tank-Betrieb spezialisierten holländischen Vopak LNG Holding, ein Joint-Venture zu gründen. Ziel der German LNG Terminal GmbH sei der Betrieb eines LNG-Terminals in Norddeutschland. Das Projekt ist besonders bedeutend für die Zukunft des Energiestandorts Brunsbüttel:

    NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

     

     

  • Presseschau vom 05.01.2018

    Wir begrüßen Sie recht herzlich zur ersten Presseschau in 2018. Ins neue Jahr starten wir mit einem bunten Mix aus lokalen Themen aus Brunsbüttel und Krümmel, Veröffentlichungen zum Schiedsverfahren, geschichtlichen Rückblicken, technischer Vorschau und einer nachweihnachtlichen Notiz aus Brunsbüttel.

    Die vorzeitige Stilllegung der schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel droht für den Bund teurer zu werden als bisher bekannt. Im Klageverfahren vor einem internationalen Schiedsgericht in Washington fordert der Betreiber Vattenfall inzwischen nicht mehr nur wie bisher vom Bund angegeben 4,7 Milliarden Euro Schadenersatz vom deutschen Staat, sondern 5,7 Milliarden. Das ergebe sich aus der Antwort von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag, so die SHZ:

    SHZ

    In der Bergedorfer Zeitung kommt eine Unternehmenssprecherin von Vattenfall zum gleichen Thema zu Wort. Die Forderungen des Unternehmens hätten sich entgegen der Angaben der Ministerin nicht verändert. Basis seien 4,4 Milliarden Euro für entgangenen Leistungsbetrieb zuzüglich Zinsen, zitiert das Blatt die Sprecherin:

    BERGEDORFER ZEITUNG

    Seit dem Jahreswechsel ist Block B des Kernkraftwerkes Gundremmingen vom Netz. Damit lief der Meiler bis zum allerletzten Tag seiner 33-jährigen Betriebserlaubnis, im Gegensatz zum Kernkraftwerk Grafenrheinfeld. Dieses stellte im Jahr 2015 bereits ein halbes Jahr vor dem offiziellen Enddatum seinen Betrieb ein. Von den verbleibenden sieben Kernkraftblöcken stehen drei in Niedersachsen und vier in Süddeutschland, jeweils mit einer Leistung zwischen 1.300 und 1.500 MW. rp online berichtet:

    RP ONLINE

    An den Betriebsstart des Kernkraftwerks Lingen in Deutschland im Jahr 1968 erinnert die Osnabrücker Zeitung. Das erste Kernkraftwerk der Bundesrepublik nahm 1962 im bayrischen Kahl den Betrieb auf. Die Kraftwerke in Rheinsberg, Jülich und Karlsruhe befanden sich noch im Bau und mit dem Bau des ersten Großkraftwerkes in Gundremmingen war noch nicht begonnen worden, als VEW und AEG am 3. März 1964 unter dem Namen „Kernkraftwerk Lingen GmbH (KWL)“ eine gemeinsame Tochtergesellschaft gründeten, die ein zweites Großkraftwerk in Darme errichten sollte. Mit 252 Megawatt elektrischer Bruttoleistung sollte es das bis dahin größte Kernkraftwerk der Bundesrepublik werden:

    NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG

    Deutschlands „nichtnuklearen Sonderweg“ würden nur wenige Länder mitgehen. Tatsächlich würde anderenorts mit Hochdruck an Kernkraftwerken der nächsten Generation gearbeitet. Das Wissenschaftsmagazin Spektrum berichtet dazu aus Kanada:  Je 400 Kilometer von Toronto und Montreal entfernt, nahe den Canadian Nuclear Laboratories, wolle die Firma Terrestrial Energy einen Prototyp eines „Integral Molten Salt Reactor“, kurz IMSR, errichten. Der Reaktor, der flüssiges Salz als Kühlmittel verwendet, solle wirtschaftlicher und sicherer arbeiten als heutige Anlagen. Im November 2017 hat die Anlage die erste Hürde im Prüfprozess der kanadischen Behörden genommen. Das Magazin stellt in seinem Beitrag auch weitere technische Ansätze für die sog. Generation IV der KKWs vor:

    SPEKTRUM

    Probleme bei der öffentlichen Weihnachtsbeleuchtung in Brunsbüttel wurden auch unter Mithilfe des Kernkraftwerks Brunsbüttel behoben. Die Umrüstung der Beleuchtung auf ein einheitliches Licht wurde durch das KKW Brunsbüttel finanziell unterstützt. Es passe „einfach genial“ zu einem Energieversorgungsunternehmen, „wenn sich vor Ort alle wohlfühlen und am Ende mit neuer Technik auch noch Energie eingespart“ werde, wird ein Unternehmenssprecher zitiert. Die Geschichte dazu findet sich in Boyens Medien:

    BOYENS MEDIEN

  • Presseschau vom 15.12.2017

    Wir begrüßen Sie recht herzlich zur letzten Presseschau in 2017. Einige lokale Ereignisse, ein interessantes juristisches Thema, Probleme für den Energiestandort Brunsbüttel und ein Feature über die Zukunft von Robert Habeck sind die Highlights.

    Im abgeschalteten Kernkraftwerk Krümmel ist bei einer wiederkehrenden Prüfung Ende November eine Pumpe nicht eingeschaltet worden. Die Pumpe soll bei Wasserverlust Wasser in die Kondensationskammer pumpen. Das Ereignis habe eine geringe sicherheitstechnische Bedeutung, da das System zweifach vorhanden ist und der zweite Strang funktionsfähig war, so die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) laut Herzogtum direkt. Die Betreibergesellschaft Vattenfall hatte der Reaktorsicherheitsbehörde die Feststellungen als meldepflichtiges Ereignis der Kategorie N („Normal) gemeldet:

    HERZOGTUM DIREKT

    (Bezahlinhalt) Der Betreiber PreussenElektra will das Kernkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) Ende 2021 stilllegen und anschließend zurückbaten. Dazu stellte das Unternehmen den notwendigen Antrag an die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein. „Das ist der nächste große Schritt auf dem Weg zum tatsächlichen Ende der Atomenergie in Schleswig-Holstein“, zitiert das Hamburger Abendblatt Energieminister Dr. Robert Habeck (GRÜNE):

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Zur Lagerung von Abfällen aus dem laufenden Betrieb und dem beantragten Rückbau des KKW Brokdorf hat dessen Betreiber auch einen Antrag auf Einrichtung eines zusätzlichen Lagers für schwach- bis mittelradioaktive Abfälle auf dem Gelände des Werks beantragt. Auch hier werde ein strenges Genehmigungsverfahren durch die Aufsichtsbehörde erfolgen, berichten die Lübecker Nachrichten:

    LN ONLINE

    Auch am KKW Grohnde, dessen Rückbau ab ca. 2021 bereits beschlossen ist, wird es zu Platzproblemen bei der Lagerung von Abfällen des Restbetriebs sowie des Rückbaus kommen. Deshalb wolle man laut NDR auch dort neben dem bereits bestehenden Zwischenlager eine weitere Lagerhalle errichten:

    NDR

    Das in diesem Jahr im Bundestag verabschiedete Nachhaftungsgesetz ist Gegenstand einer Verfassungsschutzbeschwerde des Zweckverbands Oberschwäbische Elektrizitätswerke OEW. Das Gesetz, so OEW, lege dem Verband eine subsidäre Haftung für den Fall auf, das der primär rückbauverpflichtete Betreiber ENBW seinen Verpflichtungen nicht nachkomme. Dies sei zwar gegenwärtig nur eine Befürchtung „theoretischer“ Natur, aber man wolle hier dauerhaft Rechtssicherheit für alle am Zweckverband beteiligten Kommunen, die die eventuellen Haftungsbeträge keinesfalls würden leisten können, so die Südwest-Presse:

    SWP

    Gegen den geplanten Bau des Importterminals für Flüssiggas in Brunsbüttel regt sich Widerstand. Laut Kieler Nachrichten haben sich zehn Bürgerinitiativen zusammengeschlossen und die Landesregierung in Kiel aufgefordert, die Planungen zu beenden. Begründet wird dies mit Gründen des Klimaschutzes. Das geplante LNG-Terminal, das das erste seiner Art in Deutschland wäre, ist für die Zukunft des Energiestandorts Brunsbüttel gerade nach Rückbau des KKW ein wichtiger Faktor. Bislang hatten sich auch Umweltschutzorganisationen wie NABU für den Bau ausgesprochen:

    KIELER NACHRICHTEN

    Der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck, in seiner aktuellen Position auch zuständig für die Atomaufsicht, meldet Ambitionen auf den Vorsitz seiner Partei DIE GRÜNEN an und kandidiert für diese Aufgabe. Im Falle seiner Wahl, so der Politiker, werde er sein Ministeramt wohl innerhalb eines Jahres aufgeben. Die ZEIT portraitiert den Minister in einem ausführlichen Feature:

    ZEIT ONLINE

     

  • Presseschau vom 01.12.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal werfen wir einen Blick auf die deutsche Kraftwerkslandschaft und berichten über verschiedene lokale Vorkommnisse oder Vorhaben, wie z.B. einer geplanten Informationsveranstaltung in Philippsburg zur Einlagerung von radioaktiven Abfällen.

    Das Kernkraftwerk Grohnde an der Weser speist nach einer zweiwöchigen Unterbrechung wegen einer Reparatur wieder Strom ins Netz. Das teilte der Betreiber PreussenElektra laut der Kreiszeitung mit. Die Reparatur sei vom niedersächsischen Umweltministerium überwacht worden:

    KREISZEITUNG

    Im Kernkraftwerk Emsland bei Lingen ist bei Wartungsarbeiten ein kleines Leck entdeckt worden. Betroffen sei das Nebenkühlwassersystem, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Umweltministeriums in Hannover dem Focus:

    FOCUS ONLINE

    Nach einer Produktionspanne bei dem französischen Hersteller Areva seien betroffene Brennelemente auch im Kernkraftwerk im schwäbischen Grundremmingen verwendet worden. Wie ein Sprecher des RWE-Konzerns laut Merkur erklärte, haben die Brennelemente „Spezifikationsabweichungen“. Ein Defekt sei an den Brennstäben allerdings nicht festgestellt worden. Eine Gefährdung durch die Brennelemente schließe RWE aus:

    MERKUR

    Wie das Umweltministerium in Stuttgart laut eines Beitrags der Neckar-Chronik mitteilte, wurde bei einem Probelauf entdeckt, dass Motoröl am Ölkühler des Motors ausgetreten war. Der Ölkühler sei vom Betreiber EnBW daraufhin ausgetauscht worden, hieß es. „Es ergaben sich keine Auswirkungen auf Personen und die Umwelt“, zitiert das Blatt. Es habe sich um einen Zwischenfall ohne bedeutendes Sicherheitsrisiko gehandelt:

    NECKAR-CHRONIK

    Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, ist einer der Referenten der nächsten Sitzung der Informationskommission zum Kernkraftwerk Philippsburg, die demnächst laut eines Berichts der Mannheimer Morgen in der Jugendstilfesthalle in Philippsburg stattfände. Der Staatssekretär werde über die Einlagerung von radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in Frankreich im Standort-Zwischenlager des Kernkraftwerks Philippsburg informieren. Ein Vertreter der EnBW Kernkraft GmbH werde dazu ebenfalls vortragen:

    MANNHEIMER MORGEN

    Auch in Grafenrheinfeld wird informiert: Das lokale Nachrichtenportal „In und um Schweinfurt“ meldet, das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG) lade Vertreter von Politik, Medien und die Anwohner zu einem Informationstag in das Informationszentrum des Kraftwerks ein. Unter dem Motto „Rückbau bedeutet zuerst Aufbau“ liegt der Schwerpunkt der Veranstaltung auf dem Nachbetrieb und dem bevorstehenden Rückbau des Kernkraftwerks:

    IN UND UM SCHWEINFURT

    Regional Braunschweig berichtet vom Status der Arbeiten am Schacht Konrad: Dort präsentierte Dr. Ben Samwer, Projektleiter Projekt Konrad bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), die Arbeiten, die im Jahr 2017 durchgeführt wurden. Bei der anschließenden Diskussion beantworteten er und Arthur Junkert, Öffentlichkeitsarbeit BGE, die Fragen der Zuhörer:

    REGIONAL BRAUNSCHWEIG

    Mit dem Status der Energiewende beschäftigt sich die ZEIT: Laut der deutschen Wissenschaftsakademien zeigte sich in einer Studie, wie die Energiewende 2.0 konkret aussähe. Tausende Quadratkilometer würden für Solar- und Windparks gebraucht. Deutschland wäre in 30 Jahren kaum wiederzuerkennen, so das Blatt (Bezahlinhalt):

    ZEIT ONLINE

  • Presseschau vom 17.11.2017

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Themen sind u.a. die Übung in Krümmel, die Zukunft von Brokdorf, ein Blick ins französische Fessenheim, ein weiterer nach Bayern und Volkes aktuelle Stimme zur Energiewende.

    Auch wenn das Kernkraftwerk Krümmel längst außer Betrieb ist, unterhält Betreiber Vattenfall dort weiterhin eine Werksfeuerwehr, die jetzt zusammen mit externen Kräften der Geesthachter Feuerwehren die jährlich vorgeschriebene Übung durchführte. Zugrunde lag ein Szenario mit überlappenden Schadenssituationen, wie sie in der Praxis höchst unwahrscheinlich wären, aber von den beteiligten Einheiten sämtlich bewältigt wurden. Die Lübecker Nachrichten fassen das Geschehen zusammen:

    LN ONLINE

    Bis Ende 2021 darf das Kernkraftwerk Brokdorf noch Strom produzieren, dann spätestens erfolgt gesetzlich die Stilllegung. Auf einer ersten Informationsveranstaltung hat Eon-Tochter PreussenElektra jetzt ihre Pläne zum Rückbau vorgestellt. Demnach soll im Jahr 2039 dort, wo jetzt der Meiler steht, eine Grüne Wiese vorzufinden sein. Neues Deutschland betrachtet die Pläne kritisch:

    NEUES DEUTSCHLAND

    Bereits seit 20 Jahren produziert das KKW Würgassen nahe Beverungen keinen Strom mehr. Gleichwohl stehen die Werksgebäude immer noch und es lagert noch radioaktiver Müll auf dem Gelände. Wie die Kasseler HNA berichtet, handele es sich um schwach- bis mittelstark strahlendes in einem ausreichend gesicherten Zwischenlager. Bestimmt sei dieses Material für das Endlager Schacht Konrad, vor 2022 werde dies seinen Betrieb aber nicht aufnehmen:

    HNA 

    Transparenz werde beim Rückbauprozess des Kernkraftwerk Biblis bei dessen Betreiber RWE groß geschrieben, so der Mannheimer Morgen. Der Versorger habe jetzt eine Wanderausstellung eröffnet, mit der die Bevölkerung in der Nähe des stillgelegten Werks umfassend informiert werden solle. Anlässlich der Eröffnung dieser Ausstellung wies der Leiter der Anlage auf das Erfordernis der Einrichtung eines Zwischenlagers hin, da die Endlagersuche weiter offen sei:

    MANNHEIMER MORGEN

    Eine vorzeitige Stilllegung des französischen Kernkraftwerks Fessenheim nahe der deutschen Grenze scheint jetzt möglich zu werden. Anlässlich eines Besuchs der Konzernleitung des Betreibers EdF im Werk wurde diese Möglichkeit laut Badischer Zeitung erstmals erwähnt, auch wenn der Konzern dies dementiere:

    BADISCHE ZEITUNG

    Ebenfalls die Badische Zeitung beschäftigt sich mit dem vor 40 Jahren gegründeten Freiburger Öko-Institut, auf das der Begriff „Energiewende“ zurückgeht und welches auch ein erstes Konzept für den Wandel in der deutschen Energieversorgung vorlegte. Im Gespräch mit dessen Geschäftsführer warnt dieser vor der Verschleppung der Energiewende und möglichen Risiken ausländischer Kernkraftwerke, von denen Deutschland immer noch „umzingelt“ sei:

    BADISCHE ZEITUNG

    Laut des Bayerischen Landesamts für Statistik sinkt die Stromproduktion im Freistaat deutlich. Laut Merkur beruhe dies im wesentlichen auf dem Ausstieg aus der Kernenergie, der durch erneuerbare Energien nicht kompensiert werden könne. U. a. der Bayerische Industrie- und Handelskammertag fürchte nun eine Preisexplosion und instabile Stromnetze, so das Blatt:

    MERKUR.DE

    Die Energiewende in Deutschland wird in der Bevölkerung kontrovers diskutiert – das sei das Ergebnis einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RW) und des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), über die die FAZ berichtet. Über den Ausstieg aus der Kernkraft herrsche dabei mehrheitlich Einvernehmen, kontrovers seien aber die Meinungen zu Wind- und Solarenergie und deren Standorten im Land. Bevorzugt würden Offshore-Standorte. Jeder zweite sei mit der Umsetzung der Energiewende unzufrieden, insbesondere sei diese „zu teuer“:

    FAZ

  • Presseschau vom 03.11.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch sind die Veröffentlichungen bunt gemischt, es gibt Beiträge zu den Rückbauplänen der Kernkraftwerke in Grohnde und Unterweser, zum abnehmenden Bürgerinteresse gegen den Abtransport der Castoren aus dem KKW Neckarwestheim sowie zur Endlagersuche. Abgerundet wird die Auswahl durch ine herbe Kritik der WELT an der Energiewende nach Sturm „Herwart“.

    Rückblick im historischen Kalenderblatt der Süddeutschen Zeitung: Am 1. November 2012 leitete der Betreiber des Kernkraftwerks Brunsbüttel Vattenfall das Verfahren zum Rückbau des Werkes ein:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 

    Boyens Medien befassen sich mit der Informationsveranstaltung des Kernkraftwerks Brunsbüttel, auf der Betreiber Vattenfall über die Pläne zur Abfallentsorgung beim anstehenden Rückbau des Werks informierte. Dieser radioaktive Abfall mache drei Prozent des Gesamtvolumens aus, also etwa 9000 Tonnen, die zunächst verpackt, zwischengelagert und anschließend in ein Endlager abtransportiert werden sollen. Vor der Lagerung werden die Abfälle freigemessen (Bezahlinhalt):

    BOYENS MEDIEN

    Die Stilllegung des Kernkraftwerks Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont ist für Ende 2021 geplant – bereits jetzt hat der Betreiber PreussenElektra begonnen, das entsprechende Genehmigungsverfahren für Stilllegung und Rückbau in die Wege zu leiten. Während Kritiker eine sofortige Abschaltung fordern, ist das niedersächsische Umweltministerium jetzt mit der Prüfung der Anträge betraut. Der NDR berichtet ausführlich mit diversen weiterführenden Links zur Historie des Werks:

    NDR

    Den weiteren Fahrplan zum Rückbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) skizziert die NWZ online. Sobald die erwartete Genehmigung des niedersächsischen Umweltministeriums vorliege, begänne ein „Marathon von hochkomplexen Arbeiten“. Der Beitrag fasst die Teilbereiche des Rückbaus informativ zusammen, nennt Einzelheiten zu den noch im Werk verbleibenden Brennstäben, des Umfangs des zu entsorgenden Bauschutts und den zum Rückbau erforderlichen Mitarbeitern. Die Bevölkerung werde durch eine Reihe von Informationsveranstaltungen über den Fortschritt auf dem Laufenden gehalten:

    NWZ ONLINE

    Ebenfalls in der NWZ wird von der ersten der geplanten 6 Veranstaltungen zum Rückbau des KKU berichtet. Dort finden sich auch Themen und Termine zu kommenden Bürgerforen:

    NWZ ONLINE

    Plangemäß laufe der Abtransport der Castoren aus dem KKW Neckarwestheim, die per Schiff über den Neckar abtransportiert werden. Das Bürgerinteresse an der Verschiffung habe einerseits deutlich nachgelassen, wie sich an der geringeren Beteiligung an Informationsveranstaltungen zeige. Andererseits beständen weiterhin Befürchtungen bei Kritikern, die Transporte durchzuführen und ein Zwischenlager nicht unmittelbar am Werk zu errichten:

    LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG

    Die Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle aus den Kernkraftwerken wird von einem neunköpfigen Nationalen Begleitgremium (NBG) begleitet, in dem u.a. der Pforzheimer Physik-Professor Hendrik Lambrecht sitzt. Der Südkurier lässt ihn zu seiner Motivation für diese Aufgabe in einem Feature zu Wort kommen und betrachtet den Status der Endlagersuche, u.a. mit informativen Schaubildern:

    SÜDKURIER

    Auf Sparkurs bleibe der Betreiber der Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel, Vattenfall, laut Hamburger Abendblatt. Trotz zufriedenstellender Ergebnisse sei mit Personalabbau in Deutschland zu rechnen, u.a. wegen des zu erwartenden Rückkaufs der Fernwärmeleitungen in Hamburg:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Den „Wahnsinn der Energiewende“ habe laut WELT der Sturm „Herwart“ am vergangenen Wochenende offenbart. Erstmals seit 5 Jahren seien wegen des starken Windes die Strompreise ins Negative abgerutscht, so das Blatt. Für die Verbraucher ergäben sich dadurch allerdings nicht etwa günstigere, sondern höhere Preise. Grund dafür sei die in solchen Fällen höhere EEG-Umlage, mit der der subventionierte und mit Abnahmegarantien abgesicherte Strompreis finanziert werde. Profitieren würden Abnehmer aus dem Ausland, die deutschen Strom günstig abnehmen und z.B. in Österreich zum Hochpumpen von Wasser in Speicherseen verwenden könnten:

    WELT

  • Presseschau vom 20.10.2017

    Willkommen zur aktuellen Presseschau. Die Diskussion zu Zwischenlagern und die Suche nach einem bundesweiten Endlager beherrschen die Pressestimmen in dieser Woche, weitere Entwicklungen zum Rückbau von Kernkraftwerken in Deutschland runden unser Angebot ab.

    Aus dem abgeschalteten Atomkraftwerk Krümmel befinden sich seit dem 5. Oktober 2017 alle bestrahlten Brennelemente im Standort-Zwischenlager. Eine wesentliche Voraussetzung für den AKW-Rückbau sei damit jetzt gegeben, so der Branchendienst IWR. Es seien knapp 1.000 Brennelemente aus dem Lagerbecken in das eigens gebaute Zwischenlager gebracht worden:

    IWR

    Auch die SHZ berichtet zum Thema. Das nun in Betrieb genommene Zwischenlager sei für 40 Jahre genehmigt worden. Betreiber Vattenfall rechne damit, das das Werk frühestens im Jahr 2019 vollständig frei von Kernbrennstoffen sein werde, da sich noch zwölf unbestrahlte Brennelemente sowie sogenannte Sonderbrennstäbe im KKW Krümmel befänden:

    SHZ

    Ein „Endlager durch die Hintertür“ in Krümmel befürchtet die Landeszeitung ob der ungeklärten Endlagerfrage. Die befristet genehmigten Zwischenlager könnten durch neue Verlängerungen der Betriebsgenehmigungen faktisch zu Endlagern werden, so das Blatt:

    LANDESZEITUNG

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) legte eine Studie vor, nach der das Endlager für radioaktiven Abfall aus Kernkraftwerken, dessen Suche jüngst gestartet wurde, in jedem Fall zu spät kommen wird. Laut eines Berichts des SWR liefen die Genehmigungen für zahlreiche Zwischenlager deutlich früher aus, es fehle an Erfahrungen, was im Differenzzeitraum mit solchen Zwischenlagern geschehen kann:

    SWR

    Über den Rückbau des KKW Unterweser in Kleinensiel soll die dort ansässige Bevölkerung im Zuge eines Bürgerdialogs informiert werden. dies sei als vom niedersächsischen Umweltministerium geförderter Bürgerdialog „eine erweiterte Öffentlichkeitsbeteiligung, jedoch keine Fortsetzung des derzeit laufenden Genehmigungsverfahren, zitiert die NWZ den zuständigen Dezernatsleiter des Landkreises Wesermarsch, der die Dialogveranstaltung veranstaltet:

    NWZ ONLINE

    Ausführlicher berichtet der Weser Kurier, der sich u.a. mit dem personellen Aufwand des kommenden Rückbaus beschäftigt und Sprecher des Werks zu Wort kommen lässt:

    WESER KURIER

    Auch beim Rückbau des KKW Neckarwestheim setzt der Betreiber auf Dialog mit der Bevölkerung und veranstaltet einen weiteren Informationstag. Die Schaffung der für den Rückbau erforderlichen Infrastruktur komme in Neckarwestheim gut voran, teilt der Kraftwerksbetreiber mit. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Reststoffbearbeitungszentrums und Standort-Abfalllagers sind für 2018 geplant:

    SWP

    Der Rückbau von Kernkraftwerken ist ein Markt, der international Wachstum verspricht und Nachfrage nach geeigneten Spezialisten schafft. Als Teil der „Technologie-Initiative Vorpommern“ werden dort aktuell Partnerschaften kleiner, spezialisierter Firmen gefördert, die sich im Wettstreit mit Großanbietern von Rückbaulösungen behaupten sollen, wie die Ostsee-Zeitung meldet:

    OSTSEE-ZEITUNG

  • Presseschau vom 06.10.2017

    Wir begrüßen Sie recht herzlich zur heutigen Ausgabe der Presseschau. Schlüsselthema dieses Mal sind die Zwischenlager in Brunsbüttel und Krümmel, aber es gibt auch weitere interessante Beiträge: ein lesenswerter Artikel der NZZ schaut auf Brunsbüttel, Nachrichten zum Rückbau kommen aus Biblis und Mülheim-Kärlich, und zum Abschluss bieten wir zwei Beiträge zu energiepolitischen Positionen nach der Bundes- und vor der Landtagswahl in Niedersachsen an.

    Die Bergung von Fässern mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen im Kernkraftwerk Brunsbüttel kommt weiter voran. Vier von sechs unterirdischen Lagerstätten seien vollständig geräumt, teilte das für die Atomaufsicht zuständige Energieministerium in Kiel mit. Insgesamt seien seit Februar 2016 aus den vier geleerten Hohlräumen 382 Fässer geborgen und 20 Endlagercontainer gefüllt worden. Laut SHZ soll die Bergung im kommenden Jahr abgeschlossen sein:

    SHZ

    Die Stadt Brunsbüttel hat Vattenfall die Teilbaugenehmigung für den Bau eines Lagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (LasmA) aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Brunsbüttel und Rest-Betriebsabfälle erteilt. Unter dem Schutz einer ein Meter dicken Stahlbetondecke sollen in dem nun zu errichtenden Gebäude neben den schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Brunsbüttel insbesondere die derzeit in den beiden Transportbereitstellungshallen gelagerten Abfälle aus dem Betrieb der Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel eingelagert werden. Die endgültige Lagerung soll im Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter erfolgen, sobald dieses einsatzfähig ist. Die SHZ berichtet:

    SHZ

    Auch das Magazin FOCUS berichtet zur Erteilung der Genehmigung zum Bau des LasmA. Man erwarte nun die Erteilung der bereits vor 5 Jahren beantragten Stilllegungsgenehmigung für Mitte 2018, bis dahin könne der Rückbau vorbereitet werden, der bis 2031 abgeschlossen sein soll:

    FOCUS

    Die Rückbaupläne für das KKW Brunsbüttel und die anhaltende Diskussion um die Lagerung des dabei anfallenden Bauschutts setzt die Neue Zürcher Zeitung in den Kontext des Status der deutschen Energiewende. Das ausführliche Feature schildert dabei die Energieversorgungssituation Schleswig-Holsteins und die wachsende Bedeutung der Windkraft und sieht das Land dabei als Vorreiter der Energiewende:

    NEUE ZÜRICHER ZEITUNG

    Auch für das KKW Krümmel ist der Bau eines Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am Zwischenlager (LasmAaZ) geplant, der Betreiber Vattenfall habe einen entsprechenden Antrag gestellt. Der Baubeginn solle im zweiten Quartal 2019 erfolgen, das Lager neben dem bereits bestehenden Zwischenlager errichtet werden, so das Hamburger Abendblatt (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch die SHZ berichtet zum Thema und nennt Details zu Art und Umfang des zu bauenden Lagers:

    SHZ

    Auch in Biblis, wo der Rückbau des KKW vorangeht, ist die Zwischenlagerung aktuelles Thema. Neben den Abfällen aus den dortigen Reaktorblöcken A und B sollen dort zukünftig auch CASTOR-Behälter aus dem Ausland zwischengelagert werden. Dies beruht auf einer Verpflichtung Deutschlands, Atommüll aus Wiederaufbereitungsanlagen in Frankreich und England zurückzuholen. Biblis sei hierbei ein Alternativstandort zu Gorleben, so die Hessenschau:

    HESSENSCHAU

    In Mülheim-Kärlich verzögert sich der Abbau des Kühlturms am dortigen stillgelegten KKW. Die ursprünglich für August geplanten Arbeiten an dem 162 Meter hohen Bauwerk verzögern sich, da notwendige Arbeitsbühnen sowie eine eigens angefertigte Spezialmaschine, die den Turm spiralförmig abtragen soll, noch nicht einsatzbereit sind. Das Magazin FOCUS hat die Einzelheiten:

    FOCUS

    Die Frage nach der Energiepolitik einer möglichen Jamaika-Koalition im Bund stellt der Bayerische Rundfunk und fasst die zum Teil kontroversen Pläne von CDU, FDP und GRÜNEN zusammen:

    BR

    Einen ähnlichen Service bietet Antenne Niedersachsen zu den bevorstehenden Landtagswahlen in Niedersachsen und dokumentiert die energiepolitischen Programme der dort antretenden Parteien:

    ANTENNE NIEDERSACHSEN

  • Presseschau vom 22.09.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Veröffentlichungen beschäftigen sich dieses Mal u. A. mit dem Status der Energiewende, der Situation von Dr. Habeck in Schleswig-Holstein und der Sicherheitslage in deutschen Zwischenlagern. Dazu kommt Aktuelles zum Rückbauprozess einiger Werke und zum Abschluss eine historische Notiz aus Krümmel:

     

    Im Kernkraftwerk Brunsbüttel ist es zu Störungen an der Brandmeldeanlage gekommen. Laut einer Mitteilung der schleswig-holsteinischen Atomaufsichtsbehörde hätten 69 Brandmelder nicht ausgelöst. Das Ereignis lag unterhalb der sieben Stufen der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kraftwerken („INES 0“), die Störungen wurden beseitigt. Die SHZ berichtet:

    SHZ

    Zum Status des Rückbaus des KKW Brunsbüttel berichtet der Deutschlandfunk in einem ausführlichen Feature. Der Beitrag lässt Vertreter des Werks, Kritiker des Rückbauprozesses und einen Repräsentanten des schleswig-holsteinischen Abfallwirtschaftsberiebs zu Wort kommen und bietet mit weiterführenden Links zum Thema zusätzliche Informationen zum Thema:

    DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

    Der Kernkraftgegner Karsten Hinrichsen halte frei gemessenes Material beim Rückbau des Brunsbütteler Kraftwerks für gefährlich. Die Norddeutsche Rundschau führte ein Interview mit ihm:

    NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

    Das Magazin Der Freitag schildert die schwierige Situation des schleswig-holsteinischen Umweltministers Dr. Robert Habeck (GRÜNE) im Spannungsfeld zwischen politischen Forderungen, Protesten der Parteibasis und Kritik von Interessenverbänden am Rückbau der Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein. Der Beitrag spekuliert auch über einen möglichen Wechsel des Politikers in die Bundespolitik nach der kommenden Bundestagswahl:

    DER FREITAG

    Nord 24 berichtet aus der Wesermarsch. Anlässlich eines Infotages im KKW Unterweser berichtete dessen Leiter, dass der Betreiber Preussen Elektra noch in diesem Jahr mit der Genehmigung zum Rückbau des Werkes rechne. Die Schadstoffüberwachung war zentrales Thema des Informationstages, dazu die Vorstellung des Behältnisse, in denen radioaktives Material auf dem Gelände des Werkes zwischengelagert wird, bis es in ein Endlager gebracht werden kann:

    NORD24

    Auch in Biblis informierten die Betreiber des dortigen Kernkraftwerks über dessen bevorstehenden Rückbau. Nach Abschluss der Arbeiten in ca. 15 Jahren solle am Standort des Werks Platz für Industrieansiedelungen geschaffen werden, so der dortige Bürgermeister. Bis dahin sei allerdings auch der Rückbau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region, so die Bürstädter Zeitung:

    BÜRSTÄDTER ZEITUNG

    Von Sicherheitsrisiken bei den Zwischenlagern für Müll aus Kernkraftwerken berichtet das Handelsblatt. Die angekündigten baulichen Nachrüstungen durch den staatlichen Betreiber EWN, die insbesondere dem Schutz vor terroristischen Angriffen dienen sollen, ließen auf sich warten. Das Bundesumweltministerium als zuständige Behörde weise diesen Vorwurf allerdings zurück, so das Blatt. Dies stoße auf Kritik:

    HANDELSBLATT

    Das digitale Magazin „Krautreporter“ beschäftigt sich in einem erklärenden Artikel mit dem Status der Energiewende in Deutschland und bietet zahlreiche Links zu vertiefenden Quellen. Das Fazit des Beitrags lautet, dass zahlreiche Ziele der Energiepolitik nicht erreicht wurden und auch die Klimaschutzziele verfehlt werden. Lediglich die Stromgewinnung aus Kernenergie werde zukünftig durch erneuerbare Energiequellen ersetzt, während das Volumen der Verstromung mit fossilen Brennstoffen gleich bleibe:

    KRAUTREPORTER

    Einen Rückblick auf die Geschichte des Standorts des Kernkraftwerks Krümmel bietet der NDR im Kulturteil: Dort, wo heute das stillgelegte Kernkraftwerk steht, wurde 1865 von Alfred Bernhard Nobel ein Werk zur Massenproduktion von Sprengstoff errichtet, das zum größten seiner Art in Europa wurde. Für den Standort Geesthacht brachte das Werk einen enormen Aufschwung, nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Werk demontiert. Lediglich ein Turm auf dem Gelände des KKW zeuge noch von der industriegeschichtlichen Bedeutung des Ortes:

    NDR

     

  • Presseschau vom 08.09.2017

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Presseschau. In dieser Ausgabe liegt der Schwerpunkt ganz klar auf der neu beginnenden Endlagersuche, doch auch Meldungen über den zweiten Castor-Transport und zum Fortgang der Energiewende sind mit dabei.

    In Berlin ist am 05.09. der Startschuss für die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Müll gefallen. Für diese Standortauswahl sei im Gesetz ein Verfahren festgeschrieben worden, das die Menschen vor Ort einbinde, sie mitnehme und ihnen Gehör verschaffe, so Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Die Anti-Kernkraft-Organisation „ausgestrahlt“ kritisiere nun dieses Verfahren, so DER TAGESSPIEGEL:

    DER TAGESSPIEGEL

    Etwas ausführlicher beschäftigt sich das Handelsblatt mit dem Thema Endlagersuche und gibt Antworten auf allerhand Fragen, wie z.B. welche Orte infrage kämen, wie die Suche ablaufe oder wer letztlich über den Standort entscheide:

    HANDELSBLATT

    Dass es bei der Endlagersuche auch anders laufen kann, zeigt momentan Schweden. Hier sei der Standort für das Endlager bereits gefunden – eine Delegation aus Schweden besuchte den Standort Brunsbüttel:

    BOYENS MEDIEN

    Über den zweiten Transport von radioaktivem Müll auf dem Neckar berichtet das Handelsblatt. Mittels eines Spezialschiffs und unter Polizeischutz wurden Castoren von Obrigheim nach Neckarwestheim transportiert:

    HANDELSBLATT

    In Hückelhoven fordere der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer bei den Kreis-Grünen Mitsprache zu maroden belgischen Atommeilern und lenke den Blick auf „die vergessene Seite des Atomausstiegs“, nämlich die Urananreicherungsanlage in Gronau, weiß rp-online. Deutschland liefere noch fleißig Brennmaterial für grenznahe belgische Anlagen, die eine unmittelbare Bedrohung für NRW seien, so Krischer. In einem gemeinsamen Europa müssten solche Fragen auch gemeinsam geklärt werden, zitiert ihn rp-online:

    RP ONLINE

    Durch Elektrifizierung und E-Mobilität werde sich die globale Energieversorgung grundlegend verändern, der CO2-Ausstoß aus Energie könne 2050 nur noch halb so hoch sein wie heute, so heißt es in einer neuen Studie, über die FOCUS ONLINE berichtet. Für die Klimapolitik bedeute das jedoch keine Entwarnung:

    FOCUS ONLINE

    Wissenschaftler der Universität von Stanfort haben einen „globalen Fahrplan“ für den Übergang vom fossilen Zeitalter in die regenerative Energieversorgung vorgelegt. Demnach solle der vollständige Verzicht auf fossile Brennstoffe bis zum Jahr 2050 möglich sein. Gestützt sei diese Analyse auf die Auswertung von Daten der Internationalen Energieagentur:

    FAZ

     

  • Presseschau vom 25.08.2017

    Auch diesen Freitag begrüßen wir Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal gab es viele Veröffentlichungen in den Medien rund um das Thema Rückbau, genauer gesagt über die Bauschuttentsorgung, die nahezu überall mit ähnlichen Argumenten diskutiert wird.

    Das Kernkraftwerk Brunsbüttel soll wie bekannt abgerissen werden. 2031 könnte anstelle des Meilers dort wieder eine „grüne Wiese“ sein, sagte der neue Chef des KKW Markus Willicks dem Hamburger Abendblatt im Rahmen eines Pressetermins in Brunsbüttel. Die Abriss-Genehmigung wurde 2012 beantragt. „Wir gehen davon aus, dass wir die Genehmigung Anfang, Mitte 2018 bekommen“, erklärt Willicks. Für den vollständigen Rückbau des Atommeilers rechnet Betreiber Vattenfall mit 10 bis 15 Jahren:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch der NDR berichtet aus Brunsbüttel mit einem Videobeitrag, der u.a. auch die sog. Freimessung des beim Rückbau anfallenden Bauschutts erläutert und verschiedene Vertreter des Betreibers zu Wort kommen lässt. Besonderes Augenmerk legt der Beitrag auf die Bedenken der Gemeinden in Schleswig-Holstein, deren Deponien für die Lagerung des Bauschutts in Betracht kommen:

    NDR

    Ebenfalls mit einem Videobeitrag berichten Sat1 Regional und die SHZ:

    SAT1

    SHZ

    Die Bergedorfer Zeitung berichtet aus Krümmel. Dort fand erneut das Dialog-Forum als regelmäßige Informationsveranstaltung zum Rückbau des KKW Krümmel statt. Seit zwei Jahren gibt es das Dialog-Forum Krümmel. Vier Mal im Jahr informiert Betreiber Vattenfall über den geplanten Rückbau des Kernkraftwerkes. Erwartet werde die Genehmigung zum 2015 gestellten Stilllegungsantrag für 2019, jedoch sei dies laut eines Sprechers der Aufsichtsbehörde abhängig vom Ergebnis der Sachprüfung. Rund 50 Bürger nahmen an der Veranstaltung teil (Bezahlinhalt):

    BERGEDORFER ZEITUNG

    Laut des Weser Kuriers könne der Rückbau des KKW Unterweser Ende 2017 beginnen. Das meiste Material, so der Betreiber, sei nicht kontaminiert und könne bspw. im Straßenbau verwendet werden. Auch das zuständige Ministerium in Hannover gehe von einer Rückbaugenehmigung bis zum Ende des Jahres aus. Auch hier werde eine „Freimessung“ unter den Wert von zehn Mikrosievert über den Verbleib des Rückbauschutts entweder auf normalen Deponien oder aber die Verbringung in Schacht Konrad entscheiden. Kritiker befürchten, der Betreiber könne primär nach Kostengesichtspunkten zugunsten der günstigeren Deponielagerung entscheiden:

    WESER KURIER

    Die Entsorgung des beim Rückbau anfallenden Bauschutts ist auch Thema in Neckarwestheim. Hier berichtet die Rhein-Neckar-Zeitung über die dort mit gleichen Argumenten geführte Diskussion. Umweltminister Untersteller (GRÜNE) zeige dabei wenig Verständnis für die Bedenken. Eine Granitplatte in der Küche oder ein Sack Kunstdünger aus dem Baumarkt strahlten stärker als der Müll, der beim Abbruch der Kraftwerke nach Messungen aus dem Atomgesetz fallen und auf Deponien der Kreise entsorgt werden könne. Im Ergebnis strahlte der mit Granit ausgelegte Marktplatz von Schwieberdingen, auf dem regelmäßig Proteste gegen den Rückbau stattfänden, mehr als die geplante Deponie, so der Minister:

    RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Die Schaumburger Zeitung & Landes-Zeitung sprach mit dem Kraftwerksleiter des KKW Grohnde über die Planung des Rückbaus des Werks, das noch bis 2021 am Netz bleiben soll. Bereits jetzt werde aber für die Zeit nach der Abschaltung mit dem aufwändigen, mehrjährigen Genehmigungsverfahren zum Rückbau begonnen (Bezahlinhalt):

    SCHAUMBURGER ZEITUNG & LANDES-ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 11.08.2017

    Wir begrüßen Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diesmal mit zwei lesenswerten Beiträgen zum Status der Energiewende, einem Artikel über die nun erteilte Genehmigung zum erneuten Hochfahren des Kernkraftwerks Brokdorf und einem Interview mit Dr. Habeck zum Thema Endlagersuche:

    Das im Februar wegen rostiger Brennstäbe vom Netz genommene Kernkraftwerk Brokdorf darf wieder hochgefahren werden. Die Atomaufsicht des Landes Schleswig-Holstein hat die Zustimmung dazu erteilt. Allerdings gelten Beschränkungen. So wird die Leistung des AKW zunächst auf 88 Prozent reduziert. Später darf sie maximal 95 Prozent erreichen. Voraussetzung dafür ist, dass die mittlere Kühlmitteltemperatur abgesenkt wird. Die Lübecker Nachrichten schreiben dazu:

    LN ONLINE

    Mit der dpa sprach der schleswig-holsteinische Energieminister Dr. Robert Habeck über die Endlagersuche für radioaktiven Abfall aus Kernkraftwerken. Habeck fordert u.a. die Solidarität aller Bundesländer bei der Suche, es dürfe sich „niemand wegducken“. Ein positives Beispiel für die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen, sieht der Minister in der Zustimmung der Gemeinde Wiershop bei Geesthacht, auf ihrem Gemeindegebiet Erdaushub aus dem KKW Krümmel aufzunehmen. Das Interview findet sich in der SHZ:

    SHZ

    RWE hat laut des Branchendienstes Energate Messenger eine eigene Gesellschaft für den Rückbau seiner Kernkraftwerke gegründet (Bezahlinhalt). Die RWE Nuclear GmbH solle 2018 die Arbeit aufnehmen. RWE vollziehe die Auslagerung des Atomrückbaus auch, weil sich dieser stark von der Erzeugung unterscheide. An der Haftung- beziehungsweise Nachhaftungssituation für die Atommüllentsorgung ändere die Neugründung nichts, betonte der Konzern. Dafür hafte weiterhin die RWE AG:

    ENERGATE MESSENGER

    Das Handelsblatt berichtet über die Bilanzpressekonferenz des Energieversorgers Eon und nimmt dies zum Anlass, die größten deutschen und internationalen Energieversorger aufzulisten und kurz zu erläutern:

    HANDELSBLATT

    Eine Zwischenbilanz der Energiewende zieht SPIEGEL ONLINE und erläutert detailliert den Strommix in Deutschland nach Gewinnungsarten. Das Fazit des Artikels ist durchwachsen: zwar sei es gelungen, die Versorgung mit erneuerbaren Energien deutlich zu forcieren, allerdings hätte dies weit weniger Auswirkungen auf die Klimabilanz, da die erneuerbaren Energien im wesentlichen Strom aus Kernkraftwerken ersetzten, während die Erzeugung insbesondere durch besonders klimaschädliche Braunkohle nur geringfügig zurückgegangen sei:

    SPIEGEL ONLINE

    Auch das ZDF beschäftigt sich mit der Energiewende. Der Beitrag auf heute.de beschäftigt sich insbesondere mit dem Strukturwandel, den der Wechsel von zentralen Erzeugungsanlagen hin zu dezentralen Einheiten mit sich bringen werde. Verlinkt ist eine 40-minütige Filmdokumentation, in der zur Frage, ob die Energiewende realistisch zu schaffen sei, zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft zu Wort kommen:

    HEUTE.DE

     

  • Presseschau vom 28.07.2017

    Herzlich Willkommen zur Presseschau vom 28.07.2017. Die Beiträge in dieser Woche führen an die Schauplätze Brunsbüttel, Harrislee, Krümmel, Brokdorf, Biblis, Rheinsberg, Philippsburg und das französische Fessenheim. Den Abschluss bildet ein Beitrag zum Status der Energiewende:

    Einen Störfall der nicht-meldepflichtigen Kategorie „N“ meldete das KKW Brunsbüttel. Die automatische Auslösung der Löscheinrichtungen für zwei Löschbereiche habe laut eines Schreibens des Energiewende-Ministeriums nicht funktioniert. Im Brandfall wäre eine Brandbekämpfung mittels Löschanlage aber weiterhin möglich gewesen, so die Kieler Nachrichten und die SHZ übereinstimmend, da die manuelle Auslösung von der Kraftwerkswarte aus und an der Löschanlage selbst nicht betroffen war:

    Aus dem schleswig-holsteinischen Harrislee berichtet die SHZ. Dort habe die beendet geglaubte Diskussion um die Deponierung von freigemessenem Bauschutt aus dem Rückbau der Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel erneut begonnen. Moniert werden die vom schleswig-holsteinischen Gemeindetag in einem Schreiben zusammengefassten Arbeistergebnisse eines Gesprächs mit den Standortgemeinden, die nach Auffassung der Gemeinde nicht weit genug gingen. Auch wird kritisiert, dass ein einziger Repräsentant der beteiligten Bürgerinitiativen in den zuständigen Gremien nicht ausreichend sei:
    Bei einem Feuer auf dem Gelände des Helmholtz Forschungszentrums unweit des KKW Krümmel ist eine große Halle komplett zerstört worden. In der Halle waren Öfen zum Schmelzen von Magnesium in Brand geraten. In ihr wurde zum Thema neue und leichte Legierungen aus Magnesium und Titan geforscht. Das Feuer konnte gelöäscht werden, weder der Forschungsreaktor im Helmholzzentrum noch das KKW waren in irgendeiner Form betroffen, so die SHZ:
    Der Grund für die Oxidation an Brennstäben im Kernkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) ist laut eines Berichts des NDR gefunden. Im Februar hatten Experten die auffälligen Korrosionsschichten festgestellt. Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) gab nun bekannt, dass ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zu der starken Korrosion geführt habe. Erhöhte Leistung und das ständige Hoch- und Runterfahren hätten die Oxidation verstärkt. Das KKW an der Unterelbe darf jetzt nur noch mit gedrosselter Leistung wieder ans Netz. Die Atomaufsicht hat der Beladung eines neuen Reaktorkerns zugestimmt. Damit sei aber noch nicht automatisch die Zustimmung zum Wiederanfahren verbunden:
    Auch da Hamburger Abendblatt berichtete zu Brokdorf und geht insbesondere auf die zukünftige Drosselung der Leistung ein (Bezahlinhalt):
    Der Berliner Tagesspiegel berichtet mit Fokus auf die für den Weiterbetrieb des Werkes verhängten Auflagen:
    Wohl aus aktuellem Anlass beschäftigt sich der Deutschlandfunk Kultur ebenfalls mit dem Werk in Brokdorf im Rahmen einer historischen Rückschau. Der Beitrag dokumentiert die Proteste gegen die Inbetriebnahme des Werkes 1976 in einem Feature:
    Das Rückbau zunächst mit Aufbau beginnen kann, beleuchtet die Lampertheimer Zeitung am Beispiel des KKW Biblis. Zur Vorbereitung dessen Rückbaus würde dort u.a. eine neue Erdgasheizung installiert und besondere Sägen zur Zerschneidung von Betonteilen aufgebaut. Gleichzeitig wurde der Beginn des Rückbaus feierlich begangen:
    Den Start des Rückbaus in Biblis bezeichnet die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) in der FAZ als „historisch“. Sie selbst und der Kraftwerksleiter Horst Kemmeter demontierten zum Auftakt symbolisch eine Kühlwasserpumpe:
    Langsam voran gehe der Rückbau des KKW Rheinsberg, berichtet die Märkische Allgemeine. Bis 2025 soll der einstige „Produktionsbereich“ abgerissen sein, nur die Bürogebäude blieben dann noch übrig. Demnächst entstehe eine neue Kommandozentrale, die alte Blockwarte habe ausgedient. Das Kernkraftwerk sei noch immer einer der größten Arbeitgeber in Rheinsberg:
    Eine spektakuläre Form des Rückbaus könnte im KKW Philippsburg bevorstehen: Um Platz für ein großes Umspannwerk zu schaffen, wolle der Energieversorger EnBW die Kühltürme der beiden Meiler in Philippsburg im Jahr 2020 sprengen. Statt eines maschinellen Abbruchs habe man sich für diese Vorgehensweise entschieden, da diese „nur wenige Minuten dauere“ und mit wenig Staub- und Lärmentwicklung verbunden sei, so die Stimme Südwesten via dpa:
    Im französischen Fessenheim nahe der deutschen Grenze steht einer der beiden Reaktoren bereits seit einem Jahr still. Nun wurde auch der zweite Reaktor abgeschaltet, zunächst wegen Wartungsarbeiten. In ihrem Beitrag spekuliert die Deutsche Welle darüber, ob diese Abschaltung auch das endgültige Aus für das älteste französische KKW bedeuten könne, obwohl dessen Außerbetriebnahme eigentlich erst für 2019 geplant sei. Abhängig sei dies aber davon, ob das neue Werk Flamanville fertiggestellt sei, bevor Fessenheim endgültig abgeschaltet wird:
    Von einem „Kurzschluss bei der Energiewende“ spricht die WELT in einer „Zwischenbilanz“ zum Thema. Die zentralen Versprechen der Ökostrom-Befürworter seien noch nicht eingelöst worden, so das Blatt, und die Politik sei angesichts dieser Situation ratlos. Als Gründe nennt das Blatt u.a. eine verfehlte Gesetzgebung, die Instabilität der verfügbaren regenerativen Energien, fehlende Speichertechnik, Fehleinschätzung bei Autarkiebemühungen und eine abnehmen Akzeptanz in der Bevölkerung. Das Fazit des Beitrags fällt entsprechend ernüchternd aus: Ohne ein „Wunder“ werde die Energiewende scheitern.
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  • Presseschau vom 14.07.2017

    Herzlich Willkommen zur Presseschau vom 14.07.2017. Diese Ausgabe beinhaltet unter anderem Presseartikel zur Finanzierung des Kernkraft-Ausstiegs, zum Rückbau des KKW Mülheim-Kärlich, über den ungewöhnlichen CASTOR-Transport auf dem Neckar und zu einem Blick nach Frankreich, wo plötzlich von möglichen Stilllegungen zahlreicher Kernkraftwerke die Rede ist. Wir eröffnen mit einer lokalen Meldung aus Brunsbüttel:

    Im Kernkraftwerk Brunsbüttel erfolgt ein Wachwechsel: der langjährige Leiter Knut Frisch verlässt das Werk. BOYENS Medien berichtet mit einer kurzen Meldung:

    BOYENS MEDIEN

    Bei einem Dieselaggregat, das der Notstromversorgung des Kernkraftwerks Brunsbüttel dient, ist es zu einem Leck gekommen. Es trat Kraftstoff aus, der im sog. Dieselaufstellungsraum verteilte. Die weiteren Notstromaggregate funktionierten weiterhin ohne Einschränkung, der Schaden wurde kurzfristig behoben. Die Cuxhafener Nachrichten fassen die Geschehnisse u diesem Ereignis der niedrigsten meldepflichtigen Schadenskategorie zusammen:

    CUXHAVENER NACHRICHTEN ONLINE

    Die Mainpost beschäftigt sich mit der Finanzierung des Ausstiegs aus der Kernenergie und den Beiträgen der Energiekonzerne. Diese hätten nun 24 Mrd. Euro an den deutschen Staat überwiesen, seien dafür aber von eventuellen weiteren Beteiligungen an den Kosten der Endlagerung endgültig freigestellt (Bezahlinhalt):

    MAINPOST

    Das Jugendmedium „Das Ding“ des SWR beschäftigt sich mit dem Rückbau des KKW Mülheim-Kärlich, unter anderem mit Bildern des Kühlturms, der die Kulisse in Mülheim lange prägte und nun abgerissen wird, und einer historischen Rückschau auf das Werk:

    DAS DING

    Den ungewöhnlichen Wasserweg auf dem Neckar wählte man zum Transport der Castoren aus dem KKW Neckarwestheim. Nachdem die ersten Transporte stattgefunden haben, bringt die Ludwigsburger Kreiszeitung eine Aktualisierung und berichtet auch von der anhaltenden Diskussion um die Sicherheit dieser Maßnahmen:

    LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG

    Nach Frankreich richtet SPIEGEL ONLINE den Blick: Der dortige Umweltminister Hulot hat dort von der möglichen Stilllegung zahlreicher Kernkraftwerke gesprochen. Bis zu 17 Anlagen könnten betroffen sein, um die Ziele des französischen Energiewende-Gesetzes zu erfüllen, nach dem bis 2025 der Anteil von Kernkraft an der Energieproduktion in Frankreich auf 50% zu drosseln sei. Bislang betrüge dieser Anteil noch 80%:

    SPIEGEL ONLINE

    In der noch offenen Schadensersatzklage von Vattenfall gegen die Bundesrepublik Deutschland rechnet das Versorgungsunternehmen laut einer Meldung des Nachrichtendienstes REUTERS in den kommenden Monaten mit einem Urteil. Bei der Klage vor einem New Yorker Schiedsgericht geht es um eine Forderung in Höhe von 4,7 Mrd. Euro:

    REUTERS

    Gute Perspektiven für den Energiestandort Brunsbüttel: Laut des neuen schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers Dr. Bernd Buchholz (FDP) sei auf EU-Ebene eine weitere Hürde zum Bau und Betrieb des ersten deutschen LNG-Terminals aus dem Weg geräumt worden. Der geplante Umschlagplatz für Flüssiggas dürfe von einem Konsortium dreier Firmen betrieben werden, die sich zu diesem Zweck zu einem Gemeinschaftsunternehmen zusammenschließen wollen. Das Hamburger Abendblatt zitiert den Minister, der von einer „gravierenden industriepolitischen Weichenstellung zugunsten des Standorts Brunsbüttel spricht (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

  • Presseschau vom 30.06.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Veröffentlichungen sind auch dieses mal weit gefächert, beginnend mit der Meldung zur Brennelementefreiheit in Brunsbüttel, über einen Rückblick auf das Jahr 2007 und die damaligen Störfälle, Berichte über diverse Rückbaustadien in verschiedenen Werken bis hin zu einem Beitrag zu den neuen Geschäftsfeldern deutscher Unternehmen dank Rückbau der KKW.

    Im Kernkraftwerk Brunsbüttel befinden sich keine Brennelemente mehr, wie das Hamburger Abendblatt berichtet (Bezahlinhalt). Die letzten Elemente seien in einen Castor-Behälter verladen worden, der jetzt auf dem Standortzwischenlager auf dem Kraftwerksgelände abgestellt sei. Energieminister Dr. Robert Habeck lobte diese Entwicklung als „historischen Schritt“:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Den Blick zurück auf 2007 richtet die SVZ in einem Artikel über zwei nahezu zeitgleiche Störfälle in den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel vor 10 Jahren. In beiden Fällen war durch die Schnellabschaltung der Werke Gefahr für Mensch und Umwelt verhindert worden, auch wenn die Diskussion darüber lange kontrovers geführt wurde. Der Artikel schildert die damaligen Geschehnisse und fasst die wesentlichen Meinungen dazu zusammen:

    SVZ

    Die damaligen Störfälle bezeichnet der schleswig-holsteinische Energieminister Dr. Robert Habeck in den Lübecker Nachrichten als „Symbol für die Anfälligkeit“ der Kernkraft. Allerdings sei dadurch auch eine hilfreiche Sicherheitsdebatte entfacht worden:

    LÜBECKER NACHRICHTEN

    Erstmals wird in Deutschland ein Transport von Abfällen aus einer kerntechnischen Anlage auf dem Wasserweg durchgeführt. Das Kernkraftwerk Obrigheim in Baden-Württemberg war Ausgangspunkt des Transports von Containern mit verbrauchten Brennelementen durch ein Spezialschiff über den Neckar. Die Waiblinger Kreiszeitung berichtet von den umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen rund um den Transport, u.a. durch Luftüberwachung, aber auch kritische Stimmen zu dieser Art der Beförderung:

    ZVW

    Ausführlich nimmt sich auch das Handelsblatt des Themas an, dort findet sich auch einiges Bildmaterial zur Dokumentation des Transports:

    HANDELSBLATT

    Das österreichische Kernkraftwerk Zwetendorf ist nie in Betrieb genommen worden und wird seit seinem Bau u.a. für Schulungen, auch zum Rückbau von KKWs, und Besichtigungen genutzt. Aktuell, so der Branchendienst Heise, dient das Werk als Austragungsort für einen Wettbewerb: Beim Roboterwettbewerb „Enrich“ sollen im Werk versteckte winzige Stücke von radioaktivem Kobalt-60 von Bergungsrobotern gefunden und geborgen werden. Ziel des Wettbewerbs sei es, Technologie für Notfalleinsätze zu erproben:

    HEISE ONLINE

    Beim Rückbau des KKW Grafenrheinfeld, so das Portal Nordbayern, werde auf den Rückbau des Werks in Würgassen geschaut, das seit 1997 rückgebaut wurde und nun nur noch aus einer Hülle bestände. Der Beitrag richtet dabei den Blick auch auf die Auswirkungen auf die Stadt Beverungen, zu der Würgassen gehört. Mangels Einnahmen aus Gewerbesteuer durch das Werk seien die Finanzen angespannt, der Ort leide unter Bevölkerungsschwund und es werde in Betracht gezogen, auch nun leerstehende Wohngebäude der früheren Kraftwerksangestellten abzureissen:

    NORDBAYERN

    Vom Besuch des niedersächsischen Ministerpräsidenten Weil im Kernkraftwerk Stade berichtet die NWZ. Das Werk wird von einem 38-köpfigen Kernteam rückgebaut, das Lob des Ministerpräsidenten erntete, Weil bezeichnete Sie laut NWZ als „Pioniere des Rückbaus“. Der Betreiber PreussenElektra beabsichtige, das beim Rückbau erworbene Know-How auch für den Rückbau anderer Werke nutzbar zu machen:

    NWZ ONLINE

    Protest in Neckarwestheim: Gegen die Pläne, den beim Rückbau des dortigen KKW anfallenden Bauschutt auf Deponien des Landkreises Ludwigsburg zu lagern, stößt laut Bietigheimer Zeitung auf Widerstand. Betreiber EnBW betont dagegen das Verfahren der sicheren Messung eventueller Strahlung und die Pläne für die Wiederverwertung des zu ganz großen Teilen völlig unbelasteten Bauschutts:

    BIETIGHEIMER ZEITUNG

    Der Rückbau von Kernkraftwerken wird zum neuen Geschäftszweig deutscher Unternehmen. Wie das Magazin Focus berichtet, steigt der Stahlanlagenbauer HAB in Wusterhausen gezielt in diesen Markt ein und will zukünftig den Bau von Demontageeinheiten für kontaminierte Großkomponenten von Kernkraftwerken anbieten:

    FOCUS

  • Presseschau vom 16.06.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich sind die Veröffentlichungen breit gefächert – von einem Überblick über den Rückbau in Deutschland über Neuigkeiten aus Biblis und Brokdorf oder eine Berichterstattung zur Kernelementebrennsteuer aus verschiedenen Perspektiven bis hin zum energiepolitischen Ergebnis der Koalitionsverhandlungen in Kiel.

    Die WELT beschäftigt sich mit dem Rückbau deutscher Kernkraftwerke. Der Kraftwerksleiter des KKW Mülheim-Kärlich schildert das Verfahren zum Rückbau des Werks, aber auch Teile der Historie des schon seit 1988 stillgelegten Werks in Biblis:

    WELT

    Auch die Hessenschau berichtet aus Biblis: Dort wurde jetzt offiziell mit dem Abbau der Anlage begonnen. Man rechne mit einer Dauer von 15 Jahren bis zum vollständigen Abschluss der Arbeiten:

    HESSENSCHAU

    Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, mit der die von 2011 bis 2016 erhobene Kernbrennelementesteuer von den Konzernen erhoben wurde, die noch aktive Kernkraftwerke betrieben haben, war Gegenstand umfangreicher Berichterstattung in vielen Medien. Einen Überblick über die Hintergründe der Entscheidung liefert die Tagesschau:

    TAGESSCHAU

    Eine Übersicht zu Pressestimmen zur Entscheidung liefert FOCUS:

    FOCUS ONLINE

    Auch das Handelsblatt berichtete und stellte die jeweiligen Anteile der betroffenen Energieversorger dar. Dabei wird auch erläutert, warum die von Vattenfall betriebenen Werke in Brunsbüttel und Krümmel von dem Verfahren nicht betroffen waren. Im fraglichen Zeitraum der Besteuerung waren beide Werke bereits nicht mehr in Betrieb:

    HANDELSBLATT

    Die aufgrund der Entscheidung fälligen Rückzahlungen an Steuern in Milliardenhöhe fallen zum Teil den Ländern zu, die an Energieunternehmen beteiligt sind. So hält das Land Baden-Württemberg eine 50%-Beteiligung am Versorger EnBW. Dass ein grün regiertes Bundesland auf diese Weise von einer Niederlage aus Sicht der Bundesgrünen profitiert, notiert die WELT:

    WELT

    Auch die Deutsche Bahn profitiert von den zu erwartenden Rückzahlungen. Als Mitgesellschafter des KKW Neckarwestheim könne das Unternehmen laut Handelsblatt einen Teil der Zahlungen für sich in Anspruch nehmen:

    HANDELSBLATT

    Aktuell aus Brokdorf berichtet der Weser Kurier. Dort ist das Kernkraftwerk weiterhin abgeschaltet, nachdem im Frühjahr Rostbefall auf Brennstäben entdeckt wurde. Das vom Betreiber vorgelegte Gutachten zum Schaden befände sich weiterhin in der Prüfung durch die zuständige Aufsichtsbehörde; in der Zwischenzeit falle für den Betreiber täglich ein geschätzter Verlust von bis zu einer Million Euro pro Tag an. Ob Brokdorf überhaupt wieder ans Netz gehen werde, lässt das Blatt offen:

    WESER KURIER

    Einigkeit über die zukünftige Regierungskoalition in Schleswig-Holstein meldet der Deutschlandfunk. Demnach sei der Weg für das sog. Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und GRÜNE:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Bereits zuvor hatte das Hamburger Abendblatt über die künftige Ressortverteilung im Kabinett des neuen Ministerpräsidenten Daniel Günther berichtet. Dabei werde das für die Atomaufsicht zuständige Ministerium MELUR auch weiterhin durch Dr. Robert Habeck (GRÜNE) geführt werden (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

  • Presseschau vom 02.06.2017

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch beschäftigen sich die Veröffentlichungen unter anderem mit dem Stillstand in Brokdorf, mit einer Klage gegen die Rückbaugenehmigung für das Kernkraftwerk Biblis, mit der Zukunft des Energiestandorts Grundremmingen sowie mit lokalen Angelegenheiten wie einem meldepflichtigen Ereignis in Brunsbüttel.

    Ein geringfügiger Defekt trat im Kernkraftwerk Brunsbüttel auf. An einer Sprühwasserlöschanlage konnte ein Fernschaltventil nicht aus der Warte ausgelöst, aber von Hand bedient werden. Das Ventil wurde ausgetauscht, der Vorgang lag unterhalb der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kraftwerken. Boyens Medien schilderten den Sachverhalt ausführlich:

    BOYENS MEDIEN

    Weiter still steht das KKW Brokdorf. Dort war der Meiler im Februar vom Netz genommen worden, weil ein rätselhafter Rostbefall der Brennstäbe festgestellt wurde. Jetzt wurde ein Schadensbericht vom Betreiber vorgelegt, den das zuständige Ministerium prüfen werde. Eine Entscheidung über die eventuelle Wiederinbetriebnahme falle dann, ggf. käme laut Tagesspiegel auch ein dauerhaftes Betriebsverbot in Betracht:

    TAGESSPIEGEL

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Hessen hat beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel Klage gegen die Rückbaugenehmigung für das Kernkraftwerk Biblis eingereicht. Die Umweltschützer kritisieren, dass beim Abriss große Mengen radioaktiven Abfallmaterials anfielen. Dem trat die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) entgegen. Es sei unverständlich, dass der BUND nun gegen diesen wichtigen Schritt für ein neues Kapitel in der Energiepolitik vorgehe. Der Rückbau erfolge unter sehr strengen Sicherheitsauflagen und Kontrollen. Die Bürstädter Zeitung protokolliert:

    BÜRSTÄDTER ZEITUNG

    Die Phosphatwerte im Stechlinsee steigen, aber anders als häufig vermutet sei das nahegelegene Kernkraftwerk Rheinsberg, stillgelegt seit 1990, nicht der Verursacher. Das Gegenteil sei der Fall, berichtet der Tagesspiegel. Der Kühlwasserkreislauf des KKW, der Wasser aus dem benachbarten Nehmitzsee entnahm und wieder zurückführte, hatte sogar einen positiven Effekt, da dadurch das Wasser alle 300 Tage ausgetauscht worden sei, zitiert das Blatt einen Forscher:

    DER TAGESSPIEGEL

    Diskussion über die zulässig genehmigte Leistung des KKW Grundremmingen. Laut der Fraktion der GRÜNEN im Landtag habe das Werk seine Leistung in den vergangenen Jahren mehrfach und deutlich überschritten. Der Betreiber und das zuständige Umweltministerium weisen die Vorwürfe zurück, das Werk sei immer im Rahmen der rechtlichen Vorgaben betrieben worden. Die Süddeutsche Zeitung fasst die Diskussion zusammen:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Mit der Zukunft des Energiestandorts Grundremmingen beschäftigt sich die WELT. Betreiber RWE will dort nach dem Auslaufen der Kernkraft in Deutschland einen Technologiewechsel vollziehen und ein neues Gaskraftwerk bauen. Ein solches Werk, für das Turbinen ähnlich denen aus dem Flugzeugbau zum Einsatz kommen könnten, sei zur Sicherung der Grundversorgung in Bayern geboten, so RWE:

    WELT

    Historische Abstimmung in der Schweiz: Bei einer Volksbefragung hat sich die Mehrheit der Wahlberechtigten gegen den Bau neuer Kernkraftwerke in der Schweiz ausgesprochen. Die bestehenden 5 KKWs in der Schweiz sind von der Entscheidung allerdings nicht betroffen, so der Südkurier:

    SÜDKURIER

    Dies bestätigt auch ein Beitrag des Südkuriers zum Schweizer KKW Leibstadt. Dieses werde plangemäß bis 2045 Strom produzieren:

    SÜDKURIER

  • Presseschau vom 19.05.2017

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal haben wir einen Mix aus lokalen Themen, interessante Beiträge zu Rückbaufinanzierungen und Kompetenzvermarktung sowie ein Interview mit Dr. Habeck.

    Mehr als eine Milliarde  Euro könne der Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel kosten – ein guter Teil davon, so die Lübecker Nachrichten, könne bei Dienstleistern aus der Region verbleiben, die sich am Rückbauprozess beteiligen. Um in Frage kommende Unternehmen zu informieren und das dafür erforderliche Ausschreibungsverfahren zu erläutern, fand nun eine Informationsveranstaltung in Informationszentrum des Kernkraftwerks Krümmel statt, so das Blatt:

    LÜBECKER NACHRICHTEN

    Eine sofortige Stilllegung des Kernkraftwerks Grohnde bei Göttingen fordert der dortige Stadtrat. In einem Appell an den Umweltminister des Landes Niedersachsen, Stefan Wenzel (Grüne), begründet das Gremium dies u.a. mit Störfällen in der Vergangenheit. Grohnde soll planmäßig spätestens Ende 2021 abgeschaltet werden. HNA berichtet:

    HNA

    Den Rückbau des KKW Stade begleitet das Stader Tageblatt. Anlässlich eines Besuchs der CDU-Fraktion im Landtag sei den Teilnehmern der immense Aufwand verdeutlicht worden, der zum sicheren Rückbau des Werks betrieben werde. Stade ist seit 2003 außer Betrieb. Ein Video bebildert den Besuch der Politiker:

    TAGEBLATT

    Der Mannheimer Morgen berichtet aus Biblis. Dort steht der Rückbau des KKW unmittelbar bevor. Veranschlagt ist eine Projektdauer von 15 Jahren, in der, so der dortige Werksleiter, insbesondere mit dem eigenen Personal der Rückbau bewältigt werden soll (Bezahlinhalt):

    • MANNHEIMER MORGEN

    Dass das beim Rückbau von Kernkraftwerken gewonnene Know-How ein monetarisierbares Gut ist, belegt die Schweizer Handelszeitung in Ihrem Beitrag. Demnach böten die Konzerne E.ON und EnBW ihre Dienste für die Zerlegung der Anlagen und Entsorgung des dabei anfallenden Mülls anderen Konzernen an, die ebenfalls ihre Kernkraftwerke rückbauen müssen. Der entsprechende Markt böte weltweite Wachstumsperspektiven, so das Blatt:

    HANDELSBLATT

    Aufgrund der Lerneffekte beim Rückbau von kerntechnischen Anlagen werde jedes weitere Projekt günstiger. Das Portal Finanztreff zitiert den Vorstandschef des Unternehmens E.ON, der ankündigte, aufgrund dieser Erfahrungen beim Rückbau substantielle Beträge eingespart werden könnten, so das die gebildeten Rücklagen für die Projekte nicht vollständig in Anspruch genommen werden müssten. E.ON habe insgesamt 8 Anlagen abzureissen:

    FINANZTREFF

    Den Verlust kerntechnischer Kompetenz in Deutschland befürchtet der Präsident des Deutschen Atomforums Güldner laut eines Tagungsberichts bei Finanzen.net. Angesichts des Ausstiegs aus der Kernenergie müsse sichergestellt bleiben, das langfristig Kompetenz bereitgestellt bliebe. Dies gelte insbesondere für die Sicherheitstechnik, aber auch für weitere Kompetenzbereiche:

    FINANZEN.NET

    In einem Interview mit der Tagesschau äußert sich der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck nach dem Wahlerfolg der GRÜNEN, aber vor der Entscheidung über eine mögliche Koalition zu den Grundzügen und Schwerpunkten seiner Politik in Schleswig-Holstein. Das Thema Rückbau der hiesigen Kernkraftwerke findet dort als besonders wichtige Komponente Berücksichtigung:

    TAGESSCHAU

    „Aus Sicht des BUND ist ein bestmöglicher Schutz beim Abriss des Atomkraftwerks Biblis unter jetzigen Vorzeichen nicht gewährleistet. Das Ministerium sieht das anders. Der BUND klagt dennoch gegen die Abrissgenehmigung”, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung:

    FAZ

  • Presseschau vom 05.05.2017

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Entsorgung der nicht-radioaktiven Abfälle aus Krümmel, Fortschritte im Rückbau und ein persönlicher Aspekt eines Kraftwerkdirektors stehen u.a. diese Woche im Fokus.

    Der Streit um die Entsorgung des beim Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel anfallenden nichtstrahlenden Bauschutt scheint beendet. Wie die Lübecker Nachrichten berichten, haben sich Anti-Atom-Aktivisten, Bürger der betroffenen Kommunen, der Deponiebetreiber und die Gemeinde Wiershop, ein Nachbarort von Krümmel, „in breitem Konsens“ für eine Lagerung dort entschieden. Umweltminister Dr. Robert Habeck (Grüne) begrüße die gefundene Lösung, sie sei „dem Engagement der Akteure in der Region“ zu verdanken:

    LN ONLINE

    Zuvor hatte bereits der NDR über die Wiershoper Entscheidung berichtet. Hier wird es als „mutiger Entschluss“ bezeichnet, dass sich – erstmals – eine Gemeinde freiwillig bereit erklärt, Abfälle zu übernehmen, die aus dem Umfeld eines Kernreaktors stammen.

    NDR

    Seit 2010 wurde in deutschen Kernkraftwerken sechsmal Alarm wegen des möglichen unkontrollierten Überflugs von Luftfahrzeugen gegeben. Zuletzt waren davon auch die Werke in Brunsbüttel und Krümmel betroffen, wie das Luftfahrtmagazin Aero protokolliert:

    AERO

    Dass militärische Überflüge über das Zwischenlager Gorleben ebenfalls zum Problem werden könnten, befürchtet der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). In einem Brief an die Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bat er laut Hannoversche Allgemeine um eine Stellungnahme zum Thema (Bezahlinhalt):

    HANNOVERSCHE ALLGEMEINE

    Die SHZ berichtet aus Brokdorf: Das dortige Werk bleibe weiter abgeschaltet, bis die Ursachen für die bislang ungeklärten Phänomene an den Kühleinrichtungen geklärt seien. Inzwischen fanden mehrfache Proteste gegen das KKW statt, die größte Veranstaltung am 23. April:

    SHZ

    Aus Essenbach vom Rückbau des dortigen Kraftwerks Isar 1 berichtet die Passauer Neue Presse. 15 Jahre werde der Rückbau dauern, an Kosten seien eine Milliarde Euro prognostiziert, so das Blatt:

    PNP

    Eine persönliche Geschichte im Kontext des Rückbaus eines Kernkraftwerks erzählt der FOCUS. Der Werksleiter des KKW Grafenrheinfeld –  zeitweise das Werk, das weltweit den meisten Strom produzierte – verlässt aus eigenem Entschluss seine Position, da er nach fast vier Jahrzehnten im Werk dessen Abwicklung nicht aktiv begleiten könne:

    FOCUS ONLINE

    Nachwuchs am KKW Brunsbüttel: Zwischen dem 28. April und dem 1. Mai schlüpften wie schon in den Vorjahren Wanderfalkenküken am Abluftkamin des Werks. Das Nest in ca. 60 Metern Höhe scheint ideal für die Falken zu sein, vermutet der NDR. Ein Videobeitrag dokumentiert die Geschichte der Familiengründung am Kamin:

    NDR

     

  • Presseschau vom 21.04.2017

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Fokus der Berichterstattung liegt diesmal auf aktuellen Rückbauvorhaben und den Status der noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke, doch auch Beiträge zum Entsorgungspakt und zur Endlagersuche sind vertreten – genau so wie ein Statement zu den Kosten der Energiewende:

    Unmittelbar bevorstehend ist die nächste Phase des Rückbaus des Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich. Bereits in der kommenden Woche sollen laut SWR fünf Gebäude, darunter ein Bauwerk für die Aufbereitung von Rheinwasser sowie ein Notstandsgebäude abgerissen werden. In der Folge soll der prominente, 162 Meter hohe Kühlturm beseitigt werden:

    SWR

    Die Genehmigung für den Abbau des Blocks 1 des KKW Philippsburg wurde vom zuständigen Umweltministerium erteilt. Bereits im Mai könnten die ersten Arbeiten beginnen. Auch hier berichtet der SWR:

    SWR

    Rückbaustart auch in Neckarwestheim: Hier begann mit dem Ausbau eines symbolischen Teils des GKN I durch den Umweltminister Franz Untersteller und einen Vertreter des Betreibers EnBW die Demontage des 1976 in Betrieb gegangenen Werks. Die Stimme Heilbronn dokumentiert in ihrem Beitrag auch kritische Stimmen. Gegner des Rückbauverfahren würden einen „Billig-Abriss“ monieren, so das Blatt:

    DIE STIMME

    Weiterhin still steht das nach Wartungsarbeiten abgeschaltete Kernkraftwerk Brokdorf. Bei Routineüberprüfungen waren ungewöhnliche Oxydationsschichten an einigen Brennstäben entdeckt worden, nach deren Ursache geforscht werde. In der Zwischenzeit bleibe das Werk außer Betrieb. Dabei läuft laut SHZ täglich ein finanzieller Verlust von € 900.000 für den Betreiber auf:

    SHZ

    Gegen die Wiederinbetriebnahme von Brokdorf regt sich indes Protest. Natur- und Umweltschutzverbände riefen laut SHZ zu einer Demonstration für den 23. April auf, um sich gegen den aus ihrer Sicht risikobehafteten Betrieb des Werks zu wenden:

    SHZ

    Wieder am Netz ist das KKW Grohnde. Auch dort waren nach Wartungsarbeiten Oxydationsspuren gefunden worden, die jedoch vom zuständigen niedersächsischen Umweltministerium als unbedenklich eingestuft wurden. Der Branchendienst IWR berichtet weiter, dass derzeit drei von acht noch aktiven deutschen Kernkraftwerken still ständen, neben Brokdorf seien dies Neckarwestheim II sowie Philippsburg II:

    IWR

    Nachdem im vergangenen Jahr der Dialog zwischen dem schleswig-holsteinischen Umweltministerium und Initiativen und Gemeinden zur Frage der Entsorgung von schwach radioaktivem Abfall aus Kernkraftwerken gescheitert scheiterte, werfen diese Interessenvertreter dem Minister Dr. Robert Habeck nun mangelnde Transparenz im weiteren Verfahren vor. Laut Kieler Nachrichten werde das nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit laufende Verfahren in Arbeitsgruppen kritisiert, auch dem Städte- und Gemeindetag (SGHT) wird mangelnde Kooperation vorgeworfen. SGHT und Ministerium widersprechen:

    KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Nach der Verabschiedung des Endlagersuchgesetzes durch Bundestag und Bundesrat beginnt die Suche nach einer dauerhaften Lagerstätte für Atomabfälle nun auch im Norden. Die Lübecker Nachrichten schildern, welche Standorte in Norddeutschland Gegenstand der Überprüfung auf Geeignetheit werden könnten und lassen örtliche Lokalpolitiker dazu zu Wort kommen:

    LÜBECKER NACHRICHTEN ONLINE

    „Kostenmäßig aus dem Ruder gelaufen“ sei die Finanzierung der Energiewende, zitiert FOCUS den Chef des Energieversorger RheinEnergie Dieter Steinkamp. Steuern, Umlagen und Entgelte machten inzwischen fast die Hälfte des Strompreises aus und verteuerten Strom für Verbraucher unverhältnismäßig. Der Manager fordert eine „komplette Neugestaltung“ der Finanzierung der Energiewende:

    FOCUS ONLINE

  • Presseschau vom 07.04.2017

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau, dieses Mal mit einem Mix aus Themen wie Rückbau oder der Endlagersuche – doch auch lokale und nationale Meldungen sind vertreten:

    Im Kernkraftwerk Krümmel ist bei einer wiederkehrenden Prüfung ein Riss in einer Kühlwasserleitung eines Notstromaggregats festgestellt worden. Da statt der für eine Notstromversorgung des Werkes erforderlichen zwei Notstromdiesel aber vier Aggregate verfügbar seien, sei die Versorgung aller Systeme durchgehend gewährleistet. Der Schaden sei bereits behoben, so die SHZ:

    SHZ

    Der Branchendienst IWR berichtet über den geplanten Abriss des Forschungsreaktors des Helmholtz-Zentrums für Material- und Küstenforschung in Geesthacht in unmittelbarer Nachbarschaft des KKW Krümmel. Der vollständige Rückbau sei bis zum Jahr 2024 geplant, die Öffentlichkeit werde im Rahmen des Verfahrens involviert. Zuletzt hat dazu im März ein Erörterungstermin stattgefunden, an dem einige Einwendungen erhoben und in das Genehmigungsverfahren integriert wurden:

    IWR

    Gegen eine Verlängerung der Laufzeit des KKW Brokdorf hat sich der schleswig-holsteinische Landtag ausgesprochen. Das Parlament forderte die Regierung auf, sich auf Bundesebene gegen eine Übertragung von Reststrommengen anderer KKW nach Brokdorf einzusetzen. Kritiker des Beschlusses vermuten Wahlkampftaktik hinter der Initiative. Brokdorf ist aktuell nach dem Fund auffälliger Oxidschichten nicht am Netz. Die WELT berichtet:

    WELT

    Offiziell begonnen hat der Rückbau des KKW Isar 1 in Essenbach bei Landshut. Zunächst sollen erste Arbeiten an der Hochdruckturbine durchgeführt werden. Der BR widmet dem Thema einen ausführlichen Beitrag mit Bild- und Videomaterial:

    BR

    Nach der Erteilung der Genehmigung durch das hessische Umweltministerium kann das dortige Kernkraftwerk Biblis nun stillgelegt und demontiert werden. Das zugrunde liegende Konzept des Betreibers RWE sieht einen Zeitraum von 15 Jahren bis zum endgültigen Abschluss der Arbeiten vor, so der Deutschlandfunk:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Aus Grundremmingen berichtet die Augsburger Alllgemeine in einem ausführlichen Beitrag zum Rückbau des dortigen Kernkraftwerks. Ein erläutertes Schaubild verdeutlicht das konkrete Verfahren, ein link verweist auf weitere Artikel in einer Serie von Beiträgen zum Rückbau des bayerischen Werks:

    AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Weit fortgeschritten ist der bereits seit 2004 laufende Abriss des KKW Mülheim-Kärlich. Wie der Trierische Vollksfreund berichtet, wird jetzt der Rückbau auch von außen sichtbar werden. Vermutlich im Juni werde ein prägnanter Kühlturm abgerissen, der mit einer Höhe von 162 Metern weithin sichtbar ist:

    VOLKSFREUND

    In Zusammenhang mit dem vor der Ratifizierung durch den Bundesrat stehenden Endlagergesetz meldet die Süddeutsche Zeitung einen „Fluchtversuch“ des Bundeslands Sachsen, das kurzfristig beantragte, auf der Suche nach Lagerstätten die Anforderungen an (in Sachsen verbreitete) Lagerorte in Granit zu erhöhen. Führende Politiker, darunter auch der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck, reagierten mit Unverständnis, der Antrag wurde im Umweltausschuss des Bundesrats zurückgewiesen:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Am 31.03. hat der Bundesrat das Endlagergesetz angenommen, das damit die letzte parlamentarische Hürde genommen hat. Die Endlagersuche, so die FAZ, könne nun nach Maßgabe dieses Gesetzes beginnen:

    FAZ

    Gute Nachrichten für den Energiestandort Brunsbüttel. Laut Kieler Nachrichten soll das neue deutsche Flüssiggasterminal (LNG) auf dem Gelände von Brunsbüttel Ports entstehen. Der Betreiber, der niederländische Konzern Gasunie habe eine entsprechende Vorentscheidung getroffen. Das Investitionsvolumen betrage rund 400 Mio. Euro:

    KN ONLINE

  • Presseschau vom 24.03.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich befassen sich viele der Veröffentlichungen mit dem Thema Rückbau an sich, zum Teil multimedial aufbereitet, mit dem Thema Rückbau aus verschiedenen Perspektiven und an diversen Standorten. Außerdem der Link zu einem Interview zur Endlagersuche, aktuelles aus Brokdorf sowie Rückschau auf 30 Jahre Brunsbüttel.

    Der NDR erinnert an den Beginn der kommerziellen Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Brunsbüttel. Am 9. Februar 1977 wurde erstmals Strom aus dem Werk geliefert. Am 18. Juli 2007 wurde der Meiler zum letzten Mal runtergefahren. Der Beitrag lässt die Geschichte des Kraftwerks Revue passieren und beschäftigt sich auch mit den Vorbereitungen für den Rückbau:

    • NDR

    Wegen des fehlenden Funkkontaktes zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum mussten im Zuge eines sog. „Renegade-Voralarms“ kurzfristig Kernkraftwerke im Norden, darunter auch das KKW Brunsbüttel, geräumt werden. Der Alarm konnte wieder aufgehoben werden, nachdem der Kontakt zu dem Flugzeug wieder hergestellt wurde. Am KKW Brokdorf fand zeitgleich eine Demonstration statt. Die SHZ fasst die Geschehnisse zusammen:

    • SHZ

    Auch süddeutsche Kernkraftwerke waren von dem Voralarm betroffen. Insgesamt, so der SWR, seien sieben der acht noch aktiven Werke sowie mehrere bereits stillgelegte Anlagen von dem Vorfall im Luftraum zu Reaktionen gezwungen gewesen:

    • SWR

    Die Revisionsarbeiten im KKW Brokdorf haben zu einem überraschenden Befund geführt, der die Aufsichtsbehörde im Umweltministerium beschäftigt. Man habe Oxidationsschichten an den Stäben der Brennelemente entdeckt, die nach Umfang und Fundstelle ungewöhnlich seien. Laut SPIEGEL vermute die Aufsichtsbehörde Parallelen zu ähnlichen Phänomenen bei anderen Werken. Das Wiederanfahren des Werks in Brokdorf wurde zunächst ausgesetzt:

    • SPIEGEL ONLINE

    Auch die Lübecker Nachrichten beschäftigen sich mit dem Vorgang und lassen Umweltminister Dr. Robert Habeck sowie den Geschäftsführer des Kernkraftwerks Brokdorf zu Wort kommen:

    • LÜBECKER NACHRICHTEN ONLINE

    In unmittelbarer Nachbarschaft zum KKW Krümmel befindet sich auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrums für Material- und Küstenforschung ein Forschungsreaktor, der bereits seit Jahren von seinen Brennstäben befreit ist und nun zurückgebaut werden soll. Dort hat nun die für die Planung des Rückbaus gewünschte Bürgerbeteiligung begonnen. SAT 1 Regional berichtet dazu mit einem Videobeitrag aus Geesthacht:

    • SAT1REGIONAL.DE

    Verzögern wird sich laut NDR der bereits seit 2005 laufende Rückbau des KKW Stade. Das Herzstück des Meiler, der Reaktordruckbehälter, sei bereits zerlegt, allerdings seien am Sockel des Reaktors noch erhöhte Strahlenwerte festgestellt worden:

    • NDR

    Aus Mülheim-Kärlich berichtet der STERN und schildert mit einem bebilderten Beitrag den Rückbau des dortigen Werks:

     STERN

    Die Lausitzer Rundschau beschäftigt sich ebenfalls mit dem Rückbau von Mülheim-Kärlich und lässt in seinem Beitrag Mitarbeiter des Werkes und Vertreter der Gemeinde zu Wort kommen:

     LAUSITZER RUNDSCHAU ONLINE

    Auch der BR beschäftigt sich multimedial mit dem Rückbau von Kernkraftwerken und hat dabei die bayerischen Werke im Fokus:

    • BAYRISCHER RUNDFUNK

    Die Endlagersuche in Deutschland thematisiert die Westfalenpost und befragt dazu BUND-Vorstandmitglied Klaus Brunsmeier. Brunsmeier ist eines von neun Mitgliedern des Nationalen Begleitgremiums für die Endlagersuche:

    • WESTFALENPOST

    Bis 2031 will die Bundesregierung ein Endlager für hoch radioaktiven Müll finden. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde nun vom Bundestag abgesegnet, der Bundesrat befasst sich in Kürze mit dem Gesetz. Politiker, Umweltschützer und andere hatten jahrelang daran gefeilt, Kritiker monieren mangelnde Bürgerbeteiligung. Die Tagesschau schildert Fakten und Hintergründe in einem umfangreichen Feature mit Video und Verweisen auf weitere Quellen:

    • TAGESSCHAU

     

  • Presseschau vom 10.03.2017

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Die Berichterstattung der letzten Tage umfasst diverse Themen – vom „Milliardengeschäft“ des Rückbaus in Krümmel über Vorgänge im KKW Grundremmingen oder die geplante Bürgerbeteiligung in Unterweser bis hin zu einem Gesetzesentwurf für die Auswahl eines Atommüll-Endlagers.

     

    Mit dem „Milliardengeschäft“ des Rückbaus des Kernkraftwerk Krümmel beschäftigen sich die Lübecker Nachrichten (Bezahlinhalt). Mit einem Auftragsvolumen von bis zu 1,18 Mrd. Euro könne die Wirtschaft in der Region beim Rückbau des Werks und des Forschungsreaktors auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrums rechnen. Der Beitrag wird begleitet von einer Bildergalerie:

    LN ONLINE

    Die sofortige Abschaltung des Kernkraftwerks Grundremmingen fordert laut Südwest Presse ein Gutachten des Umweltinstituts München. Für den Fall außergewöhnlicher Einwirkungen wie bspw. eines Flugzeugabsturzes auf das Werk sei das Kühlsystem des Werks nicht geeignet, die möglichen Folgen zu kontrollieren. Die Betreibergesellschaft sowie ein Gutachten des Bundesumweltministeriums halten diese Ansicht jedoch für falsch:

    SÜDWEST PRESSE

    Ein Fehler an einem Sicherheitsventil war zuletzt Grund für die kurzfristige Abschaltung des KKW Grundremmingen. Der abgeschaltete Block B sollte ein letztes Mal ans Netz gehen, bevor er zum Ende des Jahres plangemäß vom Netz genommen werden soll, so die Südwest Presse:

    SÜDWEST PRESSE

    Mit einer aufwändigen multimedialen Reportage begleitet die Verlagsgruppe Rhein Main den anstehenden Rückbau des KKW Biblis. Der Rückbau eines Kernkraftwerks sei ein außerordentliches historisches, seltenes Ereignis, das man entsprechend dokumentieren wolle. Einen erläuternden Text und  Link bietet u.a. der Giessener Anzeiger:

    GIESSENER ANZEIGER

    Direkt zur Reportage gelangen Sie hier:

    VERLAGSGRUPPE RHEIN MAIN

    Die Bürgerbeteiligung beim Rückbau des KKW Unterweser ist Thema eines Beitrags der NWZ Online. Geplant seien verschiedene Veranstaltungsreihen, beginnend im September und organisiert von einem Schweizer Unternehmen. Schwerpunkt werde die Förderung von Dialogprozessen:

    NWZ ONLINE

    Einen gemeinsamen Entwurf von SPD, Union und Grünen zum geplanten Gesetz für die Auswahl eines Atommüll-Endlagers hat Umweltministerin Hendricks in Berlin vorgestellt. Laut Osnabrücker Zeitung sollen demnach Fachleute nach wissenschaftlichen Kriterien den Standort auswählen. Kritik kommt von der Partei Die Linke. Dort wird u.a. bemängelt, dass das Gesetz Gorleben als möglichen Standort nicht ausschließe:

    NOZ

    Dass der Staat sich mit den großen Energiekonzernen über die Entsorgung der atomaren Altlasten habe einigen können, berichtet ZEIT ONLINE. Knapp ein Jahr nach der Grundsatzeinigung habe sich die Bundesregierung mit den vier Energieriesen Vattenfall, Eon, RWE und EnBW auf Details verständigt. Die Konzerne würden allerdings nicht – wie von der Politik angestrebt – alle noch anhängigen Klagen im Zusammenhang mit dem Atomausstieg fallen lassen:

    ZEIT ONLINE

    Vor einem „ökonomischen Desaster“ bei der Umsetzung der Energiewende warnt die WELT unter Berufung auf ein Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey. Demnach hätten sich alle relevanten Kennzahlen, mit denen der Fortschritt und die Relevanz der Energiewende messen ließen, gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr deutlich verschlechtert. Dass sich die Energiewende rechne, so die Berater, sei bis auf Weiteres nicht absehbar:

    WELT

     

  • Presseschau vom 24.02.2017

    Wir heißen Sie herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich sind die Veröffentlichungen dieses Mal bunt gemixt –von lokalen Nachrichten über das Thema Rückbau oder die Endlagersuche bis hin zu neuen Techniken im Reaktorbereich.

    Nachdem bei der turnusgemäßen Inspektion im Kernkraftwerk Brokdorf Auffälligkeiten an den Brennstäben entdeckt worden seien, bleibt das Kraftwerk an der Elbe zunächst länger abgeschaltet als ursprünglich geplant. Die geplante Revisionszeit werde voraussichtlich bis zum 03. März verlängert, so SPEGEL online:

    SPIEGEL ONLINE

    Die SHZ beschäftigt sich mit den konkreten Revisionsarbeiten im KKW Brokdorf und deren Umsetzung durch zahlreiches zusätzliches Personal. Für den Zeitraum der Revision sei das Werk zu einem der größten Arbeitgeber in der Region geworden, da neben dem Stammpersonal bis zu 1200 Mitarbeiter an den Arbeiten beteiligt seien. Dabei sei der Aufwand in diesem Jahr geringer als in den Vorjahren, da einige Großkomponenten nur alle drei Jahre ausgewechselt werden müssten:

    SHZ

    Das Ziel „grüne Wiese“ soll auch für den geplanten Rückbau des Kernkraftwerks Grundremmingen gelten, so die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf in der Presse Augsburg. Ein anstehender Erörterungstermin im März soll jetzt die Möglichkeit zu Einwendungen zum geplanten Verfahren geben, um dann über den Rückbauantrag zügig entscheiden zu können:

    PRESSE AUGSBURG

    Den Finanzchef Stefan Dohler der Vattenfall AB in Stockholm, Muttergesellschaft der deutschen Betreiber der Kraftwerke in Brunsbüttel und Krümmel zitiert Wallstreet Online. Vattenfall, so Dohler, halte grundsätzlich an der Forderung nach einer fairen Kompensation für die durch den vorzeitigen Atomausstieg durch die Bundesregierung entstandenen Kosten für den Konzern fest:

    WALLSTREET ONLINE

    Von den jeden Sonntag stattfindenden Protesten gegen ein mögliches Endlager in Gorleben berichtet der Weser-Kurier. Seit nunmehr fast 28 Jahren beteilige sich u.a. die ökumenische Initiative an wöchentlichen Gebeten. Die Initiatoren der Initiative zweifeln an der Aufrichtigkeit eines echten Neustarts für die Endlagersuche und befürchten, Gorleben könne „durch die Hintertür“ zum bundesweiten Endlager bestimmt werden:

    WESER KURIER

    Mit Gorleben als mögliches Endlager beschäftigt sich auch ein Beitrag des Berliner Tagesspiegels. In dem „Nationalen Begleitgremium“, das die Standortsuche kritisch begleiten soll, seien auch drei Bürger vertreten, die zufällig ermittelt worden seien – zum Unmut der Bürgerinitiativen am Standort:

    TAGESSPIEGEL

    Über neue Reaktortypen, die das Risiko eines Unfalls senken sollen, berichtet der Deutschlandfunk. Ein amerikanisches Unternehmen habe aktuell die Zulassung für einen sog. „Small Modular Reactor“ beantragt, bei dessen Betrieb eine Kernschmelze unmöglich sein soll:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Mit der Entwicklung neuer Reaktortypen beschäftigt sich auch Heise. Fortschritte werden hier laut des Portals in den westlichen Industrienationen nur noch selten erzielt, da die gesellschaftliche Ablehnung groß sei. Indes sei China aktuell sehr aktiv beim Bau neuer konventioneller Reaktoren und der Forschung an innovativen, neuen Kraftwerkstypen:

    HEISE ONLINE

    Die Industriekultur in Geesthacht und Krümmel ist Gegenstand eines Features des NDR. Dabei findet neben dem Kernkraftwerk Krümmel als prägendes technisches Bauwerk auch die Fischaufstiegsanlage, größte ihrer Art in Europa und von Vattenfall finanziert, besondere Erwähnung:

    NDR

  • Presseschau vom 10.02.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Konkrete Rückbauprojekte in ganz Deutschland stehen im Fokus der Berichterstattung in den letzten Wochen. Dazu finden Sie in der aktuellen Presseschau Nachrichten aus Brunsbüttel und Krümmel und zwei kontroverse Beiträge zur Energieversorgung im abgelaufenen Januar. „Aufmacher“ ist ein TV-Beitrag zum KKW Brunsbüttel anlässlich des 40. Jubiläums der Inbetriebnahme:

    Anlässlich des 40. Jubiläums der Inbetriebnahme des KKW Brunsbüttel berichtet RTL Nord ausführlich über das Werk und seine Historie und lässt Vertreter des Betreibers, der lokalen Politik und der Gegner des Kernkraftwerks zu Wort kommen:

    RTL NORD

    An den Beginn des kommerziellen Betriebs des Kernkraftwerks Brunsbüttel am 09.02.1977 erinnern Boyens Medien und bilanzieren anlässlich des 40. Jubiläums die während der Laufzeit produzierte Strommenge:

    • BOYENS  MEDIEN

    Der erste Entwurf des Netzentwicklungsplans 2030, der von den vier Übertragungsnetzbetreibern jetzt zur Prüfung an die Bundesnetzagentur übergeben wurde, sieht u.a. eine neue Starkstromleitung mit einer 380-Kilovolt-Trasse von Stockelsdorf nach Krümmel vor. Endpunkt wäre das unmittelbar hinter dem Kernkraftwerk Krümmel gelegene Umspannwerk:

    LAUENBURGER ONLINE ZEITUNG

    Mit einer Klage gegen den Rückbau des Kernkraftwerks Isar 1 sieht sich dessen Betreiber Preussen-Elektra konfrontiert. Die Klagepartei BUND befürchte Sicherheitsrisiken und bemängelt den aus seiner Sicht unzureichenden Genehmigungsbescheid:

    IDOWA

    Der Betreiber widerspricht dieser Argumentation. Die Sicherheit beim Rückbau liege im ureigensten Interesse zum Schutz auch der eigenen Mitarbeiter sowie der Mitarbeiter beauftragter Unternehmen, zitiert Radio Trausnitz den Standortleiter von Preussen Elektra:

    RADIO TRAUSNITZ

    Vorübergehend vom Netz geht das Kernkraftwerk Brokdorf. Grund dafür ist ein geplanter Wechsel der Brennelemente sowie die turnusgemäße Jahresrevision, so Betreiber Preussen Elektra laut SHZ. Die Abschaltung dauere bis zum Ende des laufenden Monats. Seit der letzten turnusgemäßen Abschaltung im Juni 2016 habe Brokdorf 6,8 Mrd. Kilowattstunden Strom erzeugt – ausreichend, um die Stadt Hamburg zu 80% und Schleswig-Holstein zu 60% für ein Jahr mit Strom zu versorgen:

    SHZ

    Auch im bayerischen Kernkraftwerk Grundremmingen wurde planmäßig der dortige Block B zum Austausch der Brennelemente heruntergefahren – zum letzten Mal, wie der BR berichtet: Zum Jahresende werde Block B endgültig vom Netz gehen, der benachbarte Block C und damit das gesamte Werk sollen bis Ende 2021 abgeschaltet werden:

    BR

    Bis zum Betriebsende von Block B in Grundremmingen werden dorthin noch so genannte Reststrommengen von den bereits stillgelegten Kernkraftwerken Biblis, Mülheim-Kärlich und Unterweser übertragen, so die SWP. Sollten diese bis zur Abschaltung im Dezember noch frei sein, könnten sie ggf. auf den Block C weiterübertragen werden:

    SWP

    Im Sommer soll der Rückbau des Kernkraftwerks Philippsburg beginnen, zunächst mit dessen Reaktorblock 1. Noch warte man allerdings auf die entsprechende Genehmigung aus dem Umweltministerium, so das Magazin für Denkmalschutz und Industriekultur Rottenplaces unter Berufung auf den SWR. Der dortige Siedewasserreaktor ist mit den in den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel verwendeten Reaktoren der Baulinie 69 baugleich:

    ROTTENPLACES

    Von einer „Dunkelflaute“ im Januar und insbesondere am 24. Januar, an dem aufgrund mangelnden Windes und Sonnenlicht mehr als 90% des deutschen Energiebedarfs von Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken geliefert wurden, berichtet die WELT. Mit Sorge sähen Verbandsfunktionäre das „Kraftwerkesterben“, dass zu Versorgungsengpässen in kritischen Monaten wie dem letzten Januar führen könne:

    WELT

    Dem widerspricht der SPIEGEL als „Panikmache“ – selbst am 24. Januar seien noch ausreichende Reserven vorhanden gewesen und Strom sei exportiert worden:

    SPIEGEL ONLINE

  • Presseschau vom 27.01.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Veröffentlichungen befassen sich dieses Mal mit Themen wie der Diskussion um Brunsbüttel und die Zulässigkeit der dortigen Bereitstellung, der Kommunikation zum Rückbau in Krümmel, einer Abrissgenehmigung in Bayern, Rückbaufinanzierung sowie der Zukunft von Dr. Habeck.

    Kritisch äußert sich das Portal Oekonews.at zu den Plänen, die abgebrannten Brennelemente aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel in das dort neu geplante Zwischenlager zu verbringen. Unter Berufung auf einen Verwaltungsrechtler und ein Gutachten von Greenpeace behauptet das Portal, die geplante Bereitstellung sei faktisch eine Zwischenlagerung und als  solche nicht genehmigt:

    OEKONEWS.AT

    Auch die SHZ beschäftigt sich mit dem Gutachten, lässt aber auch den Umweltminister Dr. Robert Habeck erläuternd zu Wort kommen, der die Maßnahme und ihre rechtliche Zulässigkeit begründet. Die Bereitstellung sei von der Betriebsgenehmigung für das KKW Brunsbüttel gedeckt. Die Bereitstellung sei außerdem zeitlich befristet. Zudem sei die Trockenlagerung gegenüber der weiteren Nasslagerung im Reaktordruckbehälter als sicherer vorzuziehen:

    SHZ

    Eine kommunikative Begleitung des Rückbaus des Kernkraftwerks Krümmel durch den Landkreis Harburg fordern die dortigen Kreis-Grünen. Verbunden mit dieser Forderung ist ein Antrag auf Förderung dieser Kommunikationsmaßnahmen durch Landesmittel. Für die aktive Begleitung des Rückbaus, so der Initiator, der Kreistagsabgeordnete Malte Jörn Kraft, sei auch die Beteiligung des Betreibers gewünscht:

    KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Genehmigt wurde jetzt der Abriss des Kernkraftwerks Isar 1. 6 Jahre nach dessen Abschaltung gab die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) grünes Licht für den Rückbau zur „grünen Wiese“. Kritik kommt u.a. von den Grünen: Noch im Abklingbecken lagernde Brennelemente würden ein Risiko darstellen. Die Süddeutsche Zeitung schildert die Diskussion:

    SÜDDEUTSCHE

    Auch die Münchener Abendzeitung berichtet. Die Genehmigung sei die erste überhaupt in Bayern:

    ABENDZEITUNG MÜNCHEN

    Unklarheiten bei der Finanzierung des Rückbaus der Kernkraftwerke wie in der Neufassung des Atomgesetzes kurz vor Weihnachten geregelt sieht der WDR. Zwar müssten Konzerntöchter für Ihre Tochterunternehmen haften, umgekehrt sei dies aber nicht der Fall. Nach der kürzlich erfolgten Aufspaltung von Eon und RWE seien die Töchterunternehmen dike eigentlich kapitalstarken Unternehmen, währen die Mutterunternehmen Verluste machen und weniger finanzstark seien:

    WDR

    In der andauernden Diskussion um die Endlagerung von Abfall aus der Nutzung der Kernenergie vertreten Bayern und Sachsen eine gemeinsame Meinung und sprechen sich vehement gegen eine Behälterlagerung aus. Zu bevorzugen sei in jedem Fall eine Lagerung in Gestein, Behälter dürften nur als ultima ratio  in Betracht gezogen werden. Beide Länder, so Focus, wehren sich grundsätzlich gegen ein Endlager auf ihrem Territorium:

    FOCUS

    Nach seinem knappen Scheitern bei der Urwahl der GRÜNEN für die Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl lässt der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck offen, ob er im Falle eines Wahlerfolgs seiner Partei bei den kommenden Landtagswahlen weiterhin Minister bleiben werde. Dies könne erst nach der Wahl entschieden werden. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) betonte aber bereits, ggf. gerne mit Habeck weiterarbeiten zu wollen, so der NDR:

    NDR

  • Presseschau vom 13.01.2017

    Wir melden uns zurück und heißen Sie herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der Presseschau in 2017. Die Nachrichtenlage ist erwartungsgemäß noch dünn; über die Feiertage und auch zu Beginn des Jahres steht die Energiepolitik noch nicht wieder im Fokus der Medien. Die Auswahl enthält dennoch relevante Veröffentlichungen, z.B. zur Bürgerbeteiligung zum Zwischenlager in Brunsbüttel oder über die Auswertung eines Gutachtens zum Status der Energiewende in Deutschland:

    In Brunsbüttel, aber auch in Salzgitter beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit, in Berlin und im Internet sind ab sofort die Antragsunterlagen für das am Kernkraftwerk Brunsbüttel geplante Zwischenlager einsehbar, wie die Kieler Nachrichten melden. Bis zum 10. März können Bürger sich informieren und Einwendungen erheben, die dann nach Sichtung im Rahmen eines Erörterungstermins öffentlich diskutiert werden können:

    KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Zu Jahresbeginn berichtete der NDR aus Brunsbüttel: Es sei ein „langer Weg zum Abriss“, so der Sender, bei dem nicht nur das geplante Zwischenlager einen wesentlichen Zeitfaktor darstelle, sondern auch die noch aus dem Kraftwerksinnern zu bergenden Fässer mit Müll. Der Beitrag weist auch au die aktuelle Genehmigungssituation hin und prognostiziert die Erteilung einer Abrissgenehmigung für Ende 2017 bis Anfang 2018:

    NDR

    Aus Krümmel berichtet die Lüneburger Landeszeitung. Um die Bürger der umliegenden Gemeinden auch südlich der Elbe über den geplanten Rückbau zu informieren, wolle der Landkreis Lüneburg beim niedersächsischen Umweltministerium Mittel beantragen, um Informationsmaterial zu produzieren und entsprechende Veranstaltungen durchzuführen. Bei einem früheren Antrag sei es zu Verfristungen gekommen, u.a. wegen eines erst spät angesetzten Scoping-Termins, so das Blatt:

    LANDESZEITUNG

    Weiter gering ist das Interesse am Rückbau des Forschungsreaktors in Geesthacht. Lediglich drei Bürger hätten während der bisherigen 5-wöchigen Auslegefrist der Akten zum Rückbau Einsicht im Geesthachter Rathaus genommen, so die Bergedorfer Zeitung:

    BERGEDORFER ZEITUNG

    Tauziehen um die Stilllegung des französischen Kernkraftwerks Fessenheim, unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze gelegen: Dort hat sich jetzt der zentrale Betriebsrat des Betreibers Electricité de France einstimmig gegen die Abschaltung des Werks ausgesprochen. Das Versprechen des französischen Präsidenten François Hollande, die Abschaltung schnellstmöglich umzusetzen, ließe sich jetzt laut Badischer Zeitung kaum noch halten:

    BADISCHE ZEITUNG

    Eine aktuelle Bestandsaufnahme der Energiewende unternimmt die Wirtschaftswoche unter Bezug auf ein Gutachten einer Berliner Denkfabrik für 2016. Demnach werde die Stromerzeugung in Deutschland zwar klimafreundlicher. Börsenstrom, Erdgas und Heizöl würden zwar billiger, die Haushalte müssten allerdings für Strom deutlich mehr Geld ausgeben. Grund seien steigende Abgaben und Umlagen. Gas sei der „Gewinner“ im Energiemix und habe fast den Anteil der Kernkraft an der Energiegewinnung (13,1%) erreicht:

    WIWO

    Auch das Branchenportal Solarify beschäftigt sich mit dem Gutachten und fasst dessen Ergebnisse in 10 Punkten zusammen. Für 20178 erwarte man erneut einen leichten Rückgang des Anteils von Kohle und Kernenergie und prognostiziert einen Rückgang der Kosten für erneuerbare Energieträger aufgrund erstmals bei Windkraft und Biomasse geplanter Auktionen:

    SOLARIFY

    Die weltweite Situation der Kernenergie ist Gegenstrand eines Kommentars der Publikation PV Magazine, die sich mit Photovoltaik beschäftigt. Der Gastautor argumentiert, nahezu weltweit können Kernkraftwerke ohne staatliche Zuschüsse kaum noch betrieben werden und schildert eingehender die Situation in Japan, wo sich ähnlich wie in Deutschland inzwischen eine Mehrheit für den Ausstieg aus der Kernkraft gebildet habe:

    PV MAGAZINE

  • Presseschau vom 23.12.2016

    Herzlich Willkommen zur letzen Presseschau des Jahres 2016. Thematisch befasst sich diese Ausgabe mit vielen lokalen Meldungen aus Krümmel, mit dem Status von Rückbauprojekten anderswo sowie mit dem Gesetz zur kerntechnischen Entsorgung.

    Über einen möglichen Lagerplatz für den künftig beim Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel anfallenden Bauschutt diskutiert der Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Geesthacht in seiner kommenden Sitzung im Januar. Auf Anregung einer Politikerin der GRÜNEN soll dabei diskutiert werden, ob der Stausee des nahegelegenen Pumpspeicherwerks als Deponie in Betracht kommt. Wie die SHZ berichtet, regt sich gegen den Vorschlag bereits Widerstand, es gäbe jedoch auch Befürworter der Idee:

    SHZ

    Der Betreiber des KKW Krümmel Vattenfall reichte einen Antrag zum Bau eines Lagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle bei der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Kieler Ministerium für Energiewende (MELUR) ein. Die Lauenburger Online-Zeitung zitiert dazu den lokalen Wahlkreisabgeordneten Dr. Konstantin von Notz (GRÜNE). Er halte den Plan für das Lager für grundsätzlich begrüßenswert. Sicherheit, Transparenz und Beteiligung der Bürger sollten aber Vorrang bei allen Rückbauschritten haben:

    LAUENBURGER ONLINE-ZEITUNG

    In unmittelbarer Nachbarschaft zum Kernkraftwerk Krümmel befindet sich die Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt GKSS, die dort lange einen Forschungsreaktor betrieb. Diese auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrums befindliche Anlage soll nun zurückgebaut werden, die Öffentlichkeitsbeteiligung laufe bereits seit zwei Wochen. Wie LN-Online unter Berufung auf das Geesthachter Bürgermeisteramt berichtet, sei das Interesse daran aber noch sehr gering. Der Rückbau, so eine lokale Energiepolitikerin, könne auch als Probelauf für den Rückbau des benachbarten KKW Krümmel betrachtet werden:

    LÜBECKER NACHRICHTEN ONLINE

    Der avisierte erste sog. Scoping-Termin zum Rückbau des Kernkraftwerks Philippsburg hat unter Beteiligung zahlreicher Bürger stattgefunden, wie der SWR protokolliert. Der dortige Umweltminister Franz Untersteller äußerte sich dem Sender zufolge positiv über diese frühe Einbindung der Bürger. Der Rückbau von Philippsburg solle möglichst transparent erfolgen:

    SWR

    Welche zum Teil erheblichen baulichen Maßnahmen für den Rückbau eines Kernkraftwerks erforderlich sind, verdeutlicht eine Notiz zum Kernkraftwerk Neckarwestheim bei Heilbronn. Dort wurde laut Schwäbischem Tagblatt jetzt ein extra für den Abtransport von Bauschutt gebauter Schiffsanleger abgenommen und in Betrieb genommen:

    TAGBLATT

    Mit großer Mehrheit hat der Bundestag das Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung gebilligt. Demnach übernehmen die Energiekonzerne die Kosten für Stilllegung und Abriss der Kernkraftwerke, während der Bund die Verantwortung für Zwischen- und Endlagerung des nuklearen Abfalls trage. Der Deutschlandfunk fasst den Inhalt des Gesetzes und Stimmen dazu aus der Politik zusammen:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Auch die FAZ berichtet und beleuchtet insbesondere die in Zusammenhang mit dem Gesetz stehenden Verzichtserklärungen auf weitere juristische Maßnahmen durch die Energiekonzerne:

    FAZ

    Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Ausstieg aus der Kernenergie nimmt der Berliner Tagesspiegel zum Anlass, die Geschichte der Nutzung von Kernenergie in Deutschland von 1955 bis heute zu dokumentieren:

    TAGESSPIEGEL

    Die nächste Presseschau gibt es an dieser Stelle nach den Feiertagen im neuen Jahr am 13. Januar. Wir wünschen Ihnen und den Ihren bis dahin fröhliche Weihnachtstage und viel Glück und Erfolg in 2017!

  • Presseschau vom 09.12.2016

    Herzlich Willkommen zu unserer aktuellen Presseschau. Zahlreiche Medien berichten zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtmäßigkeit des Atomausstiegs und eventueller Schadensersatzforderungen der beteiligten Energiekonzerne. Der SPIEGEL sieht im Ergebnis des Verfahrens nur einen geringen Vorteil für die Konzerne. Die im Urteil genannte „angemessene Entschädigung“ sei eine Formulierung mit großem Spielraum:

    SPIEGEL

    Die ZEIT interpretiert das Urteil dahingehend, das jedwede Entschädigungsregelung hätte vermieden werden können, wenn der Ausstieg damals weniger überstürzt erfolgt wäre:

    DIE ZEIT

    Von einem „Trostpreis“ zugunsten der Energiekonzerne spricht die Deutsche Welle und schildert ausführlich die juristischen Erwägungen, die zu den nun gebotenen Ausgleichsregelungen führten:

    DEUTSCHE WELLE

    Hintergrundinformationen zu den Restlaufzeiten sämtlicher deutscher KKW liefert das Handelsblatt in seiner Berichterstattung zum Urteil:

    HANDELSBLATT

    Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk äußert sich die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Bärbel Höhn (GRÜNE) zur möglichen Höhe der Entschädigungskosten. Die Überlegungen dazu seien gegenwärtig „spekulativ“, auch müsse zwischen der Betrachtung der zu Vattenfall gehörenden KKW Brunsbüttel und Krümmel und den Werken anderer Stromkonzerne aufgrund unterschiedlicher Regelungen zur Reststrommenge unterschieden werden:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Die Tagesschau lässt den Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, zu Wort kommen:

    TAGESSCHAU

    Rost in einer Rohrleitung im Kernkraftwerk Brunsbüttel wurde bei einer Regelinspektion entdeckt und von der Atomaufsicht als Ereignis der untersten Meldekategorie moniert. Die betreffende Leitung, so die Lübecker Nachrichten, werde jetzt ausgetauscht:

    LÜBECKER NACHRICHTEN

    Aus dem österreichischen Kernkraftwerk Zwentendorf berichtet die Frankfurter Rundschau. Das dortige Werk, dessen geplante Eröffnung 1978 mit einem jetzt wiederveröffentlichten Werbefilm begleitet werden sollte, ist tatsächlich nie ans Netz gegangen. Eine Volksabstimmung verhinderte die Inbetriebnahme, inzwischen ist das Werk, typengleich mit dem KKW Brunsbüttel, nach Jahren als Ersatzteillager für andere Werke Trainingsstätte für den Rückbau von Kernkraftwerken:

    FRANKFURTER RUNDSCHAU

    Verzögern werde sich der Rückbau des KKW Stade, so die Cuxhavener Nachrichten. Das Blatt zitiert den niedersächsischen Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Stefan Wenzel (GRÜNE), der den Rückbau als „komplexe Herausforderung“ bezeichnet. Insbesondere die nötige Demontage des kontaminierten Betonsockels habe zu Verzögerungen geführt:

    CUXHAVENER NACHRICHTEN

    Von einem neuen Ansatz der Beteiligung in Rückbauprozessen in Baden-Württemberg berichtet der Deutschlandfunk. Beim Rückbau der KKW Neckarwestheim II und Philippsburg II sollen inn sogenannten Scoping-Terminen Politik, Umweltverbände und Bürger Vorschläge für die Genehmigungsverfahren zum Rückbau diskutieren. Das Scoping diene als erster Schritt eines Rechtsverfahrens, um Aufgaben zu definieren und Ziele einzugrenzen:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Die Schweizer „20 Minuten“ erläutern am Beispiel des 2019 vom Netz gehenden Kernkraftwerks Mühleberg, wie der Rückbau funktioniert. In der Schweiz hat man sich gegen einen Atomausstieg ausgesprochen, gleichwohl wird das alte Werk abgeschaltet. Das Blatt zieht den Rückbauprozess der Werke in Greifswald vergleichend zu Rate:

    20 MINUTEN

    Über eine Fachtagung in Aachen berichtet der Branchendienst Ingenieur.de. Dort tagten Atomexperten aus aller Welt zum Rückbau von Kernkraftwerken. Im Gespräch mit einem russischen Physiker tritt dabei auch ein „Generationenproblem“ zu Tage:  Angesichts der langen Prozesse werde eine weitere Generation Fachleute benötigt, die in der Lage seien, komplexe Rückbauprojekte fortzuführen:

    INGENIEUR

  • Presseschau vom 25.11.2016

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe unserer Presseschau. Inhaltlich befassen sich die Veröffentlichungen erwartungsgemäß stark mit der in Krümmel stattgefundenen Castorenbeladung, doch auch Artikel zu Themen wie Deponierung von unbelastetem Bauschutt, sicherer Einschluss oder Berichte zu einem der ältesten Kernkraftwerke Deutschlands finden sich in der Auswahl.

    (Bezahl-Inhalt) Das Kernkraftwerk Krümmel soll ein zusätzliches Zwischenlager auf dem Gelände erhalten, um die schwach- bis mittelradioaktiven Abfälle aus dem Rückbau zu lagern. Der für die Atomaufsicht zuständige Energiewendeminister Dr. Robert Habeck (Grüne) rechnet in Kürze mit dem Antrag, wie er dem Abendblatt anlässlich seines Besuchs im Kernkraftwerk an der Elbe sagte:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Dort sprach der Minister von einem „historischen Augenblick“, da es noch vor zehn Jahren ungewöhnlich gewesen wäre, wenn sich ein grüner Minister bei der Verladung von Brennelementen hätte fotografieren lassen. Er lobte laut DIE WELT auch die Sorgfalt, mit der beim Rückbau in Krümmel vorgegangen werde:

    DIE WELT

    Auch der NDR berichtete ausführlich mit einem TV-Beitrag und begleitenden Informationen auf seiner Website über den Besuch des Ministers und die Bergung der Brennelemente:

    NDR

    Die SHZ legte einen Schwerpunkt ihrer Berichterstattung auf die Zeitläufe bis zur vollständigen Brennelement-Freiheit in Krümmel. Bis zur zweiten Jahreshälfte 2018 sei dies der Fall, die Kernbrennstoff-Freiheit werde für die zweite Jahreshälfte 2019 erwartet, so zitiert das Blatt eine Sprecherin:

    SHZ

    Eindeutige Stellung bezieht der Berliner Tagesspiegel zum Thema „sicherer Einschluss“. Dieser werde von der Anti-AKW-Bewegung immer wieder als Alternative zum Rückbau von Kernkraftwerken gefordert. Dies, so das Blatt in einem Kommentar, sei jedoch eine „Schnapsidee“. Ein wesentliches Argument, auch vertreten vom schleswig-holsteinischen Umweltminister Dr. Robert Habeck, sei dabei die Verfügbarkeit geeigneten Personals für einen Rückbau. Dieses sei nach einem Einschluss über Jahrzehnte nicht mehr vorhanden:

    DER TAGESSPIEGEL

    In Lingen steht ein Kraftwerk der ersten Generation von Kernkraftwerken in Deutschland, das bereits 1977 abgeschaltet wurde. Der geplante Rückbau begann erst in diesem Sommer, nachdem über 20 Jahre der Einschluss praktiziert wurde. Die Grafschafter Nachrichten berichten:

    GRAFSCHAFTER NACHRICHTEN

    Eine Reportage aus dem „Uralt-Kraftwerk“ Lingen bringen die Westfälischen Nachrichten. Der Beitrag lässt Mitarbeiter zu Wort kommen und bringt eine Fotostrecke zu Historie und Rückbau des Werks:

    WESTFÄLISCHE NACHRICHTEN

    In Biblis ist der Block A des dortigen Kernkraftwerks kernbrennstofffrei: Seit November 2015 wurde dort zur Einlagerung in ein Zwischenlager verladen. Die Brennstoffreiheit sei laut Umweltministerin Priska Hinz (Die Grünen) früher als erwartet erreicht worden, protokolliert der Nibelungen Kurier:

    NIBELUNGEN KURIER

    Das baden-württembergische Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat mit sofortiger Wirkung den Anlieferstopp auf Deponien für freigemessene Abfälle aus dem Rückbau kerntechnischer Anlagen aufgehoben. Ein Gutachten habe belegt, dass keine zusätzlichen Risiken durch Deponierung von unbelastetem Bauschutt aus dem Rückbau von Kernkraftwerken entstünden, teilte Umweltminister Franz Untersteller (Die Grünen) laut NOKZEIT mit. In allen berechneten Fällen lag die Dosis durch Direktstrahlung aus dem Deponiekörper deutlich unter den als unbedenklich geltenden 10 Mikrosievert: Dies, so Untersteller, sei ein Wert „weit unter“ der natürlichen Strahlung:

    NOKZEIT

  • Presseschau vom 11.11.2016

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Auch wenn es diesmal nur wenig Lokales aus Brunsbüttel und Schleswig-Holstein zu berichten gibt, werden Blicke über den Tellerrand geworfen – so zum Beispiel auf Rückbauthemen zu anderen deutschen Kernkraftwerken, auf das Thema Energiewende und aus Schweizer Sicht der NZZ auf die Umsetzung des deutschen Ausstiegs aus der Kernkraft.

    Für das Kernkraftwerk Unterweser wird aktuell der Rückbau geplant. Auch dort ist die Kommunikation mit den betroffenen Bürgern ein Anliegen sowohl des Betreibers als auch des Landkreises Wesermarsch, in dessen Gebiet das Werk liegt. Der Kreis erhält nun vom Land Niedersachsen spezifische Fördermittel, um die Kommunikation zum Rückbau mit öffentlichen Dialogveranstaltungen und moderierten Expertenrunden zu begleiten, so die NWZ online:

    NWZ ONLINE

    Die mögliche Reaktivierung eines bereits stillgelegten Kernkraftwerks, des Kraftwerks Grafenrheinfeld, wie von einem Vertreter dessen Betreibers auf einer Diskussionsveranstaltung ins Spiel gebracht (siehe letzte Presseschau), sorgt für Diskussionen. Der Bayerische Rundfunk zitiert nun einen Berliner Verfassungsrechtler, der rechtliche Zweifel an der Zulässigkeit eines solchen Vorgehens äußert. Eine Betriebsgenehmigung könne nicht ohne Weiteres wieder aufleben, so der Jurist:

    BAYRISCHER RUNDFUNK

    Wenig Interesse fand eine Informationsveranstaltung zum zukünftigen Rückbau des KKW Grundremmingen, wie der BR an anderer Stelle notiert. Die Blöcke B und C des Werkes sollen in 2017 bzw. 2021 abgeschaltet werden. Angesichts dieser Perspektive sei das Interesse der Bürger nach Auffassung des Senders noch sehr überschaubar:

    BAYRISCHER RUNDFUNK

    Im schwäbischen Philippsburg wurden indessen mit einem symbolischen Spatenstich die Vorbereitungen für den Rückbau des dortigen KKW begonnen. Dessen Block 2 soll noch bis maximal Ende 2019 Strom produzieren, parallel dazu, so das Schwäbische Tagblatt, entstehe bereits ein Gebäudekomplex mit Reststoffbearbeitungszentrum und Abfalllager:

    SCHWÄBISCHES TAGBLATT

    In der Schweiz sorgt man sich angesichts des geplanten Rückbaus dreier Kernkraftwerke um die erforderlichen Kapazitäten. Wie die NZZ darstellt, könne es zu Engpässen bei qualifiziertem Personal und Gerät kommen. Einzelne Projekte würden sich dann verzögern:

    NZZ

    Kritisch bewertet das Blatt in einem weiteren Artikel auch den deutschen Ausstieg aus der Kernenergie und dessen Umsetzung. Im Ergebnis empfiehlt der Artikel, die Schweizer Kernkraftwerke weiter zu betreiben, u.a. um klimapolitische Ziele nicht zu verfehlen. Der deutsche Ausstieg sei „nicht zur Nachahmung zu empfehlen“:

    NZZ

    Die Umsetzung der Energiewende in Deutschland hat die hiesigen Energieversorger zu Reaktionen gezwungen. Die Unternehmen RWE und Eon haben auch strukturell reagiert und sich auf Basis unterschiedlicher Modelle aufgespalten. Das Handelsblatt fasst die Aktivitäten zusammen:

    HANDELSBLATT

    Ein wichtiger Schritt für den Energiestandort Brunsbüttel ist mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit einem niederländischen Investor getan: Laut dem Geschäftsführer des Hafenbetreibers Brunsbüttel Port werde dadurch die geplante Ansiedlung eines LNG-Terminals an der Elbe „greifbar nahe“. Brunsbüttel Port bemüht sich bereits seit fünf Jahren um den Aufbau einer LNG-Infrastruktur. Geplant ist ein Terminal, an dem einmal pro Woche ein Tanker aus Katar anlegt und 170.000 Kubikmeter LNG entlädt. Um die 40 Hektar wäre ein solches Importterminal groß, die Investitionen dafür betragen 300 bis 400 Millionen Euro. Die Kieler Nachrichten berichten:

    KIELER NACHRICHTEN

     

  • Presseschau vom 28.10.2016

    Auch diesen Freitag möchten wir Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau willkommen heißen. Erwartungsgemäß fand das ICSID-Verfahren ausführlich und aus verschiedenen Blickwinkeln in den Medien statt – doch auch Lokales aus Geesthacht und Krümmel wird berichtet.

    Die mündliche Verhandlung im Verfahren über die Prüfung der Rechtmäßigkeit des vorzeitigen deutschen Atomausstiegs vor dem ICSID-Schiedsgericht ist nach 10 Tagen abgeschlossen. Vertreter des Klägers Vattenfall sowie der beklagten Bundesregierung legten ihre jeweiligen Positionen ausführlich dar. Besonders das KKW Krümmel fand dabei besondere Erwähnung, da es von der Ausstiegsentscheidung in besonderer Weise betroffen gewesen sei. Die Bundesregierung argumentierte, mit dem Dreizehnten Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes habe der Bundestag in völkerrechtlich zulässiger Weise die Laufzeit der in Deutschland betriebenen Atomkraftwerke zeitlich gestaffelt bis zum Jahre 2022 befristet. Diese Regelung sei willkür- und diskriminierungsfrei zustande gekommen und stehe im Einklang mit den Investitionsschutzregeln des sogenannten Energiecharta-Vertrags. FOCUS berichtet:

    FOCUS ONLINE

    Mit dem Verfahren, den beteiligten Anwälten und den auf beiden Seiten entstehenden Kosten des Verfahrens beschäftigt sich die WELT in einem Blick in den Verhandlungsraum in Washington:

    DIE WELT

    Auch in der Jungle World ist das Verfahren Thema: Der Artikel dort schildert umfassend die Hintergründe und nennt auch vergleichbare internationale Verfahren:

    JUNGLE WORLD

    In Krümmels Umgebung wurden routinemäßig die Sirenen getestet, die im Fall einer gravierenden Störung im Radius von 25km um das Kernkraftwerk warnen sollen. Dabei trat eine organisatorische Lücke in Reinbek zutage: Die dortigen Sirenen blieben stumm, da sie nicht mit der zentralen Rettungsleitstelle verbunden sind, so das Hamburger Abendblatt:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Für einen neuen Hafen in Geesthacht spricht sich die dortige CDU aus. Hintergrund des Bedarfs sei u.a. der anstehende Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel, der eine immense Masse an zu transportierendem Bauschutt mit sich brächte. Gelobt wird die Dialogbereitschaft des Betreibers Vattenfall, sich im notwendigen Planungsverfahren aktiv zu beteiligen, berichtet Herzogtum Direkt:

    HERZOGTUM DIREKT

    Ein Wieder-Hochfahren des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld bei Schweinfurt hält dessen Betreiber PreussenElektra nicht für ausgeschlossen. Laut Passauer Neue Presse wolle der Konzern den Ausgang einer Verfassungsbeschwerde der Energiekonzerne gegen den Atomausstieg abwarten und erst dann entscheiden, wie das weitere Verfahren aussehen soll:

    PNP

    Dagegen fordert die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf, das Grafenrheinfeld zur „grünen Wiese“ zurückgebaut werden solle. Anlässlich eines Anhörungstermins sei laut Bayernkurier mit Kernkraftgegnern hitzig debattiert worden, nachdem diese die oben erwähnte Äußerung des Vertreters von PreussenElektra als „Provokation“ verstanden haben:

    BAYERNKURIER

    Von einer „Erfolgsgeschichte“ spricht PreussenElektra an anderer Stelle. Das Kernkraftwerk Brokdorf liefere seit 30 Jahren zuverlässig Strom und bestreitet damit aktuell ca. die Hälfte der Stromversorgung in Schleswig-Holstein, so die SHZ:

    SHZ

    Mit den Kosten der deutschen Energiewende beschäftigt sich erneut die FAZ, auch mit weiterführenden Links u.a. zu den Entsorgungskosten des Rückbaus der Kernkraftwerke. Das Blatt zitiert Jürgen Trittin, der einst davon ausging, die Kosten der Energiewende würden die Deutschen pro Kopf „nicht mehr als eine Kugel Eis“ kosten – inzwischen sei aber mindestens ein pro-Kopf-Betrag von € 300 aufgelaufen:

    FAZ

    Einen Überblick über die in Deutschland bis 2020 geplanten Abschaltungen von Kraftwerken aller Typen bietet der Branchendienst IWR. Auch größere Neubauprojekte, die aktuell oder demnächst ans Netz gehen, finden sich dort, u.a. auch das Hamburger Kraftwerk Moorburg:

    IWR

     

  • Presseschau vom 14.10.2016

    Wir heißen Sie herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal liegt das ICSID-Verfahren im Fokus der Berichterstattung, doch auch über lokale Themen wie die erfolgreichen Bergungsschritte in Brunsbüttel oder ein Fehlalarm im KKW Krümmel wird berichtet.

    Von einem „wichtigen Zwischenschritt“ spricht Umweltminister Robert Habeck anlässlich der erfolgreichen Leerung von zunächst zwei Kavernen am Kernkraftwerk Brunsbüttel. Etwa zwei Drittel der zu bergenden Fässer seien damit in endlagerfähige Behälter verbracht und in zwei Hallen auf dem Kraftwerksgelände zwischengelagert. Die Leerung der restlichen Kavernen solle Ende Oktober beginnen, so die SHZ:

    SHZ

    Die taz berichtet gleichlautend, schildert dabei aber etwas ausführlicher die wenigen aufgetretenen Probleme der Bergung und zitiert den Leiter der Atomaufsicht, Dr. Dr. Jan Backmann. Nach den bisherigen Erfahrungen habe sich laut Backmann das Bergungskonzept gelohnt:

    TAZ

    Mahnend äußert sich die Publikation „Scharf links“:  Die Bergung sei noch keine Lösung; die für einen späteren Zeitpunkt angedachte Lagerung des Atommülls im Schacht Konrad bei Salzgitter sei absolut strittig. Die Anti-Atomkraft-Bewegung lehne das Endlagerprojekt aus Sicherheitsgründen weiterhin ab:

    SCHARF LINKS

    Eine Panne in der Leitstelle Bad Oldesloe sorgte für Unruhe rund um das KKW Krümmel: Dort blieben die Sirenen trotz Auslösung eines Übungsalarms still, wie die SHZ meldete:

    SHZ

    Von einem „Showdown um Deutschlands Atomausstieg“ spricht die Sächsische Zeitung im Aufmacher ihrer Berichterstattung zum Auftakt der mündlichen Verhandlung im Schiedsgerichtsstreit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Vattenfall. Vor dem ICSID, einem internationalen Schiedsgericht, soll entschieden werden, ob der Ausstieg aus der Kernenergie im Jahre 2011 rechtmäßig war. Fachleute sähen Chancen, dass die Rechtmäßigkeit verneint würde, so das Blatt:

    SZ ONLINE

    Auf das Bemühen um Transparenz weist n-tv in seiner Berichterstattung zum Verfahren hin. Die Verhandlungen vor dem Schiedsgericht würden live ins Internet übertragen. Die Debatte über Schiedsgerichtsverfahren, zuletzt auch in Zusammenhang mit der TTIP-Diskussion vielfach kritisch kommentiert, sei nun bei den Beteiligten angekommen, lobt ein Vertreter von Greenpeace diesen Schritt:

    N-TV

    Einen Einblick in den Ablauf des ersten Verhandlungstages und den Vortrag der Anwälte der Klägerin bietet der Tagesspiegel:

    TAGESSPIEGEL

    Nach dem Verkauf der deutschen Braunkohlespalte von Vattenfall an ein tschechisches Konsortium firmiert die Sparte nun um in LEAG für Lausitz Energie Kraftwerke AG. Neben der Kernenergie trennt sich Vattenfall auch vom Braunkohlegeschäft, jetzt werde der kürzlich erfolgte Verkauf auch organisatorisch vollzogen, so die Sächsische Zeitung:

    SZ ONLINE

    Abschliessend eine literarische Notiz: Der Bonner Generalanzeiger portraitiert den schleswig-holsteinischen Umweltminister Dr. Robert Habeck anlässlich der Veröffentlichung dessen Buches zur Zukunft der Partei Die Grünen. Dabei wird u.a. seine pragmatische Politik auch im Umgang mit dem Ausstieg aus der Kernenergie gelobt, mit der er die CDU-regierten Länder „vor sich her getrieben“ hätte:

    GENERAL-ANZEIGER BONN

     

  • Presseschau vom 30.09.2016

    Die heutige Presseschau beschäftigt sich u.a. mit dem Fortschritt der Brennelementebergung hier im KKW Krümmel, Fortschritt bei Rückbauprozessen anderer Werke in Deutschland und Konsequenzen aus der Ausgliederung von Konzerntöchtern großer Energiekonzerne für die Energiewende.

    Bewegung in Krümmel: Wie das Umweltministerium in Kiel am Mittwoch mitteilte, erteilte die Atomaufsicht die Genehmigung zur Räumung des Lagerbeckens für Brennelemente. Die Betreibergesellschaft Vattenfall könne nun die Brennelemente aus dem Becken holen, in Castorbehälter verladen und in ein Zwischenlager auf dem Kraftwerksgelände transportieren. So berichtet u.a. die ZEIT:

    ZEIT ONLINE

    Vorab berichtete bereits die Landeszeitung in ihrem Blog:

    LANDESZEITUNG

    Auch n-tv brachte die Geschichte:

    N-TV

    LN Online meldet ein Problem bei der Bergung der ca. 1000 Brennelemente aus dem Abklingbecken in die Castor-Behälter. Die Brennelemente seien bereits zu stark abgekühlt, wodurch sich der Trocknungsprozess verzögern könne:

    LN-ONLINE

    Bei der Planung des Rückbaus des KKW Unterweser setzt der Betreiber auf Transparenz: Vor Beginn der Arbeiten im kommenden Jahr findet am 22.10. ein erster von mehreren geplanten Informationstagen, dann zum Thema Freimessung, im Kraftwerk statt:

    NWZ-ONLINE

    Einen symbolträchtigen Schritt machte der Rückbauprozess des Kernkraftwerks im mecklenburg-vorpommerschen Kernkraftwerk Lubmin: Dort wurde jetzt der erste der vier ca. 100m hohen Schornsteine des seit 1995 stillgelegten Werks abgerissen:

    SVZ

    Mit der Ausgliederung von Konzernbereichen versuchen die Konzerne Eon und RWE, sich für die Umsetzung der Energiewende und ein nachhaltiges Geschäft mit erneuerbaren Energien aufzustellen. Der Deutschlandfunk berichtet von Chancen und Risiken dieser Strategie und identifiziert die Kosten für den Rückbau der Kernkraftwerke als einen Faktor, der hohe Kosten und Risiken für Arbeitsplätze berge:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Der Bonner Generalanzeiger beschäftigt sich mit den acht noch aktiven Kernkraftwerken in Deutschland und lässt u.a. den Chef des auf Rückbau spezialisierten Unternehmens Nukem zu Wort kommen:

    GENERAL ANZEIGER BONN

    Brunsbüttel bleibt auch in Zukunft ein wichtiger Standort für die Energieversorgung in Deutschland: Hier wird ein Startpunkt der sog. SüdLink-Trasse liegen, mit vier Gigawatt Übertragungsleistung eine der zentralen Nord-Süd-Verbindungen der Energiewende. Laut SHZ könnten die Leitungen, die als sog. Erdverkabelung unterirdisch gelegt werden, ab 2025 in Betrieb genommen werden:

    SHZ

    Die Erdverkabelung wird aufgrund höherer Kosten gegenüber der überirdischen Verlegung kritisiert. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk äußert sich dazu der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Habeck und ordnet die Kosten der Trassen u.a. auch in den Kostenkontext des Rückbaus der KKW ein. Das vollständige Interview findet sich hier:

    DEUTSCHLANDFUNK

     

  • Presseschau vom 16.09.2016

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal haben wir Artikel zu Themen wie dem geplanten Börsengang der RWE-Tochter „Innogy“, der Endlagerproblematik aber auch den Protesten am französischen KKW Fessenheim.

    Von einer „ungewissen Zukunft“ des Kernkraftwerk Krümmel spricht laut der Kreiszeitung Wochenblatt die atompolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion im niedersächsischen Landtag auf einer Infoveranstaltung. Angeblich, so die Vermutung der Politikerin, wolle der Betreiber seinen Rückbauantrag zurückziehen oder die Rückbaugenehmigung nicht nutzen:

    KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Vom Besuch des Leiters des Bundesamts für Strahlenschutz Wolfram König auf einer Informationsveranstaltung zur Endlagerthematik berichtet die Augsburger Allgemeine. Auch angesichts der bereits stattfindenden Rückbauverfahren, so König, sei eine schnelle Entscheidung für ein Endlager unabdingbar. Im Berliner Politbetrieb vermisse er stattdessen die gebotene Dringlichkeit:

    AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Aus Sicht von Investoren blickt Der Aktionär auf die Pläne von RWE, dessen neue Tochter Innogy noch in 2016 an die Börse zu bringen. Mit dem Erlös sollen u.a. die Rückbauverpflichtungen des Energieversorgers finanziert und in erneuerbare Energien investiert werden. Das Blatt warnt jedoch vor nur kurzfristigen Anlageentscheidungen:

    DER AKTIONÄR

    Auch der Deutschlandfunk beschäftigt sich mit dem Thema: Der Sender sieht zwar positive Stimmung bei den Konzernen bezüglich ihrer Restrukturierung, aber auch das hohe Kostenrisiko bei konventioneller Stromerzeugung und Rückbau der Kernkraftwerke:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Die Angestellten des grenznahen französischen Kernkraftwerks Fessenheim protestieren gegen dessen Abschaltung: Das KKW sei rentabel und seine Sicherheit erwiesen. Auch die örtlichen Gewerkschaften stünden hinter dem Protest, so die Badische Zeitung:

    BADISCHE ZEITUNG

    Gelungene Rettung in Brunsbüttel: Wie auch hier schon berichtet, wurde ein verletzter Wanderfalke gefunden, wieder aufgepäppelt und gesund in die Freiheit entlassen. Der NDR hat die Geschichte:

    NDR

     

  • Presseschau vom 02.09.2016

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Berichterstattung ist auch diese Woche inhaltlich weit gefächert und setzt sich aus Meldungen und Berichten zu Rückbau, Energiewende und -politik aus dem In- und Ausland zusammen.

    Zu einem Ereignis der unteren Meldekategorie kam es im KKW Brunsbüttel. Wie Vattenfall und die Atomaufsicht in Kiel bekannt gaben, löste ein Brandmelder die unbedeutende Panne aus. Es wurde regional und national berichtet:

    FOCUS ONLINE

    SHZ

    Mit dem nach Ansicht des Blattes wenig harmonisierten Zusammenspiel von Windkraft und konventionellen Energieerzeugern beschäftigt sich Der Westen. Dort kommt auch der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck zu Wort, der die Nutzung fossiler Energien und Kernkraft bei gleichzeitiger Verfügbarkeit von Windkraft bemängelt:

    DER WESTEN

    Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel sei sich sicher: In Gorleben werde es kein Endlager für Atommüll geben. Schon geologische Gründe sprächen gegen den Standort, da ein möglichst mächtiges und vollständiges Deckgebirge über dem Salzstock benötigt werde, so Wenzel weiter. Nach den von der Endlagerkommission festgelegten Kriterien für die Suche nach einem geeigneten Endlager komme Gorleben jedoch weiterhin in Betracht, weiß Focus Online:

    FOCUS ONLINE

    Auf die Stilllegung im Jahre 2022 bereitet sich das Kernkraftwerk Emsland in Lingen bereits jetzt vor. Von einer Podiumsdiskussion zu den jetzt in Vorbereitung befindlichen Anträgen berichten die Grafschafter Nachrichten:

    GRAFSCHAFTER NACHRICHTEN

    Lange setzte der Energie-Riese RWE ausschließlich auf Kohle und Kernkraft, so dass die Umstellung auf erneuerbare Energien den Konzern vor eine große Hürde stellte. Mit einem „geschickten Schachzug“ solle nun gegengesteuert werden, berichtet Business 24 aus der Schweiz. Die RWE-Ökostromtochter Innogy übernehme das Unternehmen der unterfränkischen Solar- und Batteriespezialisten Beletric Solar&Battery:

    BUSINESS24

    Mit Widersprüchlichkeiten bei der Einhaltung des Euratom-Vertrags während des beschlossenen Atomausstiegs befasst sich ein Artikel der Frankfurter Rundschau. Der Euratom-Vertrag gelte neben den längst ausgelaufenen Kohle- und Stahl-Abkommen als der eigentliche Gründungsvertrag der Union. Mit Dwight D. Eisenhowers Slogan „Atoms for peace“ war er ein Ausdruck der Kernenergie-Euphorie der 1950er Jahre. Die Merkel-Regierung wolle nicht am Vertrag rütteln, während England durch den Brexit und resultierenden Ausstieg aus dem Euratom-Vertrag bei der Finanzierung des neuen KKW Hinkley Point ins Straucheln geraten könnte:

    FRANKFURTER RUNDSCHAU

    Der Streit um die Veröffentlichung von Messdaten des schweizerischen KKW Leibstadt geht nun ans Bundesgericht. Greenpeace will Beschwerde einreichen, so dass das KKW die Daten der radioaktiven Abgaben für den Abluftkamin veröffentlichen muss. SFR hat die Einzelheiten:

    SRF

    Tschechiens Ausbaupläne für das KKW Dukovany stoßen auf harte Kritik aus Österreich. Geplant ist der Bau zweier neuer Reaktoren nahe der österreichischen Grenze. Das Land Niederösterreich bereite eine kritische Stellungnahme vor, so Umweltlandesrat Stephan Pernkopf. Mehr dazu auf noe.orf.at:

    NOE.ORF

    Die Energiewende sei ein nationaler Alleingang, der zu Spannungen mit den Nachbarländern und der Europäischen Kommission führe, so die WELT. Die Schwankungen bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien verärgere nicht nur Polen oder Österreich, deren Netz oftmals überlastet oder aber leer gesaugt werde. Nun sei der Streit um die Strompreis-Privilegien der Industrie beigelegt worden, berichtet das Blatt:

    DIE WELT

    Der Ausbau von Offshore-Windparks werde gedrosselt, während Stromleitungen trotz höherer Kosten und Zeitverzögerung als Erdkabel statt als Überlandleitungen verlegt werden. Doch Jan Dispens, Geschäftsführer des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH-Cluster) sieht auch positive Aspekte: So wäre vor 20 Jahren niemand davon ausgegangen, dass der aktuelle Anteil von 33% an Strom aus erneuerbaren Energien überhaupt im Stromnetz aufnehmbar sei. Er plädiert weiter auf eine souveräne Fortführung der Energiewende, berichten die Mittelstand Nachrichten:

    MITTELSTAND NACHRICHTEN

     

  • Presseschau vom 19.08.2016

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich sind die Berichte weit gefächert – von einem Interview mit dem GNS-Geschäftsführer über Reportagen zu Gorleben und Zwetendorf, bis hin zur Diskussion über die Suche nach Deponien für den anfallenden Bauschutt sowie einen Artikel zum Handelsabkommen TTIP:

    Ein Defekt der untersten Meldekategorie wurde aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel fristgerecht gemeldet: Ein Fernschaltventil der Feuerlöschanlage funktionierte nicht ordnungsgemäß. Das Ventil wurde ausgetauscht und die Panne damit behoben, es habe keine Gefahr bestanden, berichtet die SHZ:

    SHZ

    Auf die Unterstützung des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig kann laut der WELT Umweltminister Dr. Robert Habeck mit seinem Kurs bei der Suche nach Deponien für nicht-radioaktiven Müll aus dem Rückbau der hiesigen Kernkraftwerke bauen. Albig bezeichnete Habecks auf Transparenz und Dialog setzenden Politikstil als „richtig und wirklich alternativlos“. Habeck wolle die Bürger in die Lage versetzen zu verstehen, warum er am Ende als Staat bestimmte Entscheidungen treffe und dazu die Meinung der Menschen einhole:

    DIE WELT

    Bis spätestens zum April 2017 will der Betreiber Vattenfall sein Gasturbinenkraftwerk in Brunsbüttel stilllegen. Dessen vier ölbefeuerte Turbinen dienten u.a. auch zur Unterstützung der Notstromversorgung im unmittelbar benachbarten Kernkraftwerk Brunsbüttel. Bizz Energy berichtet:

    BIZZ ENERGY

    Am Beispiel des Energiekonzerns Eon, dessen Bilanz für das erste Halbjahr 2016 alarmierend ausfiel, schildert die Berliner Zeitung die aktuelle Lage der Energiekonzerne in Deutschland und die gravierenden Auswirkungen, die die Energiewende auf das Geschäft der traditionellen Energiegewinnung aus Kohle, Gas und Kernkraft nach sich zieht. Auch für die anderen Konzerne seien schlechte Zahlen zu erwarten, so das Blatt:

    BERLINER ZEITUNG

    Im Zusammenhang mit den Diskussionen um das Handelsabkommen TTIP wird die dort vorgesehene Schiedsgerichtsbarkeit besonders häufig kritisiert. Dabei seien entsprechende Verfahren bereits Realität, wie n-tv unter Berufung auf die Neue Osnabrücker Zeitung erläutert. Das Verfahren des schwedischen Unternehmens Vattenfall gegen die Bundesregierung wegen des Atomausstiegs sei ein Beispiel. Kritik kommt u.a. von den Grünen:

    N-TV

    Wesentlich teurer als geplant werde der Rückbau des KKW Rheinsberg in Brandenburg, meldet der RBB. Der höhere Betriebsaufwand für das Zwischenlager, höhere Sicherheitsanforderungen wie auch eine Neuausrichtung der Rückbaustrategie seien wesentliche Gründe für die Kostensteigerung. Besonders die gegenüber der Ursprungsplanung beabsichtigte Beschleunigung des Rückbaus sei kostenrelevant:

    RBB ONLINE

    Mit weiteren Castor-Transporten in Deutschland rechnet Hannes Winner, Vorsitzender der Geschäftsführung des Essener Unternehmens GNS, das die Castor-Behälter produziert. Im Interview mit der Zeitung Der Westen spricht sich der Manager u.a. für ein Endlager im niedersächsischen Gorleben aus:

    DER WESTEN

    Mit der Endlagersuche beschäftigt sich auch Deutschlandradio Kultur und fragt, ob eine Entscheidung doch wieder für Gorleben fallen könne. Die ausführliche Reportage lässt dazu Kommissionsmitglieder, aber auch Geologen und Bergleute aus Gorleben zu Wort kommen:

    DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

    Das Kernkraftwerk im österreichischen Zwentendorf, ursprünglich gebaut für die dortige Stromversorgung, ging aufgrund des Ergebnisses einer Volksabstimmung im Jahre 1978 nie ans Netz. Seither ist es ein Denkmal der Kernkraft und ein beliebtes Reiseziel, wie Deutschlandradio protokolliert. Führungen seien kostenfrei. Geld werde in dem Werk dennoch verdient: Mit der Schulung von Personal zum Rückbau von Kernkraftwerken.

    DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

  • Presseschau vom 05.08.2016

    Wir heißen Sie herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. In den letzten zwei Wochen befassten sich die Medien mit Themen wie die Lagerung des während eines Rückbaus anfallenden Bauschutts, der Finanzierung dessen sowie Rückbau im Allgemeinen. Zum Schluss wagen wir noch einen Blick in die Schweiz, wo man sich ebenfalls auf den Rückbau der dortigen Werke vorbereitet.

    Keine Alternative zum Rückbau der schleswig-holsteinischen Kernkraftwerke sieht Umweltminister Habeck. Gleichzeitig muss sich der Minister aber mit wachsender Kritik an den Plänen für die Lagerung des beim Rückbau anfallenden Bauschutts in sieben Deponien auseinandersetzen. DIE WELT berichtet:

    DIE WELT

    Mit den bisweilen widersprüchlichen Positionen von Kernkraftgegnern beschäftigt sich ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung. Aktivisten, die früher gegen Atomkraftwerke protestiert haben, bekämpften nun deren Abriss. Das Blatt berichtet dabei auch aus Schleswig-Holstein von einer Veranstaltung in Großenaspe, bei der es um die Verbringung von Schutt aus dem Rückbau von Kernkraftwerken auf Deponien ging. Insbesondere der Begriff des „Freimessens“ begegne häufig Skepsis, so das Blatt:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Auch die taz beschäftigt sich aktuell mit dem Status des Rückbaus der deutschen Kernkraftwerke. Man moniert insbesondere, das ursprünglich genannte Zeitpläne nicht eingehalten würden und zum Teil unerwartet heftige Proteste die Rückbauplanung erschweren würden:

    TAZ

    Dass die Auffassung kommunaler Verantwortlicher zum Prozess beim Rückbau von Kernkraftwerken bisweilen massiv von den Planungen der Betreiber der rückzubauenden Werke abweiche, beschäftigt die Mainpost in ihrem Bericht zum KKW Grafenrheinfeld. Dort gäbe es seitens der Betreiber „massiven Widerspruch“ gegen Stellungnahmen des Landratsamtes und des Kreistages, denen „inhaltliche Fehler“ vorgeworfen werden. Auch sei man sich in der Bewertung der juristischen Grundlagen zum Rückbau uneins:

    MAINPOST

    Zahlen aus Greifswald zu den Kosten des Rückbaus des dortigen KKW nimmt die Tagesschau zum Anlass, an der Planungssicherheit für die Rückbaufinanzierung zu zweifeln. Das Thema werde nach der Sommerpause auch erneut im Bundestag zu diskutieren sein:

    TAGESSCHAU

    In Niedersachsen setzt sich der dortige Umweltminister Wenzel für ein schnelleres Ende für Kohle- und Kernkraftwerke in Niedersachsen ein und möchte u.a. das KKW Lingen früher als geplant abschalten. Dies würde auch zu Kosteneinsparungen bei der Lagerung des Mülls führen, rechnet der Politiker in der NOZ vor:

    NOZ

    In der Schweiz bereitet man sich ebenfalls auf den Rückbau der dortigen Werke vor. Die NZZ berichtet von einem Blick der Eidgenossen auf den Rückbau eines Forschungsreaktors in Karlsruhe, der für die Schweizer Planungen Modellcharakter haben könne:

    NZZ

    Ebenfalls in der NZZ findet sich eine zusammenfassende Darstellung zu Strategie, Prozess und Umsetzung des Rückbaus von Kernkraftwerken:

    NZZ

  • Presseschau vom 22.07.2016

    Herzlich Willkommen zur neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch befassen sich die Medien in den letzten beiden Wochen mit den Fortschritten des Rückbaus im KKW Brunsbüttel und den Umlagerungen von abgebrannten Brennelementen. Außerdem informiert das Stadtmagazin Bad Bramstedt über eine Einwohnerversammlung mit dem Thema Deponierung von Bauteilen aus dem KKW Krümmel und Brunsbüttel. Weitere Themen sind die Rückbaupläne des Energiekonzerns EnBW.

    Fortschritt beim Rückbau des KKW Brunsbüttel: Betreiber Vattenfall darf mehr als 500 abgebrannte Brennelemente aus dem abgeschalteten Kernkraftwerk in ein Zwischenlager auf dem Kraftwerksgelände bringen. Die Atomaufsicht in Kiel entschied am letzten Montag entsprechend. Der NDR berichtet:

    NDR

    Von der Umlagerung auf dem Kraftwerksgelände seinen hunderte abgebrannte Brennelemente betroffen, meldet die WELT. Die Umlagerung in das Zwischenlager, so zitiert das Blatt den Umweltminister Dr. Robert Habeck, erhöhe die Sicherheit und sei auch rechtlich zulässig, auch wenn das Zwischenlager aktuell ohne Genehmigung mit Duldung der Atomaufsicht betrieben wird:

    DIE WELT

    Man freue sich „über die positive Antwort, denn die Brennelementefreiheit des Kraftwerks ist Voraussetzung für den Beginn der Rückbauarbeiten in Brunsbüttel“ zitiert die SHZ Vattenfall-Geschäftsführer Pieter Wasmuth. Sein Unternehmen plane „mit der Beladung der Castor-Behälter so zügig wie möglich zu beginnen und die Arbeiten bis Anfang nächsten Jahres abzuschließen“, notiert das Blatt:

    SHZ

    Von einem „Skandal“ sprechen hingegen Gegner der Planungen aus dem Umfeld des BUND. Die Kernkreaftgegner monieren die „Missachtung einer Gerichtsentscheidung“, konzidieren aber auch, das die Lagerung im Zwischenlager unabhängig von der juristischen Situation wohl sicherer als im Kraftwerksgebäude sei, protokolliert die SHZ:

    SHZ

    Das Stadtmagazin Brad Bramstedt informiert über eine Einwohnerversammlung zum Thema Deponierung von Bauteilen aus den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel. Überraschend nahm auch Dr. Robert Habeck persönlich an der gut besuchten Veranstaltung teil und begleitete eine zum Teil hitzige Diskussion. Sein Statement protokolliert das Magazin wie folgt: „Wir reden heute über 2% der anfallenden Abfälle. Wir reden nicht über Atommüll. Diese 2% sind nicht recyclebares Material und müssen deshalb auf eine Deponie. Sie liegen aber mit ihrer Radioaktivität unterhalb des Grenzwertes der Strahlenverordnung. Insgesamt fallen bei dem Kraftwerksrückbau 300.000 Tonnen Müll an. Davon sollen 2% auf die sieben Deponien in Schleswig Holstein verteilt werden.“

    STADTMAGAZIN BAD BRAMSTEDT

    Der Energiekonzern EnBW will laut einer Pressemitteilung seine beiden letzten noch laufenden Kernkraftwerke in Neckarwestheim und Philippsburg direkt nach der Abschaltung abbauen. Die Genehmigung wurde nun beim Umweltministerium beantragt. Baden-TV berichtet:

    BADEN-TV

     

     

  • Presseschau vom 08.07.2016

    Herzlich Willkommen zur neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch befassen sich die Medien in den letzten beiden Wochen mit der Diskussion um die beim Rückbau zu erwartenden Abfälle, liefern Statusberichte zu den Rückbauprojekten in z.B. Obrigheim und Grafenrheinfeld und klären über den Bericht der Endlagersuchkommission auf.

    Eine Bürgerinitiative formiert sich nahe der Deponie Schönwohlde bei Kiel. Die SHZ berichtet von deren ersten Treffen. Auf der Schönwohlder Deponie lagert die Stadt Kiel seit langem nicht brennbare Abfälle auf rund 19 Hektar Fläche ein. Dazu gehören Materialien wie etwa Bauschutt, Glaswolle und Asbest:

    SHZ

    Aus Harrislee berichtet die SHZ mit ähnlichem Tenor: Auch hier herrsche Sorge wegen der möglichen Deponierung von Bauschutt. Eine Informationsveranstaltung des Landes solle hier Transparenz schaffen:

    SHZ

    Weiter ist der Prozess des Rückbaus des Kernkraftwerks Obrigheim fortgeschritten. Dort wird jetzt eine erste Tranche an freigemessenem Bauschutt noch in diesem Jahr auf die Deponie Sansenhecken nach Buchen verbracht. Diese erste Charge mit Bauschutt des im Rückbau befindlichen Atommeilers Obrigheim wird voraussichtlich eine Masse von rund fünf Tonnen aufweisen, wie Ministeriumssprecher Lorho laut RNZ erläutert. Insgesamt fallen laut EnBW rund 3000 Tonnen an:

    RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Mangels eines geeigneten Endlagers sei die Lagerung von Atommüll in einem Standortzwischenlager am rückzubauenden KKW Grafenrheinfeld laut der GRÜNEN-Fraktionssprecherin im Kreistag unsicher. Man fordere deshalb statt Rückbau des KKW eine Lagerung der Abfälle in den „entkernten Räumen des Kraftwerks“, wie die Mainpost protokolliert:

    MAINPOST

    Über den Rückbauprozess von Kernkraftwerken und dessen Schwierigkeiten berichtet das ZDF am Beispiel des Kernkraftwerks Lubmin bei Greifswald. Das ausführliche Online-Feature bietet auch zahlreiche Hintergrundinformationen und stellt kritische Fragen zu Finanzierung, Freimessung des Abfalls und Überwachung durch TÜV und ähnliche Institutionen:

    HEUTE

    Wieder angefahren wurde das Kernkraftwerk Brokdorf nach der turnusgemäßen jährlichen Inspektion. Bei den Prüf-, Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten waren nach Angaben des Betreibers PreussenElektra bis zu 1500 Mitarbeiter und externe Fachleute im Einsatz, so die WELT:

    DIE WELT

    Ein Urteil zuungunsten des Kraftwerkbetreibers Eon bietet den Aufhänger u.a. für die bayerische Staatsregierung, den Ausstieg aus der Kernenergie als „Entscheidung mit gesamtgesellschaftlichem Konsens“ für richtig zu heißen. Der Rückbau der KKWs sei nun „eine der größten umweltpolitischen Aufgaben“:

    DIE WELT

    Nach zwei Jahren Arbeit übergab die beim Bundestag angesiedelte unabhängige Expertenkommission zur Suche eines geeigneten Atommüllendlagers ihren Abschlussbericht an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Der Co-Vorsitzende der Kommission, Michael Müller (SPD), warb für eine faire Diskussion über den Inhalt des mehr als 600 Seiten langen Berichts. Kritik an dem Papier äußerten insbesondere die GRÜNEN und Umweltschützer, die das Endlager in einem Salzstock in Gorleben nicht auf der Liste möglicher Endlager sehen wollen. Die ZEIT berichtet:

    ZEIT ONLINE

    Den Bericht der Endlagerkommission kommentiert ein Blog des Deutschlandfunks. Gelobt wird das pragmatische Vorgehen der Kommission, Bedenken geäußert wegen der diversen Sondervoten einzelner Länder und der zu erwartenden Bürgerproteste an Orten, die für ein Endlager in Betracht kommen:

    BLOGS.DEUTSCHLANDFUNK

     

     

  • Presseschau vom 24.06.2016

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau, die dieses Mal ganz im Zeichen der Diskussion zu den während eines Rückbaus anfallenden Abfällen steht. Neben ausführlichen Berichten zu dieser Thematik werfen wir auch einen Blick auf den Status des KKW Grafenrheinfeld sowie nach Schweden, wo man trotz des Vorhabens, den Anteil der erneuerbaren Energien auf hundert Prozent zu erhöhen, vorerst wieder auf Kernenergie setzen möchte.

    Experten haben im Kernkraftwerk Brunsbüttel das Verfahren demonstriert, mit dem sichergestellt werden soll, dass ausschließlich Müll ohne oder nur mit absolut vernachlässigbarer Radioaktivität auf Deponien landet. Dazu gehören unter anderem Bauschutt, asbesthaltige Abfälle, Mineralwolle, Isolierungen oder Straßenaufbruch. Lediglich 2% der Abfälle seien belastet, der Rest könne freigegeben werden, so der Leiter der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht. Der NDR berichtet:

    NDR

    Um die sog. 10-Mikrosievert-Grenze bei freizumessenden Abfällen, die dann deponiert werden können, sicher bestimmen zu können, werde jedes einzelne Teil bis zu viermal angefasst und gemessen, so die Lübecker Nachrichten. Allein beim KKW Brunsbüttel fielen nach Einschätzung des Kieler Energiewendeministeriums insgesamt rund 300000 Tonnen Abfall an, die über einen Zeitraum von 15 Jahren entsorgt werden müssen.

    LN ONLINE

    Auch die taz berichtet und stellt fest, das es für den vom Umweltministerium vorgeschlagenen „Entsorgungspakt“ mit den betroffenen Gemeinden keine rechtliche Verpflichtung gäbe, man aber alle Beteiligten in den Dialog bringen wolle. Lediglich der BUND bleibe skeptisch, so das Blatt:

    TAZ

    Die Diskussion um die Lagerung der Bauabfälle aus dem Rückbau der schleswig-holsteinischen Kernkraftwerke geht weiter. Während Gemeinden und NABU Zustimmung zu den Plänen des Umweltministers Habeck für einen Entsorgungspakt signalisieren, äußert ein Vertreter des BUND hier erneut Bedenken insbesondere gegen die Herleitung des zulässigen Grenzwerts von 10 Mikrosievert, so die SHZ:

    SHZ

    Auch andernorts steht der BUND Aus- oder Umbauvorhaben von Kernkraftwerken kritisch gegenüber. Bei der Baugenehmigung eines Reststoffbearbeitungszentrums und eines Standortabfalllagers am Kernkraftwerk Philippsburg (bauartgleich zu den KKW Brunsbüttel und Krümmel) seien Schutzvorkehrungen für Natur und Nachbarschaft unterblieben, zitiert KA-News Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND Baden-Württemberg:

    KA-NEWS

    Radioaktiver Müll aus dem abgeschalteten Kernkraftwerk Obrigheim soll zum ersten Mal innerhalb Deutschlands auf dem Wasserweg transportiert werden. 15 Castoren aus dem vom Netz genommenen Kraftwerk in Baden-Württemberg sollen auf dem Neckar rund 50 Kilometer zum Zwischenlager in Neckarwestheim befördert werden, berichtet SPIEGEL online:

    SPIEGEL ONLINE

    Ausführlich berichtet das Handelsblatt vom Rückbau des KKW Grafenrheinfeld. Bis 2035 soll das Kraftwerk zur „grünen Wiese“ zurückgebaut sein; bis 2032 läuft der Rückbau dabei ohne sichtbare Auswirkungen auf das äußere Erscheinungsbild nur im Innern:

    HANDELSBLATT

    Vor noch bevorstehenden gravierenden Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Energiewende warnt die WELT. Dabei plädiert das Blatt für den marktwirtschaftlichen, freien Handel mit CO2-Rechten als Ersatz für „erfolglose Planwirtschaft in der Energie- und Klimapolitik“, da der ansonsten erforderliche radikale Wandel der Art, wie die Gesellschaft in Bezug auf Energieeffizienz lebe, noch auf sich warten ließe:

    DIE WELT

    Zurück zur Kernenergie will man indes in Schweden. Die dortige Regierung hat beschlossen, „bis zu 10“ alte Reaktoren durch Neubauten zu ersetzen. Die allgemeine Zielsetzung, bis 2040 den Anteil der erneuerbaren Energien auf hundert Prozent zu erhöhen, wolle man aber aufrecht erhalten, meldet Tagesschau.de:

    TAGESSCHAU

     

  • Presseschau vom 10.06.2016

    Wir heißen Sie herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal weist die Berichterstattung eine hohe inhaltliche Dichte auf: neben dem Interview mit Dr. Habeck zur Deponielagerung des Bauschutts, Zwischenlagerthematiken und einem Rückblick auf 5 Jahre Atomausstieg sind insbesondere die Artikel und Kommentare zur EEG-Reform lesenswert.

    Beim Rückbau der Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein wird auch ca. 35.000 Müll anfallen, der lediglich als normaler Industriemüll klassifiziert wird. Gleichwohl, so der schleswig-holsteinische Umweltminister in einem ausführlichen Interview mit der SHZ, gebe es Gesprächsbedarf mit den betroffenen Gemeinden, in deren Deponien der Abfall gelagert werden soll, denn dieser sei „emotional belastet“. In dem Interview fordert Dr. Habeck eine sachliche Debatte über die Klassifizierung des Mülls:

    SHZ

    Das Zwischenlager am Standort Krümmel war Gegenstand lokaler Berichterstattung: Die Bergedorfer Zeitung thematisierte die Verschärfung von Schutzvorschriften durch das Bundesamt für Strahlenschutz, u.a. unter dem Gesichtspunkt der Terrorabwehr, und entsprechende Baumaßnahmen in Krümmel. Es sei unklar, wie lange das betroffene Standortzwischenlager noch Bestand habe:

    BERGEDORFER ZEITUNG

    Von einem rechtlichen Dilemma in Brunsbüttel berichtet der NDR: Der Betreiber Vattenfall plant, im Kernkraftwerk Brunsbüttel die abgebrannten Brennelemente aus dem Reaktorbehälter zu entfernen und sie auf dem AKW-Betriebsgelände zu parken. Weil Vattenfall das Lager im Moment nur mit Duldung der Atomaufsicht betreibt, ist dies bisher aber rechtlich nicht erlaubt. Deshalb muss die Atomaufsicht in Kiel die Pläne jetzt rechtlich prüfen, die Entscheidung ist für den Fortgang des Rückbaus des Kraftwerks wesentlich:

    NDR

    Kritischer formuliert die SHZ in dieser Sache: „Trotz Verbots“ wolle man die Brennelemente in das Standortzwischenlager verbringen, das aktuell nur aufgrund der Duldung der Atomaufsicht, aber ohne atomrechtliche Genehmigung betrieben werde. Der Umweltminister Dr. Habeck zeige allerdings Verständnis für diesen Zustand, so das Blatt:

    SHZ

    Das KKW Krümmel dient auch als Aufmacherbild für einen Beitrag des Deutschlandfunk anlässlich des fünften Jahrestags der Entscheidung der Bundesregierung, aus der Kernenergie auszusteigen. Der Sender spricht dabei resümierend von der damals eingeläuteten Energiewende als einer „unvergleichlichen industriepolitischen Umwälzung“:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Energiepolitisch war die EEG-Reform das beherrschende Thema der letzten Wochen. Die Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz sollen den Ausbau fördern, gleichzeitig aber den an Land gewonnenen Windstrom drosseln. Weitere Themen sind die zukünftige Förderung von Solar- und Biogasanlagen sowie der notwendige Netzausbau. Die wesentlichen Fragen und Antworten listet die Wirtschaftswoche auf:

    WIWO

    Auch die Süddeutsche Zeitung bilanziert und spricht davon, die EEG-Reform werde die Förderung neuer Energien „komplett umstellen“. Das Blatt sieht auch besondere Eilbedürftigkeit im Gesetzgebungsverfahren, da die aktuelle Gesetzeslage zum Ende des Jahres auslaufe:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Der Freitag kommentiert den Entwurf kritisch: Unter Klimaschutzgesichtspunkten müsse die Umstellung auf erneuerbare Energien forciert statt gebremst werden. Das bisherige Anreizsystem, über Subventionierungen Attraktivität für Investitionen zum Beispiel in den Bau von Windkraftanlagen zu schaffen, insbesondere für kleine Betreibergesellschaften,  entfalle zudem mit der Neuregelung:

    DER FREITAG

    Mit gewissser Polemik argumentiert der Kommentator der taz: Dem „ Kind“ EEG werde „nach dem EEG-Entwurf aus dem Wirtschaftsministerium das Wachsen eingeschränkt, das Taschengeld gekürzt und der Job weggenommen“. Der Autor vermutet den Grund für die Eile auch in der nahenden Bundestagswahl. Hier wolle der Wirtschaftsminister das kritische Thema möglichst aus den kommenden Wahlkampfdiskussionen in 2017 heraushalten:

    TAZ

     

  • Presseschau vom 27.05.2016

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die einschlägige Berichterstattung vorrangig norddeutscher Medien beschäftigte sich in den vergangenen Tagen besonders intensiv mit der Vorstellung des Sicherheitsberichts zum geplanten Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel und der Pressekonferenz in Kiel, in deren Rahmen der Bericht vorgestellt wurde. Abgerundet werden die diesmal sehr lokal geprägten Quellen durch einen Kommentar zu den Kernkraftplänen der EU und einen interessanten Blick nach Afrika.

    Die Lübecker Nachrichten schildern den voraussichtlichen Zeitplan, die zu erwartenden Kosten für Rückbau und die erforderlichen Schritte zur Bergung und Verpackung der Brennelemente aus dem Reaktor:

    LN ONLINE

    Positiv bewertet die WELT den Staus der Planung: Man komme „offenkundig gut voran“:

    DIE WELT

    Von „Traktiererei“ meint das Neue Deutschland den Betreiber Vattenfall des KKW Krümmel warnen zu müssen. Man dürfe hier nicht aus finanziellen Erwägungen auf Zeit spielen, meint das Blatt:

    NEUES DEUTSCHLAND

    Lob für die Rückbaupläne kommt hingegen vom NDR. Die Entscheidung für einen kompletten Rückbau zur „grünen Wiese“ statt eines sog. „sicheren Einschlusses“ sei richtig. Auch die von Vattenfall ausgegebene Doktrin „Sicherheit vor Schnelligkeit“ für den Rückbauprozess findet die Zustimmung des Senders. Ein noch nicht abschließend geklärtes Thema sei aber die Zwischenlagerung schwach- bis mittelradioaktiver Abfälle beim Kraftwerk. Hier sei noch keine finale Entscheidung getroffen:

    NDR

    In den Folgetagen nach der Vorstellung des Sicherheitsberichts wurde verstärkt über die Lagerung der Abbruchabfälle aus den Kraftwerksrückbauverfahren in Brunsbüttel und Krümmel, die als unbedenklich freigemessen werden, in den lokalen Medien diskutiert. Als Lagerplätze für diesen Bauschutt kommen insbesondere 7 Gemeinden aus Schleswig-Holstein in Betracht, aus Harrislee berichtet dazu die SHZ:

    SHZ

    Der zuständige Minister Dr. Robert Habeck diskutierte in Kiel mit Vertretern der betroffenen Gemeinden und Bürgern. Dabei betonte er, dass es ausschließlich um nicht recyclebaren Müll mit vernachlässigbarer Radioaktivität gehe, bei der einer Deponierung unter den Grenzwerten der Strahlenschutzverordnung liege. Der Minister bilanzierte nach seinen Gesprächen, dass eine „konstruktive Gesprächsatmosphäre“ geherrscht habe; schon diesen Sommer wolle man über die weiteren Schritte Klarheit haben, so der NDR:

    NDR 

    Aus Brunsbüttel berichtet ebenfalls der NDR von der Bergung der dortigen Fässer mit schwach- bis mittelradioaktivem Material, die nach Plan erfolge. Seit dem Beginn der Arbeiten im Februar seien inzwischen 76 Fässer geborgen worden, ohne dass es bislang zu irgendwelchen Komplikationen gekommen sei. Insgesamt gehe man von einer Gesamtdauer von drei Jahren für die Bergung aus:

    NDR

    Für mediale Aufregung sorgte ein Bericht im SPIEGEL über angebliche Pläne der EU-Kommission zum Ausbau der Kernenergie. Ein Kommentar der Deutschen Welle rät zur Beruhigung: Es habe sich dabei lediglich um ein Diskussionspapier gehandelt, das man Experten zur Prüfung habe vorlegen wollen. Die Reaktionen aus der deutschen Politik seien deshalb übertrieben ausgefallen, so der Kommentator:

    DEUTSCHE WELLE

    Zum Abschluss einen Blick nach Afrika: Der Sudan plant die Errichtung des ersten Kernkraftwerks des Landes, berichtet SPIEGEL ONLINE. Dazu sei eine Kooperationsvereinbarung mit einem chinesischen Unternehmen unterzeichnet worden, das den Bau umsetzen soll. China betreibe eine „aggressive Expansionspolitik“, um ein wichtiger „Player auf dem globalen Atommarkt“ zu werden und habe zuletzt u.a. auch in Rumänien, Saudi-Arabien, Argentinien und China entsprechende Abkommen getroffen. Experten sähen aber gravierende Sicherheitsprobleme angesichts dieses aggressiven, überschnellen Vorgehens:

    SPIEGEL ONLINE

  • Presseschau vom 13.05.2016

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Schwerpunkt liegt dieses mal auf nationalen, den Rückbau betreffenden Themen wie mögliche Berufsperspektiven, geplanter Personalabbau bei Vattenfall oder Statusberichte verschiedenster deutscher Kraftwerke.

    Über die Berufsperspektiven von Ingenieuren beim Rückbau von Kernkraftwerken berichtete die ZEIT am Beispiel des Kernkraftwerks Brunsbüttel. Am Beispiel des Kraftwerksmitarbeiters Henning Bienas schildert der Artikel die vielfältigen Aufgaben für qualifizierte Ingenieure im Rückbau:

    ZEIT ONLINE 

    Über geplanten Personalabbau beim Energieversorger Vattenfall, der auch die stillgelegten Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel betreibt, berichtete N24. Die Zahl der Mitarbeiter müsse „perspektivisch verringert“ werden, zitiert der Sender Konzernchef Magnus Hall. Grund seien u.a. die hohen Abschreibungen auf den jüngst verkauften Braunkohleabbau, die unsichere Ertragslage und auch die von Hall erneut kritisierte Empfehlung der Kommission zur Finanzierung des Atomausstiegs:

    N24

    Der RBB beschäftigt sich am Beispiel des Kernkraftwerks Rheinsberg mit der Geschichte der Kernenergienutzung in Deutschland: Rheinsberg ist vor genau 50 Jahren ans Netz gegangen und wird seit 1995 zurückgebaut. Dort hoffe man, im Jahre 2025 den Zielzustand der „grünen Wiese“ zu erreichen:

    RBB

    Auch die Berliner Zeitung beschäftigt sich mit Rheinsberg und schildert die Schwierigkeiten des Rückbaus:

    BERLINER ZEITUNG

    Zur Ergänzung bietet die FAZ eine ausführliche Bilderstrecke über das Werk in Brandenburg – und berichtet über den Plan, die „Blockwarte“, das ehemalige Schaltzentrum des Werks, nahe des Rheinsberger Barockschlosses als historisches Zeugnis der DDR-Moderne wieder aufzubauen:

    FAZ

    Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld war im Juni 2015 das erste zu diesem Zeitpunkt noch in Betrieb verbliebenen deutschen Kernkraftwerke, das vom Netz ging. Seitdem wird der Rückbau geplant. Die Mainpost beantwortet dazu die wesentlichen Fragen:

    MAINPOST

    Um den Erhalt der Kompetenzen in der Kerntechnik in Deutschland sorgt sich Finanzen.net in einem Bericht über die 47. Jahrestagung Kerntechnik in Hamburg. Dies sei eine „nationale Aufgabe“ und sei erforderlich, um auch in Zukunft motivierte Fachkräfte, z. B. in der Sicherungstechnik, aber auch beim Rückbau von Kernkraftwerken zur Verfügung zu haben:

    FINANZEN.NET

    Bis 2021 soll das KKW Grohnde an der Weser noch am Netz bleiben. Aktuell bleibt das Werk allerdings noch zwei Wochen länger als geplant abgeschaltet. Die routinemäßigen Inspektionsarbeiten werden bis zum 5. Juni ausgedehnt, teilte am Dienstag der Betreiber Eon mit. Zuvor war ein Schaden an einer Kühlpumpe entdeckt worden:

    DIE WELT

    Von „Zwietracht“ in der Endlagerkommission berichtet die WELT. Von einer Aufkündigung des Grundkonsens sei die Rede; der mögliche Endlagerstandort Gorleben durch unglückliche Veröffentlichung eines Kommissionspapiers diskreditiert:

    DIE WELT

    In den skandinavischen Staaten wächst der Unmut über die mangelnde Qualität des deutschen Stromnetzes: Der Durchfluss des im Norden produzierten Stroms, überwiegend Ökostrom, zu Abnehmern im Süden Deutschlands und Europas werde verhindert. Dies verstoße u.U. auch gegen den Grundsatz des freien Waren- und Kapitalverkehr, so die FAZ:

    FAZ

    Der Wanderfalke war in Schleswig-Holstein so gut wie verschwunden. Dies hat sich geändert: Die Tiere siedeln sich wieder an, mit einem Falkenpaar auch seit vielen Jahren als regelmäßige Bewohner des Kühlturms am KKW Brunsbüttel. Dass sich die Falken auch sehr nützlich in der Pflege von Verkehrseinrichtungen machen können, verraten die Lübecker Nachrichten:

    LN ONLINE

     

     

  • Presseschau vom 29.04.2016

    Herzlich Willkommen zur Presseschau vom 29.04.2016. Die Frage danach, wer die Kosten für den Ausstieg aus der Kernenergie tragen soll, beschäftigt sowohl die Energiekonzerne, die Politik als auch die Medien. Die Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs (KFK) legte nun einen Vorschlag zur Kostenaufteilung vor – in der Presse wird ausführlich berichtet:

    Die Finanzierung des Ausstiegs aus der Kernenergie und der Rückbau der deutschen Kernkraftwerke bleibt ein Dauerthema und hat in dieser Woche erneut die Medien im Bereich Energiepolitik  dominiert. In der Südwest Presse wurde schon vor dessen Bekanntgabe ein Ausblick auf den erwarteten „Neuen Entsorgungskonsens“ der Regierungskommission gegeben:

    SWP

    Auch der Deutschlandfunk leistete Vorberichterstattung zur Aussage der Kommission:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Die Berichterstattung nach Veröffentlichung der Empfehlung ist erwartungsgemäß flächendeckend und vielschichtig. Einen Übersicht über den Vorschlag der Kommission gibt SPIEGEL ONLINE:

    SPIEGEL ONLINE

    Ebenfalls im SPIEGEL spricht ein Kommentar von einem „letzten Sieg der Atomindustrie“ und befürchtet eine Abwälzung möglicher Mehrkosten auf den Steuerzahler:

    SPIEGEL ONLINE

    Ähnlich kritisch kommentiert die taz. Dort wird aber auch anerkennend hervorgehoben, dass es eine beachtliche Leistung der Kommission sei, trotz gegenläufiger Interessen von Grünen, Union, WWF und BDI zu einer einstimmigen Lösung gekommen zu sein:

    TAZ

    Abwägender kommentiert der Tagesspiegel. Der Kommissionsvorschlag sei so praktikabel und fair, wie es eben möglich sei. Deshalb äußere man auch Unverständnis für die Ablehnung des Vorschlags durch die betroffenen Energiekonzerne:

    TAGESSPIEGEL

    Die Wirtschaftswoche rät den Energiekonzernen, den Deal nicht anzufechten – eine günstigere Variante sei für keine Partei denkbar:

    WIWO

    Von einem „atomaren Ablasshandel“ spricht DIE ZEIT. Man habe die Atomkonzerne mit der empfohlenen Zahlung von 23,3 Mrd. an die öffentliche Hand „billig davonkommen“ lassen, so das Blatt. Es bleibe der Bundesregierung aber keine andere Wahl, als dieser Empfehlung zu folgen:

    ZEIT ONLINE

    Von einem „Durchbruch“ spricht hingegen die FAZ und schildert den möglichen Fahrplan bis zur Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes. Laut Kanzleramtsminister Altmaier  sei ein Inkrafttreten bis zum Frühjahr 2017 gut möglich, zitiert das Blatt:

    FAZ

    Neutral dokumentiert die Frankfurter Rundschau den Vorschlag der Kommission:

    FR ONLINE

    Die Stuttgarter Nachrichten analysieren die einschlägigen Stellungnahmen aus Politik, Wirtschaft sowie Verbänden und bilanzieren, dass sich Kritik und Anerkennung zum Vorschlag wohl die Waage halten:

    STUTTGARTER NACHRICHTEN

    Vor dem Landgericht Hannover wird eine Klage von Eon gegen die Länder Niedersachsen und Bayern sowie den Bund verhandelt. Es geht um Schadensersatz wegen angeblicher entschädigungsloser Enteignung durch die Bundesregierung und die Länder im Zuge des Atomausstiegs, wie die WELT schreibt:

    DIE WELT

     

     

    Verflüssigtes Erdgas – kurz LNG – wird zukünftig in der Energieversorgung eine größere Rolle spielen. In Brunsbüttel setzt man mit der Planung entsprechender LNG-Infrastruktur auf den fossilen, aber dennoch schadstoffarmen Energieträger. Der fallende Ölpreis mache LNG aber weniger attraktiv, meldet die WELT anlässlich der Vorstellung eines neuen Kesselwaggons zum LNG-Transport in Brunsbüttel:

    DIE WELT

     

  • Presseschau vom 15.04.2016

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diese Woche haben wir viel Lesenswertes zu Themen auf nationaler Ebene wie den erwarteten Protesten in Brokdorf oder der Zwischen- und Endlagerdebatte. Auch aus Krümmel gibt es einiges zu berichten:

    Die Bergung der beschädigten Fässer aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel ist auch weiterhin Gegenstand der Berichterstattung. Der NDR fasst zusammen und liefert zusätzliche Hintergrundinformationen:

    NDR

    Ebenfalls mit der Endlagersuche beschäftigt sich der Deutschlandfunk und schildert die Arbeit der Kommission, deren Abschlussbericht vor der finalen Beratung steht. Aller Voraussicht nach werde dort eine Zweiteilung der Ausstiegskosten vorgeschlagen. Allerdings gebe es noch immer Unklarheit über die Bewertung gebildeter Rückstellungen:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Herzogtum-direkt berichtet vom „Frühjahrsputz“ in Krümmel – der dortige Reaktordruckbehälter werde nach einer Mitteilung der schleswig-holsteinischen Atomaufsichtsbehörde umfassenden Maßnahmen zur Verringerung eventueller Verunreinigungen des Behälters und angrenzender Systeme unterzogen. Die Arbeiten werden ca. 6 Wochen dauern:

    HERZOGTUM-DIREKT

    Protest hat das KKW in Brokdorf zu erwarten. Für den 24.04. haben zahlreiche Umweltverbände zu einem Aktionstag rund um das Werk aufgerufen. Die SHZ fasst zusammen:

    SHZ

    Die Genehmigung eines Standortzwischenlagers meldet Echo-Online aus dem hessischen Biblis. Die Einrichtung dieses Zwischenlagers sei auch ein wichtiger Schritt hin zu den dortigen Rückbauplänen:

    ECHO-ONLINE

    Von Problemen beim Rückbau von Mühlheim-Kärlich weiß die WELT: Der Kühlturm des bereits lange stillgelegten Werks stehe wider Erwarten noch; sein Abriss verzögere sich immer weiter:

    DIE WELT

    Premiere in der Schweiz: In Mühleberg soll erstmals ein KKW stillgelegt werden. Der Betreiber präsentierte die Eckpfeiler des Stilllegungsgesuchs vor dem Bundesamt für Energie. Das bereits eingereichte Gesuch soll jetzt ausgelegt werden, so der Bund:

    DER BUND

    Als „ im Rückwärtsgang“ tituliert die SVZ den Zustand der Energiewende im Norden: Scharfe Ausschreibungsregeln für neue Offshore-Windparks in der Ost- und Nordsee, reduzierte Strommengen aus erneuerbaren Energiequellen und die Ausgrenzung von Windparks im Küstenmeer seinen Bestandteile der geplanten Novelle des EEG, bereite den Marktteilnehmern der Windkraft-Branche zunehmend Sorgen:

    SVZ

    Seine Position zur Energiewende in Schleswig-Holstein erläuterte Umweltminister Dr. Habeck auf einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung der GRÜNEN. Dabei äußerte er sich auch zur „Verspargelung“ der Landschaft durch Windkraftanlagen. Die SHZ protokollierte:

    SHZ

     

     

  • Presseschau vom 01.04.2016

    „Nach Plan“ läuft die Bergung der teils stark verrosteten Fässer mit schwach- bis mittelradioaktivem Abfall aus den unterirdischen Kavernen im „Schwesterkraftwerk“ des Kernkraftwerks Krümmel, dem KKW Brunsbüttel laut SHZ ab. Insbesondere, so wird Umweltminister Habeck zitiert, entsprächen alle bislang geborgenen Fässer genau den Schadenskategorien, in die man sie vorab auf Basis der Kamerainspektion eingestuft habe:

    SHZ

    Ähnlich berichten auch die Kieler Nachrichten: Bislang seien 24 Fässer „problemlos“ geborgen worden:

    KIELER NACHRICHTEN

    Mit dem „milliardenschweren Geschäft“ mit dem Rückbau von Kernkraftwerken beschäftigt sich die Berliner Zeitung. Angesichts der Volumina bilde sich eine neue Industrie mit guten Ertragsprognosen – auch wenn die Finanzierung des Rückbaus noch teilweise offen sei:

    BERLINER ZEITUNG

    Als „absurd“ bezeichnet die WELT die aktuelle Rückbaupraxis in Deutschland und stellt Vergleiche mit der angeblich deutlich pragmatischeren Vorgehensweise beim Rückbau von Kernkraftwerken in den USA an. So könne zum Beispiel das dortige Werk Onofre bei Los Angeles innerhalb von 4 bis 5 Jahren zurückgebaut werden, insbesondere deshalb, weil man den Reaktordruckbehälter „am Stück“ entferne und dann nach einigen Jahren Abklingzeit in einem Zwischenlager zerlege:

    DIE WELT

    Über den Einsatz von Robotern beim Rückbau von KKWs berichtet die Schweizer Handelszeitung. Ein dortiges Unternehmen habe Roboter entwickelt, die z.B. beim Sortieren des anfallenden Abfalls nach Strahlungsgrad eingesetzt werden könne, ohne das menschliche Hilfe vor Ort erforderlich sei:

    HANDELSZEITUNG

    Zur Förderung von Informationsveranstaltungen zum Rückbau der dortigen Kernkraftwerke bietet das Land Niedersachsen Kommunen Finanzhilfen an. „Unsere Landesregierung legt Wert darauf, die Komplexität der gesetzlichen Vorgaben und der konkreten Verfahren von allen Seiten sachkundig erläutern zu lassen und die Bevölkerung an den Abläufen des Atomausstiegs zu beteiligen“, wird Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) vom Focus zitiert:

    FOCUS

    Die Details zur Vergabe und den entsprechenden Fristen erläutern die EL-News:

    EL-NEWS

    Kritisch sieht dagegen die ZEIT das Informationsverhalten von Bundeswirtschaftsminister Gabriel in Zusammenhang mit dem Bestreben von Kommunen, selbst örtliche Gas- und Stromnetze zu betreiben. Dieser Teil der Energiewende werde durch den neuen Entwurf des Energiewirtschaftsgesetzes nicht verbessert, sondern erschwert:

    ZEIT ONLINE

    In einem Interview für den Politik-Teil der BILD kommt der ehemalige Bundesumweltminister Trittin zu Wort. Er spricht darin auch über seine Rolle als Vorsitzender der Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs:

    BILD

  • Presseschau vom 18.03.2016

    Herzlich Willkommen zur Presseschau vom 18. März 2016. Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf der Klage der Energiekonzerne vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Atomausstieg, über die momentan in Karlsruhe verhandelt wird. Die Auswahl beinhaltet ein Spektrum von hilfreichen Überblicken, bemerkenswerten Meinungsartikeln und lesenswerten Beiträgen im Rahmen einer einschlägigen Themenwoche beim Deutschlandradio:

    Mit einer Übersicht über den Status aller Kernkraftwerke in Norddeutschland informiert der NDR. Neben dem Werk in Brunsbüttel und seinem „Schwesterkraftwerk“ in Krümmel beschäftigt sich der Beitrag u.a. auch mit den KKWs in Lingen, Grohnde und Lubmin und dem jeweiligen Stand des Rückbaus oder der Außerbetriebnahme:

    NDR

    Die Klage der Energiekonzerne vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Atomausstieg der Bundesregierung beherrscht die Presseberichterstattung allerorts. Im Raum steht die Frage, ob der in 2011 kurzfristig beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie eine Enteignung der Konzerne darstellt und damit Schadensersatzpflichten auslöst. Die Abendzeitung aus München fasst zusammen:

    ABENDZEITUNG MÜNCHEN

    Dass es in dem Verfahren ggf. um hohe Forderungen auf Schadensersatz gehe, verdeutlicht der Tagesspiegel. Auch wenn eine fixe Summe nicht beziffert sei, werde diese doch sicher im deutlichen Milliardenbereich liegen:

    TAGESSPIEGEL

    Gute Erfolgsaussichten räumt die FAZ den klagenden Konzernen ein und schildert die juristischen Erwägungen zum Erfordernis einer Entschädigungsregelung im Falle des Vorliegens eines „enteignungsgleichen Eingriffs“. Der Autor bezweifelt allerdings, dass die Kläger mit einem Urteil rechnen. Wahrscheinlicher sei es, dass es zu einem „Deal“ der Konzerne mit der Bundesrepublik Deutschland kommen könne, so das Blatt:

    FAZ

    Die Umweltschutzorganisation BUND demonstrierte vor dem Verfassungsgericht in Karlsruhe, wo aktuell die drei Energiekonzerne Eon, RWE und Vattenfall klagen. Die Umweltschützer fordern ein sofortiges Abschalten aller Atomkraftwerke in ganz Deutschland sowie die Verankerung des Atomausstiegs im Grundgesetz. Die Welt am Sonntag berichtet und liefert eine umfassende Linksammlung aller zur Verhandlung wichtigen Informationen:

    DIE WELT

    Die EU-Kommission will in den nächsten Wochen einen Bericht zum Zustand der Nuklearwirtschaft in Europa vorlegen – ein Entwurf des Papiers liegt dem Handelsblatt vor. Demnach seien Investitionen in Höhe von 450 bis 500 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050 notwendig. Eine Antwort auf die Frage, wer in welcher Höhe im Falle eines Unglücks haften soll, liefert der Bericht allerdings nicht:

    HANDELSBLATT

    Die WELT erinnert sich derweil an eine Zeit zurück, als die Atomkraft „ein Geschenk des Himmels war“. Damals, in den 1950er-Jahren, waren es eigentlich gar nicht die Energiekonzerne selbst, die die Atomkraft einführen wollten. Vielmehr sei es die Politik gewesen, die „auf Atomkurs“ lag:

    DIE WELT

    In Deutschland ist der Atomausstieg längst beschlossene Sache – in Europa spalten sich die Meinungen. Während beispielsweise in Finnland und Großbritannien neue Kernkraftwerke gebaut werden, verlängern andere Länder kurzum die Laufzeit alter Meiler. Dies bringe die EU-Kommission in eine missliche Lage, gegen längere Laufzeiten sei sie machtlos, weiß der Deutschlandfunk:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Wer es ernst meine mit Klimaschutz und einer ausreichenden Energieversorgung für alle, komme an Kernenergie nicht vorbei, kommentiert der Tagesspiegel anlässlich des 5. Jahrestages der Tsunami-Katastrophe von Fukushima. Sicherheitsbedenken seien übertrieben, der Bedarf anders schwerlich zu decken und insbesondere unter Klimaschutzgesichtspunkten sei Kernkraft schwer ersetzbar, so das Blatt:

    TAGESSPIEGEL

    Ein konkretes Beispiel auch für die lokale wirtschaftliche Relevanz eines KKW nennt der Bayerische Rundfunk in seinem Bericht über das KKW Grundremmingen: Dieses sei ein entscheidender Wirtschaftsfaktor in der Region. Laut B4B Schwaben arbeite das Werk zudem rentabel:

    BR

    B4B

    Eine „Themenwoche Energiewende“ bietet Deutschlandradio Kultur an. 5 Journalisten schildern am Beispiel verschiedener Rückbauprojekte von KKWs die Aufgabenstellung und Umsetzung, aber auch die Rollen einzelner Betroffener in diesem Prozess:

    DEUTSCHLANDRADIO

  • Presseschau vom 04.03.2016

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses mal haben wir eine Auswahl an Artikel zu den Rückbauvorhaben in den Kernkraftwerken Unterweser und Neckarwestheim, zur Vertagung des von der Kommission zur Überprüfung des Kernenergieausstiegs vorzulegenden Vorschlags zur Finanzierung der Rückbauverpflichtungen aber auch zur anstehenden Sanierung des Werkstattdaches in Krümmel.

    Ein Fehler aus der Errichtungszeit des Kernkraftwerks Krümmel vor über 40 Jahren wird jetzt behoben. Bei jetzt durchgeführten Untersuchungen zu Folgen von Starkregen wurde festgestellt, dass eine Dachkonstruktion einer Werkstatt nicht den Vorgaben der Statik genügt. Betreiber Vattenfall reagierte mit einer Sofortmaßnahme und wird das Dach bis Ende des Jahres sanieren, berichtet die SHZ:

    SHZ

    Über den Beginn der Bergung der in den Kavernen des Kernkraftwerk Brunsbüttel lagernden Fässer mit schwach- und mittelstark radioaktivem Abfall berichten zahlreiche Medien. SPIEGEL ONLINE berichtet, dass bei der Öffnung der Kavernen 2 und 3 keine erhöhten Feuchtigkeitswerte festgestellt worden seien, auch habe die Strahlenmessung keinen erhöhten Wert gezeigt. Bis zum kommenden Oktober soll die Bergung von insgesamt 188 Fässern aus diesen Kavernen abgeschlossen sein:

    SPIEGEL ONLINE

    NDR

    SHZ

    Dem Beginn der Bergung war eine Informationsveranstaltung vorausgegangen, in der im Beisein von Minister Dr. Habeck die Bergungsmechanik erläutert wurde. Auch hier berichtete die SHZ, verbunden mit einigen Hintergrundinformationen:

    SHZ

    An der Weser haben Bürger, Behörden und Betreiber mit der Diskussion des dort geplanten Rückbaus des KKW Unterweser begonnen. Über 1.000 Einwendungen gegen dieses Vorhaben lägen aktuell vor. Der niedersächsische Umweltminister Wenzel kommt dazu in einem Beitrag der WELT zu Wort:

    DIE WELT

    Der Abriss komme im übrigen voran, so die Badische Zeitung. Die Genehmigung zum Aufbau der Rückbau-Infrastruktur sei nun erteilt worden:

    BADISCHE ZEITUNG

    Mit dem Einbruch der Aktienkurse von Stromversorgern reagierte die Börse auf die Nachricht, dass die „Kommission zur Überprüfung des Kernenergieausstiegs“ eine Entscheidung über einen Vorschlag zur Finanzierung der Rückbauverpflichtungen vertagt hat. Erst im April werde weiter verhandelt, so die RP Online:

    RP ONLINE

    Kritisch kommentiert die ZEIT die Vertagung der Vorlage eines Vorschlags durch die „Kommission zur Überprüfung des Kernenergieausstiegs“. Die Kommentatorin spricht Deutschland eine Vorbildrolle beim Ausstieg aus der Kernenergie ab:

    ZEIT ONLINE

  • Presseschau vom 19.02.2016

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Ein Schwerpunkt dieser Ausgabe ist die Frage der Finanzierung des Atomausstiegs, aber auch zu Themen wie Strahlenschutz oder die Suche nach einem Endlager wird berichtet:

    In den Verhandlungen über die Finanzierung des Rückbaus in Deutschland zeichnen sich weitere Entwicklungen ab: Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission für den Atomausstieg will den Energieversorgern verbieten, den milliardenteuren AKW-Rückbau mit Firmenbeteiligungen abzusichern. SPIEGEL online berichtet:

    SPIEGEL

    DIE WELT vermutet eine baldige Einigung bei den Kosten für die Endlagerung, Mitglieder der Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs seien nach Angaben von mit dem Vorgang vertrauten Personen bereit, einen Teil der Kosten, für die Versorger wie E.On oder RWE aufkommen sollen, dem Steuerzahler aufzubürden. Mit Unterstützung der CDU fänden die Versorger zunehmend Gehör für ihr Argument, dass eine Haftung in unbegrenzter Höhe die Lebensfähigkeit der Unternehmen an den Kapitalmärkten bedrohe:

    DIE WELT

    Der Vorsitzende der Regierungskommission für den Atomausstieg, Trittin, will den Konzernen bei Abriss- und Stilllegungskosten allerdings nicht entgegenkommen. In der Deutschen Welle vertritt er die Auffassung, eine Stiftung zur Übernahme der Kosten käme keinesfalls in Betracht:

    DEUTSCHE WELLE

    Auch europaweit stellt sich die Frage nach der Finanzierung des Rückbaus, weiß der SPIEGEL. Dabei seien auch in anderen europäischen Ländern noch größere Finanzierungslücken offen:

    SPIEGEL

    In puncto Kostendeckung des Atomausstiegs stehe Deutschland unter den EU-Ländern momentan trotz eines Defizits auf Platz 3, lediglich Großbritannien könne eine Abdeckung von 100% der Kosten von 63 Milliarden Euro vorweisen. Auffällig sei aber, dass die Angaben der Staaten zu den Kosten für den Rückbau und die Entsorgung stark voneinander abweichen; die Kommission wolle dies nun genauer prüfen, weiß die F.A.Z.:

    F.A.Z.

    Währenddessen legt die EU-Kommission ein „Paket zur nachhaltigen Sicherung der Energieversorgung“ vor. Es ziele darauf ab, besser für die weltweite Energiewende und mögliche Unterbrechungen der Energieversorgung gewappnet zu sein – indem die Energienachfrage gedrosselt, die Produktion allgemein und aus erneuerbaren Quellen gesteigert und ein diversifizierter Energiebinnenmarkt weiter entwickelt werde. Heise Online hat einen umfassenden Artikel:

    HEISE ONLINE

    Die Suche nach einem geeigneten Endlager beschäftigt die ganze Welt. Während sich Australien als potenzielles Endlager anbietet, spalten sich in Deutschland die Meinungen über das gesetzliche Ausfuhrverbot für Atommüll – schließlich importiere man doch auch Atomstrom aus dem Ausland. N-TV berichtet:

    N-TV

    Gut vorbereitet auf den Rückbau sieht man sich beim Kernkraftwerk Unterweser. NWZ Online berichtet über einen Pressetermin mit den dortigen Verantwortlichen, bei dem auch die Finanzierungsfrage erörtert wurde:

    NWZ

    Einen tieferen Einblick in den Strahlenschutz rund um ein Kernkraftwerk im Rückbauprozess gibt die Heidenheimer Zeitung. Insgesamt 35 Mitarbeiter seien im Kernkraftwerk Gundremmingen für den Strahlenschutz zuständig. Bis zu vier von ihnen kümmern sich dabei um die Überwachung der Umgebung des Kraftwerks:

    SWP

    Aus dem ältesten Kernkraftwerk Deutschlands, dem in der DDR betriebenen Kraftwerk Rheinsberg, berichtete BILD. Für das bereits 1990 stillgelegte Werk wird aktuell ein neues Rückbaukonzept umgesetzt:

    BILD

    Während sich in Europa alles um den Atomausstieg und die Kostenverteilung der Energiewende dreht, soll in China bald die nächste Generation ans Netz gehen: der erste kommerzielle Hochtemperatur-Kugelhaufenreaktor. RP Online berichtet:

    RP ONLINE

    Biogas werde in Zukunft als speicherbare Energiequelle an Bedeutung gewinnen, sagt der Sprecher des Fachverbandes Biogas, Alexander Knebel. Aufgabe der Politik sei es nun, die Rahmenbedingungen zur Umrüstung von Biogasanlagen zu verbessern, so das Straubinger Tagblatt:

    STRAUBINGER TAGBLATT

    Meldepflichtiges Ereignis in Krümmel: Offenbar war vor rund 40 Jahren beim Bau des Kraftwerks gegen die Vorschriften verstoßen worden; auf dem Dach über der heißen Werkstatt waren zusätzlicher Beton und Kies aufgeschüttet worden, um sicherzustellen, dass Wasser bei Regen und Schnee so vom Dach ablaufen könne. NDR und Kieler Nachrichten berichten:

    NDR

    KIELER NACHRICHTEN

  • Presseschau vom 05.02.2016

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Neben generellen Themen wie Zwischen- und Endlagerung, Rückbau und Kosten der Energiewende gibt es auch Neuigkeiten aus Krümmel zu berichten:

    Zum Rückbau des Kernkraftwerk Krümmel hat mit „Energiewende konkret“ eine erste öffentliche Informationsveranstaltung stattgefunden, die auch in der Presse einen starken Widerhall gefunden hat. Bitte beachten Sie dazu unsere Extrapresseschau vom 01.02.2016. Seitdem hat es weitere Veröffentlichungen zum Thema gegeben, u.a. auch eine kritische Betrachtung der Landeszeitung Lüneburg:

    LANDESZEITUNG LÜNEBURG

    Auch die Betreiber anderer KKWs, die vor dem Rückbau stehen, informieren in öffentlichen Veranstaltungen über den Prozess und die notwendigen Verfahrensvoraussetzungen. Ein Beispiel ist Grundremmingen. Von dort berichtete der BR:

    BR

    In Brokdorf wird weiter heftig diskutiert, ob mit dem Verbringen rückkehrender Castoren aus dem britischen Sellafied in das Zwischenlager Brokdorf – geplant für 2018 – faktisch eine Endlagersituation geschaffen würde. Dies befürchten die GRÜNEN. Gleichzeitig bieten die rechtlichen Rahmenbedingungen aktuell keine andere Lösung, stellte Staatssekretärin Nestle fest. Insbesondere in Brunsbüttel liegt für das dortige Zwischenlager keine dauerhafte Genehmigung vor. Die SHZ hat den Bericht:

    SHZ

    Auch in anderen politischen Lagern sieht man die Zwischenlagerthematik kritisch. Abgeordnete der CDU in Schleswig-Holstein fordern Umweltminister Habeck auf, in Brokdorf Rede und Antwort zu stehen. Auch hier berichtet die SHZ:

    SHZ

    Das stillgelegte Eisenerz-Bergwerk bei Salzgitter, Schacht-Konrad, sollte ursprünglich bereits 1986 zum Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Betrieb gehen. Doch erst 2007 wurden die letzten Klagen abgewiesen und die Bauarbeiten konnten beginnen. Eine mögliche Erweiterung des Schachts hat nun den Anwohnerprotest neu entfacht, wie der Deutschlandfunk berichtet:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Die Berliner Morgenpost lässt Bundesumweltministerin Hendricks in Sachen Schacht Konrad zu Wort kommen – sie schließe eine Erweiterung des Lagers „nicht hundertprozentig“ aus:

    MORGENPOST

    Aus Jülich meldet der WDR weitere Diskussionen um die Zukunft von Atomkugeln aus dem stillgelegten Forschungsreaktor. Die Brennelemente könnten nun von ihrem Ursprungsland USA zur Endlagerung übernommen werden, wie eine Umweltverträglichkeitsprüfung ergab. Naturschützer sehen beim Transport – es handelt sich um 152 Castor-Behälter mit insgesamt 280.000 Kugeln – aber hohe Risiken:

    WDR

    Einerseits ist der Rückbau von Kernkraftwerken eine notwendige Konsequenz aus der politischen Entscheidung zum Ausstieg aus der Kernenergie. Andererseits eröffnet sich aber auch ein weltweiter Wachstumsmarkt, in dem Expertise und Ressourcen zum Rückbau gefragt sein werden. Die Wirtschaftswoche fasst den Status zusammen und beleuchtet Chancen und Risiken der entstehenden Rückbauindustrie:

    WIWO

    Vor Engpässen in der deutschen Energieversorgung als Folge des Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung warnen Kritiker anlässlich eines Gutachtens des Think-Tanks AGORA. Die dort genannten Annahmen, die viele Umweltpolitiker als „Masterplan“ für die Energiewende ansehen würden, wiesen zahlreiche Schwachstellen und Lücken auf. Die WELT berichtet ausführlich:

    DIE WELT

    Aktuell sorgen die Braunkohle-Sparten bei Betreibern wie Vattenfall in Kombination mit fallenden Strompreisen und den Kosten für den Atomausstieg für rote Zahlen in den Bilanzen. Den gerade vorgelegten Jahresbericht 2015 des Unternehmens analysiert und kommentiert die Sächsische Zeitung auch in Hinblick auf die lokale Situation in Sachsen und Brandenburg:

    SÄCHSISCHE ZEITUNG

    Über die Kosten der Energiewende denkt das Hamburger Abendblatt in einem Kommentar nach. Diese seien nicht zu hoch, wie vielerorts vermutet werde, sondern als „Investitionen“ zu betrachten und damit langfristig volkswirtschaftlich sinnvoll, behauptet die Autorin, Leiterin Abteilung Energie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Dass Kernenergie trotz der aktuellen Energiewende für Deutschland eine Option bleiben könne, vermutet ein Kommentator der WELT. Am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik wurde jetzt im Fusionsforschungsreaktor Wendelstein 7-X erstmals Wasserstoff auf extrem hohe Temperaturen erhitzt – im Beisein von Kanzlerin Merkel. Fernziel dieser Experimente sei die Entwicklung von Fusionskraftwerken, mit denen das globale Energieproblem klimaneutral gelöst werden könne:

    DIE WELT

  • Extrapresseschau vom 01.02.2016

    Mit der neuen Informationsveranstaltung „Energiewende Konkret“ in Krümmel möchte Betreiber Vattenfall jetzt und in Zukunft über den Fortgang des Rückbaus des KKW Krümmel informieren. In der Presse wurde das Thema am Folgetag der ersten Veranstaltung am 28.01. unmittelbar aufgenommen, so in der Bergedorfer Zeitung:

    BERGEDORFER ZEITUNG

    Das „Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom (LAgA)“ beschäftigt sich auf seiner Website ebenfalls mit der Veranstaltung:

    LAgA

     

  • Presseschau vom 22.01.2016

    Herzlich Willkommen zur Presseschau vom 22.01.2016. Diese Ausgabe bietet ein breites Spektrum an Nachrichten aus ganz Deutschland zu den Themen Rückbau, Zwischenlagerproblematik und Zukunft der Kernkraft.

    Mit einer neuen Reihe von Informationsveranstaltungen mit dem Titel „Energiewende konkret“ will der Betreiber Vattenfall in Zukunft regelmäßig in einem offenen Forum über die Planung und den Fortschritt des Rückbaus des KKW Krümmel unterrichten und zum Dialog einladen. Die erste Veranstaltung ist für den 28.01.2016 geplant, die Lüneburger Landeszeitung berichtet ausführlich bereits jetzt:

    LANDESZEITUNG

    Auch die Kreiszeitung Wochenblatt erwähnt die Veranstaltung:

    KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Andernorts wird der Rückbau der Kernkraftwerke ebenfalls kommunikativ begleitet: Der Betreiber EnBW informiert über Prozess und Stand des Rückbaus der Kernkraftanlagen in Neckarwestheim mit einer gesonderten Broschüre, wie die Bietigheimer Zeitung dokumentiert. Auch dort wird es im übrigen entsprechende Informationsveranstaltungen geben:

    SWP

    Nicht öffentlich ist der geplante Einwendungstermin zum Rückbau des KKW Unterweser. Dort rechnet man angesichts zahlreicher Einwendungen mit einer mehrtägigen Veranstaltung, wie die NWZ weiß:

    NWZ ONLINE

    Aus dem britischen Sellafield sollen acht Castoren aus der dortigen Wiederaufbereitungsanlage in das am Standort Brokdorf gelegene Zwischenlager Brokdorf gebracht werden. Minister Dr. Habeck hat das Verfahren dazu nun in einem Schreiben an den Präsidenten des schleswig-holsteinischen Landtags erläutert. Laut taz werden nun hitzige Debatten darüber erwartet, ob Brokdorf damit ein de facto Endlager würde:

    TAZ

    Auch die SHZ beschäftigt sich mit dem Thema und rekapituliert die ursprünglichen Überlegungen, die Castoren am Standort des KKW Brunsbüttel zu lagern:

    SHZ

    Die seit August 2014 geschlossene Mülldeponie in Wittorferfeld ist ein möglicher Ort zur Lagerung von nicht-radioaktivem Abfall, der beim Abriss der Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel voraussichtlich ab dem Jahr 2020 anfällt. Das bestätigte Nicola Kabel, Sprecherin des Kieler Umwelt- und Energiewende-Ministeriums, auf Nachfrage des Holsteinischen Couriers. Die Stadtwerke als Betreiber der Deponie wollten den Müll aber „auf keinen Fall haben“, so das Blatt:

    SHZ

    Während die deutschen Kernkraftwerke, darunter auch Brunsbüttel und Krümmel, in den letzten Jahren überwiegend stillgelegt wurden, sind zum Teil recht alte Anlagen z.B. in Belgien noch in Betrieb. Darunter befinden sich auch die Werke in Tihange, die wegen einiger Störfälle immer wieder in die Presse gelangten. Die FAZ beschäftigt sich nun mit den Maßnahmen der grenznahen Stadt Aachen in diesem Zusammenhang:

    FAZ

    Die „Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs (KFK)“ soll im Auftrag der Bundesregierung effiziente Wege für den Rückbau von Kernkraftwerken erarbeiten. Vorsitzende sind der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD), Hamburgs früherer Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und Ex-Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne). Die Kommissionsmitglieder informierten sich in Obrigheim über den Stand des Rückbaus, auch zahlreiche Umweltschützer waren vor Ort. Der SWR berichtet:

    SWR

    Die langfristige Absicherung der Kosten des Rückbaus der deutschen Kernkraftwerke bleibt ein Dauerthema in vielen Publikationen. Einen historischen Gedanken bringt der Chef des Energieversorgers E.on, Johannes Teyssen, in der Kolumne „Menschen und Märkte“ der WELT ins Spiel: Er erinnert daran, das die KKWs Krümmel, Brokdorf und Brunsbüttel ursprünglich ja von dem öffentlichen Unternehmen HEW (Hamburger Electrizitäts-Werke) gebaut und betrieben worden seien. Damit müsse auch der Staat zumindest mit in der Rückbaupflicht stehen:

    DIE WELT

    In einem Kommentar beschäftigt sich der SWR mit dem weltweiten Trend zum Bau von neuen Kernkraftwerken – gegenläufig zur Entwicklung z.B. in Deutschland und der Schweiz. Neben Sicherheitsaspekten sorgt sich die Autorin insbesondere um den Verlust der deutschen Kernkraft-Kompetenz:

    SWR

    Konkret steht nahe zur deutschen Grenze ein Neubau eines KKW im Nachbarland Polen an. Aus dem angrenzenden Mecklenburg-Vorpommern regen sich Gegenstimmen auch aus der Politik, wie der NDR berichtet:

    NDR

    Im Bereich Rückbau ist deutsche Kompetenz allerdings international gefragt. Eine deutsche Firma habe jetzt die Planung für den Rückbau des Reaktors des japanischen Kernkraftwerks Fukushima übernommen, weiß die Passauer Neue Presse:

    PNP

     

  • Presseschau vom 08.01.2016

    Auf diesem Wege möchten wir Ihnen zunächst alles Gute für das Neue Jahr wünschen. Wir freuen uns, Sie auch in diesem Jahr zum Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel und weiteren relevanten energiepolitischen Themen auf dem Laufenden halten zu dürfen.

    Im „Schwesterkraftwerk“ Brunsbüttel laufen inzwischen die Vorbereitungen zur Bergung der noch in Kavernen gelagerten Stahlfässer mit Abfällen aus dem Betrieb des Kernkraftwerks. Langfristiges Ziel ist die Verbringung dieser Abfälle in ein noch zu schaffendes Endlager. Bis dahin sollen die Fässer am Standort Brunsbüttel gelagert werden, zunächst in den bereits bestehenden Transportbereitstellungshallen, dann in einem neu zu errichtenden Zwischenlager für schwach- bis mittelradioaktive Abfälle, das im Zuge des beantragten Rückbaus des Kernkraftwerks entstehen soll. Die SHZ berichtet, das nach Fertigstellung der Spezialmaschinen zur Bergung jetzt mit den Arbeiten begonnen werden soll. Der Artikel bietet auch Hintergrundinformationen zum Thema:

    SHZ

    In Belgien kam es zu einer erneuten Abschaltung des Reaktors des KKW Doel 1, das erst am 30.12. nach mehrmonatiger Abschaltung wieder ans Netz gegangen war. Die ZEIT berichtet über das KKW nahe Antwerpen, aber auch weitere Kernkraftwerke desselben Betreibers nahe der deutschen Grenze:

    ZEIT ONLINE

    Aus der Schweiz werden Probleme im KKW Beznau gemeldet. Dieses Werk, das älteste kommerziell betriebene der Welt, steht seit Juli 2015 still. Jetzt seien Haarrisse im Druckbehälter entdeckt worden:

    BADISCHE ZEITUNG

    Die ZEIT nimmt die Vorfälle in Belgien zum Anlass eines Kommentars, in dem die nationale Ausrichtung in der Energiepolitik moniert wird. Trotz grenznaher Standorte von KKWs und dem Ziel einer europäischen Energiepolitik liege die Verantwortung für die Meiler nicht bei der EU, sondern dem jeweiligen Einzelstaat, beklagt der Autor:

    ZEIT ONLINE

    Gleich mehrfach wird indessen über den beschleunigten Abbau von Kernkraftwerken in Deutschland berichtet: Die Berliner Morgenpost meldet aus Lubmin und Rheinsberg, das der Betreiber EWN der dortigen bundeseigenen KKWs den Rückbau forciert. Dort soll anders als ursprünglich geplant bereits im Herbst mit der Demontage der ersten Schornsteine begonnen werden. In Biblis wurden die Brennelemente planmäßig und ohne Zwischenfälle in ein Zwischenlager verbracht, weiß die FNP. Und auch in Lingen, wo das dortige KKW bereits seit 1977 stillgelegt ist, soll nach einem entsprechenden Antrag des Betreibers RWE nun der Rückbau beginnen, wie der NDR berichtet:

    BERLINER MORGENPOST

    FRANKFURTER NEUE PRESSE

    NDR

    Weniger zügig geht die Suche nach einem Endlager in Deutschland voran. In Schleswig-Holstein beklagt Umweltminister Dr. Robert Habeck die zögerliche Entwicklung und fordert den Bund und die Länder auf, die Suche zu forcieren. Dabei sieht er nicht nur wachsende Terrorgefahr, sondern auch die Verschiebung gesellschaftlicher Prioritäten als mögliche Hemmnisse in der Zukunft, so die SHZ:

    SHZ

    Zum Abschluss eine Polemik aus dem Politblog „Die Achse des Guten“ zum in Finnland geplanten Endlager mit einem kritischen Vergleich zur Situation in Deutschland:

    DIE ACHSE DES GUTEN