Fragen und Antworten (FAQ)

 

Was genau bedeutet Rückbau eines Kernkraftwerks?

Der Abbau beginnt mit Erhalt und Inanspruchnahme der ersten Stilllegungs- und Abbaugenehmigung. Äußerlich richtig sichtbar wird dieser am KKW selber erst nach Entlassung aus der atomrechtlichen Überwachung und dem Beginn des Abbruchs der restlichen Gebäudestruktur.

Wieviele Castor-Behälter lagern im Standort-Zwischenlager Krümmel?

Derzeit lagern 39 Castor-Behälter im Standort-Zwischenlager Krümmel.
(Stand: August 2017)

Wie wird radioaktive Belastung am Standort gemessen?

Die Höhe der Belastung wird am Standort des Kernkraftwerks Krümmel und in seiner näheren Umgebung durch Umgebungsüberwachungsprogramme gemäß der Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen ermittelt. Zur Bestimmung der radiologischen Belastung werden am Standort des Kraftwerks Proben aus Luft, Niederschlag, Boden, Bewuchs (Gras), Wasser (Oberflächenwasser aus der Elbe), Brunnenwasser und Sediment ausgemessen.

Wie lange dauert der Rückbau?

Nach derzeitigem Planungsstand wird der Rückbau im Jahr 2019/2020 beginnen und insgesamt ca. 10–15 Jahre dauern.

Werden die Castor-Behälter auf den Straßen von Krümmel befördert?

Nein, mit der Bahn. Die kerntechnische Anlage ist durch einen Gleisanschluss mit dem öffentlichen Schienennetz verbunden.

Wie groß ist die Masse des Kraftwerks, die rückgebaut werden muss?

Die Gesamtmasse beträgt ca. 540.000t.

Was genau ist das Endlagersuchgesetz?

Mit dem Endlagersuchgesetz, auch Standortauswahlgesetz, hat der Gesetzgeber im Juni 2013 einen Fahrplan für die Suche nach einem Endlager geschaffen. Das Ziel ist der bestmögliche Standort für die Lagerung hochradioaktiver Abfälle. Dabei ist dauerhafte Sicherheit für Menschen, Umwelt und Natur das oberste Gebot. Der Suchprozess soll demokratisch legitimiert sein, transparent und nachvollziehbar, unter breiter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Die Standortsuche wird ergebnisoffen sein, auf der Basis fachlich begründeter Kriterien ohne Vorfestlegungen („weiße Landkarte“). Im ersten Schritt hat eine pluralistisch besetzte Endlagersuchkommission Kriterien für die Endlagersuche entwickelt und diese Ende 2016 dem Bundestag vorgelegt. Nach dessen Zustimmung im März 2017 und Passieren des Bundesrats soll bis 2031 soll ein Standort gefunden sein, der Betrieb des Endlagers ist ab 2050 geplant.

Wie viel der beim Abbau des Kernkraftwerks Krümmel anfallenden Stoffe müssen als radioaktiver Abfall endgelagert werden?

Von den ca. 540.000 t erwarteter Gesamtmasse des Kernkraftwerks Krümmel müssen nur ca. 1–2 % als radioaktiver Abfall endgelagert werden. Da zurzeit kein Endlager verfügbar ist, müssen diese Abfälle bis zur Ablieferung an ein Bundesendlager zwischengelagert werden. Die übrigen Stoffe können erwartungsgemäß so weit dekontaminiert (gesäubert) werden, dass diese mit behördlicher Freigabe als nicht radioaktive Stoffe entsorgt oder rezykliert werden können.

Wird einmal eine grüne Wiese dort sein, wo heute noch das Kernkraftwerk Krümmel steht?

Ja, die aktuelle Planung sieht den vollständigen Abbau der Anlage bis zur grünen Wiese vor.

Können während des Rückbaus Erdbeben wie das von Fukushima die Sicherheit der Anlage beeinträchtigen?

Der Standort Geesthacht und Krümmel liegt im Bereich des Norddeutschen Tieflandes, einer tektonischen Gebietseinheit mit sehr geringer Erdbebengefährdung. Der Standort ist keiner Erdbebenzone gemäß DIN 4149 bzw. DIN EN 1998 zuzuordnen.

Wie verhält es sich mit der Betriebsgenehmigung für das Standort-Zwischenlager in Krümmel?

Das Zwischenlager am Standort Krümmel wurde im Jahre 2006 in Betrieb genommen und hat eine Betriebsgenehmigung bis zum Jahr 2046. Das Zwischenlager war ursprünglich für die Betriebslaufzeit des Kraftwerks ausgelegt zur Lagerung von 80 Castoren. Durch die vorzeitige Beendigung des Leistungsbetriebs werden maximal 42 Castoren eingelagert.

Sie haben noch unbeantwortete Fragen?

Unter diesem Link finden Sie „Fragen und Antworten zur Stilllegung und zum Abbau der Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel“ – bereitgestellt durch das MELUR (Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume).