Stilllegen ist mehr als nur Abschalten

02_im-betrieb_1024x683_header_unterseite_kkk

Foto: Vattenfall

Abgeschaltete Kernkraftwerke werden nicht etwa sich selbst überlassen. Der Betreiber eines Kernkraftwerks ist nach den Regelungen des Atomgesetzes verpflichtet, dieses nach dessen endgültiger Abschaltung auf eigene Kosten abzubauen. Unmittelbar nach der Abschaltung befindet sich das radioaktive Inventar noch in der Anlage. Sie unterliegt deshalb weiter dem Atomrecht. Für die Stilllegung sind gesonderte Genehmigungen erforderlich. Dasselbe gilt auch für andere kerntechnische Anlagen wie Forschungsreaktoren und Anlagen zur Versorgung mit und Entsorgung von Kernbrennstoffen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird „stilllegen“ häufig mit „abschalten“ gleichgesetzt. Tatsächlich beginnt die Stilllegung, wie das Atomgesetz sie versteht, in der Regel erst einige Jahre nach der endgültigen Abschaltung der Anlage, da erst das für die Stilllegung erforderliche Genehmigungsverfahren durchlaufen werden muss. Kernstück der Stilllegung ist der Rückbau des nuklearen Teils der Anlage und das Management der radioaktiven Abfälle.

Die Stilllegung ist eine technisch und organisatorisch anspruchsvolle Aufgabe und erfordert spezifische Fachkenntnisse. In Deutschland und im Ausland gibt es bereits umfassende Erfahrung, sowohl hinsichtlich der Planung und Durchführung als auch bezüglich spezieller Techniken zur Dekontamination und zur Zerlegung von Anlagenteilen.

Sind die Anwohner während der Arbeiten erhöhten Strahlungsrisiken ausgesetzt?

Nein. Sowohl für den Betrieb als auch für die Stilllegung gelten die Rahmenbedingungen des Strahlenschutzes, die durch das Atomgesetz vorgeschrieben sind.

tk02s104_a_1024x683_teaser_sprechblase_kkk

Foto: Vattenfall

Restbetriebsphase:
Abbau von nuklearen Anlagenteilen

Für die Stilllegung von Kernkraftwerken gilt dasselbe Schutzziel wie für den Betrieb, nämlich Schutz von Betriebspersonal, Bevölkerung und Umwelt vor unzulässiger Strahlenbelastung…mehr