Dialog online: Treffen mit Bürgermeister:innen in diesem Jahr virtuell

Bürgermeister-Dialog mal anders: Die gute Tradition, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Nachbargemeinden des Kernkraftwerks Krümmel einmal jährlich über die in der Anlage laufenden Projekte zu informieren und sich auszutauschen, wurde in diesem Jahr online gepflegt.

Kraftwerksleiter Torsten Fricke erläuterte, dass in der derzeitigen Nachbetriebsphase des Kraftwerks weiterhin eine kontinuierliche Überwachung der Betriebssysteme erforderlich ist, auch wenn viele Systeme bereits außer Betrieb genommen wurden. Wartungsarbeiten, Instandsetzungen und wiederkehrende Prüfungen werden ebenfalls fortgesetzt. 

Von den vorbereitenden Arbeiten zur Stilllegung und zum Abbau der Anlage sind zwei Projekte deutlich sichtbar: Die sicherungstechnische Autarkie des Standortzwischenlagers für hochradioaktive Abfälle (SZK) ist hergestellt. Der Betrieb des Zwischenlagers liegt seit dem 1. Januar 2019 bei der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ). Parallel zu den abschließenden Arbeiten an der Autarkisierung wurden die Bauarbeiten zur Errichtung eines Lagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am Zwischenlager (LasmAaZ) begonnen. Als Beispiel für die von außen nicht sichtbaren Vorbereitungen für Stilllegung und Abbau nannte Torsten Fricke das Umfüllen von 507 Fässern mit Filterkonzentraten aus dem Betrieb der Anlage in „Konrad-Container“ – Behälter, die für die Lagerung im Bundesendlager Schacht Konrad vorgesehen sind. Das Umfüllen ist noch nicht abgeschlossen, sondern wird in diesem Jahr fortgesetzt. Der Bau des LasmAaZ wird ebenfalls fortgeführt; die Fertigstellung ist für 2022 geplant. In diesem Jahr fertig gestellt wird das Gebäude für eine zweite Freimessanlage. 

Die Genehmigung zur Stilllegung und zum Abbau des Kernkraftwerks wird ebenso wie die gehobene wasserrechtliche Erlaubnis für dieses Jahr erwartet. Die wasserrechtliche Erlaubnis war Gegenstand einer besonderen Online-Besprechung des KKK-Dialog-Forums, einer der coronabedingt wenigen Veranstaltungen im vergangenen Jahr. 

In der an den Vortrag von Torsten Fricke anschließenden Diskussion betonte der Geesthachter Bürgermeister Olaf Schulze, der auch der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Standortgemeinden mit kerntechnischen Anlagen in Deutschland (ASKETA) ist, wie wichtig die Transparenz und der Austausch zwischen den angrenzenden Städten und Gemeinden für die Akzeptanz des bevorstehenden Abbaus ist.