24.11.2016

Bei einem Besuch des schleswig-holsteinischen Energiewendeminister Dr. Robert Habeck im Kernkraftwerk Krümmel wurde am 21.11.2016  die Beladung eines Castorbehälters mit abgebrannten Brennelementen gezeigt.

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Habeck in Krümmel

Dabei wird der leere Castorbehälter vor der Beladung mit einer Hülle als Kontaminationsschutz – dem sogenannten Kontaminationsschutzhemd – versehen und samt Hülle ins Lagerbecken getaucht. Unter Wasser wird der Castorbehälter mit abgebrannten Brennelementen beladen (Bild 1 und 2), nach dem Befüllen mit max. 52 Brennelementen wird unter Wasser der Primärdeckel aufgesetzt. Nach dem Herausheben des Behälters aus dem Lagerbecken wird dieser Deckel verschraubt, der Castor gereinigt, entwässert und getrocknet. Im Anschluss wird der Sekundärdeckel gesetzt und verschraubt. Der Castorbehälter wird von der IAEA (Internationale Atomenergie-Organisation) im Anschluss mit einem Siegel versehen. Danach steht der Castorbehälter zum Transport bereit.

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Links: der Castorbehälter im Lagerbecken in Beladeposition; rechts: der Castorbehälter wird mit Brennelementen beladen

Die Beladearbeiten werden sich erwartungsgemäß über einen längeren Zeitraum erstrecken, insgesamt müssen knapp 700 Brennelemente und außerdem ca. 150 Sonderbrennstäbe verpackt werden. Pieter Wasmuth, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH, erklärte: „Wenn ein Kraftwerk den Leistungsbetrieb geplant einstellt, können im Vorfeld die Voraussetzungen für eine zügige Entladung der Brennelemente geschaffen werden. Durch den schnellen Ausstiegsbeschluss im Jahr 2011 konnte das Kraftwerk Krümmel diese Vorbereitungen nicht treffen. Unter anderem sind die Brennelemente deutlich kühler als sie es üblicherweise gewesen wären. Dementsprechend dauern die Trocknungsprozeduren länger oder es werden andere Trocknungsverfahren notwendig.“ Neben diesen Unwägbarkeiten beim Trocknungsprozess ist beispielsweise auch die Zahl der speziell für diese Tätigkeiten ausgebildeten Verladeteams (Mitarbeiter der GNS) begrenzt.

Mit Blick auf ein Höchstmaß an Sicherheit werden die Beladearbeiten bewusst so geplant, dass sie sich nicht kontinuierlich wiederholen, sondern Pausen und längere zeitliche Abstände vorsehen. Mit diesem sogenannten Batch-Verfahren wird vermieden, dass anspruchsvolle Prozesse, die bei den Mitarbeitern eine hohe Konzentration erfordern, monoton werden, sich zu oft wiederholen und so die Fehlerwahrscheinlichkeit steigt. Deshalb sind explizit längere Unterbrechungen der Arbeiten vorgesehen.