• Presseschau vom 14.07.2017

    Herzlich Willkommen zur Presseschau vom 14.07.2017. Diese Ausgabe beinhaltet unter anderem Presseartikel zur Finanzierung des Kernkraft-Ausstiegs, zum Rückbau des KKW Mülheim-Kärlich, über den ungewöhnlichen CASTOR-Transport auf dem Neckar und zu einem Blick nach Frankreich, wo plötzlich von möglichen Stilllegungen zahlreicher Kernkraftwerke die Rede ist. Wir eröffnen mit einer lokalen Meldung aus Brunsbüttel:

    Im Kernkraftwerk Brunsbüttel erfolgt ein Wachwechsel: der langjährige Leiter Knut Frisch verlässt das Werk. BOYENS Medien berichtet mit einer kurzen Meldung:

    BOYENS MEDIEN

    Bei einem Dieselaggregat, das der Notstromversorgung des Kernkraftwerks Brunsbüttel dient, ist es zu einem Leck gekommen. Es trat Kraftstoff aus, der im sog. Dieselaufstellungsraum verteilte. Die weiteren Notstromaggregate funktionierten weiterhin ohne Einschränkung, der Schaden wurde kurzfristig behoben. Die Cuxhafener Nachrichten fassen die Geschehnisse u diesem Ereignis der niedrigsten meldepflichtigen Schadenskategorie zusammen:

    CUXHAVENER NACHRICHTEN ONLINE

    Die Mainpost beschäftigt sich mit der Finanzierung des Ausstiegs aus der Kernenergie und den Beiträgen der Energiekonzerne. Diese hätten nun 24 Mrd. Euro an den deutschen Staat überwiesen, seien dafür aber von eventuellen weiteren Beteiligungen an den Kosten der Endlagerung endgültig freigestellt (Bezahlinhalt):

    MAINPOST

    Das Jugendmedium „Das Ding“ des SWR beschäftigt sich mit dem Rückbau des KKW Mülheim-Kärlich, unter anderem mit Bildern des Kühlturms, der die Kulisse in Mülheim lange prägte und nun abgerissen wird, und einer historischen Rückschau auf das Werk:

    DAS DING

    Den ungewöhnlichen Wasserweg auf dem Neckar wählte man zum Transport der Castoren aus dem KKW Neckarwestheim. Nachdem die ersten Transporte stattgefunden haben, bringt die Ludwigsburger Kreiszeitung eine Aktualisierung und berichtet auch von der anhaltenden Diskussion um die Sicherheit dieser Maßnahmen:

    LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG

    Nach Frankreich richtet SPIEGEL ONLINE den Blick: Der dortige Umweltminister Hulot hat dort von der möglichen Stilllegung zahlreicher Kernkraftwerke gesprochen. Bis zu 17 Anlagen könnten betroffen sein, um die Ziele des französischen Energiewende-Gesetzes zu erfüllen, nach dem bis 2025 der Anteil von Kernkraft an der Energieproduktion in Frankreich auf 50% zu drosseln sei. Bislang betrüge dieser Anteil noch 80%:

    SPIEGEL ONLINE

    In der noch offenen Schadensersatzklage von Vattenfall gegen die Bundesrepublik Deutschland rechnet das Versorgungsunternehmen laut einer Meldung des Nachrichtendienstes REUTERS in den kommenden Monaten mit einem Urteil. Bei der Klage vor einem New Yorker Schiedsgericht geht es um eine Forderung in Höhe von 4,7 Mrd. Euro:

    REUTERS

    Gute Perspektiven für den Energiestandort Brunsbüttel: Laut des neuen schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers Dr. Bernd Buchholz (FDP) sei auf EU-Ebene eine weitere Hürde zum Bau und Betrieb des ersten deutschen LNG-Terminals aus dem Weg geräumt worden. Der geplante Umschlagplatz für Flüssiggas dürfe von einem Konsortium dreier Firmen betrieben werden, die sich zu diesem Zweck zu einem Gemeinschaftsunternehmen zusammenschließen wollen. Das Hamburger Abendblatt zitiert den Minister, der von einer „gravierenden industriepolitischen Weichenstellung zugunsten des Standorts Brunsbüttel spricht (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

  • Presseschau vom 30.06.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Veröffentlichungen sind auch dieses mal weit gefächert, beginnend mit der Meldung zur Brennelementefreiheit in Brunsbüttel, über einen Rückblick auf das Jahr 2007 und die damaligen Störfälle, Berichte über diverse Rückbaustadien in verschiedenen Werken bis hin zu einem Beitrag zu den neuen Geschäftsfeldern deutscher Unternehmen dank Rückbau der KKW.

    Im Kernkraftwerk Brunsbüttel befinden sich keine Brennelemente mehr, wie das Hamburger Abendblatt berichtet (Bezahlinhalt). Die letzten Elemente seien in einen Castor-Behälter verladen worden, der jetzt auf dem Standortzwischenlager auf dem Kraftwerksgelände abgestellt sei. Energieminister Dr. Robert Habeck lobte diese Entwicklung als „historischen Schritt“:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Den Blick zurück auf 2007 richtet die SVZ in einem Artikel über zwei nahezu zeitgleiche Störfälle in den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel vor 10 Jahren. In beiden Fällen war durch die Schnellabschaltung der Werke Gefahr für Mensch und Umwelt verhindert worden, auch wenn die Diskussion darüber lange kontrovers geführt wurde. Der Artikel schildert die damaligen Geschehnisse und fasst die wesentlichen Meinungen dazu zusammen:

    SVZ

    Die damaligen Störfälle bezeichnet der schleswig-holsteinische Energieminister Dr. Robert Habeck in den Lübecker Nachrichten als „Symbol für die Anfälligkeit“ der Kernkraft. Allerdings sei dadurch auch eine hilfreiche Sicherheitsdebatte entfacht worden:

    LÜBECKER NACHRICHTEN

    Erstmals wird in Deutschland ein Transport von Abfällen aus einer kerntechnischen Anlage auf dem Wasserweg durchgeführt. Das Kernkraftwerk Obrigheim in Baden-Württemberg war Ausgangspunkt des Transports von Containern mit verbrauchten Brennelementen durch ein Spezialschiff über den Neckar. Die Waiblinger Kreiszeitung berichtet von den umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen rund um den Transport, u.a. durch Luftüberwachung, aber auch kritische Stimmen zu dieser Art der Beförderung:

    ZVW

    Ausführlich nimmt sich auch das Handelsblatt des Themas an, dort findet sich auch einiges Bildmaterial zur Dokumentation des Transports:

    HANDELSBLATT

    Das österreichische Kernkraftwerk Zwetendorf ist nie in Betrieb genommen worden und wird seit seinem Bau u.a. für Schulungen, auch zum Rückbau von KKWs, und Besichtigungen genutzt. Aktuell, so der Branchendienst Heise, dient das Werk als Austragungsort für einen Wettbewerb: Beim Roboterwettbewerb „Enrich“ sollen im Werk versteckte winzige Stücke von radioaktivem Kobalt-60 von Bergungsrobotern gefunden und geborgen werden. Ziel des Wettbewerbs sei es, Technologie für Notfalleinsätze zu erproben:

    HEISE ONLINE

    Beim Rückbau des KKW Grafenrheinfeld, so das Portal Nordbayern, werde auf den Rückbau des Werks in Würgassen geschaut, das seit 1997 rückgebaut wurde und nun nur noch aus einer Hülle bestände. Der Beitrag richtet dabei den Blick auch auf die Auswirkungen auf die Stadt Beverungen, zu der Würgassen gehört. Mangels Einnahmen aus Gewerbesteuer durch das Werk seien die Finanzen angespannt, der Ort leide unter Bevölkerungsschwund und es werde in Betracht gezogen, auch nun leerstehende Wohngebäude der früheren Kraftwerksangestellten abzureissen:

    NORDBAYERN

    Vom Besuch des niedersächsischen Ministerpräsidenten Weil im Kernkraftwerk Stade berichtet die NWZ. Das Werk wird von einem 38-köpfigen Kernteam rückgebaut, das Lob des Ministerpräsidenten erntete, Weil bezeichnete Sie laut NWZ als „Pioniere des Rückbaus“. Der Betreiber PreussenElektra beabsichtige, das beim Rückbau erworbene Know-How auch für den Rückbau anderer Werke nutzbar zu machen:

    NWZ ONLINE

    Protest in Neckarwestheim: Gegen die Pläne, den beim Rückbau des dortigen KKW anfallenden Bauschutt auf Deponien des Landkreises Ludwigsburg zu lagern, stößt laut Bietigheimer Zeitung auf Widerstand. Betreiber EnBW betont dagegen das Verfahren der sicheren Messung eventueller Strahlung und die Pläne für die Wiederverwertung des zu ganz großen Teilen völlig unbelasteten Bauschutts:

    BIETIGHEIMER ZEITUNG

    Der Rückbau von Kernkraftwerken wird zum neuen Geschäftszweig deutscher Unternehmen. Wie das Magazin Focus berichtet, steigt der Stahlanlagenbauer HAB in Wusterhausen gezielt in diesen Markt ein und will zukünftig den Bau von Demontageeinheiten für kontaminierte Großkomponenten von Kernkraftwerken anbieten:

    FOCUS

  • Presseschau vom 16.06.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich sind die Veröffentlichungen breit gefächert – von einem Überblick über den Rückbau in Deutschland über Neuigkeiten aus Biblis und Brokdorf oder eine Berichterstattung zur Kernelementebrennsteuer aus verschiedenen Perspektiven bis hin zum energiepolitischen Ergebnis der Koalitionsverhandlungen in Kiel.

    Die WELT beschäftigt sich mit dem Rückbau deutscher Kernkraftwerke. Der Kraftwerksleiter des KKW Mülheim-Kärlich schildert das Verfahren zum Rückbau des Werks, aber auch Teile der Historie des schon seit 1988 stillgelegten Werks in Biblis:

    WELT

    Auch die Hessenschau berichtet aus Biblis: Dort wurde jetzt offiziell mit dem Abbau der Anlage begonnen. Man rechne mit einer Dauer von 15 Jahren bis zum vollständigen Abschluss der Arbeiten:

    HESSENSCHAU

    Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, mit der die von 2011 bis 2016 erhobene Kernbrennelementesteuer von den Konzernen erhoben wurde, die noch aktive Kernkraftwerke betrieben haben, war Gegenstand umfangreicher Berichterstattung in vielen Medien. Einen Überblick über die Hintergründe der Entscheidung liefert die Tagesschau:

    TAGESSCHAU

    Eine Übersicht zu Pressestimmen zur Entscheidung liefert FOCUS:

    FOCUS ONLINE

    Auch das Handelsblatt berichtete und stellte die jeweiligen Anteile der betroffenen Energieversorger dar. Dabei wird auch erläutert, warum die von Vattenfall betriebenen Werke in Brunsbüttel und Krümmel von dem Verfahren nicht betroffen waren. Im fraglichen Zeitraum der Besteuerung waren beide Werke bereits nicht mehr in Betrieb:

    HANDELSBLATT

    Die aufgrund der Entscheidung fälligen Rückzahlungen an Steuern in Milliardenhöhe fallen zum Teil den Ländern zu, die an Energieunternehmen beteiligt sind. So hält das Land Baden-Württemberg eine 50%-Beteiligung am Versorger EnBW. Dass ein grün regiertes Bundesland auf diese Weise von einer Niederlage aus Sicht der Bundesgrünen profitiert, notiert die WELT:

    WELT

    Auch die Deutsche Bahn profitiert von den zu erwartenden Rückzahlungen. Als Mitgesellschafter des KKW Neckarwestheim könne das Unternehmen laut Handelsblatt einen Teil der Zahlungen für sich in Anspruch nehmen:

    HANDELSBLATT

    Aktuell aus Brokdorf berichtet der Weser Kurier. Dort ist das Kernkraftwerk weiterhin abgeschaltet, nachdem im Frühjahr Rostbefall auf Brennstäben entdeckt wurde. Das vom Betreiber vorgelegte Gutachten zum Schaden befände sich weiterhin in der Prüfung durch die zuständige Aufsichtsbehörde; in der Zwischenzeit falle für den Betreiber täglich ein geschätzter Verlust von bis zu einer Million Euro pro Tag an. Ob Brokdorf überhaupt wieder ans Netz gehen werde, lässt das Blatt offen:

    WESER KURIER

    Einigkeit über die zukünftige Regierungskoalition in Schleswig-Holstein meldet der Deutschlandfunk. Demnach sei der Weg für das sog. Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und GRÜNE:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Bereits zuvor hatte das Hamburger Abendblatt über die künftige Ressortverteilung im Kabinett des neuen Ministerpräsidenten Daniel Günther berichtet. Dabei werde das für die Atomaufsicht zuständige Ministerium MELUR auch weiterhin durch Dr. Robert Habeck (GRÜNE) geführt werden (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

  • Presseschau vom 02.06.2017

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch beschäftigen sich die Veröffentlichungen unter anderem mit dem Stillstand in Brokdorf, mit einer Klage gegen die Rückbaugenehmigung für das Kernkraftwerk Biblis, mit der Zukunft des Energiestandorts Grundremmingen sowie mit lokalen Angelegenheiten wie einem meldepflichtigen Ereignis in Brunsbüttel.

    Ein geringfügiger Defekt trat im Kernkraftwerk Brunsbüttel auf. An einer Sprühwasserlöschanlage konnte ein Fernschaltventil nicht aus der Warte ausgelöst, aber von Hand bedient werden. Das Ventil wurde ausgetauscht, der Vorgang lag unterhalb der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen in Kraftwerken. Boyens Medien schilderten den Sachverhalt ausführlich:

    BOYENS MEDIEN

    Weiter still steht das KKW Brokdorf. Dort war der Meiler im Februar vom Netz genommen worden, weil ein rätselhafter Rostbefall der Brennstäbe festgestellt wurde. Jetzt wurde ein Schadensbericht vom Betreiber vorgelegt, den das zuständige Ministerium prüfen werde. Eine Entscheidung über die eventuelle Wiederinbetriebnahme falle dann, ggf. käme laut Tagesspiegel auch ein dauerhaftes Betriebsverbot in Betracht:

    TAGESSPIEGEL

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Hessen hat beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel Klage gegen die Rückbaugenehmigung für das Kernkraftwerk Biblis eingereicht. Die Umweltschützer kritisieren, dass beim Abriss große Mengen radioaktiven Abfallmaterials anfielen. Dem trat die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) entgegen. Es sei unverständlich, dass der BUND nun gegen diesen wichtigen Schritt für ein neues Kapitel in der Energiepolitik vorgehe. Der Rückbau erfolge unter sehr strengen Sicherheitsauflagen und Kontrollen. Die Bürstädter Zeitung protokolliert:

    BÜRSTÄDTER ZEITUNG

    Die Phosphatwerte im Stechlinsee steigen, aber anders als häufig vermutet sei das nahegelegene Kernkraftwerk Rheinsberg, stillgelegt seit 1990, nicht der Verursacher. Das Gegenteil sei der Fall, berichtet der Tagesspiegel. Der Kühlwasserkreislauf des KKW, der Wasser aus dem benachbarten Nehmitzsee entnahm und wieder zurückführte, hatte sogar einen positiven Effekt, da dadurch das Wasser alle 300 Tage ausgetauscht worden sei, zitiert das Blatt einen Forscher:

    DER TAGESSPIEGEL

    Diskussion über die zulässig genehmigte Leistung des KKW Grundremmingen. Laut der Fraktion der GRÜNEN im Landtag habe das Werk seine Leistung in den vergangenen Jahren mehrfach und deutlich überschritten. Der Betreiber und das zuständige Umweltministerium weisen die Vorwürfe zurück, das Werk sei immer im Rahmen der rechtlichen Vorgaben betrieben worden. Die Süddeutsche Zeitung fasst die Diskussion zusammen:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Mit der Zukunft des Energiestandorts Grundremmingen beschäftigt sich die WELT. Betreiber RWE will dort nach dem Auslaufen der Kernkraft in Deutschland einen Technologiewechsel vollziehen und ein neues Gaskraftwerk bauen. Ein solches Werk, für das Turbinen ähnlich denen aus dem Flugzeugbau zum Einsatz kommen könnten, sei zur Sicherung der Grundversorgung in Bayern geboten, so RWE:

    WELT

    Historische Abstimmung in der Schweiz: Bei einer Volksbefragung hat sich die Mehrheit der Wahlberechtigten gegen den Bau neuer Kernkraftwerke in der Schweiz ausgesprochen. Die bestehenden 5 KKWs in der Schweiz sind von der Entscheidung allerdings nicht betroffen, so der Südkurier:

    SÜDKURIER

    Dies bestätigt auch ein Beitrag des Südkuriers zum Schweizer KKW Leibstadt. Dieses werde plangemäß bis 2045 Strom produzieren:

    SÜDKURIER

  • Presseschau vom 19.05.2017

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal haben wir einen Mix aus lokalen Themen, interessante Beiträge zu Rückbaufinanzierungen und Kompetenzvermarktung sowie ein Interview mit Dr. Habeck.

    Mehr als eine Milliarde  Euro könne der Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel kosten – ein guter Teil davon, so die Lübecker Nachrichten, könne bei Dienstleistern aus der Region verbleiben, die sich am Rückbauprozess beteiligen. Um in Frage kommende Unternehmen zu informieren und das dafür erforderliche Ausschreibungsverfahren zu erläutern, fand nun eine Informationsveranstaltung in Informationszentrum des Kernkraftwerks Krümmel statt, so das Blatt:

    LÜBECKER NACHRICHTEN

    Eine sofortige Stilllegung des Kernkraftwerks Grohnde bei Göttingen fordert der dortige Stadtrat. In einem Appell an den Umweltminister des Landes Niedersachsen, Stefan Wenzel (Grüne), begründet das Gremium dies u.a. mit Störfällen in der Vergangenheit. Grohnde soll planmäßig spätestens Ende 2021 abgeschaltet werden. HNA berichtet:

    HNA

    Den Rückbau des KKW Stade begleitet das Stader Tageblatt. Anlässlich eines Besuchs der CDU-Fraktion im Landtag sei den Teilnehmern der immense Aufwand verdeutlicht worden, der zum sicheren Rückbau des Werks betrieben werde. Stade ist seit 2003 außer Betrieb. Ein Video bebildert den Besuch der Politiker:

    TAGEBLATT

    Der Mannheimer Morgen berichtet aus Biblis. Dort steht der Rückbau des KKW unmittelbar bevor. Veranschlagt ist eine Projektdauer von 15 Jahren, in der, so der dortige Werksleiter, insbesondere mit dem eigenen Personal der Rückbau bewältigt werden soll (Bezahlinhalt):

    • MANNHEIMER MORGEN

    Dass das beim Rückbau von Kernkraftwerken gewonnene Know-How ein monetarisierbares Gut ist, belegt die Schweizer Handelszeitung in Ihrem Beitrag. Demnach böten die Konzerne E.ON und EnBW ihre Dienste für die Zerlegung der Anlagen und Entsorgung des dabei anfallenden Mülls anderen Konzernen an, die ebenfalls ihre Kernkraftwerke rückbauen müssen. Der entsprechende Markt böte weltweite Wachstumsperspektiven, so das Blatt:

    HANDELSBLATT

    Aufgrund der Lerneffekte beim Rückbau von kerntechnischen Anlagen werde jedes weitere Projekt günstiger. Das Portal Finanztreff zitiert den Vorstandschef des Unternehmens E.ON, der ankündigte, aufgrund dieser Erfahrungen beim Rückbau substantielle Beträge eingespart werden könnten, so das die gebildeten Rücklagen für die Projekte nicht vollständig in Anspruch genommen werden müssten. E.ON habe insgesamt 8 Anlagen abzureissen:

    FINANZTREFF

    Den Verlust kerntechnischer Kompetenz in Deutschland befürchtet der Präsident des Deutschen Atomforums Güldner laut eines Tagungsberichts bei Finanzen.net. Angesichts des Ausstiegs aus der Kernenergie müsse sichergestellt bleiben, das langfristig Kompetenz bereitgestellt bliebe. Dies gelte insbesondere für die Sicherheitstechnik, aber auch für weitere Kompetenzbereiche:

    FINANZEN.NET

    In einem Interview mit der Tagesschau äußert sich der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck nach dem Wahlerfolg der GRÜNEN, aber vor der Entscheidung über eine mögliche Koalition zu den Grundzügen und Schwerpunkten seiner Politik in Schleswig-Holstein. Das Thema Rückbau der hiesigen Kernkraftwerke findet dort als besonders wichtige Komponente Berücksichtigung:

    TAGESSCHAU

    „Aus Sicht des BUND ist ein bestmöglicher Schutz beim Abriss des Atomkraftwerks Biblis unter jetzigen Vorzeichen nicht gewährleistet. Das Ministerium sieht das anders. Der BUND klagt dennoch gegen die Abrissgenehmigung”, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung:

    FAZ

  • Presseschau vom 05.05.2017

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Entsorgung der nicht-radioaktiven Abfälle aus Krümmel, Fortschritte im Rückbau und ein persönlicher Aspekt eines Kraftwerkdirektors stehen u.a. diese Woche im Fokus.

    Der Streit um die Entsorgung des beim Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel anfallenden nichtstrahlenden Bauschutt scheint beendet. Wie die Lübecker Nachrichten berichten, haben sich Anti-Atom-Aktivisten, Bürger der betroffenen Kommunen, der Deponiebetreiber und die Gemeinde Wiershop, ein Nachbarort von Krümmel, „in breitem Konsens“ für eine Lagerung dort entschieden. Umweltminister Dr. Robert Habeck (Grüne) begrüße die gefundene Lösung, sie sei „dem Engagement der Akteure in der Region“ zu verdanken:

    LN ONLINE

    Zuvor hatte bereits der NDR über die Wiershoper Entscheidung berichtet. Hier wird es als „mutiger Entschluss“ bezeichnet, dass sich – erstmals – eine Gemeinde freiwillig bereit erklärt, Abfälle zu übernehmen, die aus dem Umfeld eines Kernreaktors stammen.

    NDR

    Seit 2010 wurde in deutschen Kernkraftwerken sechsmal Alarm wegen des möglichen unkontrollierten Überflugs von Luftfahrzeugen gegeben. Zuletzt waren davon auch die Werke in Brunsbüttel und Krümmel betroffen, wie das Luftfahrtmagazin Aero protokolliert:

    AERO

    Dass militärische Überflüge über das Zwischenlager Gorleben ebenfalls zum Problem werden könnten, befürchtet der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). In einem Brief an die Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bat er laut Hannoversche Allgemeine um eine Stellungnahme zum Thema (Bezahlinhalt):

    HANNOVERSCHE ALLGEMEINE

    Die SHZ berichtet aus Brokdorf: Das dortige Werk bleibe weiter abgeschaltet, bis die Ursachen für die bislang ungeklärten Phänomene an den Kühleinrichtungen geklärt seien. Inzwischen fanden mehrfache Proteste gegen das KKW statt, die größte Veranstaltung am 23. April:

    SHZ

    Aus Essenbach vom Rückbau des dortigen Kraftwerks Isar 1 berichtet die Passauer Neue Presse. 15 Jahre werde der Rückbau dauern, an Kosten seien eine Milliarde Euro prognostiziert, so das Blatt:

    PNP

    Eine persönliche Geschichte im Kontext des Rückbaus eines Kernkraftwerks erzählt der FOCUS. Der Werksleiter des KKW Grafenrheinfeld –  zeitweise das Werk, das weltweit den meisten Strom produzierte – verlässt aus eigenem Entschluss seine Position, da er nach fast vier Jahrzehnten im Werk dessen Abwicklung nicht aktiv begleiten könne:

    FOCUS ONLINE

    Nachwuchs am KKW Brunsbüttel: Zwischen dem 28. April und dem 1. Mai schlüpften wie schon in den Vorjahren Wanderfalkenküken am Abluftkamin des Werks. Das Nest in ca. 60 Metern Höhe scheint ideal für die Falken zu sein, vermutet der NDR. Ein Videobeitrag dokumentiert die Geschichte der Familiengründung am Kamin:

    NDR

     

  • Presseschau vom 21.04.2017

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Fokus der Berichterstattung liegt diesmal auf aktuellen Rückbauvorhaben und den Status der noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke, doch auch Beiträge zum Entsorgungspakt und zur Endlagersuche sind vertreten – genau so wie ein Statement zu den Kosten der Energiewende:

    Unmittelbar bevorstehend ist die nächste Phase des Rückbaus des Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich. Bereits in der kommenden Woche sollen laut SWR fünf Gebäude, darunter ein Bauwerk für die Aufbereitung von Rheinwasser sowie ein Notstandsgebäude abgerissen werden. In der Folge soll der prominente, 162 Meter hohe Kühlturm beseitigt werden:

    SWR

    Die Genehmigung für den Abbau des Blocks 1 des KKW Philippsburg wurde vom zuständigen Umweltministerium erteilt. Bereits im Mai könnten die ersten Arbeiten beginnen. Auch hier berichtet der SWR:

    SWR

    Rückbaustart auch in Neckarwestheim: Hier begann mit dem Ausbau eines symbolischen Teils des GKN I durch den Umweltminister Franz Untersteller und einen Vertreter des Betreibers EnBW die Demontage des 1976 in Betrieb gegangenen Werks. Die Stimme Heilbronn dokumentiert in ihrem Beitrag auch kritische Stimmen. Gegner des Rückbauverfahren würden einen „Billig-Abriss“ monieren, so das Blatt:

    DIE STIMME

    Weiterhin still steht das nach Wartungsarbeiten abgeschaltete Kernkraftwerk Brokdorf. Bei Routineüberprüfungen waren ungewöhnliche Oxydationsschichten an einigen Brennstäben entdeckt worden, nach deren Ursache geforscht werde. In der Zwischenzeit bleibe das Werk außer Betrieb. Dabei läuft laut SHZ täglich ein finanzieller Verlust von € 900.000 für den Betreiber auf:

    SHZ

    Gegen die Wiederinbetriebnahme von Brokdorf regt sich indes Protest. Natur- und Umweltschutzverbände riefen laut SHZ zu einer Demonstration für den 23. April auf, um sich gegen den aus ihrer Sicht risikobehafteten Betrieb des Werks zu wenden:

    SHZ

    Wieder am Netz ist das KKW Grohnde. Auch dort waren nach Wartungsarbeiten Oxydationsspuren gefunden worden, die jedoch vom zuständigen niedersächsischen Umweltministerium als unbedenklich eingestuft wurden. Der Branchendienst IWR berichtet weiter, dass derzeit drei von acht noch aktiven deutschen Kernkraftwerken still ständen, neben Brokdorf seien dies Neckarwestheim II sowie Philippsburg II:

    IWR

    Nachdem im vergangenen Jahr der Dialog zwischen dem schleswig-holsteinischen Umweltministerium und Initiativen und Gemeinden zur Frage der Entsorgung von schwach radioaktivem Abfall aus Kernkraftwerken gescheitert scheiterte, werfen diese Interessenvertreter dem Minister Dr. Robert Habeck nun mangelnde Transparenz im weiteren Verfahren vor. Laut Kieler Nachrichten werde das nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit laufende Verfahren in Arbeitsgruppen kritisiert, auch dem Städte- und Gemeindetag (SGHT) wird mangelnde Kooperation vorgeworfen. SGHT und Ministerium widersprechen:

    KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Nach der Verabschiedung des Endlagersuchgesetzes durch Bundestag und Bundesrat beginnt die Suche nach einer dauerhaften Lagerstätte für Atomabfälle nun auch im Norden. Die Lübecker Nachrichten schildern, welche Standorte in Norddeutschland Gegenstand der Überprüfung auf Geeignetheit werden könnten und lassen örtliche Lokalpolitiker dazu zu Wort kommen:

    LÜBECKER NACHRICHTEN ONLINE

    „Kostenmäßig aus dem Ruder gelaufen“ sei die Finanzierung der Energiewende, zitiert FOCUS den Chef des Energieversorger RheinEnergie Dieter Steinkamp. Steuern, Umlagen und Entgelte machten inzwischen fast die Hälfte des Strompreises aus und verteuerten Strom für Verbraucher unverhältnismäßig. Der Manager fordert eine „komplette Neugestaltung“ der Finanzierung der Energiewende:

    FOCUS ONLINE

  • Presseschau vom 07.04.2017

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau, dieses Mal mit einem Mix aus Themen wie Rückbau oder der Endlagersuche – doch auch lokale und nationale Meldungen sind vertreten:

    Im Kernkraftwerk Krümmel ist bei einer wiederkehrenden Prüfung ein Riss in einer Kühlwasserleitung eines Notstromaggregats festgestellt worden. Da statt der für eine Notstromversorgung des Werkes erforderlichen zwei Notstromdiesel aber vier Aggregate verfügbar seien, sei die Versorgung aller Systeme durchgehend gewährleistet. Der Schaden sei bereits behoben, so die SHZ:

    SHZ

    Der Branchendienst IWR berichtet über den geplanten Abriss des Forschungsreaktors des Helmholtz-Zentrums für Material- und Küstenforschung in Geesthacht in unmittelbarer Nachbarschaft des KKW Krümmel. Der vollständige Rückbau sei bis zum Jahr 2024 geplant, die Öffentlichkeit werde im Rahmen des Verfahrens involviert. Zuletzt hat dazu im März ein Erörterungstermin stattgefunden, an dem einige Einwendungen erhoben und in das Genehmigungsverfahren integriert wurden:

    IWR

    Gegen eine Verlängerung der Laufzeit des KKW Brokdorf hat sich der schleswig-holsteinische Landtag ausgesprochen. Das Parlament forderte die Regierung auf, sich auf Bundesebene gegen eine Übertragung von Reststrommengen anderer KKW nach Brokdorf einzusetzen. Kritiker des Beschlusses vermuten Wahlkampftaktik hinter der Initiative. Brokdorf ist aktuell nach dem Fund auffälliger Oxidschichten nicht am Netz. Die WELT berichtet:

    WELT

    Offiziell begonnen hat der Rückbau des KKW Isar 1 in Essenbach bei Landshut. Zunächst sollen erste Arbeiten an der Hochdruckturbine durchgeführt werden. Der BR widmet dem Thema einen ausführlichen Beitrag mit Bild- und Videomaterial:

    BR

    Nach der Erteilung der Genehmigung durch das hessische Umweltministerium kann das dortige Kernkraftwerk Biblis nun stillgelegt und demontiert werden. Das zugrunde liegende Konzept des Betreibers RWE sieht einen Zeitraum von 15 Jahren bis zum endgültigen Abschluss der Arbeiten vor, so der Deutschlandfunk:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Aus Grundremmingen berichtet die Augsburger Alllgemeine in einem ausführlichen Beitrag zum Rückbau des dortigen Kernkraftwerks. Ein erläutertes Schaubild verdeutlicht das konkrete Verfahren, ein link verweist auf weitere Artikel in einer Serie von Beiträgen zum Rückbau des bayerischen Werks:

    AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Weit fortgeschritten ist der bereits seit 2004 laufende Abriss des KKW Mülheim-Kärlich. Wie der Trierische Vollksfreund berichtet, wird jetzt der Rückbau auch von außen sichtbar werden. Vermutlich im Juni werde ein prägnanter Kühlturm abgerissen, der mit einer Höhe von 162 Metern weithin sichtbar ist:

    VOLKSFREUND

    In Zusammenhang mit dem vor der Ratifizierung durch den Bundesrat stehenden Endlagergesetz meldet die Süddeutsche Zeitung einen „Fluchtversuch“ des Bundeslands Sachsen, das kurzfristig beantragte, auf der Suche nach Lagerstätten die Anforderungen an (in Sachsen verbreitete) Lagerorte in Granit zu erhöhen. Führende Politiker, darunter auch der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck, reagierten mit Unverständnis, der Antrag wurde im Umweltausschuss des Bundesrats zurückgewiesen:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Am 31.03. hat der Bundesrat das Endlagergesetz angenommen, das damit die letzte parlamentarische Hürde genommen hat. Die Endlagersuche, so die FAZ, könne nun nach Maßgabe dieses Gesetzes beginnen:

    FAZ

    Gute Nachrichten für den Energiestandort Brunsbüttel. Laut Kieler Nachrichten soll das neue deutsche Flüssiggasterminal (LNG) auf dem Gelände von Brunsbüttel Ports entstehen. Der Betreiber, der niederländische Konzern Gasunie habe eine entsprechende Vorentscheidung getroffen. Das Investitionsvolumen betrage rund 400 Mio. Euro:

    KN ONLINE

  • Presseschau vom 24.03.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich befassen sich viele der Veröffentlichungen mit dem Thema Rückbau an sich, zum Teil multimedial aufbereitet, mit dem Thema Rückbau aus verschiedenen Perspektiven und an diversen Standorten. Außerdem der Link zu einem Interview zur Endlagersuche, aktuelles aus Brokdorf sowie Rückschau auf 30 Jahre Brunsbüttel.

    Der NDR erinnert an den Beginn der kommerziellen Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Brunsbüttel. Am 9. Februar 1977 wurde erstmals Strom aus dem Werk geliefert. Am 18. Juli 2007 wurde der Meiler zum letzten Mal runtergefahren. Der Beitrag lässt die Geschichte des Kraftwerks Revue passieren und beschäftigt sich auch mit den Vorbereitungen für den Rückbau:

    • NDR

    Wegen des fehlenden Funkkontaktes zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum mussten im Zuge eines sog. „Renegade-Voralarms“ kurzfristig Kernkraftwerke im Norden, darunter auch das KKW Brunsbüttel, geräumt werden. Der Alarm konnte wieder aufgehoben werden, nachdem der Kontakt zu dem Flugzeug wieder hergestellt wurde. Am KKW Brokdorf fand zeitgleich eine Demonstration statt. Die SHZ fasst die Geschehnisse zusammen:

    • SHZ

    Auch süddeutsche Kernkraftwerke waren von dem Voralarm betroffen. Insgesamt, so der SWR, seien sieben der acht noch aktiven Werke sowie mehrere bereits stillgelegte Anlagen von dem Vorfall im Luftraum zu Reaktionen gezwungen gewesen:

    • SWR

    Die Revisionsarbeiten im KKW Brokdorf haben zu einem überraschenden Befund geführt, der die Aufsichtsbehörde im Umweltministerium beschäftigt. Man habe Oxidationsschichten an den Stäben der Brennelemente entdeckt, die nach Umfang und Fundstelle ungewöhnlich seien. Laut SPIEGEL vermute die Aufsichtsbehörde Parallelen zu ähnlichen Phänomenen bei anderen Werken. Das Wiederanfahren des Werks in Brokdorf wurde zunächst ausgesetzt:

    • SPIEGEL ONLINE

    Auch die Lübecker Nachrichten beschäftigen sich mit dem Vorgang und lassen Umweltminister Dr. Robert Habeck sowie den Geschäftsführer des Kernkraftwerks Brokdorf zu Wort kommen:

    • LÜBECKER NACHRICHTEN ONLINE

    In unmittelbarer Nachbarschaft zum KKW Krümmel befindet sich auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrums für Material- und Küstenforschung ein Forschungsreaktor, der bereits seit Jahren von seinen Brennstäben befreit ist und nun zurückgebaut werden soll. Dort hat nun die für die Planung des Rückbaus gewünschte Bürgerbeteiligung begonnen. SAT 1 Regional berichtet dazu mit einem Videobeitrag aus Geesthacht:

    • SAT1REGIONAL.DE

    Verzögern wird sich laut NDR der bereits seit 2005 laufende Rückbau des KKW Stade. Das Herzstück des Meiler, der Reaktordruckbehälter, sei bereits zerlegt, allerdings seien am Sockel des Reaktors noch erhöhte Strahlenwerte festgestellt worden:

    • NDR

    Aus Mülheim-Kärlich berichtet der STERN und schildert mit einem bebilderten Beitrag den Rückbau des dortigen Werks:

     STERN

    Die Lausitzer Rundschau beschäftigt sich ebenfalls mit dem Rückbau von Mülheim-Kärlich und lässt in seinem Beitrag Mitarbeiter des Werkes und Vertreter der Gemeinde zu Wort kommen:

     LAUSITZER RUNDSCHAU ONLINE

    Auch der BR beschäftigt sich multimedial mit dem Rückbau von Kernkraftwerken und hat dabei die bayerischen Werke im Fokus:

    • BAYRISCHER RUNDFUNK

    Die Endlagersuche in Deutschland thematisiert die Westfalenpost und befragt dazu BUND-Vorstandmitglied Klaus Brunsmeier. Brunsmeier ist eines von neun Mitgliedern des Nationalen Begleitgremiums für die Endlagersuche:

    • WESTFALENPOST

    Bis 2031 will die Bundesregierung ein Endlager für hoch radioaktiven Müll finden. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde nun vom Bundestag abgesegnet, der Bundesrat befasst sich in Kürze mit dem Gesetz. Politiker, Umweltschützer und andere hatten jahrelang daran gefeilt, Kritiker monieren mangelnde Bürgerbeteiligung. Die Tagesschau schildert Fakten und Hintergründe in einem umfangreichen Feature mit Video und Verweisen auf weitere Quellen:

    • TAGESSCHAU

     

  • Presseschau vom 10.03.2017

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Die Berichterstattung der letzten Tage umfasst diverse Themen – vom „Milliardengeschäft“ des Rückbaus in Krümmel über Vorgänge im KKW Grundremmingen oder die geplante Bürgerbeteiligung in Unterweser bis hin zu einem Gesetzesentwurf für die Auswahl eines Atommüll-Endlagers.

     

    Mit dem „Milliardengeschäft“ des Rückbaus des Kernkraftwerk Krümmel beschäftigen sich die Lübecker Nachrichten (Bezahlinhalt). Mit einem Auftragsvolumen von bis zu 1,18 Mrd. Euro könne die Wirtschaft in der Region beim Rückbau des Werks und des Forschungsreaktors auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrums rechnen. Der Beitrag wird begleitet von einer Bildergalerie:

    LN ONLINE

    Die sofortige Abschaltung des Kernkraftwerks Grundremmingen fordert laut Südwest Presse ein Gutachten des Umweltinstituts München. Für den Fall außergewöhnlicher Einwirkungen wie bspw. eines Flugzeugabsturzes auf das Werk sei das Kühlsystem des Werks nicht geeignet, die möglichen Folgen zu kontrollieren. Die Betreibergesellschaft sowie ein Gutachten des Bundesumweltministeriums halten diese Ansicht jedoch für falsch:

    SÜDWEST PRESSE

    Ein Fehler an einem Sicherheitsventil war zuletzt Grund für die kurzfristige Abschaltung des KKW Grundremmingen. Der abgeschaltete Block B sollte ein letztes Mal ans Netz gehen, bevor er zum Ende des Jahres plangemäß vom Netz genommen werden soll, so die Südwest Presse:

    SÜDWEST PRESSE

    Mit einer aufwändigen multimedialen Reportage begleitet die Verlagsgruppe Rhein Main den anstehenden Rückbau des KKW Biblis. Der Rückbau eines Kernkraftwerks sei ein außerordentliches historisches, seltenes Ereignis, das man entsprechend dokumentieren wolle. Einen erläuternden Text und  Link bietet u.a. der Giessener Anzeiger:

    GIESSENER ANZEIGER

    Direkt zur Reportage gelangen Sie hier:

    VERLAGSGRUPPE RHEIN MAIN

    Die Bürgerbeteiligung beim Rückbau des KKW Unterweser ist Thema eines Beitrags der NWZ Online. Geplant seien verschiedene Veranstaltungsreihen, beginnend im September und organisiert von einem Schweizer Unternehmen. Schwerpunkt werde die Förderung von Dialogprozessen:

    NWZ ONLINE

    Einen gemeinsamen Entwurf von SPD, Union und Grünen zum geplanten Gesetz für die Auswahl eines Atommüll-Endlagers hat Umweltministerin Hendricks in Berlin vorgestellt. Laut Osnabrücker Zeitung sollen demnach Fachleute nach wissenschaftlichen Kriterien den Standort auswählen. Kritik kommt von der Partei Die Linke. Dort wird u.a. bemängelt, dass das Gesetz Gorleben als möglichen Standort nicht ausschließe:

    NOZ

    Dass der Staat sich mit den großen Energiekonzernen über die Entsorgung der atomaren Altlasten habe einigen können, berichtet ZEIT ONLINE. Knapp ein Jahr nach der Grundsatzeinigung habe sich die Bundesregierung mit den vier Energieriesen Vattenfall, Eon, RWE und EnBW auf Details verständigt. Die Konzerne würden allerdings nicht – wie von der Politik angestrebt – alle noch anhängigen Klagen im Zusammenhang mit dem Atomausstieg fallen lassen:

    ZEIT ONLINE

    Vor einem „ökonomischen Desaster“ bei der Umsetzung der Energiewende warnt die WELT unter Berufung auf ein Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey. Demnach hätten sich alle relevanten Kennzahlen, mit denen der Fortschritt und die Relevanz der Energiewende messen ließen, gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr deutlich verschlechtert. Dass sich die Energiewende rechne, so die Berater, sei bis auf Weiteres nicht absehbar:

    WELT

     

  • Presseschau vom 24.02.2017

    Wir heißen Sie herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich sind die Veröffentlichungen dieses Mal bunt gemixt –von lokalen Nachrichten über das Thema Rückbau oder die Endlagersuche bis hin zu neuen Techniken im Reaktorbereich.

    Nachdem bei der turnusgemäßen Inspektion im Kernkraftwerk Brokdorf Auffälligkeiten an den Brennstäben entdeckt worden seien, bleibt das Kraftwerk an der Elbe zunächst länger abgeschaltet als ursprünglich geplant. Die geplante Revisionszeit werde voraussichtlich bis zum 03. März verlängert, so SPEGEL online:

    SPIEGEL ONLINE

    Die SHZ beschäftigt sich mit den konkreten Revisionsarbeiten im KKW Brokdorf und deren Umsetzung durch zahlreiches zusätzliches Personal. Für den Zeitraum der Revision sei das Werk zu einem der größten Arbeitgeber in der Region geworden, da neben dem Stammpersonal bis zu 1200 Mitarbeiter an den Arbeiten beteiligt seien. Dabei sei der Aufwand in diesem Jahr geringer als in den Vorjahren, da einige Großkomponenten nur alle drei Jahre ausgewechselt werden müssten:

    SHZ

    Das Ziel „grüne Wiese“ soll auch für den geplanten Rückbau des Kernkraftwerks Grundremmingen gelten, so die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf in der Presse Augsburg. Ein anstehender Erörterungstermin im März soll jetzt die Möglichkeit zu Einwendungen zum geplanten Verfahren geben, um dann über den Rückbauantrag zügig entscheiden zu können:

    PRESSE AUGSBURG

    Den Finanzchef Stefan Dohler der Vattenfall AB in Stockholm, Muttergesellschaft der deutschen Betreiber der Kraftwerke in Brunsbüttel und Krümmel zitiert Wallstreet Online. Vattenfall, so Dohler, halte grundsätzlich an der Forderung nach einer fairen Kompensation für die durch den vorzeitigen Atomausstieg durch die Bundesregierung entstandenen Kosten für den Konzern fest:

    WALLSTREET ONLINE

    Von den jeden Sonntag stattfindenden Protesten gegen ein mögliches Endlager in Gorleben berichtet der Weser-Kurier. Seit nunmehr fast 28 Jahren beteilige sich u.a. die ökumenische Initiative an wöchentlichen Gebeten. Die Initiatoren der Initiative zweifeln an der Aufrichtigkeit eines echten Neustarts für die Endlagersuche und befürchten, Gorleben könne „durch die Hintertür“ zum bundesweiten Endlager bestimmt werden:

    WESER KURIER

    Mit Gorleben als mögliches Endlager beschäftigt sich auch ein Beitrag des Berliner Tagesspiegels. In dem „Nationalen Begleitgremium“, das die Standortsuche kritisch begleiten soll, seien auch drei Bürger vertreten, die zufällig ermittelt worden seien – zum Unmut der Bürgerinitiativen am Standort:

    TAGESSPIEGEL

    Über neue Reaktortypen, die das Risiko eines Unfalls senken sollen, berichtet der Deutschlandfunk. Ein amerikanisches Unternehmen habe aktuell die Zulassung für einen sog. „Small Modular Reactor“ beantragt, bei dessen Betrieb eine Kernschmelze unmöglich sein soll:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Mit der Entwicklung neuer Reaktortypen beschäftigt sich auch Heise. Fortschritte werden hier laut des Portals in den westlichen Industrienationen nur noch selten erzielt, da die gesellschaftliche Ablehnung groß sei. Indes sei China aktuell sehr aktiv beim Bau neuer konventioneller Reaktoren und der Forschung an innovativen, neuen Kraftwerkstypen:

    HEISE ONLINE

    Die Industriekultur in Geesthacht und Krümmel ist Gegenstand eines Features des NDR. Dabei findet neben dem Kernkraftwerk Krümmel als prägendes technisches Bauwerk auch die Fischaufstiegsanlage, größte ihrer Art in Europa und von Vattenfall finanziert, besondere Erwähnung:

    NDR

  • Presseschau vom 10.02.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Konkrete Rückbauprojekte in ganz Deutschland stehen im Fokus der Berichterstattung in den letzten Wochen. Dazu finden Sie in der aktuellen Presseschau Nachrichten aus Brunsbüttel und Krümmel und zwei kontroverse Beiträge zur Energieversorgung im abgelaufenen Januar. „Aufmacher“ ist ein TV-Beitrag zum KKW Brunsbüttel anlässlich des 40. Jubiläums der Inbetriebnahme:

    Anlässlich des 40. Jubiläums der Inbetriebnahme des KKW Brunsbüttel berichtet RTL Nord ausführlich über das Werk und seine Historie und lässt Vertreter des Betreibers, der lokalen Politik und der Gegner des Kernkraftwerks zu Wort kommen:

    RTL NORD

    An den Beginn des kommerziellen Betriebs des Kernkraftwerks Brunsbüttel am 09.02.1977 erinnern Boyens Medien und bilanzieren anlässlich des 40. Jubiläums die während der Laufzeit produzierte Strommenge:

    • BOYENS  MEDIEN

    Der erste Entwurf des Netzentwicklungsplans 2030, der von den vier Übertragungsnetzbetreibern jetzt zur Prüfung an die Bundesnetzagentur übergeben wurde, sieht u.a. eine neue Starkstromleitung mit einer 380-Kilovolt-Trasse von Stockelsdorf nach Krümmel vor. Endpunkt wäre das unmittelbar hinter dem Kernkraftwerk Krümmel gelegene Umspannwerk:

    LAUENBURGER ONLINE ZEITUNG

    Mit einer Klage gegen den Rückbau des Kernkraftwerks Isar 1 sieht sich dessen Betreiber Preussen-Elektra konfrontiert. Die Klagepartei BUND befürchte Sicherheitsrisiken und bemängelt den aus seiner Sicht unzureichenden Genehmigungsbescheid:

    IDOWA

    Der Betreiber widerspricht dieser Argumentation. Die Sicherheit beim Rückbau liege im ureigensten Interesse zum Schutz auch der eigenen Mitarbeiter sowie der Mitarbeiter beauftragter Unternehmen, zitiert Radio Trausnitz den Standortleiter von Preussen Elektra:

    RADIO TRAUSNITZ

    Vorübergehend vom Netz geht das Kernkraftwerk Brokdorf. Grund dafür ist ein geplanter Wechsel der Brennelemente sowie die turnusgemäße Jahresrevision, so Betreiber Preussen Elektra laut SHZ. Die Abschaltung dauere bis zum Ende des laufenden Monats. Seit der letzten turnusgemäßen Abschaltung im Juni 2016 habe Brokdorf 6,8 Mrd. Kilowattstunden Strom erzeugt – ausreichend, um die Stadt Hamburg zu 80% und Schleswig-Holstein zu 60% für ein Jahr mit Strom zu versorgen:

    SHZ

    Auch im bayerischen Kernkraftwerk Grundremmingen wurde planmäßig der dortige Block B zum Austausch der Brennelemente heruntergefahren – zum letzten Mal, wie der BR berichtet: Zum Jahresende werde Block B endgültig vom Netz gehen, der benachbarte Block C und damit das gesamte Werk sollen bis Ende 2021 abgeschaltet werden:

    BR

    Bis zum Betriebsende von Block B in Grundremmingen werden dorthin noch so genannte Reststrommengen von den bereits stillgelegten Kernkraftwerken Biblis, Mülheim-Kärlich und Unterweser übertragen, so die SWP. Sollten diese bis zur Abschaltung im Dezember noch frei sein, könnten sie ggf. auf den Block C weiterübertragen werden:

    SWP

    Im Sommer soll der Rückbau des Kernkraftwerks Philippsburg beginnen, zunächst mit dessen Reaktorblock 1. Noch warte man allerdings auf die entsprechende Genehmigung aus dem Umweltministerium, so das Magazin für Denkmalschutz und Industriekultur Rottenplaces unter Berufung auf den SWR. Der dortige Siedewasserreaktor ist mit den in den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel verwendeten Reaktoren der Baulinie 69 baugleich:

    ROTTENPLACES

    Von einer „Dunkelflaute“ im Januar und insbesondere am 24. Januar, an dem aufgrund mangelnden Windes und Sonnenlicht mehr als 90% des deutschen Energiebedarfs von Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken geliefert wurden, berichtet die WELT. Mit Sorge sähen Verbandsfunktionäre das „Kraftwerkesterben“, dass zu Versorgungsengpässen in kritischen Monaten wie dem letzten Januar führen könne:

    WELT

    Dem widerspricht der SPIEGEL als „Panikmache“ – selbst am 24. Januar seien noch ausreichende Reserven vorhanden gewesen und Strom sei exportiert worden:

    SPIEGEL ONLINE

  • Presseschau vom 27.01.2017

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Veröffentlichungen befassen sich dieses Mal mit Themen wie der Diskussion um Brunsbüttel und die Zulässigkeit der dortigen Bereitstellung, der Kommunikation zum Rückbau in Krümmel, einer Abrissgenehmigung in Bayern, Rückbaufinanzierung sowie der Zukunft von Dr. Habeck.

    Kritisch äußert sich das Portal Oekonews.at zu den Plänen, die abgebrannten Brennelemente aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel in das dort neu geplante Zwischenlager zu verbringen. Unter Berufung auf einen Verwaltungsrechtler und ein Gutachten von Greenpeace behauptet das Portal, die geplante Bereitstellung sei faktisch eine Zwischenlagerung und als  solche nicht genehmigt:

    OEKONEWS.AT

    Auch die SHZ beschäftigt sich mit dem Gutachten, lässt aber auch den Umweltminister Dr. Robert Habeck erläuternd zu Wort kommen, der die Maßnahme und ihre rechtliche Zulässigkeit begründet. Die Bereitstellung sei von der Betriebsgenehmigung für das KKW Brunsbüttel gedeckt. Die Bereitstellung sei außerdem zeitlich befristet. Zudem sei die Trockenlagerung gegenüber der weiteren Nasslagerung im Reaktordruckbehälter als sicherer vorzuziehen:

    SHZ

    Eine kommunikative Begleitung des Rückbaus des Kernkraftwerks Krümmel durch den Landkreis Harburg fordern die dortigen Kreis-Grünen. Verbunden mit dieser Forderung ist ein Antrag auf Förderung dieser Kommunikationsmaßnahmen durch Landesmittel. Für die aktive Begleitung des Rückbaus, so der Initiator, der Kreistagsabgeordnete Malte Jörn Kraft, sei auch die Beteiligung des Betreibers gewünscht:

    KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Genehmigt wurde jetzt der Abriss des Kernkraftwerks Isar 1. 6 Jahre nach dessen Abschaltung gab die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) grünes Licht für den Rückbau zur „grünen Wiese“. Kritik kommt u.a. von den Grünen: Noch im Abklingbecken lagernde Brennelemente würden ein Risiko darstellen. Die Süddeutsche Zeitung schildert die Diskussion:

    SÜDDEUTSCHE

    Auch die Münchener Abendzeitung berichtet. Die Genehmigung sei die erste überhaupt in Bayern:

    ABENDZEITUNG MÜNCHEN

    Unklarheiten bei der Finanzierung des Rückbaus der Kernkraftwerke wie in der Neufassung des Atomgesetzes kurz vor Weihnachten geregelt sieht der WDR. Zwar müssten Konzerntöchter für Ihre Tochterunternehmen haften, umgekehrt sei dies aber nicht der Fall. Nach der kürzlich erfolgten Aufspaltung von Eon und RWE seien die Töchterunternehmen dike eigentlich kapitalstarken Unternehmen, währen die Mutterunternehmen Verluste machen und weniger finanzstark seien:

    WDR

    In der andauernden Diskussion um die Endlagerung von Abfall aus der Nutzung der Kernenergie vertreten Bayern und Sachsen eine gemeinsame Meinung und sprechen sich vehement gegen eine Behälterlagerung aus. Zu bevorzugen sei in jedem Fall eine Lagerung in Gestein, Behälter dürften nur als ultima ratio  in Betracht gezogen werden. Beide Länder, so Focus, wehren sich grundsätzlich gegen ein Endlager auf ihrem Territorium:

    FOCUS

    Nach seinem knappen Scheitern bei der Urwahl der GRÜNEN für die Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl lässt der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck offen, ob er im Falle eines Wahlerfolgs seiner Partei bei den kommenden Landtagswahlen weiterhin Minister bleiben werde. Dies könne erst nach der Wahl entschieden werden. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) betonte aber bereits, ggf. gerne mit Habeck weiterarbeiten zu wollen, so der NDR:

    NDR

  • Presseschau vom 13.01.2016

    Wir melden uns zurück und heißen Sie herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der Presseschau in 2017. Die Nachrichtenlage ist erwartungsgemäß noch dünn; über die Feiertage und auch zu Beginn des Jahres steht die Energiepolitik noch nicht wieder im Fokus der Medien. Die Auswahl enthält dennoch relevante Veröffentlichungen, z.B. zur Bürgerbeteiligung zum Zwischenlager in Brunsbüttel oder über die Auswertung eines Gutachtens zum Status der Energiewende in Deutschland:

    In Brunsbüttel, aber auch in Salzgitter beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit, in Berlin und im Internet sind ab sofort die Antragsunterlagen für das am Kernkraftwerk Brunsbüttel geplante Zwischenlager einsehbar, wie die Kieler Nachrichten melden. Bis zum 10. März können Bürger sich informieren und Einwendungen erheben, die dann nach Sichtung im Rahmen eines Erörterungstermins öffentlich diskutiert werden können:

    KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Zu Jahresbeginn berichtete der NDR aus Brunsbüttel: Es sei ein „langer Weg zum Abriss“, so der Sender, bei dem nicht nur das geplante Zwischenlager einen wesentlichen Zeitfaktor darstelle, sondern auch die noch aus dem Kraftwerksinnern zu bergenden Fässer mit Müll. Der Beitrag weist auch au die aktuelle Genehmigungssituation hin und prognostiziert die Erteilung einer Abrissgenehmigung für Ende 2017 bis Anfang 2018:

    NDR

    Aus Krümmel berichtet die Lüneburger Landeszeitung. Um die Bürger der umliegenden Gemeinden auch südlich der Elbe über den geplanten Rückbau zu informieren, wolle der Landkreis Lüneburg beim niedersächsischen Umweltministerium Mittel beantragen, um Informationsmaterial zu produzieren und entsprechende Veranstaltungen durchzuführen. Bei einem früheren Antrag sei es zu Verfristungen gekommen, u.a. wegen eines erst spät angesetzten Scoping-Termins, so das Blatt:

    LANDESZEITUNG

    Weiter gering ist das Interesse am Rückbau des Forschungsreaktors in Geesthacht. Lediglich drei Bürger hätten während der bisherigen 5-wöchigen Auslegefrist der Akten zum Rückbau Einsicht im Geesthachter Rathaus genommen, so die Bergedorfer Zeitung:

    BERGEDORFER ZEITUNG

    Tauziehen um die Stilllegung des französischen Kernkraftwerks Fessenheim, unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze gelegen: Dort hat sich jetzt der zentrale Betriebsrat des Betreibers Electricité de France einstimmig gegen die Abschaltung des Werks ausgesprochen. Das Versprechen des französischen Präsidenten François Hollande, die Abschaltung schnellstmöglich umzusetzen, ließe sich jetzt laut Badischer Zeitung kaum noch halten:

    BADISCHE ZEITUNG

    Eine aktuelle Bestandsaufnahme der Energiewende unternimmt die Wirtschaftswoche unter Bezug auf ein Gutachten einer Berliner Denkfabrik für 2016. Demnach werde die Stromerzeugung in Deutschland zwar klimafreundlicher. Börsenstrom, Erdgas und Heizöl würden zwar billiger, die Haushalte müssten allerdings für Strom deutlich mehr Geld ausgeben. Grund seien steigende Abgaben und Umlagen. Gas sei der „Gewinner“ im Energiemix und habe fast den Anteil der Kernkraft an der Energiegewinnung (13,1%) erreicht:

    WIWO

    Auch das Branchenportal Solarify beschäftigt sich mit dem Gutachten und fasst dessen Ergebnisse in 10 Punkten zusammen. Für 20178 erwarte man erneut einen leichten Rückgang des Anteils von Kohle und Kernenergie und prognostiziert einen Rückgang der Kosten für erneuerbare Energieträger aufgrund erstmals bei Windkraft und Biomasse geplanter Auktionen:

    SOLARIFY

    Die weltweite Situation der Kernenergie ist Gegenstrand eines Kommentars der Publikation PV Magazine, die sich mit Photovoltaik beschäftigt. Der Gastautor argumentiert, nahezu weltweit können Kernkraftwerke ohne staatliche Zuschüsse kaum noch betrieben werden und schildert eingehender die Situation in Japan, wo sich ähnlich wie in Deutschland inzwischen eine Mehrheit für den Ausstieg aus der Kernkraft gebildet habe:

    PV MAGAZINE

  • Presseschau vom 23.12.2016

    Herzlich Willkommen zur letzen Presseschau des Jahres 2016. Thematisch befasst sich diese Ausgabe mit vielen lokalen Meldungen aus Krümmel, mit dem Status von Rückbauprojekten anderswo sowie mit dem Gesetz zur kerntechnischen Entsorgung.

    Über einen möglichen Lagerplatz für den künftig beim Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel anfallenden Bauschutt diskutiert der Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Geesthacht in seiner kommenden Sitzung im Januar. Auf Anregung einer Politikerin der GRÜNEN soll dabei diskutiert werden, ob der Stausee des nahegelegenen Pumpspeicherwerks als Deponie in Betracht kommt. Wie die SHZ berichtet, regt sich gegen den Vorschlag bereits Widerstand, es gäbe jedoch auch Befürworter der Idee:

    SHZ

    Der Betreiber des KKW Krümmel Vattenfall reichte einen Antrag zum Bau eines Lagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle bei der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Kieler Ministerium für Energiewende (MELUR) ein. Die Lauenburger Online-Zeitung zitiert dazu den lokalen Wahlkreisabgeordneten Dr. Konstantin von Notz (GRÜNE). Er halte den Plan für das Lager für grundsätzlich begrüßenswert. Sicherheit, Transparenz und Beteiligung der Bürger sollten aber Vorrang bei allen Rückbauschritten haben:

    LAUENBURGER ONLINE-ZEITUNG

    In unmittelbarer Nachbarschaft zum Kernkraftwerk Krümmel befindet sich die Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt GKSS, die dort lange einen Forschungsreaktor betrieb. Diese auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrums befindliche Anlage soll nun zurückgebaut werden, die Öffentlichkeitsbeteiligung laufe bereits seit zwei Wochen. Wie LN-Online unter Berufung auf das Geesthachter Bürgermeisteramt berichtet, sei das Interesse daran aber noch sehr gering. Der Rückbau, so eine lokale Energiepolitikerin, könne auch als Probelauf für den Rückbau des benachbarten KKW Krümmel betrachtet werden:

    LÜBECKER NACHRICHTEN ONLINE

    Der avisierte erste sog. Scoping-Termin zum Rückbau des Kernkraftwerks Philippsburg hat unter Beteiligung zahlreicher Bürger stattgefunden, wie der SWR protokolliert. Der dortige Umweltminister Franz Untersteller äußerte sich dem Sender zufolge positiv über diese frühe Einbindung der Bürger. Der Rückbau von Philippsburg solle möglichst transparent erfolgen:

    SWR

    Welche zum Teil erheblichen baulichen Maßnahmen für den Rückbau eines Kernkraftwerks erforderlich sind, verdeutlicht eine Notiz zum Kernkraftwerk Neckarwestheim bei Heilbronn. Dort wurde laut Schwäbischem Tagblatt jetzt ein extra für den Abtransport von Bauschutt gebauter Schiffsanleger abgenommen und in Betrieb genommen:

    TAGBLATT

    Mit großer Mehrheit hat der Bundestag das Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung gebilligt. Demnach übernehmen die Energiekonzerne die Kosten für Stilllegung und Abriss der Kernkraftwerke, während der Bund die Verantwortung für Zwischen- und Endlagerung des nuklearen Abfalls trage. Der Deutschlandfunk fasst den Inhalt des Gesetzes und Stimmen dazu aus der Politik zusammen:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Auch die FAZ berichtet und beleuchtet insbesondere die in Zusammenhang mit dem Gesetz stehenden Verzichtserklärungen auf weitere juristische Maßnahmen durch die Energiekonzerne:

    FAZ

    Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Ausstieg aus der Kernenergie nimmt der Berliner Tagesspiegel zum Anlass, die Geschichte der Nutzung von Kernenergie in Deutschland von 1955 bis heute zu dokumentieren:

    TAGESSPIEGEL

    Die nächste Presseschau gibt es an dieser Stelle nach den Feiertagen im neuen Jahr am 13. Januar. Wir wünschen Ihnen und den Ihren bis dahin fröhliche Weihnachtstage und viel Glück und Erfolg in 2017!

  • Presseschau vom 09.12.2016

    Herzlich Willkommen zu unserer aktuellen Presseschau. Zahlreiche Medien berichten zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtmäßigkeit des Atomausstiegs und eventueller Schadensersatzforderungen der beteiligten Energiekonzerne. Der SPIEGEL sieht im Ergebnis des Verfahrens nur einen geringen Vorteil für die Konzerne. Die im Urteil genannte „angemessene Entschädigung“ sei eine Formulierung mit großem Spielraum:

    SPIEGEL

    Die ZEIT interpretiert das Urteil dahingehend, das jedwede Entschädigungsregelung hätte vermieden werden können, wenn der Ausstieg damals weniger überstürzt erfolgt wäre:

    DIE ZEIT

    Von einem „Trostpreis“ zugunsten der Energiekonzerne spricht die Deutsche Welle und schildert ausführlich die juristischen Erwägungen, die zu den nun gebotenen Ausgleichsregelungen führten:

    DEUTSCHE WELLE

    Hintergrundinformationen zu den Restlaufzeiten sämtlicher deutscher KKW liefert das Handelsblatt in seiner Berichterstattung zum Urteil:

    HANDELSBLATT

    Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk äußert sich die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Bärbel Höhn (GRÜNE) zur möglichen Höhe der Entschädigungskosten. Die Überlegungen dazu seien gegenwärtig „spekulativ“, auch müsse zwischen der Betrachtung der zu Vattenfall gehörenden KKW Brunsbüttel und Krümmel und den Werken anderer Stromkonzerne aufgrund unterschiedlicher Regelungen zur Reststrommenge unterschieden werden:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Die Tagesschau lässt den Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, zu Wort kommen:

    TAGESSCHAU

    Rost in einer Rohrleitung im Kernkraftwerk Brunsbüttel wurde bei einer Regelinspektion entdeckt und von der Atomaufsicht als Ereignis der untersten Meldekategorie moniert. Die betreffende Leitung, so die Lübecker Nachrichten, werde jetzt ausgetauscht:

    LÜBECKER NACHRICHTEN

    Aus dem österreichischen Kernkraftwerk Zwentendorf berichtet die Frankfurter Rundschau. Das dortige Werk, dessen geplante Eröffnung 1978 mit einem jetzt wiederveröffentlichten Werbefilm begleitet werden sollte, ist tatsächlich nie ans Netz gegangen. Eine Volksabstimmung verhinderte die Inbetriebnahme, inzwischen ist das Werk, typengleich mit dem KKW Brunsbüttel, nach Jahren als Ersatzteillager für andere Werke Trainingsstätte für den Rückbau von Kernkraftwerken:

    FRANKFURTER RUNDSCHAU

    Verzögern werde sich der Rückbau des KKW Stade, so die Cuxhavener Nachrichten. Das Blatt zitiert den niedersächsischen Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Stefan Wenzel (GRÜNE), der den Rückbau als „komplexe Herausforderung“ bezeichnet. Insbesondere die nötige Demontage des kontaminierten Betonsockels habe zu Verzögerungen geführt:

    CUXHAVENER NACHRICHTEN

    Von einem neuen Ansatz der Beteiligung in Rückbauprozessen in Baden-Württemberg berichtet der Deutschlandfunk. Beim Rückbau der KKW Neckarwestheim II und Philippsburg II sollen inn sogenannten Scoping-Terminen Politik, Umweltverbände und Bürger Vorschläge für die Genehmigungsverfahren zum Rückbau diskutieren. Das Scoping diene als erster Schritt eines Rechtsverfahrens, um Aufgaben zu definieren und Ziele einzugrenzen:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Die Schweizer „20 Minuten“ erläutern am Beispiel des 2019 vom Netz gehenden Kernkraftwerks Mühleberg, wie der Rückbau funktioniert. In der Schweiz hat man sich gegen einen Atomausstieg ausgesprochen, gleichwohl wird das alte Werk abgeschaltet. Das Blatt zieht den Rückbauprozess der Werke in Greifswald vergleichend zu Rate:

    20 MINUTEN

    Über eine Fachtagung in Aachen berichtet der Branchendienst Ingenieur.de. Dort tagten Atomexperten aus aller Welt zum Rückbau von Kernkraftwerken. Im Gespräch mit einem russischen Physiker tritt dabei auch ein „Generationenproblem“ zu Tage:  Angesichts der langen Prozesse werde eine weitere Generation Fachleute benötigt, die in der Lage seien, komplexe Rückbauprojekte fortzuführen:

    INGENIEUR

  • Presseschau vom 25.11.2016

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe unserer Presseschau. Inhaltlich befassen sich die Veröffentlichungen erwartungsgemäß stark mit der in Krümmel stattgefundenen Castorenbeladung, doch auch Artikel zu Themen wie Deponierung von unbelastetem Bauschutt, sicherer Einschluss oder Berichte zu einem der ältesten Kernkraftwerke Deutschlands finden sich in der Auswahl.

    (Bezahl-Inhalt) Das Kernkraftwerk Krümmel soll ein zusätzliches Zwischenlager auf dem Gelände erhalten, um die schwach- bis mittelradioaktiven Abfälle aus dem Rückbau zu lagern. Der für die Atomaufsicht zuständige Energiewendeminister Dr. Robert Habeck (Grüne) rechnet in Kürze mit dem Antrag, wie er dem Abendblatt anlässlich seines Besuchs im Kernkraftwerk an der Elbe sagte:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Dort sprach der Minister von einem „historischen Augenblick“, da es noch vor zehn Jahren ungewöhnlich gewesen wäre, wenn sich ein grüner Minister bei der Verladung von Brennelementen hätte fotografieren lassen. Er lobte laut DIE WELT auch die Sorgfalt, mit der beim Rückbau in Krümmel vorgegangen werde:

    DIE WELT

    Auch der NDR berichtete ausführlich mit einem TV-Beitrag und begleitenden Informationen auf seiner Website über den Besuch des Ministers und die Bergung der Brennelemente:

    NDR

    Die SHZ legte einen Schwerpunkt ihrer Berichterstattung auf die Zeitläufe bis zur vollständigen Brennelement-Freiheit in Krümmel. Bis zur zweiten Jahreshälfte 2018 sei dies der Fall, die Kernbrennstoff-Freiheit werde für die zweite Jahreshälfte 2019 erwartet, so zitiert das Blatt eine Sprecherin:

    SHZ

    Eindeutige Stellung bezieht der Berliner Tagesspiegel zum Thema „sicherer Einschluss“. Dieser werde von der Anti-AKW-Bewegung immer wieder als Alternative zum Rückbau von Kernkraftwerken gefordert. Dies, so das Blatt in einem Kommentar, sei jedoch eine „Schnapsidee“. Ein wesentliches Argument, auch vertreten vom schleswig-holsteinischen Umweltminister Dr. Robert Habeck, sei dabei die Verfügbarkeit geeigneten Personals für einen Rückbau. Dieses sei nach einem Einschluss über Jahrzehnte nicht mehr vorhanden:

    DER TAGESSPIEGEL

    In Lingen steht ein Kraftwerk der ersten Generation von Kernkraftwerken in Deutschland, das bereits 1977 abgeschaltet wurde. Der geplante Rückbau begann erst in diesem Sommer, nachdem über 20 Jahre der Einschluss praktiziert wurde. Die Grafschafter Nachrichten berichten:

    GRAFSCHAFTER NACHRICHTEN

    Eine Reportage aus dem „Uralt-Kraftwerk“ Lingen bringen die Westfälischen Nachrichten. Der Beitrag lässt Mitarbeiter zu Wort kommen und bringt eine Fotostrecke zu Historie und Rückbau des Werks:

    WESTFÄLISCHE NACHRICHTEN

    In Biblis ist der Block A des dortigen Kernkraftwerks kernbrennstofffrei: Seit November 2015 wurde dort zur Einlagerung in ein Zwischenlager verladen. Die Brennstoffreiheit sei laut Umweltministerin Priska Hinz (Die Grünen) früher als erwartet erreicht worden, protokolliert der Nibelungen Kurier:

    NIBELUNGEN KURIER

    Das baden-württembergische Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat mit sofortiger Wirkung den Anlieferstopp auf Deponien für freigemessene Abfälle aus dem Rückbau kerntechnischer Anlagen aufgehoben. Ein Gutachten habe belegt, dass keine zusätzlichen Risiken durch Deponierung von unbelastetem Bauschutt aus dem Rückbau von Kernkraftwerken entstünden, teilte Umweltminister Franz Untersteller (Die Grünen) laut NOKZEIT mit. In allen berechneten Fällen lag die Dosis durch Direktstrahlung aus dem Deponiekörper deutlich unter den als unbedenklich geltenden 10 Mikrosievert: Dies, so Untersteller, sei ein Wert „weit unter“ der natürlichen Strahlung:

    NOKZEIT

  • Presseschau vom 11.11.2016

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Auch wenn es diesmal nur wenig Lokales aus Brunsbüttel und Schleswig-Holstein zu berichten gibt, werden Blicke über den Tellerrand geworfen – so zum Beispiel auf Rückbauthemen zu anderen deutschen Kernkraftwerken, auf das Thema Energiewende und aus Schweizer Sicht der NZZ auf die Umsetzung des deutschen Ausstiegs aus der Kernkraft.

    Für das Kernkraftwerk Unterweser wird aktuell der Rückbau geplant. Auch dort ist die Kommunikation mit den betroffenen Bürgern ein Anliegen sowohl des Betreibers als auch des Landkreises Wesermarsch, in dessen Gebiet das Werk liegt. Der Kreis erhält nun vom Land Niedersachsen spezifische Fördermittel, um die Kommunikation zum Rückbau mit öffentlichen Dialogveranstaltungen und moderierten Expertenrunden zu begleiten, so die NWZ online:

    NWZ ONLINE

    Die mögliche Reaktivierung eines bereits stillgelegten Kernkraftwerks, des Kraftwerks Grafenrheinfeld, wie von einem Vertreter dessen Betreibers auf einer Diskussionsveranstaltung ins Spiel gebracht (siehe letzte Presseschau), sorgt für Diskussionen. Der Bayerische Rundfunk zitiert nun einen Berliner Verfassungsrechtler, der rechtliche Zweifel an der Zulässigkeit eines solchen Vorgehens äußert. Eine Betriebsgenehmigung könne nicht ohne Weiteres wieder aufleben, so der Jurist:

    BAYRISCHER RUNDFUNK

    Wenig Interesse fand eine Informationsveranstaltung zum zukünftigen Rückbau des KKW Grundremmingen, wie der BR an anderer Stelle notiert. Die Blöcke B und C des Werkes sollen in 2017 bzw. 2021 abgeschaltet werden. Angesichts dieser Perspektive sei das Interesse der Bürger nach Auffassung des Senders noch sehr überschaubar:

    BAYRISCHER RUNDFUNK

    Im schwäbischen Philippsburg wurden indessen mit einem symbolischen Spatenstich die Vorbereitungen für den Rückbau des dortigen KKW begonnen. Dessen Block 2 soll noch bis maximal Ende 2019 Strom produzieren, parallel dazu, so das Schwäbische Tagblatt, entstehe bereits ein Gebäudekomplex mit Reststoffbearbeitungszentrum und Abfalllager:

    SCHWÄBISCHES TAGBLATT

    In der Schweiz sorgt man sich angesichts des geplanten Rückbaus dreier Kernkraftwerke um die erforderlichen Kapazitäten. Wie die NZZ darstellt, könne es zu Engpässen bei qualifiziertem Personal und Gerät kommen. Einzelne Projekte würden sich dann verzögern:

    NZZ

    Kritisch bewertet das Blatt in einem weiteren Artikel auch den deutschen Ausstieg aus der Kernenergie und dessen Umsetzung. Im Ergebnis empfiehlt der Artikel, die Schweizer Kernkraftwerke weiter zu betreiben, u.a. um klimapolitische Ziele nicht zu verfehlen. Der deutsche Ausstieg sei „nicht zur Nachahmung zu empfehlen“:

    NZZ

    Die Umsetzung der Energiewende in Deutschland hat die hiesigen Energieversorger zu Reaktionen gezwungen. Die Unternehmen RWE und Eon haben auch strukturell reagiert und sich auf Basis unterschiedlicher Modelle aufgespalten. Das Handelsblatt fasst die Aktivitäten zusammen:

    HANDELSBLATT

    Ein wichtiger Schritt für den Energiestandort Brunsbüttel ist mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit einem niederländischen Investor getan: Laut dem Geschäftsführer des Hafenbetreibers Brunsbüttel Port werde dadurch die geplante Ansiedlung eines LNG-Terminals an der Elbe „greifbar nahe“. Brunsbüttel Port bemüht sich bereits seit fünf Jahren um den Aufbau einer LNG-Infrastruktur. Geplant ist ein Terminal, an dem einmal pro Woche ein Tanker aus Katar anlegt und 170.000 Kubikmeter LNG entlädt. Um die 40 Hektar wäre ein solches Importterminal groß, die Investitionen dafür betragen 300 bis 400 Millionen Euro. Die Kieler Nachrichten berichten:

    KIELER NACHRICHTEN

     

  • Presseschau vom 28.10.2016

    Auch diesen Freitag möchten wir Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau willkommen heißen. Erwartungsgemäß fand das ICSID-Verfahren ausführlich und aus verschiedenen Blickwinkeln in den Medien statt – doch auch Lokales aus Geesthacht und Krümmel wird berichtet.

    Die mündliche Verhandlung im Verfahren über die Prüfung der Rechtmäßigkeit des vorzeitigen deutschen Atomausstiegs vor dem ICSID-Schiedsgericht ist nach 10 Tagen abgeschlossen. Vertreter des Klägers Vattenfall sowie der beklagten Bundesregierung legten ihre jeweiligen Positionen ausführlich dar. Besonders das KKW Krümmel fand dabei besondere Erwähnung, da es von der Ausstiegsentscheidung in besonderer Weise betroffen gewesen sei. Die Bundesregierung argumentierte, mit dem Dreizehnten Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes habe der Bundestag in völkerrechtlich zulässiger Weise die Laufzeit der in Deutschland betriebenen Atomkraftwerke zeitlich gestaffelt bis zum Jahre 2022 befristet. Diese Regelung sei willkür- und diskriminierungsfrei zustande gekommen und stehe im Einklang mit den Investitionsschutzregeln des sogenannten Energiecharta-Vertrags. FOCUS berichtet:

    FOCUS ONLINE

    Mit dem Verfahren, den beteiligten Anwälten und den auf beiden Seiten entstehenden Kosten des Verfahrens beschäftigt sich die WELT in einem Blick in den Verhandlungsraum in Washington:

    DIE WELT

    Auch in der Jungle World ist das Verfahren Thema: Der Artikel dort schildert umfassend die Hintergründe und nennt auch vergleichbare internationale Verfahren:

    JUNGLE WORLD

    In Krümmels Umgebung wurden routinemäßig die Sirenen getestet, die im Fall einer gravierenden Störung im Radius von 25km um das Kernkraftwerk warnen sollen. Dabei trat eine organisatorische Lücke in Reinbek zutage: Die dortigen Sirenen blieben stumm, da sie nicht mit der zentralen Rettungsleitstelle verbunden sind, so das Hamburger Abendblatt:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Für einen neuen Hafen in Geesthacht spricht sich die dortige CDU aus. Hintergrund des Bedarfs sei u.a. der anstehende Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel, der eine immense Masse an zu transportierendem Bauschutt mit sich brächte. Gelobt wird die Dialogbereitschaft des Betreibers Vattenfall, sich im notwendigen Planungsverfahren aktiv zu beteiligen, berichtet Herzogtum Direkt:

    HERZOGTUM DIREKT

    Ein Wieder-Hochfahren des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld bei Schweinfurt hält dessen Betreiber PreussenElektra nicht für ausgeschlossen. Laut Passauer Neue Presse wolle der Konzern den Ausgang einer Verfassungsbeschwerde der Energiekonzerne gegen den Atomausstieg abwarten und erst dann entscheiden, wie das weitere Verfahren aussehen soll:

    PNP

    Dagegen fordert die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf, das Grafenrheinfeld zur „grünen Wiese“ zurückgebaut werden solle. Anlässlich eines Anhörungstermins sei laut Bayernkurier mit Kernkraftgegnern hitzig debattiert worden, nachdem diese die oben erwähnte Äußerung des Vertreters von PreussenElektra als „Provokation“ verstanden haben:

    BAYERNKURIER

    Von einer „Erfolgsgeschichte“ spricht PreussenElektra an anderer Stelle. Das Kernkraftwerk Brokdorf liefere seit 30 Jahren zuverlässig Strom und bestreitet damit aktuell ca. die Hälfte der Stromversorgung in Schleswig-Holstein, so die SHZ:

    SHZ

    Mit den Kosten der deutschen Energiewende beschäftigt sich erneut die FAZ, auch mit weiterführenden Links u.a. zu den Entsorgungskosten des Rückbaus der Kernkraftwerke. Das Blatt zitiert Jürgen Trittin, der einst davon ausging, die Kosten der Energiewende würden die Deutschen pro Kopf „nicht mehr als eine Kugel Eis“ kosten – inzwischen sei aber mindestens ein pro-Kopf-Betrag von € 300 aufgelaufen:

    FAZ

    Einen Überblick über die in Deutschland bis 2020 geplanten Abschaltungen von Kraftwerken aller Typen bietet der Branchendienst IWR. Auch größere Neubauprojekte, die aktuell oder demnächst ans Netz gehen, finden sich dort, u.a. auch das Hamburger Kraftwerk Moorburg:

    IWR

     

  • Presseschau vom 14.10.2016

    Wir heißen Sie herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal liegt das ICSID-Verfahren im Fokus der Berichterstattung, doch auch über lokale Themen wie die erfolgreichen Bergungsschritte in Brunsbüttel oder ein Fehlalarm im KKW Krümmel wird berichtet.

    Von einem „wichtigen Zwischenschritt“ spricht Umweltminister Robert Habeck anlässlich der erfolgreichen Leerung von zunächst zwei Kavernen am Kernkraftwerk Brunsbüttel. Etwa zwei Drittel der zu bergenden Fässer seien damit in endlagerfähige Behälter verbracht und in zwei Hallen auf dem Kraftwerksgelände zwischengelagert. Die Leerung der restlichen Kavernen solle Ende Oktober beginnen, so die SHZ:

    SHZ

    Die taz berichtet gleichlautend, schildert dabei aber etwas ausführlicher die wenigen aufgetretenen Probleme der Bergung und zitiert den Leiter der Atomaufsicht, Dr. Dr. Jan Backmann. Nach den bisherigen Erfahrungen habe sich laut Backmann das Bergungskonzept gelohnt:

    TAZ

    Mahnend äußert sich die Publikation „Scharf links“:  Die Bergung sei noch keine Lösung; die für einen späteren Zeitpunkt angedachte Lagerung des Atommülls im Schacht Konrad bei Salzgitter sei absolut strittig. Die Anti-Atomkraft-Bewegung lehne das Endlagerprojekt aus Sicherheitsgründen weiterhin ab:

    SCHARF LINKS

    Eine Panne in der Leitstelle Bad Oldesloe sorgte für Unruhe rund um das KKW Krümmel: Dort blieben die Sirenen trotz Auslösung eines Übungsalarms still, wie die SHZ meldete:

    SHZ

    Von einem „Showdown um Deutschlands Atomausstieg“ spricht die Sächsische Zeitung im Aufmacher ihrer Berichterstattung zum Auftakt der mündlichen Verhandlung im Schiedsgerichtsstreit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Vattenfall. Vor dem ICSID, einem internationalen Schiedsgericht, soll entschieden werden, ob der Ausstieg aus der Kernenergie im Jahre 2011 rechtmäßig war. Fachleute sähen Chancen, dass die Rechtmäßigkeit verneint würde, so das Blatt:

    SZ ONLINE

    Auf das Bemühen um Transparenz weist n-tv in seiner Berichterstattung zum Verfahren hin. Die Verhandlungen vor dem Schiedsgericht würden live ins Internet übertragen. Die Debatte über Schiedsgerichtsverfahren, zuletzt auch in Zusammenhang mit der TTIP-Diskussion vielfach kritisch kommentiert, sei nun bei den Beteiligten angekommen, lobt ein Vertreter von Greenpeace diesen Schritt:

    N-TV

    Einen Einblick in den Ablauf des ersten Verhandlungstages und den Vortrag der Anwälte der Klägerin bietet der Tagesspiegel:

    TAGESSPIEGEL

    Nach dem Verkauf der deutschen Braunkohlespalte von Vattenfall an ein tschechisches Konsortium firmiert die Sparte nun um in LEAG für Lausitz Energie Kraftwerke AG. Neben der Kernenergie trennt sich Vattenfall auch vom Braunkohlegeschäft, jetzt werde der kürzlich erfolgte Verkauf auch organisatorisch vollzogen, so die Sächsische Zeitung:

    SZ ONLINE

    Abschliessend eine literarische Notiz: Der Bonner Generalanzeiger portraitiert den schleswig-holsteinischen Umweltminister Dr. Robert Habeck anlässlich der Veröffentlichung dessen Buches zur Zukunft der Partei Die Grünen. Dabei wird u.a. seine pragmatische Politik auch im Umgang mit dem Ausstieg aus der Kernenergie gelobt, mit der er die CDU-regierten Länder „vor sich her getrieben“ hätte:

    GENERAL-ANZEIGER BONN

     

  • Presseschau vom 30.09.2016

    Die heutige Presseschau beschäftigt sich u.a. mit dem Fortschritt der Brennelementebergung hier im KKW Krümmel, Fortschritt bei Rückbauprozessen anderer Werke in Deutschland und Konsequenzen aus der Ausgliederung von Konzerntöchtern großer Energiekonzerne für die Energiewende.

    Bewegung in Krümmel: Wie das Umweltministerium in Kiel am Mittwoch mitteilte, erteilte die Atomaufsicht die Genehmigung zur Räumung des Lagerbeckens für Brennelemente. Die Betreibergesellschaft Vattenfall könne nun die Brennelemente aus dem Becken holen, in Castorbehälter verladen und in ein Zwischenlager auf dem Kraftwerksgelände transportieren. So berichtet u.a. die ZEIT:

    ZEIT ONLINE

    Vorab berichtete bereits die Landeszeitung in ihrem Blog:

    LANDESZEITUNG

    Auch n-tv brachte die Geschichte:

    N-TV

    LN Online meldet ein Problem bei der Bergung der ca. 1000 Brennelemente aus dem Abklingbecken in die Castor-Behälter. Die Brennelemente seien bereits zu stark abgekühlt, wodurch sich der Trocknungsprozess verzögern könne:

    LN-ONLINE

    Bei der Planung des Rückbaus des KKW Unterweser setzt der Betreiber auf Transparenz: Vor Beginn der Arbeiten im kommenden Jahr findet am 22.10. ein erster von mehreren geplanten Informationstagen, dann zum Thema Freimessung, im Kraftwerk statt:

    NWZ-ONLINE

    Einen symbolträchtigen Schritt machte der Rückbauprozess des Kernkraftwerks im mecklenburg-vorpommerschen Kernkraftwerk Lubmin: Dort wurde jetzt der erste der vier ca. 100m hohen Schornsteine des seit 1995 stillgelegten Werks abgerissen:

    SVZ

    Mit der Ausgliederung von Konzernbereichen versuchen die Konzerne Eon und RWE, sich für die Umsetzung der Energiewende und ein nachhaltiges Geschäft mit erneuerbaren Energien aufzustellen. Der Deutschlandfunk berichtet von Chancen und Risiken dieser Strategie und identifiziert die Kosten für den Rückbau der Kernkraftwerke als einen Faktor, der hohe Kosten und Risiken für Arbeitsplätze berge:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Der Bonner Generalanzeiger beschäftigt sich mit den acht noch aktiven Kernkraftwerken in Deutschland und lässt u.a. den Chef des auf Rückbau spezialisierten Unternehmens Nukem zu Wort kommen:

    GENERAL ANZEIGER BONN

    Brunsbüttel bleibt auch in Zukunft ein wichtiger Standort für die Energieversorgung in Deutschland: Hier wird ein Startpunkt der sog. SüdLink-Trasse liegen, mit vier Gigawatt Übertragungsleistung eine der zentralen Nord-Süd-Verbindungen der Energiewende. Laut SHZ könnten die Leitungen, die als sog. Erdverkabelung unterirdisch gelegt werden, ab 2025 in Betrieb genommen werden:

    SHZ

    Die Erdverkabelung wird aufgrund höherer Kosten gegenüber der überirdischen Verlegung kritisiert. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk äußert sich dazu der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Habeck und ordnet die Kosten der Trassen u.a. auch in den Kostenkontext des Rückbaus der KKW ein. Das vollständige Interview findet sich hier:

    DEUTSCHLANDFUNK

     

  • Presseschau vom 16.09.2016

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal haben wir Artikel zu Themen wie dem geplanten Börsengang der RWE-Tochter „Innogy“, der Endlagerproblematik aber auch den Protesten am französischen KKW Fessenheim.

    Von einer „ungewissen Zukunft“ des Kernkraftwerk Krümmel spricht laut der Kreiszeitung Wochenblatt die atompolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion im niedersächsischen Landtag auf einer Infoveranstaltung. Angeblich, so die Vermutung der Politikerin, wolle der Betreiber seinen Rückbauantrag zurückziehen oder die Rückbaugenehmigung nicht nutzen:

    KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Vom Besuch des Leiters des Bundesamts für Strahlenschutz Wolfram König auf einer Informationsveranstaltung zur Endlagerthematik berichtet die Augsburger Allgemeine. Auch angesichts der bereits stattfindenden Rückbauverfahren, so König, sei eine schnelle Entscheidung für ein Endlager unabdingbar. Im Berliner Politbetrieb vermisse er stattdessen die gebotene Dringlichkeit:

    AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Aus Sicht von Investoren blickt Der Aktionär auf die Pläne von RWE, dessen neue Tochter Innogy noch in 2016 an die Börse zu bringen. Mit dem Erlös sollen u.a. die Rückbauverpflichtungen des Energieversorgers finanziert und in erneuerbare Energien investiert werden. Das Blatt warnt jedoch vor nur kurzfristigen Anlageentscheidungen:

    DER AKTIONÄR

    Auch der Deutschlandfunk beschäftigt sich mit dem Thema: Der Sender sieht zwar positive Stimmung bei den Konzernen bezüglich ihrer Restrukturierung, aber auch das hohe Kostenrisiko bei konventioneller Stromerzeugung und Rückbau der Kernkraftwerke:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Die Angestellten des grenznahen französischen Kernkraftwerks Fessenheim protestieren gegen dessen Abschaltung: Das KKW sei rentabel und seine Sicherheit erwiesen. Auch die örtlichen Gewerkschaften stünden hinter dem Protest, so die Badische Zeitung:

    BADISCHE ZEITUNG

    Gelungene Rettung in Brunsbüttel: Wie auch hier schon berichtet, wurde ein verletzter Wanderfalke gefunden, wieder aufgepäppelt und gesund in die Freiheit entlassen. Der NDR hat die Geschichte:

    NDR

     

  • Presseschau vom 02.09.2016

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die Berichterstattung ist auch diese Woche inhaltlich weit gefächert und setzt sich aus Meldungen und Berichten zu Rückbau, Energiewende und -politik aus dem In- und Ausland zusammen.

    Zu einem Ereignis der unteren Meldekategorie kam es im KKW Brunsbüttel. Wie Vattenfall und die Atomaufsicht in Kiel bekannt gaben, löste ein Brandmelder die unbedeutende Panne aus. Es wurde regional und national berichtet:

    FOCUS ONLINE

    SHZ

    Mit dem nach Ansicht des Blattes wenig harmonisierten Zusammenspiel von Windkraft und konventionellen Energieerzeugern beschäftigt sich Der Westen. Dort kommt auch der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck zu Wort, der die Nutzung fossiler Energien und Kernkraft bei gleichzeitiger Verfügbarkeit von Windkraft bemängelt:

    DER WESTEN

    Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel sei sich sicher: In Gorleben werde es kein Endlager für Atommüll geben. Schon geologische Gründe sprächen gegen den Standort, da ein möglichst mächtiges und vollständiges Deckgebirge über dem Salzstock benötigt werde, so Wenzel weiter. Nach den von der Endlagerkommission festgelegten Kriterien für die Suche nach einem geeigneten Endlager komme Gorleben jedoch weiterhin in Betracht, weiß Focus Online:

    FOCUS ONLINE

    Auf die Stilllegung im Jahre 2022 bereitet sich das Kernkraftwerk Emsland in Lingen bereits jetzt vor. Von einer Podiumsdiskussion zu den jetzt in Vorbereitung befindlichen Anträgen berichten die Grafschafter Nachrichten:

    GRAFSCHAFTER NACHRICHTEN

    Lange setzte der Energie-Riese RWE ausschließlich auf Kohle und Kernkraft, so dass die Umstellung auf erneuerbare Energien den Konzern vor eine große Hürde stellte. Mit einem „geschickten Schachzug“ solle nun gegengesteuert werden, berichtet Business 24 aus der Schweiz. Die RWE-Ökostromtochter Innogy übernehme das Unternehmen der unterfränkischen Solar- und Batteriespezialisten Beletric Solar&Battery:

    BUSINESS24

    Mit Widersprüchlichkeiten bei der Einhaltung des Euratom-Vertrags während des beschlossenen Atomausstiegs befasst sich ein Artikel der Frankfurter Rundschau. Der Euratom-Vertrag gelte neben den längst ausgelaufenen Kohle- und Stahl-Abkommen als der eigentliche Gründungsvertrag der Union. Mit Dwight D. Eisenhowers Slogan „Atoms for peace“ war er ein Ausdruck der Kernenergie-Euphorie der 1950er Jahre. Die Merkel-Regierung wolle nicht am Vertrag rütteln, während England durch den Brexit und resultierenden Ausstieg aus dem Euratom-Vertrag bei der Finanzierung des neuen KKW Hinkley Point ins Straucheln geraten könnte:

    FRANKFURTER RUNDSCHAU

    Der Streit um die Veröffentlichung von Messdaten des schweizerischen KKW Leibstadt geht nun ans Bundesgericht. Greenpeace will Beschwerde einreichen, so dass das KKW die Daten der radioaktiven Abgaben für den Abluftkamin veröffentlichen muss. SFR hat die Einzelheiten:

    SRF

    Tschechiens Ausbaupläne für das KKW Dukovany stoßen auf harte Kritik aus Österreich. Geplant ist der Bau zweier neuer Reaktoren nahe der österreichischen Grenze. Das Land Niederösterreich bereite eine kritische Stellungnahme vor, so Umweltlandesrat Stephan Pernkopf. Mehr dazu auf noe.orf.at:

    NOE.ORF

    Die Energiewende sei ein nationaler Alleingang, der zu Spannungen mit den Nachbarländern und der Europäischen Kommission führe, so die WELT. Die Schwankungen bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien verärgere nicht nur Polen oder Österreich, deren Netz oftmals überlastet oder aber leer gesaugt werde. Nun sei der Streit um die Strompreis-Privilegien der Industrie beigelegt worden, berichtet das Blatt:

    DIE WELT

    Der Ausbau von Offshore-Windparks werde gedrosselt, während Stromleitungen trotz höherer Kosten und Zeitverzögerung als Erdkabel statt als Überlandleitungen verlegt werden. Doch Jan Dispens, Geschäftsführer des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH-Cluster) sieht auch positive Aspekte: So wäre vor 20 Jahren niemand davon ausgegangen, dass der aktuelle Anteil von 33% an Strom aus erneuerbaren Energien überhaupt im Stromnetz aufnehmbar sei. Er plädiert weiter auf eine souveräne Fortführung der Energiewende, berichten die Mittelstand Nachrichten:

    MITTELSTAND NACHRICHTEN

     

  • Presseschau vom 19.08.2016

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau. Inhaltlich sind die Berichte weit gefächert – von einem Interview mit dem GNS-Geschäftsführer über Reportagen zu Gorleben und Zwetendorf, bis hin zur Diskussion über die Suche nach Deponien für den anfallenden Bauschutt sowie einen Artikel zum Handelsabkommen TTIP:

    Ein Defekt der untersten Meldekategorie wurde aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel fristgerecht gemeldet: Ein Fernschaltventil der Feuerlöschanlage funktionierte nicht ordnungsgemäß. Das Ventil wurde ausgetauscht und die Panne damit behoben, es habe keine Gefahr bestanden, berichtet die SHZ:

    SHZ

    Auf die Unterstützung des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig kann laut der WELT Umweltminister Dr. Robert Habeck mit seinem Kurs bei der Suche nach Deponien für nicht-radioaktiven Müll aus dem Rückbau der hiesigen Kernkraftwerke bauen. Albig bezeichnete Habecks auf Transparenz und Dialog setzenden Politikstil als „richtig und wirklich alternativlos“. Habeck wolle die Bürger in die Lage versetzen zu verstehen, warum er am Ende als Staat bestimmte Entscheidungen treffe und dazu die Meinung der Menschen einhole:

    DIE WELT

    Bis spätestens zum April 2017 will der Betreiber Vattenfall sein Gasturbinenkraftwerk in Brunsbüttel stilllegen. Dessen vier ölbefeuerte Turbinen dienten u.a. auch zur Unterstützung der Notstromversorgung im unmittelbar benachbarten Kernkraftwerk Brunsbüttel. Bizz Energy berichtet:

    BIZZ ENERGY

    Am Beispiel des Energiekonzerns Eon, dessen Bilanz für das erste Halbjahr 2016 alarmierend ausfiel, schildert die Berliner Zeitung die aktuelle Lage der Energiekonzerne in Deutschland und die gravierenden Auswirkungen, die die Energiewende auf das Geschäft der traditionellen Energiegewinnung aus Kohle, Gas und Kernkraft nach sich zieht. Auch für die anderen Konzerne seien schlechte Zahlen zu erwarten, so das Blatt:

    BERLINER ZEITUNG

    Im Zusammenhang mit den Diskussionen um das Handelsabkommen TTIP wird die dort vorgesehene Schiedsgerichtsbarkeit besonders häufig kritisiert. Dabei seien entsprechende Verfahren bereits Realität, wie n-tv unter Berufung auf die Neue Osnabrücker Zeitung erläutert. Das Verfahren des schwedischen Unternehmens Vattenfall gegen die Bundesregierung wegen des Atomausstiegs sei ein Beispiel. Kritik kommt u.a. von den Grünen:

    N-TV

    Wesentlich teurer als geplant werde der Rückbau des KKW Rheinsberg in Brandenburg, meldet der RBB. Der höhere Betriebsaufwand für das Zwischenlager, höhere Sicherheitsanforderungen wie auch eine Neuausrichtung der Rückbaustrategie seien wesentliche Gründe für die Kostensteigerung. Besonders die gegenüber der Ursprungsplanung beabsichtigte Beschleunigung des Rückbaus sei kostenrelevant:

    RBB ONLINE

    Mit weiteren Castor-Transporten in Deutschland rechnet Hannes Winner, Vorsitzender der Geschäftsführung des Essener Unternehmens GNS, das die Castor-Behälter produziert. Im Interview mit der Zeitung Der Westen spricht sich der Manager u.a. für ein Endlager im niedersächsischen Gorleben aus:

    DER WESTEN

    Mit der Endlagersuche beschäftigt sich auch Deutschlandradio Kultur und fragt, ob eine Entscheidung doch wieder für Gorleben fallen könne. Die ausführliche Reportage lässt dazu Kommissionsmitglieder, aber auch Geologen und Bergleute aus Gorleben zu Wort kommen:

    DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

    Das Kernkraftwerk im österreichischen Zwentendorf, ursprünglich gebaut für die dortige Stromversorgung, ging aufgrund des Ergebnisses einer Volksabstimmung im Jahre 1978 nie ans Netz. Seither ist es ein Denkmal der Kernkraft und ein beliebtes Reiseziel, wie Deutschlandradio protokolliert. Führungen seien kostenfrei. Geld werde in dem Werk dennoch verdient: Mit der Schulung von Personal zum Rückbau von Kernkraftwerken.

    DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

  • Presseschau vom 05.08.2016

    Wir heißen Sie herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. In den letzten zwei Wochen befassten sich die Medien mit Themen wie die Lagerung des während eines Rückbaus anfallenden Bauschutts, der Finanzierung dessen sowie Rückbau im Allgemeinen. Zum Schluss wagen wir noch einen Blick in die Schweiz, wo man sich ebenfalls auf den Rückbau der dortigen Werke vorbereitet.

    Keine Alternative zum Rückbau der schleswig-holsteinischen Kernkraftwerke sieht Umweltminister Habeck. Gleichzeitig muss sich der Minister aber mit wachsender Kritik an den Plänen für die Lagerung des beim Rückbau anfallenden Bauschutts in sieben Deponien auseinandersetzen. DIE WELT berichtet:

    DIE WELT

    Mit den bisweilen widersprüchlichen Positionen von Kernkraftgegnern beschäftigt sich ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung. Aktivisten, die früher gegen Atomkraftwerke protestiert haben, bekämpften nun deren Abriss. Das Blatt berichtet dabei auch aus Schleswig-Holstein von einer Veranstaltung in Großenaspe, bei der es um die Verbringung von Schutt aus dem Rückbau von Kernkraftwerken auf Deponien ging. Insbesondere der Begriff des „Freimessens“ begegne häufig Skepsis, so das Blatt:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Auch die taz beschäftigt sich aktuell mit dem Status des Rückbaus der deutschen Kernkraftwerke. Man moniert insbesondere, das ursprünglich genannte Zeitpläne nicht eingehalten würden und zum Teil unerwartet heftige Proteste die Rückbauplanung erschweren würden:

    TAZ

    Dass die Auffassung kommunaler Verantwortlicher zum Prozess beim Rückbau von Kernkraftwerken bisweilen massiv von den Planungen der Betreiber der rückzubauenden Werke abweiche, beschäftigt die Mainpost in ihrem Bericht zum KKW Grafenrheinfeld. Dort gäbe es seitens der Betreiber „massiven Widerspruch“ gegen Stellungnahmen des Landratsamtes und des Kreistages, denen „inhaltliche Fehler“ vorgeworfen werden. Auch sei man sich in der Bewertung der juristischen Grundlagen zum Rückbau uneins:

    MAINPOST

    Zahlen aus Greifswald zu den Kosten des Rückbaus des dortigen KKW nimmt die Tagesschau zum Anlass, an der Planungssicherheit für die Rückbaufinanzierung zu zweifeln. Das Thema werde nach der Sommerpause auch erneut im Bundestag zu diskutieren sein:

    TAGESSCHAU

    In Niedersachsen setzt sich der dortige Umweltminister Wenzel für ein schnelleres Ende für Kohle- und Kernkraftwerke in Niedersachsen ein und möchte u.a. das KKW Lingen früher als geplant abschalten. Dies würde auch zu Kosteneinsparungen bei der Lagerung des Mülls führen, rechnet der Politiker in der NOZ vor:

    NOZ

    In der Schweiz bereitet man sich ebenfalls auf den Rückbau der dortigen Werke vor. Die NZZ berichtet von einem Blick der Eidgenossen auf den Rückbau eines Forschungsreaktors in Karlsruhe, der für die Schweizer Planungen Modellcharakter haben könne:

    NZZ

    Ebenfalls in der NZZ findet sich eine zusammenfassende Darstellung zu Strategie, Prozess und Umsetzung des Rückbaus von Kernkraftwerken:

    NZZ

  • Presseschau vom 22.07.2016

    Herzlich Willkommen zur neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch befassen sich die Medien in den letzten beiden Wochen mit den Fortschritten des Rückbaus im KKW Brunsbüttel und den Umlagerungen von abgebrannten Brennelementen. Außerdem informiert das Stadtmagazin Bad Bramstedt über eine Einwohnerversammlung mit dem Thema Deponierung von Bauteilen aus dem KKW Krümmel und Brunsbüttel. Weitere Themen sind die Rückbaupläne des Energiekonzerns EnBW.

    Fortschritt beim Rückbau des KKW Brunsbüttel: Betreiber Vattenfall darf mehr als 500 abgebrannte Brennelemente aus dem abgeschalteten Kernkraftwerk in ein Zwischenlager auf dem Kraftwerksgelände bringen. Die Atomaufsicht in Kiel entschied am letzten Montag entsprechend. Der NDR berichtet:

    NDR

    Von der Umlagerung auf dem Kraftwerksgelände seinen hunderte abgebrannte Brennelemente betroffen, meldet die WELT. Die Umlagerung in das Zwischenlager, so zitiert das Blatt den Umweltminister Dr. Robert Habeck, erhöhe die Sicherheit und sei auch rechtlich zulässig, auch wenn das Zwischenlager aktuell ohne Genehmigung mit Duldung der Atomaufsicht betrieben wird:

    DIE WELT

    Man freue sich „über die positive Antwort, denn die Brennelementefreiheit des Kraftwerks ist Voraussetzung für den Beginn der Rückbauarbeiten in Brunsbüttel“ zitiert die SHZ Vattenfall-Geschäftsführer Pieter Wasmuth. Sein Unternehmen plane „mit der Beladung der Castor-Behälter so zügig wie möglich zu beginnen und die Arbeiten bis Anfang nächsten Jahres abzuschließen“, notiert das Blatt:

    SHZ

    Von einem „Skandal“ sprechen hingegen Gegner der Planungen aus dem Umfeld des BUND. Die Kernkreaftgegner monieren die „Missachtung einer Gerichtsentscheidung“, konzidieren aber auch, das die Lagerung im Zwischenlager unabhängig von der juristischen Situation wohl sicherer als im Kraftwerksgebäude sei, protokolliert die SHZ:

    SHZ

    Das Stadtmagazin Brad Bramstedt informiert über eine Einwohnerversammlung zum Thema Deponierung von Bauteilen aus den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel. Überraschend nahm auch Dr. Robert Habeck persönlich an der gut besuchten Veranstaltung teil und begleitete eine zum Teil hitzige Diskussion. Sein Statement protokolliert das Magazin wie folgt: „Wir reden heute über 2% der anfallenden Abfälle. Wir reden nicht über Atommüll. Diese 2% sind nicht recyclebares Material und müssen deshalb auf eine Deponie. Sie liegen aber mit ihrer Radioaktivität unterhalb des Grenzwertes der Strahlenverordnung. Insgesamt fallen bei dem Kraftwerksrückbau 300.000 Tonnen Müll an. Davon sollen 2% auf die sieben Deponien in Schleswig Holstein verteilt werden.“

    STADTMAGAZIN BAD BRAMSTEDT

    Der Energiekonzern EnBW will laut einer Pressemitteilung seine beiden letzten noch laufenden Kernkraftwerke in Neckarwestheim und Philippsburg direkt nach der Abschaltung abbauen. Die Genehmigung wurde nun beim Umweltministerium beantragt. Baden-TV berichtet:

    BADEN-TV

     

     

  • Presseschau vom 08.07.2016

    Herzlich Willkommen zur neuen Ausgabe der Presseschau. Thematisch befassen sich die Medien in den letzten beiden Wochen mit der Diskussion um die beim Rückbau zu erwartenden Abfälle, liefern Statusberichte zu den Rückbauprojekten in z.B. Obrigheim und Grafenrheinfeld und klären über den Bericht der Endlagersuchkommission auf.

    Eine Bürgerinitiative formiert sich nahe der Deponie Schönwohlde bei Kiel. Die SHZ berichtet von deren ersten Treffen. Auf der Schönwohlder Deponie lagert die Stadt Kiel seit langem nicht brennbare Abfälle auf rund 19 Hektar Fläche ein. Dazu gehören Materialien wie etwa Bauschutt, Glaswolle und Asbest:

    SHZ

    Aus Harrislee berichtet die SHZ mit ähnlichem Tenor: Auch hier herrsche Sorge wegen der möglichen Deponierung von Bauschutt. Eine Informationsveranstaltung des Landes solle hier Transparenz schaffen:

    SHZ

    Weiter ist der Prozess des Rückbaus des Kernkraftwerks Obrigheim fortgeschritten. Dort wird jetzt eine erste Tranche an freigemessenem Bauschutt noch in diesem Jahr auf die Deponie Sansenhecken nach Buchen verbracht. Diese erste Charge mit Bauschutt des im Rückbau befindlichen Atommeilers Obrigheim wird voraussichtlich eine Masse von rund fünf Tonnen aufweisen, wie Ministeriumssprecher Lorho laut RNZ erläutert. Insgesamt fallen laut EnBW rund 3000 Tonnen an:

    RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Mangels eines geeigneten Endlagers sei die Lagerung von Atommüll in einem Standortzwischenlager am rückzubauenden KKW Grafenrheinfeld laut der GRÜNEN-Fraktionssprecherin im Kreistag unsicher. Man fordere deshalb statt Rückbau des KKW eine Lagerung der Abfälle in den „entkernten Räumen des Kraftwerks“, wie die Mainpost protokolliert:

    MAINPOST

    Über den Rückbauprozess von Kernkraftwerken und dessen Schwierigkeiten berichtet das ZDF am Beispiel des Kernkraftwerks Lubmin bei Greifswald. Das ausführliche Online-Feature bietet auch zahlreiche Hintergrundinformationen und stellt kritische Fragen zu Finanzierung, Freimessung des Abfalls und Überwachung durch TÜV und ähnliche Institutionen:

    HEUTE

    Wieder angefahren wurde das Kernkraftwerk Brokdorf nach der turnusgemäßen jährlichen Inspektion. Bei den Prüf-, Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten waren nach Angaben des Betreibers PreussenElektra bis zu 1500 Mitarbeiter und externe Fachleute im Einsatz, so die WELT:

    DIE WELT

    Ein Urteil zuungunsten des Kraftwerkbetreibers Eon bietet den Aufhänger u.a. für die bayerische Staatsregierung, den Ausstieg aus der Kernenergie als „Entscheidung mit gesamtgesellschaftlichem Konsens“ für richtig zu heißen. Der Rückbau der KKWs sei nun „eine der größten umweltpolitischen Aufgaben“:

    DIE WELT

    Nach zwei Jahren Arbeit übergab die beim Bundestag angesiedelte unabhängige Expertenkommission zur Suche eines geeigneten Atommüllendlagers ihren Abschlussbericht an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Der Co-Vorsitzende der Kommission, Michael Müller (SPD), warb für eine faire Diskussion über den Inhalt des mehr als 600 Seiten langen Berichts. Kritik an dem Papier äußerten insbesondere die GRÜNEN und Umweltschützer, die das Endlager in einem Salzstock in Gorleben nicht auf der Liste möglicher Endlager sehen wollen. Die ZEIT berichtet:

    ZEIT ONLINE

    Den Bericht der Endlagerkommission kommentiert ein Blog des Deutschlandfunks. Gelobt wird das pragmatische Vorgehen der Kommission, Bedenken geäußert wegen der diversen Sondervoten einzelner Länder und der zu erwartenden Bürgerproteste an Orten, die für ein Endlager in Betracht kommen:

    BLOGS.DEUTSCHLANDFUNK

     

     

  • Presseschau vom 24.06.2016

    Herzlich Willkommen zur aktuellen Ausgabe der Presseschau, die dieses Mal ganz im Zeichen der Diskussion zu den während eines Rückbaus anfallenden Abfällen steht. Neben ausführlichen Berichten zu dieser Thematik werfen wir auch einen Blick auf den Status des KKW Grafenrheinfeld sowie nach Schweden, wo man trotz des Vorhabens, den Anteil der erneuerbaren Energien auf hundert Prozent zu erhöhen, vorerst wieder auf Kernenergie setzen möchte.

    Experten haben im Kernkraftwerk Brunsbüttel das Verfahren demonstriert, mit dem sichergestellt werden soll, dass ausschließlich Müll ohne oder nur mit absolut vernachlässigbarer Radioaktivität auf Deponien landet. Dazu gehören unter anderem Bauschutt, asbesthaltige Abfälle, Mineralwolle, Isolierungen oder Straßenaufbruch. Lediglich 2% der Abfälle seien belastet, der Rest könne freigegeben werden, so der Leiter der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht. Der NDR berichtet:

    NDR

    Um die sog. 10-Mikrosievert-Grenze bei freizumessenden Abfällen, die dann deponiert werden können, sicher bestimmen zu können, werde jedes einzelne Teil bis zu viermal angefasst und gemessen, so die Lübecker Nachrichten. Allein beim KKW Brunsbüttel fielen nach Einschätzung des Kieler Energiewendeministeriums insgesamt rund 300000 Tonnen Abfall an, die über einen Zeitraum von 15 Jahren entsorgt werden müssen.

    LN ONLINE

    Auch die taz berichtet und stellt fest, das es für den vom Umweltministerium vorgeschlagenen „Entsorgungspakt“ mit den betroffenen Gemeinden keine rechtliche Verpflichtung gäbe, man aber alle Beteiligten in den Dialog bringen wolle. Lediglich der BUND bleibe skeptisch, so das Blatt:

    TAZ

    Die Diskussion um die Lagerung der Bauabfälle aus dem Rückbau der schleswig-holsteinischen Kernkraftwerke geht weiter. Während Gemeinden und NABU Zustimmung zu den Plänen des Umweltministers Habeck für einen Entsorgungspakt signalisieren, äußert ein Vertreter des BUND hier erneut Bedenken insbesondere gegen die Herleitung des zulässigen Grenzwerts von 10 Mikrosievert, so die SHZ:

    SHZ

    Auch andernorts steht der BUND Aus- oder Umbauvorhaben von Kernkraftwerken kritisch gegenüber. Bei der Baugenehmigung eines Reststoffbearbeitungszentrums und eines Standortabfalllagers am Kernkraftwerk Philippsburg (bauartgleich zu den KKW Brunsbüttel und Krümmel) seien Schutzvorkehrungen für Natur und Nachbarschaft unterblieben, zitiert KA-News Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND Baden-Württemberg:

    KA-NEWS

    Radioaktiver Müll aus dem abgeschalteten Kernkraftwerk Obrigheim soll zum ersten Mal innerhalb Deutschlands auf dem Wasserweg transportiert werden. 15 Castoren aus dem vom Netz genommenen Kraftwerk in Baden-Württemberg sollen auf dem Neckar rund 50 Kilometer zum Zwischenlager in Neckarwestheim befördert werden, berichtet SPIEGEL online:

    SPIEGEL ONLINE

    Ausführlich berichtet das Handelsblatt vom Rückbau des KKW Grafenrheinfeld. Bis 2035 soll das Kraftwerk zur „grünen Wiese“ zurückgebaut sein; bis 2032 läuft der Rückbau dabei ohne sichtbare Auswirkungen auf das äußere Erscheinungsbild nur im Innern:

    HANDELSBLATT

    Vor noch bevorstehenden gravierenden Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Energiewende warnt die WELT. Dabei plädiert das Blatt für den marktwirtschaftlichen, freien Handel mit CO2-Rechten als Ersatz für „erfolglose Planwirtschaft in der Energie- und Klimapolitik“, da der ansonsten erforderliche radikale Wandel der Art, wie die Gesellschaft in Bezug auf Energieeffizienz lebe, noch auf sich warten ließe:

    DIE WELT

    Zurück zur Kernenergie will man indes in Schweden. Die dortige Regierung hat beschlossen, „bis zu 10“ alte Reaktoren durch Neubauten zu ersetzen. Die allgemeine Zielsetzung, bis 2040 den Anteil der erneuerbaren Energien auf hundert Prozent zu erhöhen, wolle man aber aufrecht erhalten, meldet Tagesschau.de:

    TAGESSCHAU

     

  • Presseschau vom 10.06.2016

    Wir heißen Sie herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses Mal weist die Berichterstattung eine hohe inhaltliche Dichte auf: neben dem Interview mit Dr. Habeck zur Deponielagerung des Bauschutts, Zwischenlagerthematiken und einem Rückblick auf 5 Jahre Atomausstieg sind insbesondere die Artikel und Kommentare zur EEG-Reform lesenswert.

    Beim Rückbau der Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein wird auch ca. 35.000 Müll anfallen, der lediglich als normaler Industriemüll klassifiziert wird. Gleichwohl, so der schleswig-holsteinische Umweltminister in einem ausführlichen Interview mit der SHZ, gebe es Gesprächsbedarf mit den betroffenen Gemeinden, in deren Deponien der Abfall gelagert werden soll, denn dieser sei „emotional belastet“. In dem Interview fordert Dr. Habeck eine sachliche Debatte über die Klassifizierung des Mülls:

    SHZ

    Das Zwischenlager am Standort Krümmel war Gegenstand lokaler Berichterstattung: Die Bergedorfer Zeitung thematisierte die Verschärfung von Schutzvorschriften durch das Bundesamt für Strahlenschutz, u.a. unter dem Gesichtspunkt der Terrorabwehr, und entsprechende Baumaßnahmen in Krümmel. Es sei unklar, wie lange das betroffene Standortzwischenlager noch Bestand habe:

    BERGEDORFER ZEITUNG

    Von einem rechtlichen Dilemma in Brunsbüttel berichtet der NDR: Der Betreiber Vattenfall plant, im Kernkraftwerk Brunsbüttel die abgebrannten Brennelemente aus dem Reaktorbehälter zu entfernen und sie auf dem AKW-Betriebsgelände zu parken. Weil Vattenfall das Lager im Moment nur mit Duldung der Atomaufsicht betreibt, ist dies bisher aber rechtlich nicht erlaubt. Deshalb muss die Atomaufsicht in Kiel die Pläne jetzt rechtlich prüfen, die Entscheidung ist für den Fortgang des Rückbaus des Kraftwerks wesentlich:

    NDR

    Kritischer formuliert die SHZ in dieser Sache: „Trotz Verbots“ wolle man die Brennelemente in das Standortzwischenlager verbringen, das aktuell nur aufgrund der Duldung der Atomaufsicht, aber ohne atomrechtliche Genehmigung betrieben werde. Der Umweltminister Dr. Habeck zeige allerdings Verständnis für diesen Zustand, so das Blatt:

    SHZ

    Das KKW Krümmel dient auch als Aufmacherbild für einen Beitrag des Deutschlandfunk anlässlich des fünften Jahrestags der Entscheidung der Bundesregierung, aus der Kernenergie auszusteigen. Der Sender spricht dabei resümierend von der damals eingeläuteten Energiewende als einer „unvergleichlichen industriepolitischen Umwälzung“:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Energiepolitisch war die EEG-Reform das beherrschende Thema der letzten Wochen. Die Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz sollen den Ausbau fördern, gleichzeitig aber den an Land gewonnenen Windstrom drosseln. Weitere Themen sind die zukünftige Förderung von Solar- und Biogasanlagen sowie der notwendige Netzausbau. Die wesentlichen Fragen und Antworten listet die Wirtschaftswoche auf:

    WIWO

    Auch die Süddeutsche Zeitung bilanziert und spricht davon, die EEG-Reform werde die Förderung neuer Energien „komplett umstellen“. Das Blatt sieht auch besondere Eilbedürftigkeit im Gesetzgebungsverfahren, da die aktuelle Gesetzeslage zum Ende des Jahres auslaufe:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Der Freitag kommentiert den Entwurf kritisch: Unter Klimaschutzgesichtspunkten müsse die Umstellung auf erneuerbare Energien forciert statt gebremst werden. Das bisherige Anreizsystem, über Subventionierungen Attraktivität für Investitionen zum Beispiel in den Bau von Windkraftanlagen zu schaffen, insbesondere für kleine Betreibergesellschaften,  entfalle zudem mit der Neuregelung:

    DER FREITAG

    Mit gewissser Polemik argumentiert der Kommentator der taz: Dem „ Kind“ EEG werde „nach dem EEG-Entwurf aus dem Wirtschaftsministerium das Wachsen eingeschränkt, das Taschengeld gekürzt und der Job weggenommen“. Der Autor vermutet den Grund für die Eile auch in der nahenden Bundestagswahl. Hier wolle der Wirtschaftsminister das kritische Thema möglichst aus den kommenden Wahlkampfdiskussionen in 2017 heraushalten:

    TAZ

     

  • Presseschau vom 27.05.2016

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Die einschlägige Berichterstattung vorrangig norddeutscher Medien beschäftigte sich in den vergangenen Tagen besonders intensiv mit der Vorstellung des Sicherheitsberichts zum geplanten Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel und der Pressekonferenz in Kiel, in deren Rahmen der Bericht vorgestellt wurde. Abgerundet werden die diesmal sehr lokal geprägten Quellen durch einen Kommentar zu den Kernkraftplänen der EU und einen interessanten Blick nach Afrika.

    Die Lübecker Nachrichten schildern den voraussichtlichen Zeitplan, die zu erwartenden Kosten für Rückbau und die erforderlichen Schritte zur Bergung und Verpackung der Brennelemente aus dem Reaktor:

    LN ONLINE

    Positiv bewertet die WELT den Staus der Planung: Man komme „offenkundig gut voran“:

    DIE WELT

    Von „Traktiererei“ meint das Neue Deutschland den Betreiber Vattenfall des KKW Krümmel warnen zu müssen. Man dürfe hier nicht aus finanziellen Erwägungen auf Zeit spielen, meint das Blatt:

    NEUES DEUTSCHLAND

    Lob für die Rückbaupläne kommt hingegen vom NDR. Die Entscheidung für einen kompletten Rückbau zur „grünen Wiese“ statt eines sog. „sicheren Einschlusses“ sei richtig. Auch die von Vattenfall ausgegebene Doktrin „Sicherheit vor Schnelligkeit“ für den Rückbauprozess findet die Zustimmung des Senders. Ein noch nicht abschließend geklärtes Thema sei aber die Zwischenlagerung schwach- bis mittelradioaktiver Abfälle beim Kraftwerk. Hier sei noch keine finale Entscheidung getroffen:

    NDR

    In den Folgetagen nach der Vorstellung des Sicherheitsberichts wurde verstärkt über die Lagerung der Abbruchabfälle aus den Kraftwerksrückbauverfahren in Brunsbüttel und Krümmel, die als unbedenklich freigemessen werden, in den lokalen Medien diskutiert. Als Lagerplätze für diesen Bauschutt kommen insbesondere 7 Gemeinden aus Schleswig-Holstein in Betracht, aus Harrislee berichtet dazu die SHZ:

    SHZ

    Der zuständige Minister Dr. Robert Habeck diskutierte in Kiel mit Vertretern der betroffenen Gemeinden und Bürgern. Dabei betonte er, dass es ausschließlich um nicht recyclebaren Müll mit vernachlässigbarer Radioaktivität gehe, bei der einer Deponierung unter den Grenzwerten der Strahlenschutzverordnung liege. Der Minister bilanzierte nach seinen Gesprächen, dass eine „konstruktive Gesprächsatmosphäre“ geherrscht habe; schon diesen Sommer wolle man über die weiteren Schritte Klarheit haben, so der NDR:

    NDR 

    Aus Brunsbüttel berichtet ebenfalls der NDR von der Bergung der dortigen Fässer mit schwach- bis mittelradioaktivem Material, die nach Plan erfolge. Seit dem Beginn der Arbeiten im Februar seien inzwischen 76 Fässer geborgen worden, ohne dass es bislang zu irgendwelchen Komplikationen gekommen sei. Insgesamt gehe man von einer Gesamtdauer von drei Jahren für die Bergung aus:

    NDR

    Für mediale Aufregung sorgte ein Bericht im SPIEGEL über angebliche Pläne der EU-Kommission zum Ausbau der Kernenergie. Ein Kommentar der Deutschen Welle rät zur Beruhigung: Es habe sich dabei lediglich um ein Diskussionspapier gehandelt, das man Experten zur Prüfung habe vorlegen wollen. Die Reaktionen aus der deutschen Politik seien deshalb übertrieben ausgefallen, so der Kommentator:

    DEUTSCHE WELLE

    Zum Abschluss einen Blick nach Afrika: Der Sudan plant die Errichtung des ersten Kernkraftwerks des Landes, berichtet SPIEGEL ONLINE. Dazu sei eine Kooperationsvereinbarung mit einem chinesischen Unternehmen unterzeichnet worden, das den Bau umsetzen soll. China betreibe eine „aggressive Expansionspolitik“, um ein wichtiger „Player auf dem globalen Atommarkt“ zu werden und habe zuletzt u.a. auch in Rumänien, Saudi-Arabien, Argentinien und China entsprechende Abkommen getroffen. Experten sähen aber gravierende Sicherheitsprobleme angesichts dieses aggressiven, überschnellen Vorgehens:

    SPIEGEL ONLINE

  • Presseschau vom 13.05.2016

    Wir begrüßen Sie herzlich zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Schwerpunkt liegt dieses mal auf nationalen, den Rückbau betreffenden Themen wie mögliche Berufsperspektiven, geplanter Personalabbau bei Vattenfall oder Statusberichte verschiedenster deutscher Kraftwerke.

    Über die Berufsperspektiven von Ingenieuren beim Rückbau von Kernkraftwerken berichtete die ZEIT am Beispiel des Kernkraftwerks Brunsbüttel. Am Beispiel des Kraftwerksmitarbeiters Henning Bienas schildert der Artikel die vielfältigen Aufgaben für qualifizierte Ingenieure im Rückbau:

    ZEIT ONLINE 

    Über geplanten Personalabbau beim Energieversorger Vattenfall, der auch die stillgelegten Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel betreibt, berichtete N24. Die Zahl der Mitarbeiter müsse „perspektivisch verringert“ werden, zitiert der Sender Konzernchef Magnus Hall. Grund seien u.a. die hohen Abschreibungen auf den jüngst verkauften Braunkohleabbau, die unsichere Ertragslage und auch die von Hall erneut kritisierte Empfehlung der Kommission zur Finanzierung des Atomausstiegs:

    N24

    Der RBB beschäftigt sich am Beispiel des Kernkraftwerks Rheinsberg mit der Geschichte der Kernenergienutzung in Deutschland: Rheinsberg ist vor genau 50 Jahren ans Netz gegangen und wird seit 1995 zurückgebaut. Dort hoffe man, im Jahre 2025 den Zielzustand der „grünen Wiese“ zu erreichen:

    RBB

    Auch die Berliner Zeitung beschäftigt sich mit Rheinsberg und schildert die Schwierigkeiten des Rückbaus:

    BERLINER ZEITUNG

    Zur Ergänzung bietet die FAZ eine ausführliche Bilderstrecke über das Werk in Brandenburg – und berichtet über den Plan, die „Blockwarte“, das ehemalige Schaltzentrum des Werks, nahe des Rheinsberger Barockschlosses als historisches Zeugnis der DDR-Moderne wieder aufzubauen:

    FAZ

    Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld war im Juni 2015 das erste zu diesem Zeitpunkt noch in Betrieb verbliebenen deutschen Kernkraftwerke, das vom Netz ging. Seitdem wird der Rückbau geplant. Die Mainpost beantwortet dazu die wesentlichen Fragen:

    MAINPOST

    Um den Erhalt der Kompetenzen in der Kerntechnik in Deutschland sorgt sich Finanzen.net in einem Bericht über die 47. Jahrestagung Kerntechnik in Hamburg. Dies sei eine „nationale Aufgabe“ und sei erforderlich, um auch in Zukunft motivierte Fachkräfte, z. B. in der Sicherungstechnik, aber auch beim Rückbau von Kernkraftwerken zur Verfügung zu haben:

    FINANZEN.NET

    Bis 2021 soll das KKW Grohnde an der Weser noch am Netz bleiben. Aktuell bleibt das Werk allerdings noch zwei Wochen länger als geplant abgeschaltet. Die routinemäßigen Inspektionsarbeiten werden bis zum 5. Juni ausgedehnt, teilte am Dienstag der Betreiber Eon mit. Zuvor war ein Schaden an einer Kühlpumpe entdeckt worden:

    DIE WELT

    Von „Zwietracht“ in der Endlagerkommission berichtet die WELT. Von einer Aufkündigung des Grundkonsens sei die Rede; der mögliche Endlagerstandort Gorleben durch unglückliche Veröffentlichung eines Kommissionspapiers diskreditiert:

    DIE WELT

    In den skandinavischen Staaten wächst der Unmut über die mangelnde Qualität des deutschen Stromnetzes: Der Durchfluss des im Norden produzierten Stroms, überwiegend Ökostrom, zu Abnehmern im Süden Deutschlands und Europas werde verhindert. Dies verstoße u.U. auch gegen den Grundsatz des freien Waren- und Kapitalverkehr, so die FAZ:

    FAZ

    Der Wanderfalke war in Schleswig-Holstein so gut wie verschwunden. Dies hat sich geändert: Die Tiere siedeln sich wieder an, mit einem Falkenpaar auch seit vielen Jahren als regelmäßige Bewohner des Kühlturms am KKW Brunsbüttel. Dass sich die Falken auch sehr nützlich in der Pflege von Verkehrseinrichtungen machen können, verraten die Lübecker Nachrichten:

    LN ONLINE

     

     

  • Presseschau vom 29.04.2016

    Herzlich Willkommen zur Presseschau vom 29.04.2016. Die Frage danach, wer die Kosten für den Ausstieg aus der Kernenergie tragen soll, beschäftigt sowohl die Energiekonzerne, die Politik als auch die Medien. Die Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs (KFK) legte nun einen Vorschlag zur Kostenaufteilung vor – in der Presse wird ausführlich berichtet:

    Die Finanzierung des Ausstiegs aus der Kernenergie und der Rückbau der deutschen Kernkraftwerke bleibt ein Dauerthema und hat in dieser Woche erneut die Medien im Bereich Energiepolitik  dominiert. In der Südwest Presse wurde schon vor dessen Bekanntgabe ein Ausblick auf den erwarteten „Neuen Entsorgungskonsens“ der Regierungskommission gegeben:

    SWP

    Auch der Deutschlandfunk leistete Vorberichterstattung zur Aussage der Kommission:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Die Berichterstattung nach Veröffentlichung der Empfehlung ist erwartungsgemäß flächendeckend und vielschichtig. Einen Übersicht über den Vorschlag der Kommission gibt SPIEGEL ONLINE:

    SPIEGEL ONLINE

    Ebenfalls im SPIEGEL spricht ein Kommentar von einem „letzten Sieg der Atomindustrie“ und befürchtet eine Abwälzung möglicher Mehrkosten auf den Steuerzahler:

    SPIEGEL ONLINE

    Ähnlich kritisch kommentiert die taz. Dort wird aber auch anerkennend hervorgehoben, dass es eine beachtliche Leistung der Kommission sei, trotz gegenläufiger Interessen von Grünen, Union, WWF und BDI zu einer einstimmigen Lösung gekommen zu sein:

    TAZ

    Abwägender kommentiert der Tagesspiegel. Der Kommissionsvorschlag sei so praktikabel und fair, wie es eben möglich sei. Deshalb äußere man auch Unverständnis für die Ablehnung des Vorschlags durch die betroffenen Energiekonzerne:

    TAGESSPIEGEL

    Die Wirtschaftswoche rät den Energiekonzernen, den Deal nicht anzufechten – eine günstigere Variante sei für keine Partei denkbar:

    WIWO

    Von einem „atomaren Ablasshandel“ spricht DIE ZEIT. Man habe die Atomkonzerne mit der empfohlenen Zahlung von 23,3 Mrd. an die öffentliche Hand „billig davonkommen“ lassen, so das Blatt. Es bleibe der Bundesregierung aber keine andere Wahl, als dieser Empfehlung zu folgen:

    ZEIT ONLINE

    Von einem „Durchbruch“ spricht hingegen die FAZ und schildert den möglichen Fahrplan bis zur Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes. Laut Kanzleramtsminister Altmaier  sei ein Inkrafttreten bis zum Frühjahr 2017 gut möglich, zitiert das Blatt:

    FAZ

    Neutral dokumentiert die Frankfurter Rundschau den Vorschlag der Kommission:

    FR ONLINE

    Die Stuttgarter Nachrichten analysieren die einschlägigen Stellungnahmen aus Politik, Wirtschaft sowie Verbänden und bilanzieren, dass sich Kritik und Anerkennung zum Vorschlag wohl die Waage halten:

    STUTTGARTER NACHRICHTEN

    Vor dem Landgericht Hannover wird eine Klage von Eon gegen die Länder Niedersachsen und Bayern sowie den Bund verhandelt. Es geht um Schadensersatz wegen angeblicher entschädigungsloser Enteignung durch die Bundesregierung und die Länder im Zuge des Atomausstiegs, wie die WELT schreibt:

    DIE WELT

     

     

    Verflüssigtes Erdgas – kurz LNG – wird zukünftig in der Energieversorgung eine größere Rolle spielen. In Brunsbüttel setzt man mit der Planung entsprechender LNG-Infrastruktur auf den fossilen, aber dennoch schadstoffarmen Energieträger. Der fallende Ölpreis mache LNG aber weniger attraktiv, meldet die WELT anlässlich der Vorstellung eines neuen Kesselwaggons zum LNG-Transport in Brunsbüttel:

    DIE WELT

     

  • Presseschau vom 15.04.2016

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Diese Woche haben wir viel Lesenswertes zu Themen auf nationaler Ebene wie den erwarteten Protesten in Brokdorf oder der Zwischen- und Endlagerdebatte. Auch aus Krümmel gibt es einiges zu berichten:

    Die Bergung der beschädigten Fässer aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel ist auch weiterhin Gegenstand der Berichterstattung. Der NDR fasst zusammen und liefert zusätzliche Hintergrundinformationen:

    NDR

    Ebenfalls mit der Endlagersuche beschäftigt sich der Deutschlandfunk und schildert die Arbeit der Kommission, deren Abschlussbericht vor der finalen Beratung steht. Aller Voraussicht nach werde dort eine Zweiteilung der Ausstiegskosten vorgeschlagen. Allerdings gebe es noch immer Unklarheit über die Bewertung gebildeter Rückstellungen:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Herzogtum-direkt berichtet vom „Frühjahrsputz“ in Krümmel – der dortige Reaktordruckbehälter werde nach einer Mitteilung der schleswig-holsteinischen Atomaufsichtsbehörde umfassenden Maßnahmen zur Verringerung eventueller Verunreinigungen des Behälters und angrenzender Systeme unterzogen. Die Arbeiten werden ca. 6 Wochen dauern:

    HERZOGTUM-DIREKT

    Protest hat das KKW in Brokdorf zu erwarten. Für den 24.04. haben zahlreiche Umweltverbände zu einem Aktionstag rund um das Werk aufgerufen. Die SHZ fasst zusammen:

    SHZ

    Die Genehmigung eines Standortzwischenlagers meldet Echo-Online aus dem hessischen Biblis. Die Einrichtung dieses Zwischenlagers sei auch ein wichtiger Schritt hin zu den dortigen Rückbauplänen:

    ECHO-ONLINE

    Von Problemen beim Rückbau von Mühlheim-Kärlich weiß die WELT: Der Kühlturm des bereits lange stillgelegten Werks stehe wider Erwarten noch; sein Abriss verzögere sich immer weiter:

    DIE WELT

    Premiere in der Schweiz: In Mühleberg soll erstmals ein KKW stillgelegt werden. Der Betreiber präsentierte die Eckpfeiler des Stilllegungsgesuchs vor dem Bundesamt für Energie. Das bereits eingereichte Gesuch soll jetzt ausgelegt werden, so der Bund:

    DER BUND

    Als „ im Rückwärtsgang“ tituliert die SVZ den Zustand der Energiewende im Norden: Scharfe Ausschreibungsregeln für neue Offshore-Windparks in der Ost- und Nordsee, reduzierte Strommengen aus erneuerbaren Energiequellen und die Ausgrenzung von Windparks im Küstenmeer seinen Bestandteile der geplanten Novelle des EEG, bereite den Marktteilnehmern der Windkraft-Branche zunehmend Sorgen:

    SVZ

    Seine Position zur Energiewende in Schleswig-Holstein erläuterte Umweltminister Dr. Habeck auf einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung der GRÜNEN. Dabei äußerte er sich auch zur „Verspargelung“ der Landschaft durch Windkraftanlagen. Die SHZ protokollierte:

    SHZ

     

     

  • Presseschau vom 01.04.2016

    „Nach Plan“ läuft die Bergung der teils stark verrosteten Fässer mit schwach- bis mittelradioaktivem Abfall aus den unterirdischen Kavernen im „Schwesterkraftwerk“ des Kernkraftwerks Krümmel, dem KKW Brunsbüttel laut SHZ ab. Insbesondere, so wird Umweltminister Habeck zitiert, entsprächen alle bislang geborgenen Fässer genau den Schadenskategorien, in die man sie vorab auf Basis der Kamerainspektion eingestuft habe:

    SHZ

    Ähnlich berichten auch die Kieler Nachrichten: Bislang seien 24 Fässer „problemlos“ geborgen worden:

    KIELER NACHRICHTEN

    Mit dem „milliardenschweren Geschäft“ mit dem Rückbau von Kernkraftwerken beschäftigt sich die Berliner Zeitung. Angesichts der Volumina bilde sich eine neue Industrie mit guten Ertragsprognosen – auch wenn die Finanzierung des Rückbaus noch teilweise offen sei:

    BERLINER ZEITUNG

    Als „absurd“ bezeichnet die WELT die aktuelle Rückbaupraxis in Deutschland und stellt Vergleiche mit der angeblich deutlich pragmatischeren Vorgehensweise beim Rückbau von Kernkraftwerken in den USA an. So könne zum Beispiel das dortige Werk Onofre bei Los Angeles innerhalb von 4 bis 5 Jahren zurückgebaut werden, insbesondere deshalb, weil man den Reaktordruckbehälter „am Stück“ entferne und dann nach einigen Jahren Abklingzeit in einem Zwischenlager zerlege:

    DIE WELT

    Über den Einsatz von Robotern beim Rückbau von KKWs berichtet die Schweizer Handelszeitung. Ein dortiges Unternehmen habe Roboter entwickelt, die z.B. beim Sortieren des anfallenden Abfalls nach Strahlungsgrad eingesetzt werden könne, ohne das menschliche Hilfe vor Ort erforderlich sei:

    HANDELSZEITUNG

    Zur Förderung von Informationsveranstaltungen zum Rückbau der dortigen Kernkraftwerke bietet das Land Niedersachsen Kommunen Finanzhilfen an. „Unsere Landesregierung legt Wert darauf, die Komplexität der gesetzlichen Vorgaben und der konkreten Verfahren von allen Seiten sachkundig erläutern zu lassen und die Bevölkerung an den Abläufen des Atomausstiegs zu beteiligen“, wird Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) vom Focus zitiert:

    FOCUS

    Die Details zur Vergabe und den entsprechenden Fristen erläutern die EL-News:

    EL-NEWS

    Kritisch sieht dagegen die ZEIT das Informationsverhalten von Bundeswirtschaftsminister Gabriel in Zusammenhang mit dem Bestreben von Kommunen, selbst örtliche Gas- und Stromnetze zu betreiben. Dieser Teil der Energiewende werde durch den neuen Entwurf des Energiewirtschaftsgesetzes nicht verbessert, sondern erschwert:

    ZEIT ONLINE

    In einem Interview für den Politik-Teil der BILD kommt der ehemalige Bundesumweltminister Trittin zu Wort. Er spricht darin auch über seine Rolle als Vorsitzender der Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs:

    BILD

  • Presseschau vom 18.03.2016

    Herzlich Willkommen zur Presseschau vom 18. März 2016. Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf der Klage der Energiekonzerne vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Atomausstieg, über die momentan in Karlsruhe verhandelt wird. Die Auswahl beinhaltet ein Spektrum von hilfreichen Überblicken, bemerkenswerten Meinungsartikeln und lesenswerten Beiträgen im Rahmen einer einschlägigen Themenwoche beim Deutschlandradio:

    Mit einer Übersicht über den Status aller Kernkraftwerke in Norddeutschland informiert der NDR. Neben dem Werk in Brunsbüttel und seinem „Schwesterkraftwerk“ in Krümmel beschäftigt sich der Beitrag u.a. auch mit den KKWs in Lingen, Grohnde und Lubmin und dem jeweiligen Stand des Rückbaus oder der Außerbetriebnahme:

    NDR

    Die Klage der Energiekonzerne vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Atomausstieg der Bundesregierung beherrscht die Presseberichterstattung allerorts. Im Raum steht die Frage, ob der in 2011 kurzfristig beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie eine Enteignung der Konzerne darstellt und damit Schadensersatzpflichten auslöst. Die Abendzeitung aus München fasst zusammen:

    ABENDZEITUNG MÜNCHEN

    Dass es in dem Verfahren ggf. um hohe Forderungen auf Schadensersatz gehe, verdeutlicht der Tagesspiegel. Auch wenn eine fixe Summe nicht beziffert sei, werde diese doch sicher im deutlichen Milliardenbereich liegen:

    TAGESSPIEGEL

    Gute Erfolgsaussichten räumt die FAZ den klagenden Konzernen ein und schildert die juristischen Erwägungen zum Erfordernis einer Entschädigungsregelung im Falle des Vorliegens eines „enteignungsgleichen Eingriffs“. Der Autor bezweifelt allerdings, dass die Kläger mit einem Urteil rechnen. Wahrscheinlicher sei es, dass es zu einem „Deal“ der Konzerne mit der Bundesrepublik Deutschland kommen könne, so das Blatt:

    FAZ

    Die Umweltschutzorganisation BUND demonstrierte vor dem Verfassungsgericht in Karlsruhe, wo aktuell die drei Energiekonzerne Eon, RWE und Vattenfall klagen. Die Umweltschützer fordern ein sofortiges Abschalten aller Atomkraftwerke in ganz Deutschland sowie die Verankerung des Atomausstiegs im Grundgesetz. Die Welt am Sonntag berichtet und liefert eine umfassende Linksammlung aller zur Verhandlung wichtigen Informationen:

    DIE WELT

    Die EU-Kommission will in den nächsten Wochen einen Bericht zum Zustand der Nuklearwirtschaft in Europa vorlegen – ein Entwurf des Papiers liegt dem Handelsblatt vor. Demnach seien Investitionen in Höhe von 450 bis 500 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050 notwendig. Eine Antwort auf die Frage, wer in welcher Höhe im Falle eines Unglücks haften soll, liefert der Bericht allerdings nicht:

    HANDELSBLATT

    Die WELT erinnert sich derweil an eine Zeit zurück, als die Atomkraft „ein Geschenk des Himmels war“. Damals, in den 1950er-Jahren, waren es eigentlich gar nicht die Energiekonzerne selbst, die die Atomkraft einführen wollten. Vielmehr sei es die Politik gewesen, die „auf Atomkurs“ lag:

    DIE WELT

    In Deutschland ist der Atomausstieg längst beschlossene Sache – in Europa spalten sich die Meinungen. Während beispielsweise in Finnland und Großbritannien neue Kernkraftwerke gebaut werden, verlängern andere Länder kurzum die Laufzeit alter Meiler. Dies bringe die EU-Kommission in eine missliche Lage, gegen längere Laufzeiten sei sie machtlos, weiß der Deutschlandfunk:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Wer es ernst meine mit Klimaschutz und einer ausreichenden Energieversorgung für alle, komme an Kernenergie nicht vorbei, kommentiert der Tagesspiegel anlässlich des 5. Jahrestages der Tsunami-Katastrophe von Fukushima. Sicherheitsbedenken seien übertrieben, der Bedarf anders schwerlich zu decken und insbesondere unter Klimaschutzgesichtspunkten sei Kernkraft schwer ersetzbar, so das Blatt:

    TAGESSPIEGEL

    Ein konkretes Beispiel auch für die lokale wirtschaftliche Relevanz eines KKW nennt der Bayerische Rundfunk in seinem Bericht über das KKW Grundremmingen: Dieses sei ein entscheidender Wirtschaftsfaktor in der Region. Laut B4B Schwaben arbeite das Werk zudem rentabel:

    BR

    B4B

    Eine „Themenwoche Energiewende“ bietet Deutschlandradio Kultur an. 5 Journalisten schildern am Beispiel verschiedener Rückbauprojekte von KKWs die Aufgabenstellung und Umsetzung, aber auch die Rollen einzelner Betroffener in diesem Prozess:

    DEUTSCHLANDRADIO

  • Presseschau vom 04.03.2016

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Dieses mal haben wir eine Auswahl an Artikel zu den Rückbauvorhaben in den Kernkraftwerken Unterweser und Neckarwestheim, zur Vertagung des von der Kommission zur Überprüfung des Kernenergieausstiegs vorzulegenden Vorschlags zur Finanzierung der Rückbauverpflichtungen aber auch zur anstehenden Sanierung des Werkstattdaches in Krümmel.

    Ein Fehler aus der Errichtungszeit des Kernkraftwerks Krümmel vor über 40 Jahren wird jetzt behoben. Bei jetzt durchgeführten Untersuchungen zu Folgen von Starkregen wurde festgestellt, dass eine Dachkonstruktion einer Werkstatt nicht den Vorgaben der Statik genügt. Betreiber Vattenfall reagierte mit einer Sofortmaßnahme und wird das Dach bis Ende des Jahres sanieren, berichtet die SHZ:

    SHZ

    Über den Beginn der Bergung der in den Kavernen des Kernkraftwerk Brunsbüttel lagernden Fässer mit schwach- und mittelstark radioaktivem Abfall berichten zahlreiche Medien. SPIEGEL ONLINE berichtet, dass bei der Öffnung der Kavernen 2 und 3 keine erhöhten Feuchtigkeitswerte festgestellt worden seien, auch habe die Strahlenmessung keinen erhöhten Wert gezeigt. Bis zum kommenden Oktober soll die Bergung von insgesamt 188 Fässern aus diesen Kavernen abgeschlossen sein:

    SPIEGEL ONLINE

    NDR

    SHZ

    Dem Beginn der Bergung war eine Informationsveranstaltung vorausgegangen, in der im Beisein von Minister Dr. Habeck die Bergungsmechanik erläutert wurde. Auch hier berichtete die SHZ, verbunden mit einigen Hintergrundinformationen:

    SHZ

    An der Weser haben Bürger, Behörden und Betreiber mit der Diskussion des dort geplanten Rückbaus des KKW Unterweser begonnen. Über 1.000 Einwendungen gegen dieses Vorhaben lägen aktuell vor. Der niedersächsische Umweltminister Wenzel kommt dazu in einem Beitrag der WELT zu Wort:

    DIE WELT

    Der Abriss komme im übrigen voran, so die Badische Zeitung. Die Genehmigung zum Aufbau der Rückbau-Infrastruktur sei nun erteilt worden:

    BADISCHE ZEITUNG

    Mit dem Einbruch der Aktienkurse von Stromversorgern reagierte die Börse auf die Nachricht, dass die „Kommission zur Überprüfung des Kernenergieausstiegs“ eine Entscheidung über einen Vorschlag zur Finanzierung der Rückbauverpflichtungen vertagt hat. Erst im April werde weiter verhandelt, so die RP Online:

    RP ONLINE

    Kritisch kommentiert die ZEIT die Vertagung der Vorlage eines Vorschlags durch die „Kommission zur Überprüfung des Kernenergieausstiegs“. Die Kommentatorin spricht Deutschland eine Vorbildrolle beim Ausstieg aus der Kernenergie ab:

    ZEIT ONLINE

  • Presseschau vom 19.02.2016

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Ein Schwerpunkt dieser Ausgabe ist die Frage der Finanzierung des Atomausstiegs, aber auch zu Themen wie Strahlenschutz oder die Suche nach einem Endlager wird berichtet:

    In den Verhandlungen über die Finanzierung des Rückbaus in Deutschland zeichnen sich weitere Entwicklungen ab: Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission für den Atomausstieg will den Energieversorgern verbieten, den milliardenteuren AKW-Rückbau mit Firmenbeteiligungen abzusichern. SPIEGEL online berichtet:

    SPIEGEL

    DIE WELT vermutet eine baldige Einigung bei den Kosten für die Endlagerung, Mitglieder der Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs seien nach Angaben von mit dem Vorgang vertrauten Personen bereit, einen Teil der Kosten, für die Versorger wie E.On oder RWE aufkommen sollen, dem Steuerzahler aufzubürden. Mit Unterstützung der CDU fänden die Versorger zunehmend Gehör für ihr Argument, dass eine Haftung in unbegrenzter Höhe die Lebensfähigkeit der Unternehmen an den Kapitalmärkten bedrohe:

    DIE WELT

    Der Vorsitzende der Regierungskommission für den Atomausstieg, Trittin, will den Konzernen bei Abriss- und Stilllegungskosten allerdings nicht entgegenkommen. In der Deutschen Welle vertritt er die Auffassung, eine Stiftung zur Übernahme der Kosten käme keinesfalls in Betracht:

    DEUTSCHE WELLE

    Auch europaweit stellt sich die Frage nach der Finanzierung des Rückbaus, weiß der SPIEGEL. Dabei seien auch in anderen europäischen Ländern noch größere Finanzierungslücken offen:

    SPIEGEL

    In puncto Kostendeckung des Atomausstiegs stehe Deutschland unter den EU-Ländern momentan trotz eines Defizits auf Platz 3, lediglich Großbritannien könne eine Abdeckung von 100% der Kosten von 63 Milliarden Euro vorweisen. Auffällig sei aber, dass die Angaben der Staaten zu den Kosten für den Rückbau und die Entsorgung stark voneinander abweichen; die Kommission wolle dies nun genauer prüfen, weiß die F.A.Z.:

    F.A.Z.

    Währenddessen legt die EU-Kommission ein „Paket zur nachhaltigen Sicherung der Energieversorgung“ vor. Es ziele darauf ab, besser für die weltweite Energiewende und mögliche Unterbrechungen der Energieversorgung gewappnet zu sein – indem die Energienachfrage gedrosselt, die Produktion allgemein und aus erneuerbaren Quellen gesteigert und ein diversifizierter Energiebinnenmarkt weiter entwickelt werde. Heise Online hat einen umfassenden Artikel:

    HEISE ONLINE

    Die Suche nach einem geeigneten Endlager beschäftigt die ganze Welt. Während sich Australien als potenzielles Endlager anbietet, spalten sich in Deutschland die Meinungen über das gesetzliche Ausfuhrverbot für Atommüll – schließlich importiere man doch auch Atomstrom aus dem Ausland. N-TV berichtet:

    N-TV

    Gut vorbereitet auf den Rückbau sieht man sich beim Kernkraftwerk Unterweser. NWZ Online berichtet über einen Pressetermin mit den dortigen Verantwortlichen, bei dem auch die Finanzierungsfrage erörtert wurde:

    NWZ

    Einen tieferen Einblick in den Strahlenschutz rund um ein Kernkraftwerk im Rückbauprozess gibt die Heidenheimer Zeitung. Insgesamt 35 Mitarbeiter seien im Kernkraftwerk Gundremmingen für den Strahlenschutz zuständig. Bis zu vier von ihnen kümmern sich dabei um die Überwachung der Umgebung des Kraftwerks:

    SWP

    Aus dem ältesten Kernkraftwerk Deutschlands, dem in der DDR betriebenen Kraftwerk Rheinsberg, berichtete BILD. Für das bereits 1990 stillgelegte Werk wird aktuell ein neues Rückbaukonzept umgesetzt:

    BILD

    Während sich in Europa alles um den Atomausstieg und die Kostenverteilung der Energiewende dreht, soll in China bald die nächste Generation ans Netz gehen: der erste kommerzielle Hochtemperatur-Kugelhaufenreaktor. RP Online berichtet:

    RP ONLINE

    Biogas werde in Zukunft als speicherbare Energiequelle an Bedeutung gewinnen, sagt der Sprecher des Fachverbandes Biogas, Alexander Knebel. Aufgabe der Politik sei es nun, die Rahmenbedingungen zur Umrüstung von Biogasanlagen zu verbessern, so das Straubinger Tagblatt:

    STRAUBINGER TAGBLATT

    Meldepflichtiges Ereignis in Krümmel: Offenbar war vor rund 40 Jahren beim Bau des Kraftwerks gegen die Vorschriften verstoßen worden; auf dem Dach über der heißen Werkstatt waren zusätzlicher Beton und Kies aufgeschüttet worden, um sicherzustellen, dass Wasser bei Regen und Schnee so vom Dach ablaufen könne. NDR und Kieler Nachrichten berichten:

    NDR

    KIELER NACHRICHTEN

  • Presseschau vom 05.02.2016

    Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Presseschau. Neben generellen Themen wie Zwischen- und Endlagerung, Rückbau und Kosten der Energiewende gibt es auch Neuigkeiten aus Krümmel zu berichten:

    Zum Rückbau des Kernkraftwerk Krümmel hat mit „Energiewende konkret“ eine erste öffentliche Informationsveranstaltung stattgefunden, die auch in der Presse einen starken Widerhall gefunden hat. Bitte beachten Sie dazu unsere Extrapresseschau vom 01.02.2016. Seitdem hat es weitere Veröffentlichungen zum Thema gegeben, u.a. auch eine kritische Betrachtung der Landeszeitung Lüneburg:

    LANDESZEITUNG LÜNEBURG

    Auch die Betreiber anderer KKWs, die vor dem Rückbau stehen, informieren in öffentlichen Veranstaltungen über den Prozess und die notwendigen Verfahrensvoraussetzungen. Ein Beispiel ist Grundremmingen. Von dort berichtete der BR:

    BR

    In Brokdorf wird weiter heftig diskutiert, ob mit dem Verbringen rückkehrender Castoren aus dem britischen Sellafied in das Zwischenlager Brokdorf – geplant für 2018 – faktisch eine Endlagersituation geschaffen würde. Dies befürchten die GRÜNEN. Gleichzeitig bieten die rechtlichen Rahmenbedingungen aktuell keine andere Lösung, stellte Staatssekretärin Nestle fest. Insbesondere in Brunsbüttel liegt für das dortige Zwischenlager keine dauerhafte Genehmigung vor. Die SHZ hat den Bericht:

    SHZ

    Auch in anderen politischen Lagern sieht man die Zwischenlagerthematik kritisch. Abgeordnete der CDU in Schleswig-Holstein fordern Umweltminister Habeck auf, in Brokdorf Rede und Antwort zu stehen. Auch hier berichtet die SHZ:

    SHZ

    Das stillgelegte Eisenerz-Bergwerk bei Salzgitter, Schacht-Konrad, sollte ursprünglich bereits 1986 zum Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Betrieb gehen. Doch erst 2007 wurden die letzten Klagen abgewiesen und die Bauarbeiten konnten beginnen. Eine mögliche Erweiterung des Schachts hat nun den Anwohnerprotest neu entfacht, wie der Deutschlandfunk berichtet:

    DEUTSCHLANDFUNK

    Die Berliner Morgenpost lässt Bundesumweltministerin Hendricks in Sachen Schacht Konrad zu Wort kommen – sie schließe eine Erweiterung des Lagers „nicht hundertprozentig“ aus:

    MORGENPOST

    Aus Jülich meldet der WDR weitere Diskussionen um die Zukunft von Atomkugeln aus dem stillgelegten Forschungsreaktor. Die Brennelemente könnten nun von ihrem Ursprungsland USA zur Endlagerung übernommen werden, wie eine Umweltverträglichkeitsprüfung ergab. Naturschützer sehen beim Transport – es handelt sich um 152 Castor-Behälter mit insgesamt 280.000 Kugeln – aber hohe Risiken:

    WDR

    Einerseits ist der Rückbau von Kernkraftwerken eine notwendige Konsequenz aus der politischen Entscheidung zum Ausstieg aus der Kernenergie. Andererseits eröffnet sich aber auch ein weltweiter Wachstumsmarkt, in dem Expertise und Ressourcen zum Rückbau gefragt sein werden. Die Wirtschaftswoche fasst den Status zusammen und beleuchtet Chancen und Risiken der entstehenden Rückbauindustrie:

    WIWO

    Vor Engpässen in der deutschen Energieversorgung als Folge des Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung warnen Kritiker anlässlich eines Gutachtens des Think-Tanks AGORA. Die dort genannten Annahmen, die viele Umweltpolitiker als „Masterplan“ für die Energiewende ansehen würden, wiesen zahlreiche Schwachstellen und Lücken auf. Die WELT berichtet ausführlich:

    DIE WELT

    Aktuell sorgen die Braunkohle-Sparten bei Betreibern wie Vattenfall in Kombination mit fallenden Strompreisen und den Kosten für den Atomausstieg für rote Zahlen in den Bilanzen. Den gerade vorgelegten Jahresbericht 2015 des Unternehmens analysiert und kommentiert die Sächsische Zeitung auch in Hinblick auf die lokale Situation in Sachsen und Brandenburg:

    SÄCHSISCHE ZEITUNG

    Über die Kosten der Energiewende denkt das Hamburger Abendblatt in einem Kommentar nach. Diese seien nicht zu hoch, wie vielerorts vermutet werde, sondern als „Investitionen“ zu betrachten und damit langfristig volkswirtschaftlich sinnvoll, behauptet die Autorin, Leiterin Abteilung Energie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Dass Kernenergie trotz der aktuellen Energiewende für Deutschland eine Option bleiben könne, vermutet ein Kommentator der WELT. Am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik wurde jetzt im Fusionsforschungsreaktor Wendelstein 7-X erstmals Wasserstoff auf extrem hohe Temperaturen erhitzt – im Beisein von Kanzlerin Merkel. Fernziel dieser Experimente sei die Entwicklung von Fusionskraftwerken, mit denen das globale Energieproblem klimaneutral gelöst werden könne:

    DIE WELT

  • Extrapresseschau vom 01.02.2016

    Mit der neuen Informationsveranstaltung „Energiewende Konkret“ in Krümmel möchte Betreiber Vattenfall jetzt und in Zukunft über den Fortgang des Rückbaus des KKW Krümmel informieren. In der Presse wurde das Thema am Folgetag der ersten Veranstaltung am 28.01. unmittelbar aufgenommen, so in der Bergedorfer Zeitung:

    BERGEDORFER ZEITUNG

    Das „Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom (LAgA)“ beschäftigt sich auf seiner Website ebenfalls mit der Veranstaltung:

    LAgA

     

  • Presseschau vom 22.01.2016

    Herzlich Willkommen zur Presseschau vom 22.01.2016. Diese Ausgabe bietet ein breites Spektrum an Nachrichten aus ganz Deutschland zu den Themen Rückbau, Zwischenlagerproblematik und Zukunft der Kernkraft.

    Mit einer neuen Reihe von Informationsveranstaltungen mit dem Titel „Energiewende konkret“ will der Betreiber Vattenfall in Zukunft regelmäßig in einem offenen Forum über die Planung und den Fortschritt des Rückbaus des KKW Krümmel unterrichten und zum Dialog einladen. Die erste Veranstaltung ist für den 28.01.2016 geplant, die Lüneburger Landeszeitung berichtet ausführlich bereits jetzt:

    LANDESZEITUNG

    Auch die Kreiszeitung Wochenblatt erwähnt die Veranstaltung:

    KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Andernorts wird der Rückbau der Kernkraftwerke ebenfalls kommunikativ begleitet: Der Betreiber EnBW informiert über Prozess und Stand des Rückbaus der Kernkraftanlagen in Neckarwestheim mit einer gesonderten Broschüre, wie die Bietigheimer Zeitung dokumentiert. Auch dort wird es im übrigen entsprechende Informationsveranstaltungen geben:

    SWP

    Nicht öffentlich ist der geplante Einwendungstermin zum Rückbau des KKW Unterweser. Dort rechnet man angesichts zahlreicher Einwendungen mit einer mehrtägigen Veranstaltung, wie die NWZ weiß:

    NWZ ONLINE

    Aus dem britischen Sellafield sollen acht Castoren aus der dortigen Wiederaufbereitungsanlage in das am Standort Brokdorf gelegene Zwischenlager Brokdorf gebracht werden. Minister Dr. Habeck hat das Verfahren dazu nun in einem Schreiben an den Präsidenten des schleswig-holsteinischen Landtags erläutert. Laut taz werden nun hitzige Debatten darüber erwartet, ob Brokdorf damit ein de facto Endlager würde:

    TAZ

    Auch die SHZ beschäftigt sich mit dem Thema und rekapituliert die ursprünglichen Überlegungen, die Castoren am Standort des KKW Brunsbüttel zu lagern:

    SHZ

    Die seit August 2014 geschlossene Mülldeponie in Wittorferfeld ist ein möglicher Ort zur Lagerung von nicht-radioaktivem Abfall, der beim Abriss der Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel voraussichtlich ab dem Jahr 2020 anfällt. Das bestätigte Nicola Kabel, Sprecherin des Kieler Umwelt- und Energiewende-Ministeriums, auf Nachfrage des Holsteinischen Couriers. Die Stadtwerke als Betreiber der Deponie wollten den Müll aber „auf keinen Fall haben“, so das Blatt:

    SHZ

    Während die deutschen Kernkraftwerke, darunter auch Brunsbüttel und Krümmel, in den letzten Jahren überwiegend stillgelegt wurden, sind zum Teil recht alte Anlagen z.B. in Belgien noch in Betrieb. Darunter befinden sich auch die Werke in Tihange, die wegen einiger Störfälle immer wieder in die Presse gelangten. Die FAZ beschäftigt sich nun mit den Maßnahmen der grenznahen Stadt Aachen in diesem Zusammenhang:

    FAZ

    Die „Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs (KFK)“ soll im Auftrag der Bundesregierung effiziente Wege für den Rückbau von Kernkraftwerken erarbeiten. Vorsitzende sind der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD), Hamburgs früherer Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und Ex-Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne). Die Kommissionsmitglieder informierten sich in Obrigheim über den Stand des Rückbaus, auch zahlreiche Umweltschützer waren vor Ort. Der SWR berichtet:

    SWR

    Die langfristige Absicherung der Kosten des Rückbaus der deutschen Kernkraftwerke bleibt ein Dauerthema in vielen Publikationen. Einen historischen Gedanken bringt der Chef des Energieversorgers E.on, Johannes Teyssen, in der Kolumne „Menschen und Märkte“ der WELT ins Spiel: Er erinnert daran, das die KKWs Krümmel, Brokdorf und Brunsbüttel ursprünglich ja von dem öffentlichen Unternehmen HEW (Hamburger Electrizitäts-Werke) gebaut und betrieben worden seien. Damit müsse auch der Staat zumindest mit in der Rückbaupflicht stehen:

    DIE WELT

    In einem Kommentar beschäftigt sich der SWR mit dem weltweiten Trend zum Bau von neuen Kernkraftwerken – gegenläufig zur Entwicklung z.B. in Deutschland und der Schweiz. Neben Sicherheitsaspekten sorgt sich die Autorin insbesondere um den Verlust der deutschen Kernkraft-Kompetenz:

    SWR

    Konkret steht nahe zur deutschen Grenze ein Neubau eines KKW im Nachbarland Polen an. Aus dem angrenzenden Mecklenburg-Vorpommern regen sich Gegenstimmen auch aus der Politik, wie der NDR berichtet:

    NDR

    Im Bereich Rückbau ist deutsche Kompetenz allerdings international gefragt. Eine deutsche Firma habe jetzt die Planung für den Rückbau des Reaktors des japanischen Kernkraftwerks Fukushima übernommen, weiß die Passauer Neue Presse:

    PNP

     

  • Presseschau vom 08.01.2016

    Auf diesem Wege möchten wir Ihnen zunächst alles Gute für das Neue Jahr wünschen. Wir freuen uns, Sie auch in diesem Jahr zum Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel und weiteren relevanten energiepolitischen Themen auf dem Laufenden halten zu dürfen.

    Im „Schwesterkraftwerk“ Brunsbüttel laufen inzwischen die Vorbereitungen zur Bergung der noch in Kavernen gelagerten Stahlfässer mit Abfällen aus dem Betrieb des Kernkraftwerks. Langfristiges Ziel ist die Verbringung dieser Abfälle in ein noch zu schaffendes Endlager. Bis dahin sollen die Fässer am Standort Brunsbüttel gelagert werden, zunächst in den bereits bestehenden Transportbereitstellungshallen, dann in einem neu zu errichtenden Zwischenlager für schwach- bis mittelradioaktive Abfälle, das im Zuge des beantragten Rückbaus des Kernkraftwerks entstehen soll. Die SHZ berichtet, das nach Fertigstellung der Spezialmaschinen zur Bergung jetzt mit den Arbeiten begonnen werden soll. Der Artikel bietet auch Hintergrundinformationen zum Thema:

    SHZ

    In Belgien kam es zu einer erneuten Abschaltung des Reaktors des KKW Doel 1, das erst am 30.12. nach mehrmonatiger Abschaltung wieder ans Netz gegangen war. Die ZEIT berichtet über das KKW nahe Antwerpen, aber auch weitere Kernkraftwerke desselben Betreibers nahe der deutschen Grenze:

    ZEIT ONLINE

    Aus der Schweiz werden Probleme im KKW Beznau gemeldet. Dieses Werk, das älteste kommerziell betriebene der Welt, steht seit Juli 2015 still. Jetzt seien Haarrisse im Druckbehälter entdeckt worden:

    BADISCHE ZEITUNG

    Die ZEIT nimmt die Vorfälle in Belgien zum Anlass eines Kommentars, in dem die nationale Ausrichtung in der Energiepolitik moniert wird. Trotz grenznaher Standorte von KKWs und dem Ziel einer europäischen Energiepolitik liege die Verantwortung für die Meiler nicht bei der EU, sondern dem jeweiligen Einzelstaat, beklagt der Autor:

    ZEIT ONLINE

    Gleich mehrfach wird indessen über den beschleunigten Abbau von Kernkraftwerken in Deutschland berichtet: Die Berliner Morgenpost meldet aus Lubmin und Rheinsberg, das der Betreiber EWN der dortigen bundeseigenen KKWs den Rückbau forciert. Dort soll anders als ursprünglich geplant bereits im Herbst mit der Demontage der ersten Schornsteine begonnen werden. In Biblis wurden die Brennelemente planmäßig und ohne Zwischenfälle in ein Zwischenlager verbracht, weiß die FNP. Und auch in Lingen, wo das dortige KKW bereits seit 1977 stillgelegt ist, soll nach einem entsprechenden Antrag des Betreibers RWE nun der Rückbau beginnen, wie der NDR berichtet:

    BERLINER MORGENPOST

    FRANKFURTER NEUE PRESSE

    NDR

    Weniger zügig geht die Suche nach einem Endlager in Deutschland voran. In Schleswig-Holstein beklagt Umweltminister Dr. Robert Habeck die zögerliche Entwicklung und fordert den Bund und die Länder auf, die Suche zu forcieren. Dabei sieht er nicht nur wachsende Terrorgefahr, sondern auch die Verschiebung gesellschaftlicher Prioritäten als mögliche Hemmnisse in der Zukunft, so die SHZ:

    SHZ

    Zum Abschluss eine Polemik aus dem Politblog „Die Achse des Guten“ zum in Finnland geplanten Endlager mit einem kritischen Vergleich zur Situation in Deutschland:

    DIE ACHSE DES GUTEN