Das KKK ist seit dem 15. Dezember 2019 kernbrennstofffrei

 

(english version below)

Das Kernkraftwerk Krümmel war bis zur Aussetzung der Stromproduktion im Jahr 2009 der weltweit größte Siedewasserreaktor. Mit der 13. Novelle des AtG (Atomgesetz) 2011 hat das Kraftwerk die Berechtigung zum Leistungsbetrieb verloren. Bis die Genehmigung des Antrags zur Stilllegung und zum Abbau von der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde vorliegt, gehört es zu den großen Herausforderungen, schnellstmöglich das radioaktive Inventar des Kernkraftwerks zu reduzieren und die Kernbrennstofffreiheit herzustellen. Zielsetzung dieser effektiven abbauvorbereitenden Maßnahmen ist es, notwendige Systeme und Anlagenteile frühestmöglich außer Betrieb nehmen zu können. Ein wesentlicher Schritt ist das Entfernen der Brennelemente. Mit dem Transport des letzten mit Brennelementen beladenen CASTOR® V/52 am 04.10.2017 wurden die letzten 48 von den insgesamt 1093 Brennelementen aus dem Brennelementlagerbecken des Kernkraftwerks Krümmel in das Standortzwischenlager Krümmel transportiert. Übrig blieben im Brennelementlagerbecken 154 Sonderbrennstäbe. Dabei handelte es sich um Brennstäbe, die für den Leistungsbetrieb nicht mehr geeignet waren und teilweise während der Leistungsbetriebsjahre aus den betroffenen Brennelementen entfernt wurden. Eine gemeinsame Beladung (Mischbeladung) der 154 Sonderbrennstäbe mit Brennelementen in einem CASTOR® V/52 ist nicht zulässig. Für diese Sonderbrennstäbe wurde von der Gesellschaft für Nuklear-Service mbH (GNS) ein Entsorgungskonzept entwickelt, das als Pilotprojekt für Siedewasserreaktoren im Kernkraftwerk Krümmel umgesetzt wurde.

Das Beladen der speziell angefertigten Köcher für Sonderbrennstäbe (KSBS) mit den 154 Sonderbrennstäbden erfolgte im Brennelementlagerbecken unter Wasser. Insgesamt wurden neun Köcher beladen. Ab August 2019 wurden die beladenen KSBS abgefertigt. Das heißt, sie wurden nacheinander aus dem Wasser gehoben und auf dem Reaktorflur auf 52 Meter im Reaktorgebäude in eine Trockenhandhabungsstation gestellt. Dort wurde das im KSBS befindliche Wasser abgesaugt und durch Anlegen eines Vakuums die Restfeuchte entfernt. Ein montierter Schraub-/Schweißdeckel schließt den Köcher gasdicht ab. Zum Dichtheitnachweis des KSBS diente ein Heliumlecktest. Mit dieser Heliumfüllung ist der KSBS gleichzeitig inertisiert. Bis zur Beladung des CASTOR® V/52 standen die Köcher wieder im Brennelementlagerbecken.

Die Beladung des CASTOR® V/52 mit Sonderbrennstäben war die letzte Handhabung eines CASTOR® Behälters im Kernkraftwerk Krümmel. Diese wurde am 11. Dezember 2019 mit dem Transport in das Standortzwischenlager Krümmel abgeschlossen.

 

During the operation of the nuclear power plant Krümmel (KKK), boiling water reactor (BWR), non-standard or damaged fuel rods occurred. These types of fuel rods were collected in the fuel pool of the nuclear power plant. After the final shut down of the plant the fuel rods were prepared for disposal in an interim storage.

In the post-operational phase of a nuclear power plant the removal of fuel assemblies has to take part as early as possible. The last transport of fuel assemblies in a CASTOR® cask take part on the 04.10.2017. To ensure that KKK is free of nuclear fuel as quickly as possible 156 non-standard or damaged fuel rods were waiting for disposal.Two companies GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH and Höfer & Bechtel developed a concept and design storing damaged and non-standard fuel rods in a quiver for the CASTOR® V/52. The nuclear power plant Krümmel was the pilot for this quiver project.

The disposal of 156 fuel rods take part between 03.06.2019 and 08.11.2019 in the nuclear power plant Krümmel (KKK).